IV) Das Leben Mohammeds und die Entwicklung des
islamischen Gewaltkonzeptes
(Fortsetzung)
628
Unterwerfung von Khaybar
Der letzte jüdische Stamm
mit ihrem Obmann Kinana lebte nördlich von Medina in Khaybar
in einem sehr fruchtbaren und bevölkerungsreichen Tal, das acht
Tagesreisen entfernt lag. Kurz nach seiner Rückkehr von al-Hudaybiya
organisierte Mohammed einen Überraschungsfeldzug gegen diese jüdischen
Siedlungen. Das Losungswort der Gläubigen war wiederum:
"O Sieggekrönter, töte,
töte!"
Einen anderen Grund als
reiche Beute machen zu können, war nicht gegeben. Dies bestätigten auch
die Offenbarungen Allahs, die nach dem Feldzug herniederkamen. Wiederum
hatte der Allmächtige die Muslime unterstützt, und
"hielt der Leute Hände von euch ab"
das heisst, Er hemmte den
Kampfeswillen der Juden:
Sure 48, Vers 19: Und reiche Beute
(Khaybar),
die sie machten. Und Allah ist mächtig und weise.
Sure 48, Vers 20: Allah verhiess euch reiche Beute zu machen und
beschleunigte sie euch und hielt der Leute Hände von euch ab, zum
Zeichen für die Gläubigen, um euch auf einen rechten Pfad zu leiten;
Sure 48, Vers 21: Und andre Beute, über die ihr keine Macht
hattet. Nunmehr hat Allah sie in Beschlag genommen, denn Allah hat Macht
über alle Dinge.
Sure 48, Vers 22: Und wenn die Ungläubigen wider euch gekämpft
hätten, wahrlich, sie hätten den Rücken gekehrt; alsdann hätten sie
weder Schützer noch Helfer gefunden.
Mohammed unterwarf
Khaybar, indem er Burg für Burg eroberte:
"Wenn Mohammed in den
Krieg zog, so griff er den Feind erst am Morgen nach seiner Ankunft an,
hörte er den Ruf zum Gebet, so liess er davon ab, wenn nicht, griff er an.
In Khaybar langte er des Abends an und am folgenden Morgen, als er keinen
Ruf zum Gebete vernahm, stieg er zu Pferd und wir alle auch."
(Weil, 2. Band, Seite 158)
Es waren die unterlegenen
Juden, welche Mohammed den Vorschlag machten, sie am Leben zu lassen und
ihm dafür ihren ganzen Besitz abzutreten. Sie waren bereit, diesen dann
als Vasallen zu bewirtschaften, da sie in dieser Beziehung viel
Sachkenntnis besassen - Wissen, das den Muslimen abging. Zudem boten sie
Mohammed an, von allen Erträgen die Hälfte abzugeben.
Mohammed willigte ein, bedingte sich aber
aus, daß er das Recht habe, sie jederzeit wegzutreiben. Damit war das
Konzept der Tributzahlung eingeführt.
Im Abkommen mit den Juden
"taucht in
diesem Zusammenhang das Wort giziya auf, das später zum terminus
technicus für die Kopfsteuer der den Muslimen unterworfenen "Leute der
Schrift" werden sollte und übrigens auch schon in Sure 9, Vers 29 in
diesem Sinne verwendet wird."
(R. Paret, Seite 141)
Kinana,
dessen Gemalin Safjjeh, nach seinem Tod zur neuen Ehesklavin von
Mohammed wurde, war einer der Führer der Juden und hatte die Schätze der
geflüchteten Banu Nadir in Verwahrung. Man führte ihn vor Mohammed
und fragte ihn danach:
"Kinana
leugnete und sagte, er wisse nicht, wo sie sich befinden. Da wurde ein
Jude vor Mohammed gebracht, welcher sagte: "Ich habe gesehen, wie Kinana
jeden Morgen um diese Ruine herumging." Mohammed sagte zu Kinana: "Darf
ich dich töten, wenn wir den Schatz bei dir finden?" Dieser sagte: "Ja"
Mohammed liess dann die Ruine aufgraben, und man fand darin einen Teil der
Schätze. Er fragte ihn hierauf nach dem Übrigen, und als er sich weigerte
es anzugeben, befahl Mohammed dem Zubeir Ibn Alawwan, ihn zu foltern, bis
er alles herausgebe. Dieser schlug ihm mit dem Zündholze auf die Brust,
bis er dem Tode nahe war, dann übergab er ihn dem Mohammed Ibn Maslama,
der ihn für seinen Bruder Mahmud tötete."
(Weil, 2. Band, Seite 163) Damit
war auch noch ein hängiger Fall von Blutrache bereinigt.
Ungemein reich war nicht
nur die materielle Beute dieses Raubzuges. Mohammed machte auch viele
Gefangene, darunter besagte Safijjeh, gewesene Gemahlin von
Kinana, die er für sich auswählte. Seine neue Beute entschied sich
umgehend - folgen wir dem nachfolgenden Beleg aus der Sunnah - zum Islam
zu konvertieren, was die Voraussetzung einer Heirat mit Mohammed bildete.
Dadurch konnte Safijjeh das Schicksal abwenden, den Rest ihres Lebens als
völlig entrechtete Sklavin zubringen zu müssen.
Bukhari V5 B59
N524 berichtet von Anas: Der
Prophet blieb drei Nächte zwischen Khaybar und Medina und heiratete
Safijjeh. Ich lud die Muslime zum Hochzeitsessen ein und es gab weder
Fleisch noch Brot. Der Prophet ordnete an, dass Bilal Ledermatten
ausbreitete worauf Datteln, getrockneter Yoghurt und Butter gelegt
wurden. Die Muslime sagten untereinander: „Wird Safijjeh eine Mutter der
Gläubigen, das heißt eine Frau des Propheten werden, oder lediglich eine
weibliche Kriegsgefangene und Sklavin von dem was seine rechte Hand
besitzt bleiben?“ Manche meinten: “Wenn der Prophet ihr befielt, einen
Schleier zu tragen, dann wird sie eine seiner Ehefrauen sein; wenn
nicht, dann wird sie seine Sklavin bleiben.“ Als sie dann wegzogen,
machte er hinter sich Platz für sie auf seinem Reittier und befahl ihr,
den Schleier zu tragen.
Um nicht
unnötig Zeit zu verlieren, vermählte sich Mohammed also schon auf der
Rückkehr nach Medina mit seiner neuen Errungenschaft:
"schmückte die Braut
und coiffirte sie, und Mohammed brachte die Nacht in seinem Zelte mit ihr
zu, und Chalid Ibn Zeid machte die Runde um das Zelt und bewachte es mit
umgürtetem Schwerte. Als ihn Mohammed des Morgens so sah, fragte er ihn,
was er tue? Er antwortete: "Ich war besorgt um dich, wegen dieser Frau,
deren Vater, Gatte und Stammesgenossen durch dich erschlagen worden sind,
und die vor kurzem noch eine Ungläubige war. Man behauptet, Mohammed habe
gesagt: "Allah! Bewahre Chalid Ibn Zeid, wie er mich bewahrt hat!"
(Weil, 2. Band, Seite 165)
Die Beduinen, welche einige Zeit vorher
dem Zug nach al-Hudaybiya ferngeblieben waren, hätten gerne an
diesem vielversprechenden Beutezug nach Khaybar teilgenommen. Allah
hatte dies aber in einer Offenbarung untersagt, und gleichzeitig
diejenigen Gläubigen, die unter der Akazie den Treueid geschworen hatten,
lobend hervorgehoben:
Sure 48, Vers 15: Die
Dahintengebliebenen (bei al-Hudaybiya) werden sprechen, wenn ihr euch an
die Beute (bei Khaybar) macht, sie zu nehmen: "Lasset uns euch folgen"
Sie wollen Allahs Wort ändern. Sprich: "Nimmer sollt ihr uns folgen.
