Die christliche Lehre der Trinität im Koran
Markus 12, 28
Und
es trat zu ihm einer von den Schriftgelehrten, der ihnen zugehört hatte,
wie sie miteinander stritten. Und als er sah,
daß
er ihnen gut geantwortet hatte, fragte er ihn: Welches ist das höchste
Gebot von allen? 29 Jesus aber antwortete ihm: Das höchste Gebot
ist das: »Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, 30 und
du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer
Seele, von ganzem Gemüt und von allen deinen Kräften«
1. Korinther, 8,
5 Und
obwohl es solche gibt, die Götter genannt werden, es sei im Himmel oder
auf Erden, wie es ja viele Götter und viele Herren gibt,
6 so
haben wir doch nur einen Gott, den Vater, von dem alle Dinge sind und wir
zu ihm; und einen Herrn, Jesus Christus, durch den alle Dinge sind und wir
durch ihn.
(Texte aus der Lutherbibel)
1. Definition
"Dreifaltigkeit, Dreieinigkeit oder
Trinität bezeichnet in der christlichen Theologie die Einheit der drei
Personen des göttlichen Wesens:
-
Gott "Vater"
-
Gott "Sohn"
-
Gott "Heiliger Geist"
Die Dreieinigkeitslehre
wird von fast allen Christengemeinschaften vertreten … Die bei der
Definition der Dreieinigkeit Gottes verwendeten Begriffe kommen in der
Bibel nicht vor."
(http://de:wikipedia.org/wiki/Dreifaltigkeit)
Auf dieser Internetseite finden sich als
Erklärungsmodelle für das Konzept der Trinität auch Grafiken, wie zum
Beispiel:

Es ist hier nicht möglich, das
umfangreiche Thema des christlichen Dogmas der Trinität vollständig
darzustellen. Hingegen können einige Fakten angegeben werden:
1.
Die Lehre der Trinität ist ein
kirchliches Dogma, das erstmals beim Konzil von Nicäa im Jahre
325 erlassen wurde und ein zweites Mal beim Konzil von Konstantinopel im
Jahre 381 in veränderter Form definitiv verabschiedet wurde. Es war schon
zu jener Zeit Gegenstand heftiger Auseinandersetzungen und ist bis heute
innerhalb der Kirche ein umstrittenes Thema geblieben. Es ist nicht die
einzig mögliche Beschreibung der Beziehung zwischen Gott, Jesus und dem
„Heiligen Geist“ und sicher nicht die einzig legitime. Aber wie es Dogmen
an sich haben, verhindern sie eine fortlaufende Suche und allfällig nötige
Neufassungen von Glaubensinhalten.
2.
Die Bibel (sowohl das AT als auch das NT) bekennt einen reinen
Monotheismus. Dies kommt (nebst unzähligen weiteren Stellen) auch in den
beiden oben zitierten Bibelstellen und im wichtigsten Gebet der
Christenheit, dem "Vaterunser" zum Ausdruck:
"Unser Vater, der Du bist im Himmel …"
3.
Dreifaltigkeit wird in der Bibel nicht direkt definiert. Hingegen
stehen im NT eine Person, nämlich Jesus, und ein Konzept, nämlich der
Heilige Geist in direktem Zusammenhang mit dem einen Schöpfergott. Wenn
nun, wie dies die christliche Lehre tut, von einem lebendigen Gott
ausgegangen wird, der sich um seine Schöpfung kümmert und sich den
Menschen zuwendet, dann muß es ein Medium geben, dessen sich dieser Gott
bedient um in der Welt erfahrbar zu sein. Dieses Medium wäre demnach der
Heilige Geist. Wenn ferner davon ausgegangen wird, daß Jesus vollständiges
Gottesbewusstsein besaß, dann muß auch eine Abhängigkeit zwischen ihm und
dem Schöpfergott bestehen. Die Beziehung zwischen diesen drei Größen (oder
Teilen / Parteien / Personen) war also zweifelsohne ein Thema, um welches
sich die christliche Theologie zu kümmern hatte, denn es entstanden im
frühen Christentum bald eine Unzahl verschiedenster Sekten mit sich
konkurrenzierenden Lehrmeinungen.
