Zusammenfassung
Zusätzlich plagten mich aber
auch generelle Glaubenszweifel: Die unzähligen Verbote, die dauernde
Zwangsbeterei in einer mir völlig fremden Sprache, selbst das islamische
Gottesbild überzeugte mich nicht länger: Die meisten Muslime haben Angst
vor Gott und schüren auch bei anderen diese Angst. Der Islam hat ein
Gottesbild, das auf frommer Leistung und Kadavergehorsam beruht und leider
viel zu oft in Doppelmoral und Bigotterie endet.
Schlimmer als diese
theologischen Probleme wog für mich allerdings die muslimische
Wirklichkeit, die ich nonstop erlebte: Ablehnung und Hetze gegen die
westliche Gesellschaft, unverhohlener Haß auf die Juden, massive
Unterdrückung von Frauen, Machoverhalten muslimischer Männer, Gewalt und
Brutalität, Lügen ...
Sobald Muslime unter sich
sind, reden und verhalten sie sich meist völlig anders. Viele sind zudem
beseelt von der Vision, daß der Islam überall herrschen sollte. Auch in
Europa. In der westlichen Demokratie sehen sie nichts Positives, es sei
denn, sie dient ihren Zwecken. Manche lachen sogar über die Toleranz und
den Langmut der hiesigen Bevölkerung.
Anonym: „Warum ich zum Islam
übertrat ... und nach ein paar Jahren wieder austrat“ (EMMA Juli/August
2009)
Lesen Sie dieses Kapitel im
Zusammenhang mit:
►
Der jihad im
Spiegel der islamischen Rechtswissenschaft (fiqh)
►
Ziel des "Heiligen Krieges"
►
Auszüge aus islamischen
Gesetzeswerken zum jihad
Es wird immer wieder
vorgebracht, der Koran enthalte keine Verse, die zu Gewalt auffordern oder
diese Verse wären „eigentlich nicht so“ zu verstehen oder „sie müßten in
einem historischen Kontext“ verstanden werden. Oft hört man auch die
Deutung, es handle sich beim jihad um die Auseinandersetzung mit
„inneren Anfeindungen“ im Zusammenhang mit der Erfüllung schariatischer
Gebote. Durch Lektüre dieser Arbeit kann man sich leicht vom Gegenteil
überzeugen.
►
Koranverse zum "Heiligen Krieg" mit
Exegese
Tilman Nagel schreibt zur global
gültigen Vision des „Heiligen Krieges“:
„Das in der medinensischen Urgemeinde sichtbar werdende
Spannungsverhältnis zwischen Ritenerfüllung und Gesetzestreue einerseits
und der kämpferischen „Gläubigkeit“ andererseits, dem durch Allah hoch
verzinsten Darlehen
►
jihad
als Darlehen an Allah
trat im Laufe der islamischen Geschichte immer wieder zutage, der Krieg
„in
Allahs Weg“:
Sure
2, Vers 218:
Siehe
sie, die da glauben und auswandern und streiten in Allahs Weg, sie mögen
hoffen auf Allahs Barmherzigkeit, denn Allah ist verzeihend und
barmherzig.
überbietet jede kultische Frömmigkeit. Als Individualpflicht, d.h. als
„sechste Säule“ des Islams fand er im Sunnitentum keine Anerkennung.
Jedoch gilt er als eine Kollektivpflicht ... eine hinreichend große Anzahl
von Mitgliedern des islamischen Gemeinwesens muß den Glaubenskrieg führen,
damit man dem Ziele der Menschheitsgeschichte, der Ausdehnung des
„Gebietes des Islams“ über die gesamte bewohnbare Welt, näher komme. Jeder
Kampfhandlung vorausgehen muß jedoch die Aufforderung
an
die Andersgläubigen, zum Islam überzutreten ...
►
Aufruf zur Annahme des Islam (da'wa)
... In Streitgesprächen mit Anhängern anderer Religionen heben Muslime
meist die Auslegung des jihad als einer Anstrengung zur Erziehung des
Selbst nach Maßgabe des islamischen Gesetzes hervor und betonen, dies sei,
wenn nicht die einzige, so doch die ursprüngliche Bedeutung des Begriffes.