Also sprach Allah zuvor: "Dann werden sie sprechen: "Nein; ihr beneidet
uns!" Nein, sie verstanden nur ein wenig.
Sure 48, Vers 18: Wahrlich, Allah hatte Wohlgefallen an den
Gläubigen, als sie unter den Baume den Treueid schworen; und Er wusste,
was in ihren Herzen war und Er sandte die Ruhe auf sie hinab und
belohnte sie mit nahem Sieg.
Anlässlich der Eroberung von
Khaybar führte der Prophet noch ein paar weitere Regeln ein:
"Mohammed
verbot an jenem Tage vier Dinge: den Beischlaf mit schwangeren Gefangenen
("fremde Saat mit seinem Wasser zu begiessen"), den Genuss des Fleisches
zahmer Esel, den Genuss des Fleisches von Raubtieren mit Fangzähnen und
den Verkauf von Beute vor der Teilung (etwas von der Beute vor der
Verteilung zu verkaufen, oder ein zur Beute gehöriges Tier zum Reiten zu
gebrauchen, und es dann abgemagert zurückzugeben, oder ein erbeutetes
Kleid anzuziehen, und es dann abgetragen wiederzubringen)."
(Weil, 2. Band, Seite 159f)
Zum Feldzug nach Khaybar
schreibt Th. Nöldeke:
"Viele
Gefährten Mohammeds legten hier den ersten Grund zu ihren späteren
ungeheuren Reichtümern. Einige arme Beduinen wurden auf einmal Besitzer
einer reichen Burg, welche sie erstürmt hatten. … So war ein reiches
Gebiet völlig erobert; die Beute, welche die Gläubigen gemacht hatten,
musste andere Araber reizen, sich einem so gewinnbringenden Glauben
anzuschliessen. Die armen Juden aber verloren den letzten Punkt auf Erden,
wo sie eine unabhängige Stellung einnehmen konnten. Bald nach Mohammeds
Tode wurden sie durch Omar ganz aus Arabien vertrieben."
(Nöldeke,
Seite 138)
Der zu diesem Plan der
vollständigen Vertreibung gehörige Befehl legte Mohammed kurz vor seinem
Tode noch fest:
" … und es sollen
auf der arabischen Halbinsel nicht mehr zwei Konfessionen geduldet
werden."
(Weil, 2. Band, Seite 172 f)
Dazu die Stelle aus der
Sunna:
Muslim B 19 N 4366: Umar Ibn al-Kattib
bezeugt, daß er gehört habe, wie Allahs Prophet gesagt hätte: "Ich werde
die Juden und Christen von der Arabischen Halbinsel vertreiben, bis nur
noch Muslime übrig sind."
Mohammed weiss, dass das
Ende der Welt frühestens dann eintreten wird, wenn die Muslime auch den
letzten Juden umgebracht haben:
Bukhari V4
B52 N177, berichtet von Abu Huraira:
Der Prophet Allahs sagte: "Das jüngste Gericht wird nicht stattfinden,
bis ihr mit den Juden gekämpft habt, und jeder Stein, hinter welchem
sich ein Jude verbirgt, wird sagen: "Oh Muslim! Es verbirgt sich ein
Jude hinter mir, also töte ihn."
Entlegenere jüdische
Siedlungen wie Fadak und Wadilkura unterwarfen sich dem
neuen Ausbeutungskonzept kampflos. Das berechtigte den Propheten, wie
schon im Falle der Banu Nadir, diese Stämme, ihr Siedlungsgebiet
und die erwirtschafteten Erträge als sein persönliches Eigentum anzusehen:
"Als
Mohammed mit Khaybar fertig war, warf Allah Schrecken in die Herzen der
Bewohner Fadaks, weil sie gehört hatten, wie es denen von Khaybar ergangen
war und sie erflehten Frieden von Mohammed, unter der Bedingung, ihm die
Hälfte von Fadak abzutreten. Ihre Gesandten kamen zu ihm nach Khaybar. Er
nahm ihr Anerbieten an und Fadak fiel ihm allein zu, weil es ohne Feldzug
mit Pferden oder Kamelen in seine Hand fiel."
(Weil, 2. Band, Seite 172 f)
Da ohne Krieg gewonnen, wurde die Beute
mit demselben Verfahren geteilt wie bei den Banu Nadir.
Folgendes Gedicht eines Gläubigen
verherrlicht den Überfall auf Khaybar:
"Wir sind gegen
Khaybars Krieger gezogen, mit Reitern, die mit mageren Händen abwehren,
freigiebig bis aufs Äusserste, stark und mutig gegen den Feind in jedem
Treffen, in schlimmer Jahreszeit grosses Feuer unter den Töpfen
unterhaltend, mit Spitzen aus indischem Stahl fechtend. Jeder sieht den
Tod als eine löbliche Tat an, wenn er ihn als Märtyrer findet, er erwartet
dafür Lohn von Gott und Sieg für Mohammed. Er beschützt und verteidigt die
Schar Mohammeds mit der Zunge und mit der Hand. Er steht ihm bei gegen
alles Verdächtige und gibt sein Leben gern für ihn. Er glaubt in Reinheit
die geheimnisvolle Kunde und erwartet davon dereinst Sieg und
Herrlichkeit."
(Weil, 2. Band, Seite 170 f)
629
Zweite Wallfahrt nach Mekka
Ein Jahr nach al-Hudaybiya zog Mohammed
nach Mekka um die kleine Wallfahrt zu begehen. Die große Wallfahrt vermied
er "wahrscheinlich
wegen der grossen Volksmenge aus allen arabischen Stämmen, welche dazu
herbeiströmte, und mit der es dabei leicht zu einem Konflikt hätte kommen
können … Mohammed machte auf seinem Kamel die althergebrachten sieben
Umgänge um die Kaaba und den Hin und Herlauf zwischen den beiden Hügeln
Assafa und Almarwa … Noch in Mekka ging er eine neue Heirat mit Maimuna,
der schon ziemlich bejahrten Schwägerin seines Onkels al-Abbas ein. Auch
knüpfte er freundliche Beziehungen mit mehreren Quraisch … Das blieb nicht
ohne Folgen. Schon bald nach seiner Rückkehr kamen Chalid, bis dahin
Vorkämpfer seiner Feinde, Amr ibn Alas, der nachmalige Eroberer Ägyptens,
und Othman ibn Talha, der Hüter der Kaabaschlüssel zu ihm. Die Gründe für
diese Übertritte sind nicht deutlich. Nur ist zu beachten, daß der
kriegserfahrene Chalid, dessen Gewinn von Mohammed sehr hoch angeschlagen
werden musste, ein Neffe Maimunas war. An eine wirkliche Bekehrung ist bei
diesen Leuten kaum zu denken, am Wenigsten beim wilden Chalib"
(Nöldeke, Seite 140 f)
Damit ging der Traum
Mohammeds in Erfüllung, wenn auch mit einem Jahr Verspätung. Davon legt
folgender Vers Zeugnis ab:
Sure 48, Vers 27: Wahrlich, Allah
bewahrheitete Seinem Gesandten das Gesicht, das er euch, so Allah will,
in Sicherheit in den heiligen Tempel führen werde, mit geschorenem Haupt
und gekürztem Haar. Fürchtet euch nicht, denn Er weiß, was ihr nicht
wisset, und Er hat außer diesem einen nahen Sieg verhängt.