4.
Eine dieser Theorien, der
►
Doketismus besagt z.B. daß Jesus nur scheinbar einen physischen
Körper gehabt habe. Der
►
Arianismus erkennt zwar
ebenfalls drei Personen in Gott, spricht aber der zweiten und dritten
Partei die Wesensgleichheit mit dem Vater und damit wahre Gottheit ab.
Ferner sollen (was in der Darstellung der
Trinität im Koran wieder aufgegriffen wird) im arabischen Raum jener Zeit
zwei kleine Sekten gewirkt haben (über die allerdings nur wenig und
ungesichertes bekannt ist und von denen nicht einmal feststeht, ob sie zur
Zeit Mohammeds noch existierten):
►
Collyridianismus, welcher Maria zu einer Göttin erklärte und damit
die Trinität in Gott, Jesus und Maria sah. Ob diese Sekte die Vergottung
Marias aus einer hohen Verehrung Marias als "Mutter Gottes" ableitete oder
ihre Trinität aus dem griechischen / babylonischen Götterhimmel entlehnte
ist unbekannt.
Auch die Sekte der
►
Mariamiten verehrte Gott, Jesus
und Maria als drei verschiedene Götter. Sie entlehnte ihren Begriff von
Trinität aus der ägyptischen Götterwelt mit Osiris als Gott, Isis als
Göttin und Horus als deren leiblichen Sohn.
5.
Die christliche Lehre der Trinität beinhaltet
nicht den Glauben an drei Götter,
sondern an einen Gott, der sich
in drei gleichwertigen Wesenseinheiten (Aspekten) manifestiert. Sie wurde
im
►
Athanasium,
einem Glaubensbekenntnis, ausformuliert.
2. Trinität im Koran
Bezüglich der christlichen Trinitätslehre
(Dreifaltigkeit) bzw. der vom christlichen Dogma vertretenen
Gottessohnschaft offenbart Allah folgende Verse, in welchen er gebietet,
daß
"Ihm keine Gefährten"
zur Seite gesetzt
werden sollen, wie dies das in Sekten aufgesplitterte Christentum tue:
Sure 2, Vers 116:
Und sie sprechen: "Allah hat einen Sohn gezeugt." Preis ihm! Nein;
was in den Himmeln und auf Erden, alles gehorcht ihm.
Sure 30, Vers 31: Bekehrt euch zu Ihm
und fürchtet Ihn und verrichtet das Gebet und setzet Ihm keine Gefährten
zur Seite,
Sure 30,
Vers 32: wie jene, die ihren Glauben
spalteten und in Sekten zerfielen, von denen sich jede Partei ihrer
eigenen Meinung erfreut.
Sure 19,
Vers 88: Und sie sprechen: "Gezeugt hat der Erbarmer einen Sohn"
Sure 19,
Vers 89: Wahrlich ihr behauptet ein ungeheuerliches Ding.
Sure 19,
Vers 90: Fast möchten die Himmel darob zerreißen, und die Erde möchte
sich spalten, und es möchten die Berge stürzen in Trümmer,
Sure 19,
Vers 91: Daß sie dem Erbarmer einen Sohn beilegen,
Sure 19,
Vers 92: Dem es nicht geziemt, einen Sohn zu zeugen.
Hier wird festgestellt, daß das Konzept
der Gottessohnschaft
"ein ungeheuerliches Ding"
ist. Es ist so
ungeheuerlich, daß
sich rechtgläubige Muslime veranlasst sehen könnten, sich beim blossen
Gedanken daran das Leben zu nehmen:
Sure 18, Vers 4: Und um jene zu
warnen, die da sprechen, Allah habe einen Sohn gezeugt.
Sure 18,
Vers 5: Wovon weder ihnen noch ihren Vätern Wissen ward. Ein schlimmes
Wort, das aus ihrem Munde kommt! Sie sprechen nichts als Lüge.
Sure 18,
Vers 6: Vielleicht nimmst du dir auf ihren Spuren, so sie dieser neuen
Offenbarung nicht glauben, das Leben aus Gram.