Diese Behauptung ist jedoch irreführend. Neben dem ... oben aufgeführten
Beleg im Koran sind zahlreiche Prophetenhadithe zu nennen, die den jihad
eindeutig und vor allem anderen als einen Krieg auffassen. Selbst ein
flüchtiger Blick in die islamische Geschichte erhärtet diesen Befund.“
(Tilman Nagel, Islam,
WVA-Verlag, Westhofen, 2001, Seite 113)
Das Endziel der „Anstrengung
für die Sache Allahs mit Gut und Blut“
ist klar umrissen:
Sure 9, Vers 32:
Verlöschen wollen sie Allahs Licht mit ihrem Munde; aber Allah will allein
Sein Licht vollenden, auch wenn es den Ungläubigen zuwider ist.
Sure 58, Vers 21:
Geschrieben hat Allah: „Wahrlich, Ich werde obsiegen, Ich und Meine
Gesandten.“ Siehe, Allah ist stark und mächtig.
Weitere Belege aus der Sunnah
►
Texte aus den ahadith zum jihad
Ephraim Karsh schreibt über die
Bedeutung des jihad im Islam:
„Indem er sich zum „Siegel der Propheten“ stilisierte, das von Gott
geschickt wurde, um der Menschheit dessen endgültige Botschaft zu
übermitteln, erweiterte Mohammed den Islam von einem rein arabischen
Glauben zu einer universellen Religion, die keine territorialen oder
nationalen Grenzen kannte. Er etablierte zudem die Gemeinschaft der
Gläubigen, die umma, als politischen Rahmen für die Ausübung dieser
Religion in allen von ihr eroberten Gegenden; und er erfand den Begriff
des jihad, des „Einsatzes auf dem Wege Gottes“ als wichtigstes Vehikel zur
Verbreitung des Islam. Mohammed führte diese Vorstellung kurz nach seiner
Umsiedlung nach Medina ein, um seine lokalen Anhänger dazu zu bringen, die
Karawanen aus Mekka zu überfallen; mit der Ausweitung seiner politischen
Ambitionen entwickelte und erweiterte er dieses Konzept, bis es zu einem
Aufruf zur Weltherrschaft wurde. So verkündete er in seiner
Abschiedsbotschaft:
Bukhari V4 B52 N196,
berichtet von Abu Huraira: Der Prophet Allah's sagte: "Mir wurde
geboten die Menschen zu bekämpfen bis sie sagen: "Niemand hat das Recht,
angebetet zu werden außer Allah."
(Ephraim Karsh, Imperialismus im
Namen Allahs, Deutsche Verlagsanstalt, München, 2007, Seite12 f)
Insbesondere wird nach Lektüre
der Biographie Mohammeds klar, daß Allah alle in der medinensischen
Periode offenbarten Verse im Zusammenhang mit:
-
gewalttätiger Expansion
-
Sklaverei
-
Schutzgelderpressung (giziya)
-
Raub und Beute (faj)
-
ethnischer Säuberung
-
Terror (Schrecken in die Herzen werfen)
-
Zweiklassengesellschaft (dhimmitude)
-
Auftragsmord
-
ideologischer und religiöser Gleichschaltung
-
dem Töten von Apostaten
-
dem Anspruch zur Beherrschung der ganzen Welt
genau
ihrem Wortlaut entsprechend verstanden wissen wollte und sie auch
entsprechend Seinem Willen ausgeführt wurden. Der Hinweis auf ihre
Geschichtlichkeit ist nicht nur richtig, die ausgeprägte, oft bis ins
Detail gehende historische Bezogenheit der koranischen Offenbarung ist
offensichtlich. Das sagt aber nichts darüber aus, ob diese Botschaften als
überzeitlich gesetzte Gebote und Handlungsanweisungen gemeint sind oder
nicht.