Der Hinweis des
Allmächtigen
"Er hat außer diesem einen nahen Sieg
verhängt"
wird der Hinweis auf die
noch zu erfolgende militärische Eroberung Mekkas sein. Ferner kam noch ein
weiterer Vers, der für die Gemeinschaft der Gläubigen klare Anweisungen
enthielt und den erstrebenswerten Endzustand skizziert:
Sure 48, Vers 28: Er ist's, der
seinen Gesandten mit der Leitung und der Religion der Wahrheit entsandt
hat, um sie über jeden anderen Glauben siegreich zu machen. Und Allah
genügt als Zeuge.
Allah hatte jetzt Seinem
Propheten die lange ersehnte Rache an den Mekkanern, die ihn abgelehnt und
in ihrer Stadt verfolgt hatten, erfüllt:
Sure 22, Vers 60: So wird es sein.
Und wer sich Recht verschafft nach dem Masse des Unrechts, das ihm
angetan ward, und alsdann wieder Gewalt erleidet, wahrlich, dem wird
Allah helfen. Siehe Allah ist vergebend, verzeihend.
Nach seiner Rückkehr
organisierte Mohammed weitere kleine Kriegs- und Beutezüge gegen
Beduinenstämme, meist erfolgreich, so dass sich die Menge von Beute
wundersam vermehrte und die Zahl der Neubekehrten stetig zunahm.
Entsprechend der oben
erwähnten Bestimmung aus dem Friedensvertrag von al-Hudaybiya, wonach
"es jedem frei
stehe, mit Mohammed oder den Quraisch ein Bündnis zu schliessen,
verbündeten sich die Beduinen der Banu Bekr mit den Quraisch und die
Chuzaiten mit Mohammed."
(Weil, 2. Band, Seite 183)
629
Erster Krieg gegen die
Byzantiner
Bald nach seiner Rückkehr
von seiner zweiten, diesmal geglückten Wallfahrt nach Mekka rüstete
Mohammed einen Zug von 3000 Mann gegen die Byzantiner, welche seine Boten
umgebracht hatten. Wieder wurden die Beduinen beschworen auf diesem ersten
grossen Kriegszug teilzunehmen, und nicht abzustehen wie beim Zug nach
al-Hudaybiya:
Sure 48, Vers 16: Sprich zu den
Dahintengebliebenen von den Arabern: "Ihr sollt gerufen werden zu einem
Volk von grossem Mut; ihr sollt mit ihnen kämpfen oder sie werden
Muslime. Und wenn ihr gehorcht, wird euch Allah schönen Lohn geben;
wenn ihr jedoch den Rücken kehret, wie ihr ihn zuvor gekehrt habt, wird
Er euch mit schmerzlicher Strafe strafen.
Das Heer zog bis in die
Gegend des Toten Meeres. Hier erfuhren die Muslime aber, daß sie gegen ein
bedeutend überlegenes Heer antreten mussten. Gemäss Ibn Ishaq sollen vom
Gegner 100'000 Griechen und 100'000 Araber aufgestellt worden sein.
Folgender Vers gibt den Gläubigen Gewissheit, daß sie sich, wie auch immer
diese Sache ausgehen möge, zu den Gewinnern rechnen können:
Sure 9, Vers 52: Erwartet ihr
Ungläubigen etwa, daß uns nicht eins der beiden schönsten Dinge (Sieg
oder Paradies) treffen wird?“ Und wir erwarten von euch Ungläubigen, daß
euch Allah mit einer Strafe treffen wird, sei es von Ihm oder durch
unsere Hand. Und so wartet; siehe wir warten mit euch.
Die Muslime wagten den
Kampf, wurden aber gänzlich geschlagen. Alle drei von Mohammed mit
Befehlsgewalt Beauftragten fielen. Einer von ihnen, verfasste im
Kampfesgewühl noch ein kurzes Gedicht, um sich Mut zu machen:
"Heil!
Das Paradies und seine Nähe! Gut und frisch ist sein Getränk. Den Griechen
naht Höllenqual, den Gottlosen, deren Stamm uns fern ist, ich haue auf sie
ein, wenn ich ihnen begegne." … nahm das Banner in die rechte Hand, als
sie abgehauen war, trug er es mit der linken, als auch diese abgehauen
war, hielt er es mit den Armen fest, bis er erschlagen wurde … Gott gab
ihm dafür zwei Flügel, mit denen er im Paradies nach Lust herumfliegt."
(Weil, 2. Band, Seite 183)
Schnell wählte man Chalid
zum Führer, ihm gelang es, die Trümmer des Heeres zu retten und nach
Medina zurückzukehren.
Trotz dieser Niederlage
stieg Mohammeds Autorität bei den Beduinen.
"Die mächtigen Stämme
der Ghatafan und Suaim unterwarfen sich nicht aus innerer Überzeugung,
sondern … stets mit der Absicht, sich sobald als möglich dieser
Abhängigkeit wieder zu entziehen. Einige Überwindung kostete es sie, die
unbequemen Gebräuche des Gebetes auf sich zu nehmen und die Almosensteuer
zu geben; aber bei den Beduinen wurde das alles nie so genau genommen. Und
zudem hatten sie die Aussicht, durch die Kriegsbeute reichlich für diese
Ausgaben entschädigt zu werden."
(Nöldeke, Seite 142)
629
"Heiliger Krieg" als
generalisiertes Gebot
Mit zunehmendem Erfolg
setzte sich bei Mohammed mehr und mehr die Haltung durch, daß die
Gläubigen alle Ungläubige zu bekämpfen haben: Islam oder Tod war die
Devise. Durch ausgedehntere Unternehmungen kriegerischer und politischer
Natur, vor allem gegen den Norden kam Mohammed zum ersten Mal auch mit
Christen in näheren Kontakt. Er musste immer deutlicher erkennen, daß ihre
Religion, von seiner Lehre grundsätzlich abwich. Damit war klar, daß sie,
ebenso wie die Religion der Juden, verderbt war. Jetzt wurde die schon in
Khaybar angewendete Praxis der Tributzahlung
Giziya
offiziell vom
Allmächtigen eingeführt
►
Dhimmitude und Schutzgelderpressung
►
Der
Beginn der Expansion
Sure 9, Vers 29: Kämpfet wider jene
von denen, welchen die Schrift gegeben ward, die nicht glauben an Allah
und an den Jüngsten Tag und nicht verwehren, was Allah und sein
Gesandter verwehrt haben, und nicht bekennen das Bekenntnis der
Wahrheit, bis sie den Tribut aus der Hand gedemütigt entrichten.
Damit war auch die
muslimische Version einer Dreiklassengesellschaft installiert:
-
Rechtgläubige (Muslime)
-
Schriftbesitzer (Christen,
Juden, Zoroastrier)
-
Ungläubige (Polytheisten)
In welche Kaste die Sklaven
einzuordnen sind, ist unklar. Es gibt davon sowohl muslimische,
christliche, jüdische als auch ungläubige.
► Sklaven im Koran
Die koranischen Kampfbefehle
und die Verurteilung der "Schriftbesitzer" werden jetzt generalisiert. Der
Hinweis Allahs in den folgenden Offenbarungen, daß die Juden behaupten
würden,
"Uzair (Esra) ist Allahs Sohn"
ist inhaltlich falsch,
trotzdem wird er dem Allmächtigen in den Mund gelegt. Allah soll sowohl
Juden als auch Christen wegen solchen falschen "Beigesellungen"
bestrafen ►
Schirk indem Er sie, wahrscheinlich mit Hilfe der
Gläubigen totschlägt:
"Allah schlag sie tot! Wie sind sie
verstandeslos!"