Nicht nachzuvollziehen, ja widersinnig
sei die Vorstellung der Christen, daß Gott sich ein Kind zugelegt haben
soll deshalb, weil sich der Allmächtige sicher (wie die oben erwähnten
Verse schon andeuten) keine Gefährtin zu nehmen braucht, wenn Er einen
Sohn erschaffen will:
Sure 72, Vers 3: Denn Er - erhöht sei
die Herrlichkeit unseres Herrn! - hat sich keine Genossin genommen und
keinen Sohn.
und:
Sure 6, Vers 101: Der Schöpfer der
Himmel und der Erde, woher sollte Er ein Kind haben, wo Er keine Gefährtin
hat? Und erschaffen hat Er jedes Ding, und Er kennt jedes Ding.
Die Ablehnung der Trinität beruht hier
also auf einer biologischen Argumentation:
Allah zeugt kein Kind, weil Er, der Einzige und Unteilbare keine Gefährtin
haben kann. Dabei ist zu beachten, daß die Christen Maria als „Mutter
Gottes“ bezeichnen und Gott als „Vater“ ansprechen. Um Jesus, den „Sohn“
hervorbringen zu können müßte, entsprechend dieser biologischen
Argumentation, ein himmlischer Zeugungsakt vorangegangen sein.
Dabei wird die christliche Vorstellung von
Trinität verkannt, die im Zeugungsakt Jesu einen rein geistigen Vorgang
sieht. Es hat sich im Koran ein Missverständnis
eingeschlichen.
Richtigerweise wird deshalb in einem
weiteren Vers vom Allmächtigen verdeutlicht, weshalb Er die Unterstellung
einer Zeugungstätigkeit ablehnt: Diese Sichtweise beinhaltet eine
ungerechtfertigte Einschränkung Seiner umfassenden Möglichkeiten. Er
bedarf keinerlei gegengeschlechtlicher
Hilfe, wenn Er etwas erschaffen will:
Sure 39, Vers 4: Hätte Allah einen
Sohn haben wollen, wahrlich, erwählt hätte er sich von dem, was Er
erschaffen, was Er will. Preis Ihm, Er ist Allah, der Einige, der
Allmächtige.
Die zentrale koranische
Kritik am Dogma der Trinität findet sich in:
Sure 4, Vers 171: O Volk der Schrift,
überschreitet nicht euren Glauben und sprechet von Allah nur die Wahrheit.
Der Messias Jesus, der Sohn der Maria, ist der Gesandte Allahs und Sein
Wort, das Er in Maria legte, und Geist von Ihm. So glaubet an Allah und
Seinen Gesandten und sprechet nicht: "Drei" Stehet ab davon, gut
ist's euch. Allah ist nur ein einiger Gott; Preis Ihm, daß Ihm sein sollte
ein Sohn! Sein ist, was in den Himmeln und was auf Erden, und Allah genügt
als Beschützer.
Sure 5, Vers 72: Wahrlich, ungläubig
sind, welche sprechen: "Siehe, Allah, das ist der Messias, der Sohn der
Maria." Und es sprach doch der Messias: "O ihr Kinder Israel, dienet Allah
meinem Herrn und eurem Herrn." Siehe, wer Allah Götter an die Seite
stellt, dem hat Allah das Paradies verwehrt, und seine Behausung ist das
Feuer; und die Ungerechten finden keine Helfer.
Sure 5, Vers 73: Wahrlich, ungläubig sind, die da sprechen: "Siehe,
Allah ist ein dritter von drei." Aber es gibt keinen Gott denn einen
einigen Gott. Und so sie nicht ablassen von ihren Worten, wahrlich, so
wird den Ungläubigen unter ihnen schmerzliche Strafe.
Sure 5, Vers 74: Wollen sie denn nicht umkehren zu Allah und Ihn um
Verzeihung bitten? Und Allah ist verzeihend und barmherzig.