►
Das Leben Mohammeds
Bassam Tibi erläutert das
muslimische Konzept des „Heiligen Krieges“ als eine Notwendigkeit, welche
„die
Erfüllung
des koranischen Befehls darstellt, den Islam als Weg zum Frieden zu
verbreiten.“
Die Schuld daran, daß
die Muslime kriegerisch in Aktion treten müssen tragen die Ungläubigen (kafir)
und zwar weil sie sich weigern, den Islam anzunehmen:
„Es ist
wichtig zu beachten, daß der Ausdruck dar al-harb nicht aus dem Koran
stammt, er wurde im Zeitalter der militärischen Expansion des Islam
geprägt. Er ist jedoch in Übereinstimmung mit der koranischen Offenbarung,
welche die Welt in einen friedlichen (die islamische Gemeinde - umma) und
einen feindlichen Teil (Ungläubige, von denen erwartet wird, daß sie sich
entweder freiwillig oder durch das Instrument des Krieges zum Islam
bekehren) spaltet. In diesem Sinn glauben die Muslime, daß die Ausbreitung
durch Krieg keine Aggression, sondern vielmehr die Erfüllung des
koranischen Befehls darstellt, den Islam als Weg zum Frieden zu
verbreiten.
Der
Einsatz von Gewalt bei der Verbreitung des Islam bedeutet nicht Krieg (harb),
ein Begriff, der nur verwendet wird, um die Anwendung von Gewalt durch
Nicht-Muslime zu beschreiben. Islamische Kriege sind nicht hurub (Plural
von harb), sondern futuhat, Geschehnisse, welche die Welt dem Islam
„öffnen“ und islamischen jihad ausdrücken.
Nichtsdestotrotz finden die Beziehungen zwischen dar al-islam, dem Haus
des Friedens, und dar al-harb, der Welt der Ungläubigen in einem
Kriegszustand statt und zwar in Übereinstimmung mit dem Koran und den
autoritativen Kommentaren der muslimischen Rechtsgelehrten. Die
Ungläubigen, welche dem Prozeß von da’wa Hindernisse in den Weg stellen,
werden für dieses Kriegsgeschehen verantwortlich gemacht, denn da’wa kann
auch friedlich vorangetrieben werden, solange man sich ergibt. Mit
anderen Worten kreieren diejenigen den Krieg, welche dem Islam
widerstehen, sie sind für ihn verantwortlich. Nur wenn die muslimische
Macht gering ist, wird ein „vorübergehender Friede“ (hudna) erlaubt (die
islamischen Rechtsgelehrten streiten jedoch über die Definition von
„vorübergehend“). Der Begriff eines temporären Friedens führt einen
dritten Bereich (ein drittes Haus) ein: Territorien, welche sich unter
befristeten Abkommen mit der muslimischen Macht (dar al-sulh oder dar
al’and) befinden.
Die
Haltung der Muslime betreffend Krieg und Gewaltlosigkeit kann kurz
folgendermaßen zusammengefaßt werden: es gibt keine islamische Tradition
von Gewaltlosigkeit Und kein Vorbehalt gegenüber dem Krieg. Dieser wird
jedoch nicht glorifiziert und lediglich als letzten Ausweg betrachtet, um
dem Ruf von da’wa zu folgen und den Islam zu verbreiten. Krieg wird dann
nötig, wenn die Ungläubigen sich weigern, unter die Fuchtel der
islamischen Herrschaft zu gelangen.
Es gibt
mit anderen Worten keinen islamischen Pazifismus.
(Bassam Tibi, The Ethics of War and Peace:
Religious and Secular Perspectives, herausgegeben von Terry Nardin
(Princeton University Press, 1996) Seiten 128-145, zitiert aus:
Andrew Bostom, The Legacy of Jihad,
Prometheus Books, New York, 2005 )
►
sunnah und hadith
►
dhimmitude und
Schutzgelderpressung
►
Muslim Brotherhood: “The Project"
►
Kämpfen bis zum endgültigen Triumph
►
Gesamteinsatz zur Erlangung
des Heils
►
Topimam zum jihad
►
taqiyya:
Krieg, Frieden und Täuschung im Islam
Spekulationen über eine mögliche (und aus westlicher Sicht
erstrebenswerte) Neudefinition des islamischen Verständnisses von Gewalt
zur Glaubensverbreitung sind naiv. Eine dieser Wunschvorstellungen trägt
den Namen "Euro-Islam" zu welchem U. Spuhler-Stegemann meint:
"Allen Hoffnungen muß im Jahr 2007 eine Absage erteilt werden: Der viel
beschworene Euro-Islam ist trotz der Bemühungen einzelner Vertreter nicht
in Sicht."
(U. Spuhler-Stegemann: Die 101 wichtigsten Fragen, Seite 128, Beck,
München 2007, Seite 143