Sure 9, Vers 30: Und es sprechen die
Juden: "Uzair (Esra) ist Allahs Sohn" Und es sprechen die Nazarener:
"Der Messias ist Allahs Sohn." Solches ist das Wort ihres Mundes. Sie
führen ähnliche Reden wie die Ungläubigen von zuvor. Allah schlag sie
tot! Wie sind sie verstandeslos!
Sure 9, Vers 31: Sie nehmen ihre Rabbiner und Mönche neben Allah
und dem Messias, dem Sohn der Maria, zu Herren an, wo ihnen doch allein
geboten ward, einem einzigen Gott zu dienen, außer dem es keinen Gott
gibt. Preis Ihm, Er steht hoch über dem, was sie neben Ihn setzen.
Das eingeführte Kastensystem bedeutete,
daß den Götzendienern
überhaupt keine Wahl mehr bleiben soll, ausser zwischen Tod und Islam.
Juden und Christen sind als zinspflichtige Untertanen zu dulden. Dazu eine
Stelle aus dem Hadith von Muslim, wo der Prophet detaillierte
entsprechende Anweisungen gab:
Muslim B 19 N 4294: Sulaiman bin
Buraid wurde von seinem Vater informiert … Wenn ihr euren polytheistischen
Feinden begegnet, gebt ihnen drei Handlungsmöglichkeiten. Wenn sie auf
eine davon eingehen, akzeptiert ihr es und haltet davon zurück, sie zu
bekämpfen. Nun ladet sie ein, ihr Land zu verlassen und ins Gebiet der
Muhagirun zu ziehen und sagt ihnen, daß sie, falls sie dies tun, alle
Privilegien und Verpflichtungen der Muhagirun erhalten werden. Falls sie
sich weigern, ihre Ländereien zu verlassen, würden sie genau wie die
Beduinenmuslime behandelt und somit Allahs Befehl genauso unterliegen, wie
andere Muslime. Sie würden jedoch keinen Anteil an Kriegsbeute erhalten,
außer sie kämpften zusammen mit den anderen Muslimen gegen die
Ungläubigen. Falls sie sich weigern, den Islam anzunehmen, verlangt von
ihnen Schutzgeld (jizya). Falls sie sich dazu bereit erklären, akzeptiert
dies und haltet euch zurück. Falls sie sich weigern, diese Steuern zu
bezahlen, fragt Allah um Hilfe und bekämpft sie …
"Als wahre Religion
solle der Islam von allen Völkern angenommen werden, und so sandte
Mohammed in dieser Zeit an die nahen und fernen Fürsten (selbst den
byzantinischen Kaiser und Khorsau, den König von Persien) Boten mit der
lakonischen Aufforderung, ihn als Gesandten Gottes anzuerkennen."
(Nöldeke, Seite 142 f)
Immerhin wusste der Prophet
ja schon seit seinen Grabarbeiten anlässlich der Belagerung von Medina,
daß ihm die Schätze der Welt von Allah zugesprochen worden sind. ►
Traditionskritik
Bukhari V4 B53 N386,
berichtet von Jubair bin Haiya: Umar sandte Moslems in die
großen Länder um die Ungläubigen zu bekämpfen. Er sagte: "Ich
beabsichtige, Persien und Rom anzugreifen. So befahl er uns, zum
persischen König Khorsau zu gehen. Als wir den Feind erreichten, kam der
Sendbote von Khorsau mit 40'000 Kriegern heraus und sagte: "Sprecht zu
mir! Wer seid ihr?" Mughira antwortete: "Wir sind Araber; wir führten
ein hartes, elendes, verheerendes Leben. Wir pflegten Bäume und Steine
anzubeten. Zu dieser Zeit kam unser Prophet zu uns, der Bote unseres
Gottes und er beauftragte uns, euch zu bekämpfen bis ihr Allah alleine
anbetet oder die Jizyah Steuer der Unterwerfung bezahlt. Unser Prophet
hat uns darüber unterrichtet, daß unser Gott sagt: "Wer immer von euch
als Märtyrer getötet wird, soll ins Paradies eingehen und ein so
luxuriöses Leben führen, wie er es nie zuvor gesehen hat, und wer immer
überlebt, soll euer Beherrscher werden.
Bukhari V4 B52 N220, berichtet von Abu
Huraira: Der Prophet Allahs sagte: "Ich wurde ausgesandt mit den
knappsten Worten, welche die weitreichendste Botschaft enthalten, und
ich wurde siegreich gemacht durch Schrecken,
die ich in die Herzen der Feinde werfe. Während
ich schlief, wurden die Schätze der Welt zu mir gebracht und mir
in die Hände gelegt." Der Prophet Allahs hat die Welt verlassen und nun,
ihr Gläubigen, bringt diese Schätze heraus.
Bukhari V4 B52 N267, berichtet von Abu
Huraira: Der Prophet sagte: "Khorsau wird zugrundegerichtet werden
und es wird keinen Khorsau geben nach ihm und der Kaiser wird mit
Sicherheit zugrunde gerichtet werden und es wird keinen Kaiser geben
nach ihm und ihr werdet ihre Schätze brauchen für Allahs Sache." Er
rief: "Krieg ist Täuschung."
630
Eroberung von Mekka
Mohammeds Machtbereich
erweiterte sich beständig, nur seine Vaterstadt, das eigentliche Nahziel
seiner kriegerischen Bemühungen, war noch immer in der Hand der
Polytheisten und sie war durch den ausgehandelten Friedensvertrag von
al-Hudaybiya geschützt. Da ergab sich eine Gelegenheit: Der Stamm der Banu
Bekr war, wie oben erwähnt, mit den Quraisch verbündet. Einige ihrer
Stammesangehörigen hatten, von den Quraisch mit Waffen unterstützt,
Mohammeds Verbündete, die Chuzaiten angegriffen um einen schon lange
hängigen Blutrachefall zu bereinigen. Sie erschlugen in einem nächtlichen
Handgemenge einen der Chuzaiten.
"Sofort kamen einige
Chuzaiten zu Mohammed, um Rache und Hilfe bittend. Das war ein Vorfall, so
wenig bedeutend er auch scheinen mag, um den Quraisch Vertragsbruch
vorzuwerfen. Mohammed erklärte sich sofort bereit, ihnen ihre Bitte zu
gewähren. In Mekka erregte die Kunde von der Teilnahme einiger Mitbürger
am Kampf gegen des Propheten Bundesgenossen sogleich die Besorgnis,
derselbe könne darin einen Bruch des Vertrages sehen. Abu Sofian eilte
selbst nach Medina, um Mohammed zu begütigen, erhielt aber eine
ungenügende Antwort. Die Quraisch mussten mit Krieg rechnen."
(Nöldeke, Seite 147)
Um den Quraisch keine Zeit
zu lassen, Gegenwehr zu organisieren, rüstete Mohamed umgehend ein Heer
und zog nach Mekka. Unterwegs schlossen sich ihm noch Beduinen an, so dass
er mit 10'000 Mann vor den Toren Mekkas anlangte. Er ordnete an, rund um
die Stadt Feuer anzuzünden um den Quraisch Furcht einzuflössen. Dann liess
er durch Abu Sofian, der gekommen war, um zu verhandeln, in der
Stadt ausrichten, daß jeder, der sich in sein Haus zurückzöge und keinen
Widerstand leiste seines Lebens sicher sei. Bei diesem Zusammentreffen
forderte Mohammed Abu Sofian auf, den Islam anzunehmen:
"Wehe
dir, Abu Sofian, siehst du noch nicht ein, daß ich ein Gesandter Gottes
bin? Er antwortete: "Du bist mir so teuer wie mein Vater und meine Mutter
… aber bei Gott, was dies betrifft birgt mein Inneres noch einiges
Widerstreben. Da sagte Abbas: "Wehe dir! Werde Muslim und bekenne, daß es
keinen Gott gibt ausser Gott, und dass Mohammed ein Gesandter Allahs ist,
ehe man dir das Haupt abschlägt. Da legte der das Bekenntnis ab und wurde
Muslim."