Sure 5, Vers 75: Nicht ist der Messias, der Sohn der Maria, etwas
anderes als ein Gesandter; vorausgingen ihm Gesandte, und seine Mutter war
aufrichtig. Beide aßen Speise. Schau, wie Wir ihnen die Zeichen deutlich
erklären! Alsdann schau, wie sie sich abwenden.
Sure 5, Vers 76: Sprich: "Wollt ihr anbeten neben Allah, was euch
weder schaden noch nützen kann?" Und Allah, Er ist der Hörende,
der Wissende.
Sure 5, Vers 77: Sprich: "O Volk der Schrift, übertretet nicht in
eurem Glauben die Wahrheit und folget nicht den Gelüsten von Leuten, die
bereits zuvor abgeirrt sind und viele irregeführt haben und abirrten von
dem ebenen Weg.
Es geht aus obigen Versen
klar hervor, daß
die koranische Botschaft
jegliche
"Beigesellung"
ablehnt, wie auch
immer sie ausformuliert sein mag.
Allerdings versteht der
Koran die Christen als
Tritheisten,
das heisst als
Menschen, die an drei verschiedene Götter glauben und drei verschiedene
Götter verehren. Dies entspricht nicht der christlichen Lehre.
Wer sind denn
die drei Götter, die von den Christen angebetet werden sollen? Neben Allah
selber wird hier noch Jesus erwähnt. Der Vorwurf in den zitierten Versen
geht dahin, dass er von den Christen zu einem Gott gemacht werde.
Wer aber ist der
dritte Gott?
Es müsste ja, entsprechend der biologischen Argumentation der Entstehung
von Jesus, eigentlich eine Göttin sein.
Der Umstand,
daß
in keinem der oben erwähnten Stellen der dritte Teil der Dreifaltigkeit -
der "Heilige Geist" – im Zusammenhang mit ungerechtfertigter
„Beigesellung“ aufgeführt wird, weist darauf hin,
daß
er im Koran nicht als dritten Teil der Lehre der Trinität erkannt wird.
Der „Heilige Geist“ wird in einem anderen Zusammenhang erwähnt und zwar in
einem Vers, in welchem Allah die Juden für ihre Ablehnung und Ermordung
von Propheten zurechtweist:
Sure 2, Vers 87: Und dem Moses gaben
Wir die Schrift und ließen ihm Gesandte nachfolgen; und Wir gaben Jesus,
dem Sohn der Maria, die deutlichen Zeichen und stärkten ihn mit dem
Heiligen Geist. Sooft euch aber ein Gesandter brachte, was euch nicht
gefiel, wurdet ihr da nicht hoffärtig und ziehet einen Teil der Lüge und
erschlugt andere?
Auch im folgenden Vers ist
vom "Heiligen Geist" die Rede:
Sure 2, Vers 253: Jene Gesandten - die
einen bevorzugten wir vor den anderen; zu einigen von ihnen sprach Allah
und erhöhte andere um Stufen. Und wir gaben Jesus, dem Sohn der Maria, die
deutlichen Zeichen und stärkten ihn mit dem Heiligen Geist, und so Allah
wollte, so hätten die Späteren nicht gestritten, nachdem zu ihnen die
deutlichen Zeichen kamen; aber sie waren uneins und die einen von ihnen
glaubten und die anderen waren ungläubig. Und so Allah wollte, hätten sie
nicht gestritten, jedoch tut Allah, was Er will.
Der "Heilige Geist" wird im
Koran also erwähnt, allerdings ist auch in den
beiden obigen Versen kein Hinweis auf die „Beigesellung“, also die
Dreifaltigkeit angeführt.
Wie im ersten Kapitel
dargestellt, war die arabische Halbinsel zur Zeit Mohammeds von
verschiedensten christlichen Sekten bevölkert. Dies hat im Koran seinen
Niederschlag gefunden und zwar im schon zitierten Vers 32 aus Sure 30:
"wie jene, die
ihren Glauben spalteten und in Sekten zerfielen, von denen sich jede
Partei ihrer eigenen Meinung erfreut."
Zwei dieser
Sekten wurden im
ersten Kapitel erwähnt, der
Collyridianismus
und die Sekte der
Mariamiten.
Ob nun
-
deren Gottsetzung Marias
mit entsprechender Anbetung,
-
die
teils hohe Marienverehrung anderer Sekten oder
-
das
biologische Verständnis der Zeugung Jesu
folgendem Vers
zugrunde liegen, kann nicht eruiert
werden:
Sure 5, Vers 116: Und wenn Allah
sprechen wird: "O Jesus, Sohn der Maria, hast du zu den Menschen
gesprochen: "Nehmet mich und meine Mutter als zwei Götter neben Allah an?"
Dann wird er sprechen: "Preis sei Dir! Es
steht mir nicht zu, etwas zu sprechen, was nicht wahr ist. Hätte ich es
gesprochen, dann wüsstest Du es. Du weißt, was in meiner Seele ist, ich
aber weiß nicht, was in Deiner Seele ist. Siehe, Du bist der Wisser der
Geheimnisse."
Der gesuchte dritte Gott
wird jetzt benannt: es ist Maria, sie wird zur Göttin gemacht. Die
„Gefährtin“ oder „Genossin“ Allahs, von welcher in den eingangs zitierten
Versen die Rede war, wäre demnach tatsächlich Maria.
Im obigen Vers
wird behauptet, daß Allah Jesus im Himmel zur Version der Trinität als
Trias von Gott, Maria und Jesus befragen wird, und dieser in Abrede
stellt, dies selbst gesagt zu haben.
Diese göttliche
Verlautbarung, mit welcher Allah Seine
in Zukunft
(am Jüngsten Tag?):
„Und wenn Allah
sprechen wird“
stattfindende Unterhaltung
mit Jesus Seinem Propheten Mohammed
im genauen
Wortlaut schon
in medinensischer Zeit
offenbart, kann aus drei
Gründen nicht göttlichen Ursprungs sein:
1.
Eine herausragende Eigenschaft des Allmächtigen ist Allwissenheit.
In diesem Vers unterstellt sich der Allwissende allerdings selber
Unwissenheit, sonst würde Er nicht Jesus befragen.
2.
Das islamische Dogma stattet alle Propheten, nicht nur Mohammed,
mit absoluter Sündenlosigkeit aus. Es ist also völlig undenkbar, daß der
islamische Jesus „Isa“ die Absurdität seiner eigenen Beigesellung
behauptet haben könnte (und dies zudem noch in einer falschen Version).
Jesus hätte damit die schlimmste aller möglichen Sünden auf sich geladen.
3.
Nicht nur die im vorliegenden Vers erwähnte Sichtweise der Trinität
als Trias von Gott, Jesus und Maria ist falsch, sondern auch die
Behauptung der Gottsetzung von Jesus und Maria (durch Jesus oder die
Christen). Allah muß das wissen.
Aus diesen drei Gründen
erübrigt sich jegliches göttliche Verhör. Vers 116 aus Sure 5 ist
gleichsam dreifach unlogisch.
Zum Thema
"Beigesellung" erläutert R. Paret:
"… Daß er die christliche Trinitätslehre nicht auf Gott Vater, Sohn und
Heiligen Geist, sondern auf Gott, Jesus und Maria bezogen hat, ...
jedenfalls brachte er über das Leben und Wirken von Jesus herzlich wenig
in Erfahrung."
(R. Paret, Mohammed und der
Koran, Seite 15, Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart, 1980)
Wir finden auch in diesem Kommentar die von
Islamwissenschaftern oft vorgenommene Interpretation der Botschaften
Allahs als Aussagen des Menschen Mohammed. Darauf wurde schon hingewiesen.
►
III
„Heiliger Krieg“
In
diesem Fall ist es allerdings korrekt, die Aussagen im Koran Mohammed
zuzuschreiben und nicht Allah, denn sie sind falsch.
Ein weiterer, im Koran aufgeführter
Beweis dafür, daß weder Jesus noch Maria Götter sein können,
erscheint auf den ersten Blick einleuchtend:
"Beide aßen Speise."