(Weil, 2. Band, Seite 183)
Th Nöldeke datiert folgende Offenbarung
in die Zeit der Eroberung von Mekka. Er erlaubt den Muslimen
"sich gegen die Mekkaner selbst im
heiligen Gebiet der Ka'ba mit den Waffen zu verteidigen."
(Th. Nöldeke, Geschichte des Korans, Teil 1, Seite 181, Diederich,
Leipzig, 1909, Reprint Elibron Classics):
Sure 2, Vers 194: Der heilige Monat
- für den heiligen Monat und für die heiligen Stätten Vergeltung! Wenn
sich einer wider euch erhebt, erhebt euch wider ihn, so wie er sich
wider euch erhob, und fürchtet Allah und wisset, daß Allah mit den
Gottesfürchtigen ist.
Mohammed teilte seine
Soldaten in vier Gruppen auf und drang von jeder Seite gegen Mekka vor.
Praktisch ohne Gegenwehr konnte Mohammed in die Stadt vorrücken und sie
damit ohne Blutvergiessen erobern. Gemäss Bukhari erliess der Prophet nach
diesem Sieg folgende Anweisung:
Bukhari V4 B52 N311, berichtet von Ibn
Abbas: Der Prophet Allahs sagte: "Es gibt keinen Auszug mehr nach
der Eroberung von Mekka, nur noch Jihad. Wenn ihr vom muslimischen
Führer zum Jihad-Kampf gerufen werdet müsst ihr umgehend aufbrechen und
dem Aufruf folgen."
"Eine der ersten
Handlungen des Propheten war der siebenmalige Ritt um die Kaaba … Er liess
dieselbe von den darin und daran angebrachten Götzenbildern und Gemälden
reinigen und gebot überhaupt, alle Götzenbilder in Mekka zu vernichten.
Eine allgemeine Amnestie wurde verkündet von der etwas mehr als zehn
Personen ausgenommen wurden, welche durch Mord, Apostasie oder zu arge
Verhöhnung des Propheten seinen Groll erregt hatten."
(Nöldeke,
Seite 152)
Ein Teil dieser Todgeweihten
wurde dann begnadigt. Zu ihnen gehörte Ibn Saad
"denn
er hatte sich zum Islam bekehrt und für Mohammed die Offenbarungen
aufgeschrieben und war wieder abtrünnig geworden und zu den Quraisch
zurückgekehrt. Jetzt flüchtete er zu seinem Bruder und dieser ging mit ihm
zu Mohammed als alles ruhig geworden war und erflehte seine Begnadigung.
Man behauptet, Mohammed habe lange geschwiegen, ehe er die Bitte gewährte.
Als dieser sich entfernt hatte, sagte Mohammed zu seiner Umgebung: "Ich
habe geschwiegen, damit einer von euch sich erhebe und ihm den Kopf
abschlage." Da sagte einer der Hilfsgenossen: "Warum hast du mir keinen
Wink gegeben?" Mohammed antwortete: "Ein Prophet lässt nicht durch Zeichen
hinrichten."
(Weil: 2. Band, Seite 183)
Als Mohammed am Tore der Kaaba stand, sagte er:
"Es gibt keinen Gott ausser Allah, dem Einzigen, Er hat
keinen Genossen, Er hat seine Verheissung verwirklicht und ist Seinem
Diener beigestanden und hat allein die Scharen in die Flucht getrieben.
Jedes Privileg, jede Blutschuld oder Geldraub, für die etwa noch Ansprüche
erhoben werden, trete ich hiermit unter meine Füsse, mit Ausnahme der
Tempelhut und des Tränkens der Pilger. Für eine nicht vorsätzliche Tötung,
die einem geflissentlichen Mord gleicht, wie das Töten mit einer Peitsche
oder einem Stock, soll das schwere Sühnegeld bezahlt werden; hundert
Kamele, worunter vierzig trächtige. Oh ihr Quraisch, Allah hat den
Ahnenstolz und den Hochmut des Heidentums von euch weggenommen, alle
Menschen stammen von Adam, und Adam ist aus Erde geschaffen."
(Weil, 2. Band, Seite 183)
Damit hatte der Prophet allen Zwist und
alle alten offenen Rechnungen per Dekret beendet.
630
Krieg gegen die
Hawazin / Schlacht bei Hunain
Mohammed blieb noch zwei
Wochen in Mekka. "Dann
brach er zu einem neuen Kriegszuge auf. Der grösste Teil der weit
verzweigten Hawazin-Stämme sammelte sich, seine Freiheit zu verteidigen
…angeführt von dem jungen Malik Ibn Auf. Zu den Rüstungen gegen Mohammed
nahmen besonders eifrigen Anteil die auf Mekka eifersüchtigen Bewohner der
Stadt Taif … Als Mohammed sein zwölf tausend Mann starkes Heer … übersah,
da erfüllte ihn stolze Siegeszuversicht. Dieses Bauen auf die grosse
Heereszahl erklärte er später für die Ursache des anfänglichen Unglücks in
der Schlacht. Die Hawazin … hatten sich in der Ebene zwischen Mekka und
Taif gesammelt. Hinter dem Heere waren die Weiber und Kinder, sowie die
gesammelten Herden aufgestellt … Malik Ibn Auf meinte, daß die Gegenwart
der Familien und des Eigentums jeden Kämpfer zur höchsten Tapferkeit
anspornen müsste. Er liess sein Heer in den Ausgang des Tales von Hunain
rücken und sich in dessen Krümmungen und Buchten verstecken."
(Nöldeke,
Seite 156 f)
Der Zug Mohammeds wurde am
frühen Morgen im engen Tal von den auflauernden Hawazin überfallen und die
Gläubigen zogen sich in wilder Flucht zurück.
"Mohammed
lenkte rechts ein und rief: "Herbei, ihr Leute zu mir! Ich bin der
Gesandte Allahs, ich bin Mohammed!", aber die Leute zogen weiter, und was
die Kamele trugen war durcheinander ... Als die Schlechtgesinnten unter
den Mekkanern, welche mit Mohammed ausgezogen waren, die Flucht sahen,
machten einige von ihnen ihrem Groll Luft. So sagte Abu Sofian: "Sie
werden bis zum Meere fliehen" Ein anderer sagte: "Heute wird der Zauber zu
Nichts." … Ich war bei Mohammed und hatte den Zaum seines weissen
Maultieres in der Hand, an dem ich es führte, ich war ein starker Mann,
von kräftiger Stimme. Als Mohammed die Leute zurückrief und niemand sich
darum kümmerte, sagte er: "O Abbas, schreie: "O ihr Scharen der
Hilfsgenossen, o ihr Scharen der Huldigung!"
(Weil, 2. Band, Seite 222)
Dieser Ruf, der die Gläubigen an ihren
Schwur unter der Akazie bei
Hudaybiya
erinnerte, soll die Flucht gestoppt haben. Nach blutigem Kampf wurden die
Hawazin geschlagen und mussten sich hinter den Mauern von Taif in
Sicherheit bringen. Die Kinder, Weiber und Herden fielen den Muslimen zu,
die Beute war gewaltig: 6000 Frauen und Kinder sowie große Viehbestände.
Das Kalkül von
Malik Ibn Auf war
nicht aufgegangen. Dazu die Verse im Koran:
Sure 9, Vers 25: Wahrlich, schon
half euch Allah auf vielen Kampfgefilden und am Tag von Hunain, als ihr
stolz waret auf eure Menge. Doch sie frommte euch nichts; und eng ward
euch die Erde bei ihrer Weite; alsdann kehrtet ihr den Rücken zur
Flucht.
Auch in dieser Schlacht half
der Allmächtige mit den mittlerweile schon kampferfahrenen Engeln.
Mohammed wusste bereits vor der Schlacht um diese Unterstützung:
"Ein
Mekkaner hat mir berichtet: "Als Mohammed von Mekka nach Hunain aufbrach,
und die grosse Zahl der Scharen Allahs um sich sah, sagte er: "Wir werden
heute nicht aus Mangel an Truppen besiegt."
(Weil, 2. Band, Seite 222:
Sure 9, Vers 26: Alsdann sandte
Allah Seine Gegenwart (sakina) auf Seinen Gesandten und auf die
Gläubigen nieder und sandte Heerscharen hernieder, die ihr nicht sahet,
und strafte die Ungläubigen. Und das ist der Lohn der Ungläubigen.
Sure 9, Vers 27: Alsdann kehrt sich Allah hernach zu, wem Er
will, denn Allah ist verzeihend und barmherzig.
630
Belagerung von Taif
Die flüchtenden Hawazin
wurden von den muslimischen Truppen verfolgt:
"Mohammed zog über
Nachlah … bis Lijeh, wo er eine Moschee baute und betete … Mohammed liess
einen Mörder hinrichten, es war die erste Blutsühne im Islam … Als
Mohammed in Lijeh war, liess er die dort liegende Burg des Malik Ibn Auf
einreissen … Mohammed setzte dann seinen Marsch nach Taif fort, und schlug
dort sein Lager auf. Mehrere von seinen Leuten wurden von Pfeilen
getroffen, weil sie sich so nahe an der Mauer niedergelassen hatten, daß
die Pfeile der Belagerten sie erreichten, und so konnten sie, da die Tore
verschlossen waren, nicht weiter vordringen. Als daher einige seiner
Gefährten getötet wurden, liess Mohammed die Truppen an der Stelle lagern,
wo jetzt eine Moschee steht. Die Belagerung dauerte etliche zwanzig Tage …
Während der Belagerung wurde heftig gekämpft und mit Pfeilen geschossen.
Mohammed schleuderte Sturmböcke in die Stadt … die Bewohner von Taif waren
die ersten, die mit Sturmböcken angegriffen wurden. Bei einem Platze in
der Nähe der Mauern von Taif näherte sich denselben eine Anzahl von den
Gefährten Mohammeds in einem Belagerungsturm, um sie einzureissen, die
Taifiten warfen aber glühende Pflugmesser herab, und als sie den Turm
verliessen, schossen die Taifiten Pfeile nach ihnen und töteten mehrere
Männer. Da befahl Mohammed, daß man die Weinstöcke der Taifiten abhaue und
seine Befehle wurden alsbald vollzogen."
(Weil, 2. Band, Seite 242 f)
Als Mohammed erkannte, daß
dieser Frevel die Taifiten auch nicht zur Übergabe bewog, stand er davon
ab. In dieser Zeit hatte Mohamed einen Traum:
"Ich habe ein Gesicht
gehabt, in welchem mir eine Schüssel mit Rahm gereicht wurde, welche ein
Hahn durchpickte, so dass Alles ausgegossen wurde." Abu Bakr sagte: "Ich
glaube nicht, daß du jetzt bei den Taifiten zum Ziele gelangen wirst."
Mohammed erwiderte: "Auch ich glaube es nicht."
(Weil, 2. Band, Seite 243 f)
Dieser Traum,
"die
Ungeduld des Heeres und die Aussicht, daß nach Unterwerfung der
Nachbarstämme die Stadt mit der Zeit auch ohne Kampf unter seine
Botmässigkeit zu bekommen sein müsste, bewogen Mohammed, die Belagerung
nach ungefähr einem halben Monat aufzuheben und an das schwierige Geschäft
der Verteilung der Beute zu gehen. Es kam eine Gesandtschaft der
geschlagenen Hawazim, welche ihm Bekehrung und Unterwerfung anboten, aber
um Rückgabe der Beute baten. Mohammed gestattete ihnen die Wahl, ob sie
ihre Familien oder ihre Besitztümer zurückerhalten wollten. Sie wählten
erstere. Leicht bewog Mohammed die alten Muslime, auf ihren Anteil an den
Gefangenen zu verzichten, aber einige der Beduinenhäupter wollten sich auf
Nichts einlassen und gaben ihren Widerstand erst auf, als ihnen dafür
Entschädigung aus der nächsten Beute versprochen wurde, die man machen
würde. Jetzt begann die Verteilung der Herden. Mohammed benutzte das ihm
zustehende Fünftel, um die Häupter der Quraisch und Beduinen, "deren
Herzen gewonnen waren", an sich zu fesseln … Dem Malik, der in Taif
geblieben war, wurden nach Bekehrung seines Stammes gleichfalls hundert
Kamele, sowie Rückgabe seines Vermögens und seiner Familie versprochen,
wenn er sich stellte. Malik kam wirklich, nahm den Islam an und wurde nun
den Taifiten ein lästiger Feind, indem er ihnen die Herden abschnitt, die
ausser der Stadt weideten."
(Nöldeke, Seite 162 f)
Da Mohammed die ganze Beute
verwendet hatte, die noch kaum oder nicht Bekehrten an sich zu fesseln,
blieb für die getreuen Ansar nichts übrig. Deshalb gelangte einer der
ihren an Mohammed und sagte Ihm:
"O
Gesandter Gottes, die Hilfsgenossen sind sehr betrübt über dein Verfahren
bei der Teilung der Beute, du hast sie unter deinen Stammesgenossen
verteilt … und die Hilfsgenossen haben nichts erhalten." … Da sagte
Mohammed: "Bei Gott, wenn ihr wolltet, könntet ihr in aller
Glaubwürdigkeit sagen: "Als du zu uns kamst, nannte man dich einen Lügner,
wir glaubten dir, du warst verlassen, wir beschützten dich. du warst
vertrieben, wir nahmen dich auf, du warst hilfsbedürftig, wir standen dir
bei. Wollt ihr euch betrüben wegen weltlichen Tands, den ich Leuten
geschenkt habe, um sie für den Islam zu gewinnen, während ich in Bezug auf
euren Glauben euch allein vertraue? Seid ihr nicht zufrieden, wenn andere
mit Schafen und Kamelen heimkehren und ihr mit dem Gesandten Gottes? Bei
dem in dessen Hand Mohammeds Seele ist, wäre nicht die Auswanderung, wo
möchte ich einer der Hilfsgenossen sein, und wenn alle Leute nach einer
Seite gehen und die Hilfsgenossen nach einer anderen, so würde ich den
Hilfsgenossen folgen. Allah! sei den Hilfsgenossen gnädig und ihren Söhnen
und Enkeln!" Die Leute weinten dermassen, daß sie ihren Bart benetzten und
sagten: "O Gesandter Gottes, wir sind zufrieden mit unserem Anteil und
unserem Los. Mohammed entfernte sich hierauf und die Leute zerstreuten
sich."