Sure 5, Vers 75: Nicht ist der
Messias, der Sohn der Maria, etwas anderes als ein Gesandter, vorausgingen
ihm Gesandte, und seine Mutter war aufrichtig. Beide aßen Speise. Schau,
wie Wir ihnen die Zeichen deutlich erklären! Alsdann schau, wie sie sich
abwenden.
Götter essen also nicht.
Diese Tatsache wird als deutliches Zeichen gewertet:
Leider ist aber auch dieser
„Beweis“ ein logisches Unding und kann nicht göttlichen
Ursprungs sein.
Allah muß
Seine
Einheit
und
Seine Einzigkeit
►
Tauhid
doch nicht in
Seinem
eigenen Buch,
dem Koran damit
beweisen,
daß der Prophet Jesus und dessen Mutter deshalb nicht Götter sein können,
weil sie gegessen haben.
Nachdem sich
Allah also - gemäss Darstellung im Koran - mit Hilfe der Befragung von
Jesus darüber vergewissert hat, daß nicht dieser die Mähr (seiner eigenen)
Beigesellung in die Welt gesetzt hat, bleiben für deren Inkraftsetzung nur
noch die Christen selber übrig. Deshalb wird
der
Vorwurf der Gottsetzung von Maria und Jesus im Koran nicht gegen Jesus
selbst erhoben, sondern gegen die Christen, welche sich damit
der schlimmsten aller möglichen Sünden
schuldig machen.
Alles
kann Allah in seiner Huld vergeben, nur das nicht. Der folgende Vers
findet sich sogar zwei Mal im Koran:
Sure 4, Vers 48: Siehe, Allah vergibt
nicht, daß man Ihm Götter beigesellt; doch verzeiht
Er, was außer diesem ist, wem Er will.
Und wer Allah Götter beigesellt, der hat eine gewaltige Sünde ersonnen.
Sure 4, Vers 116: Siehe,
Allah vergibt es nicht, daß ihm Götter zur Seite gesetzt werden, doch
vergibt er alles außer diesem, wem Er will. Wer Allah Götter zur Seite
setzt, der ist weit abgeirrt.
Gläubige werden aufgefordert, sich von den Tritheisten abzuwenden:
Sure 6, Vers 106: Folge dem, was dir
offenbart ward von deinem Herrn; es gibt keinen Gott außer Ihm; und wende
dich ab von denen, die Ihm Gefährten geben.
In einem nächsten Vers
wendet sich Allah gegen die Christen und Juden, weil sie Ihm nicht nur
Jesus und Maria, sondern auch noch Mönche bzw. Rabbiner "beigesellen".
Dieser Vorwurf muß seinen Grund darin haben,
daß
die christlichen Gemeinschaften zur Zeit Mohammeds auch Heilige hoch
verehrten, was offenbar den Eindruck erweckte,
daß
diese zu Göttern gemacht wurden. Damit werden sie zu eigentlichen
Polytheisten erklärt, was das Verwerflichste ist, zu dem sich Menschen
hinreissen lassen können. Gleichzeitig versichert der Allmächtige,
daß
solcherlei unsinniges Tun Ihn nicht erreichen kann:
Sure 9, Vers 31: Sie nehmen ihre
Rabbiner und Mönche neben Allah und dem Messias, dem Sohn der Maria, zu
Herren an, wo ihnen doch allein geboten ward, einem einzigen Gott zu
dienen, außer dem es keinen Gott gibt. Preis Ihm, Er steht hoch über dem,
was sie neben Ihn setzen.
Daß
der Koran die Trinität falsch versteht, belegt auch Vers 172 aus Sure 2:
"Nimmer ist der Messias
zu stolz, ein Diener Allahs zu sein"
Dieser Satz ist ein
zusätzlicher Hinweis auf die von Mohammed vertretene Meinung,
daß
Jesus durch das Konzept der Gottessohnschaft von den "Schriftbesitzern" zu
einem eigenständigen Gott gemacht und damit zu Allah selbst in Konkurrenz
gestellt wird. Deshalb weist Allah hier darauf hin,
daß
Jesus mitnichten zu stolz sei, ein Diener Gottes zu sein. Nirgends in den
Evangelien wird das Gegenteil behauptet:
Sure 2, Vers 172: Nimmer ist der
Messias zu stolz, ein Diener Allahs zu sein, und nicht auch die nahe
stehenden Engel. Und wer zu stolz ist, Ihm zu dienen und voll Hoffart ist,
versammeln wird Er sie zu sich insgesamt.