(Weil, 2. Band, Seite 251 f)
Nachdem
Mohammed Mekka erobert und Taif unterworfen hatte, konnte er von fast
allen in näherer oder weiterer Entfernung lebenden Beduinen, teils
allerdings durch Strafexpeditionen erzwungen, die Unterwerfung unter den
neuen Glauben entgegennehmen. Nur mit dem regelmässigen Beten und der
Bezahlung der Armensteuer hatten die freiheitsliebenden Wüstensöhne ihre
liebe Mühe. Begreiflicherweise waren sie lieber Empfänger dieser sozialen
Institution als Geber. Hier bedurfte es noch zusätzlicher Instruktion:
Sure 9, Vers 58: Und einige unter
ihnen lästern dich betreff der Almosen. So ihnen von ihnen gegeben wird,
sind sie zufrieden, und so ihnen nicht von ihnen gegeben wird, dann sind
sie verdrossen.
Sure 9, Vers
59: Und wären sie doch zufrieden mit dem, was ihnen Allah gibt und
sein Gesandter und sprächen: "Unser Genüge ist Allah. Fürwahr, Allah
wird uns geben aus Seinem Überfluss und ebenso Sein Gesandter, siehe, zu
Allah beten wir in Inbrunst.
Sure 9, Vers
60: Die Almosen sind nur für die Armen und Bedürftigen und die,
welche sich um sie bemühen, und die, deren Herzen gewonnen sind, und für
die Gefangenen und die Schuldner und den Weg Allahs und dem Sohn des
Weges. Das ist die Vorschrift von Allah, siehe, Allah ist wissend und
weise.
Mohammed wurde durch eine Reihe weiterer Offenbarungen darüber
unterrichtet, daß der Glaube der Steppenaraber in den meisten Fällen
mehr als zweifelhaft ist:
Sure 9, Vers 90: Und es kamen
Ausflüchte machend einige der Steppen-Araber, auf dass ihnen Erlaubnis
würde, daheim zu bleiben. Und sitzen bleiben daheim diejenigen, die
Allah und Seinen Gesandten belogen hatten. Wahrlich, treffen wird die
Ungläubigen unter ihnen schmerzliche Strafe.
Sure 9, Vers
91: Nicht versündigen sich die Schwachen und Kranken und die, welche
nichts zum Ausgeben finden, daß sie zu Hause bleiben, so sie es nur mit
Allah und Seinem Gesandten treu meinen. Gegen die Rechtschaffenen gibt
es keinen Weg; und Allah ist verzeihend und barmherzig.
Sure 9, Vers
92: Auch nicht gegen die, zu denen du, als sie zu dir kamen, daß du
sie ausrüstetest, sprachst: „Ich finde nichts, um euch damit
auszurüsten.“ Da kehrten sie um, während ihren Augen Tränen vor Trauer
darüber entströmten, daß sie nichts fanden zum Ausgeben.
Sure 9, Vers
93: Nur gegen die ist der Weg, die um Erlaubnis bitten daheim zu
bleiben, wiewohl sie reich sind. Es gefällt ihnen, bei den
Daheimbleibenden zu sein. Versiegelt hat Allah ihre Herzen, und so
verstehen sie nicht.
Sure 9, Vers
94: Sie werden sich bei euch entschuldigen, so ihr zu ihnen
zurückkehrt. Sprich: "Entschuldigt euch nicht: nimmer glauben wir euch.
Allah hat uns schon über euer Verhalten benachrichtigt. Wahrlich schauen
wird Allah und Sein Gesandter euer Tun. Alsdann werdet ihr
zurückgebracht werden zum Wisser des Verborgenen und Offenbaren, und
ankündigen wird Er euch, was ihr getan.
Sure 9, Vers
95: Wahrlich, beschwören werden sie euch bei Allah, wenn ihr zu
ihnen zurückgekehrt seid, daß ihr von ihnen absteht. So stehet ab von
ihnen! Siehe sie sind ein Gräuel und ihre Herberge ist Dschahannam als
Lohn für ihr Tun.
Sure 9, Vers
96: Sie werden euch beschwören, mit ihnen zufrieden zu sein. Aber so
ihr auch mit ihnen zufrieden seid, so ist Allah doch nicht zufrieden mit
einem Volk von Frevlern.
Sure 9. Vers
97: Die Steppen-Araber sind verstockt in Unglauben und Heuchelei,
und es ist sehr wahrscheinlich, daß sie die Vorschriften, welche Allah
auf Seinen Gesandten herniedergesendet hat, nicht kennen. Und Allah ist
wissend und weise.
Sure 9, Vers
98: Und unter den Steppen-Arabern sind welche, die ihre Spenden als
erzwungene Schuld ansehen und auf die Wechsel eures Glückes lauern. Über
sie wird ein Unheilswechsel kommen; denn Allah ist hörend und wissend.
Sure 9, Vers
99: Aber etliche unter den Steppen-Arabern glauben auch an Allah und
den Jüngsten Tag und betrachten ihre Spenden als Annäherung zu Gott und
den Gebeten des Gesandten. Und ist's nicht, daß sie eine Annäherung für
sie sind? Wahrlich, einführen wird sie Allah in seine Barmherzigkeit!
Siehe, Allah ist verzeihend und barmherzig.
Wie die oben zitierten Verse belegen,
hatte die Massenkonvertierung von Mekkanern und Beduinen zur Folge, daß
Allah in verstärktem Masse Belehrungen und Drohungen herniedersenden
musste. Gleichzeitig wurden Seine Verurteilung der Ungläubigen und
Schriftbesitzer immer zwingender und die Befehle zur gewalttätigen
Ausbreitung des einzig richtigen Glaubens immer schärfer:
Sure 9, Vers 32: Verlöschen wollen
sie Allahs Licht mit ihrem Munde; aber Allah will allein sein Licht
vollenden, auch wenn es den Ungläubigen zuwider ist.
Sure 9, Vers 33: Er ist's, der entsandt hat Seinen Gesandten mit
der Leitung und der Religion der Wahrheit, um sie sichtbar zu machen
über jede andere Religion, auch wenn es den Ungläubigen zuwider ist.
Gold und Silber sollen nicht bei
Rabbinern und Mönchen gehortet werden. Vielmehr spenden Rechtgläubige ihre
Schätze für den "Heiligen Krieg". Bei Zuwiderhandlung folgt die Strafe auf
dem Fuß:
Sure 9, Vers 34: O ihr, die ihr
glaubt, siehe, wahrlich viele der Rabbiner und Mönche fressen das Gut
der Leute unnütz und machen abwendig von Allahs Weg. Aber wer da Gold
und Silber aufspeichert für eure Seelen und Rücken: "Das ist's was ihr
aufspeichert für eure Seelen; so schmecket, was ihr aufspeichertet."
Sure 9, Vers 35: An einem Tage soll es an Dschahannams Feuer
glühend gemacht werden, und gebrandmarkt werden sollen damit eure
Stirnen, Seiten und Rücken: "Das ist's was ihr aufspeichertet für eure
Seelen; so schmecket, was ihr aufspeichertet.
Nirgendwo deutlicher als
in
folgender Offenbarung definiert Allah, worum es beim "Heiligen Krieg" denn
eigentlich geht, nämlich um ein Kaufgeschäft. Allah offeriert Beute und
einen sicheren Platz im Paradies und die Gläubigen erkaufen sich diese
Güter indem sie
"töten und getötet werden".
Die
Behauptung, daß derartig platte und gewalttätige Geschäfte schon in der
Tora und im Evangelium angeboten werden, ist eines der vielen falschen
Behauptungen des Korans über die Schriften der "Schriftbesitzer" :
►
Ist der Islam schlimmer
als andere Religionen?