Im folgenden Vers versichert
Mohammed, daß
die (im Koran selbst vorgenommene) Gottsetzung Jesu nichtig ist,
denn sonst würde
er diesem hypothetischen
Gott dienen:
Sure
43, Vers 81: Sprich: "Wenn der Erbarmer einen Sohn hätte, so wäre ich
der erste, ihm zu dienen.
3. Textanalyse /
Zusammenfassung
Mohammed hat rund 300 Jahre
nach der Einsetzung des Dogmas der Trinität gewirkt. Es war in jener Zeit
für die grossen christlichen Kirchen allgemein bekannt und verbindlich.
Trotzdem wird das christliche Dogma der Trinität im Koran nicht
sachgerecht reflektiert:
1.
Christen werden als Tritheisten gesehen.
2.
Der „Heilige Geist“ wird zwar erwähnt, aber nicht als Element der
Trinität erkannt. Vielmehr wird entsprechend dem Vers:
"Siehe, Allah ist ein dritter von drei."
an die dritte Stelle Maria
gesetzt.
3.
Ob der Grund für die im Koran vorgenommene Gottsetzung Marias die
erwähnten Sekten waren, oder die hohe Marienverehrung einzelner
christlicher Vertreter, mit denen Mohammed in Berührung kam, bleibt
unklar. Sicher ist jedenfalls, daß
der Koran die Trinität auf Gott, Jesus und Maria bezieht. Ferner wird der
Zeugungsakt Jesu als
biologischer Vorgang
verstanden und zwar auf Grund der erwähnten Bezeichnung „Vater“ für Gott,
„Mutter“ für Maria und „Sohn“ für Jesus deren sich die Christen bedienten.
Deshalb wird diese Vorstellung in den eingangs erwähnten Versen 3 aus Sure
73 und 101 aus Sure 6 so heftig bekämpft. Als weitere Gegenargumente gegen
die Göttlichkeit Jesu werden auch noch erwähnt,
daß
sowohl Jesus als auch Maria gegessen haben und Jesus ein Diener seines
Gottes ist.
Die Beziehung Vater – Sohn
wird in der christlichen Theologie als rein geistige Verbindung angesehen;
im Koran erhält sie aber eine reale körperliche Dimension. Deshalb kommt
als dritter Teil dieser Beziehung nur eine Mutter in Frage, welche diesen
Sohn auch empfangen und zur Welt bringen kann. Diese den Christen
unterstellte Sichtweise wird in den erwähnten Versen richtigerweise
abgelehnt. Allerdings beruht sie auf der
falschen Annahme, die Christen selbst hätten die Trias so definiert.
Im "Lexikon des Islam" lesen
wir dazu:
"Der islamische Vorwurf
gegen die Christen, an drei Götter zu glauben, beruht - wie wir gesehen
haben - auf einem Missverständnis mit
weitreichenden Folgen, vom Unverständnis bis hin zur Unversöhnlichkeit."
(Digitale
Bibliothek: A.T. Khoury, L, Hagemann, P. Heine: Lexikon des Islam, S 320,
Verlag Herder, 2004)
4.
Muslime sollen sich von „Schriftbesitzern“ fernhalten, dies vor
allem wegen ihrem, mit dem Islam nicht kompatiblen Dogma der Trinität. In
folgendem Vers wird sogar festgeschrieben,
daß
sich Muslime des Abfalls vom Islam schuldig machen, und sich nicht mehr
Seiner Rechtleitung erfreuen dürfen, wenn sie Christen zu Freunden nehmen:
Sure 5, Vers 51: O ihr, die ihr
glaubt, nehmt euch nicht die Juden und Christen zu Freunden, sie sind
untereinander Freunde, und wer von euch sie zu Freunden nimmt, siehe, der
ist von ihnen. Siehe, Allah leitet nicht die ungerechten Leute.