Sure 9, Vers 111: Siehe Allah hat
von den Gläubigen ihr Leben und ihr Gut für das Paradies erkauft. Sie
sollen kämpfen in Allahs Weg und töten und getötet werden. Eine
Verheißung hierfür ist gewährleistet in der Tora, im Evangelium und im
Koran; und wer hält seine Verheißung getreuer als Allah? Freut euch
daher des Geschäfts, das ihr abgeschlossen habt; und das ist eine große
Glückseligkeit.
630
Zug gegen die Byzantiner
bei Tabuk
Im Norden warteten große Gebiete auf
Unterwerfung. Mohammed rüstete zu einem neuerlichen Kriegszug gegen die
Byzantiner. Und
wiederum werden die Gläubigen belehrt, daß der Krieg gegen die Ungläubigen
die beste aller Taten ist:
Sure 9, Vers 20: Diejenigen, welche
gläubig wurden und auswanderten und in Allahs Weg eiferten mit Gut und
Blut, nahmen die höchste Stufe bei Allah ein. Und sie, sie sind die
Glückseligen.
"Während er sonst das
Ziel seiner Züge zu verheimlichen pflegte, machte er diesmal schon längere
Zeit vorher bekannt, daß er gegen die Byzantiner ziehen wolle, damit seine
Anhänger möglichst zahlreich und vollständig ausgerüstet zu ihm fänden:
Sure 9, Vers 123: O ihr, die ihr
glaubt, kämpft wider die Ungläubigen an euren Grenzen, und wahrlich,
lasset sie die Härte in euch verspüren. Und wisset, daß Allah mit den
Gottesfürchtigen ist.
Aber die Furcht vor den disziplinierten Heeren der
Feinde und die Beschwerlichkeiten des langen Zuges durch die Wüste … hielt
die Beduinen und selbst einige Medinenser zurück. Letztere entschuldigten
sich unter allerlei nichtigen Vorwänden, sie wurden dafür nachher im Koran
hart getadelt."
(Nöldeke, Seite 166 f):
Sure 9, Vers 38: O ihr, die ihr
glaubt, was war euch, daß, als euch gesprochen ward: „Ziehet hinaus in
Allahs Weg“, ihr euch schwer zu Erde neigtet? Habt ihr mehr Wohlgefallen
am irdischen Leben als am Jenseits? Aber der Nießbrauch des irdischen
Lebens ist gegenüber dem Jenseits nur ein winziger.
Sure 9, Vers 39: So ihr nicht ausziehet, wird Er euch strafen mit
schmerzlicher Strafe und ein anderes Volk an eure Stelle setzen; und ihr
schadet ihm nichts, denn Allah hat Macht über alle Dinge.
Sure 9, Vers 40: Wenn ihr ihm nicht helfet, so hat ihm zuvor
Allah geholfen, als ihn die Ungläubigen vertrieben, selbzweit (Muhammads
Begleiter auf der Flucht war Abu Bakr), als beide in der Höhle waren und
er zu seinem Gefährten sprach: "Traure nicht; siehe, Allah ist mit uns."
Und da sandte Allah Seine Gegenwart auf ihn nieder und stärkte ihn mit
Heerscharen, die ihr nicht sahet, und erniedrigte das Wort der
Ungläubigen und erhöhte Allahs Wort. Und Allah ist mächtig und weise.
Sure 9, Vers 41: Ziehet aus, leicht und schwer bewaffnet, und
eifert mit Gut und Blut in Allahs Weg.
Sure 9, Vers 42: Wäre ein naher Gewinn und eine bequeme Fahrt
gewesen, wahrlich, sie wären dir gefolgt. Aber weit war ihnen der
Abstand. Und doch schwören sie bei Allah: „Hätten wir es vermocht, wir
wären mit euch ausgezogen.“ Sie vertilgen sich selber. Und Allah weiß es
wahrlich, daß sie Lügner sind.
Sure 9, Vers 43: Allah vergebe dir! Warum gewährtest du es ihnen,
bevor dir die Wahrheiten offenkundig wurden und du die Lügner
erkanntest?
Sure 9, Vers 44: Nicht werden dich um Erlaubnis bitten die,
welche an Allah glauben und an den Jüngsten Tag, nicht zu eifern mit Gut
und Blut; und Allah kennt die Gottesfürchtigen.
Sure 9, Vers 45: Um Erlaubnis bitten dich nur jene, die nicht an
Allah glauben und an den Jüngsten Tag, und deren Herzen noch zweifeln,
und die in ihrem Zweifel hin und her schwanken.
Sure 9, Vers 46: Und so sie zum Ausmarsch gewillt gewesen wären,
so hätten sie für ihn gerüstet. Aber Allah wollte nicht ihr Ausziehen
und so machte Er sie schlaff, und es ward gesprochen: „Sitzet daheim mit
den Sitzenden!"
Sure 9, Vers 47: Wären sie mit euch ausgezogen, so würden sie
euch nur zur Last gewesen sein und hätten, zwischen euch umherlaufend,
euch zum Aufruhr gereizt, und manche von euch hätten auf sie gehört.
Aber Allah kennt die Ungerechten.
Sure 9, Vers 48: Wahrlich schon zuvor trachteten sie nach Aufruhr
und verkehrten deine Angelegenheiten, bis die Wahrheit kam und Allahs
Befehl erschien, wiewohl er ihnen zuwider war.
Einer der Gläubigen musste auf besonders
plumpe Art versucht haben, sich vom bevorstehenden Kriegszug zu
verabschieden: "Während
der Zeit der Rüstung sagte Mohammed eines Tages zu Djedd Ibn Keis: "Willst
du dieses Jahr die Söhne der Römer bekämpfen?" Dieser antwortete: "Wenn du
mich nur entschuldigen, und mich nicht der Verführung aussetzen wolltest!
Bei Allah, meine Leute wissen, daß niemand schöne Frauen mehr liebt als
ich, ich fürchte, wenn ich die Römerinnen sehe, werde ich meiner nicht
mehr Herr sein." Mohammed wendete sich ab, und erlaubte ihm, zurück zu
bleiben." (Weil, 2.
Band, Seite 258) Selbst zu solchen Lappalien musste sich der Allmächtige
mit entsprechenden Offenbarungen äußern:
Sure 9, Vers 49: Einige von ihnen
sprechen zu dir: „Gewähre es mir und versuche mich nicht.“ Sind sie
nicht schon in Versuchung gefallen? Und wahrlich Dschahannam wird
umfassen die Ungläubigen.
Sure 9, Vers 50: Trifft dich ein Heil, so betrübt es sie; trifft
dich ein Unheil so sprechen sie: „Wir haben uns schon zuvor gesichert.“
Und sie kehren vergnügt den Rücken.
Sure 9, Vers 51: Sprich: „Nimmer trifft uns ein andres, als was
Allah uns verzeichnet. Er ist unser Beschützer, und auf Allah sollen
alle Gläubigen vertrauen.
An die Ungläubigen wird die Erwartung
gestellt, daß sie Allah strafen wird. Bei dieser Offenbarung muss man
fragen, wie der Satz
"Und wir erwarten von den Ungläubigen, daß
euch Allah mit einer Strafe treffen wird, sei es von Ihm oder durch unsere
Hand"
von der Satzkonstruktion her verstanden
werden soll. Wer ist "wir" und warum spricht Allah von sich im Pluralis
majestatis und warum spricht Er von sich selber von "Ihm":
Sure 9, Vers 52: Sprich: „Erwartet
ihr Ungläubige etwa, daß uns nicht eins der beiden schönsten Dinge
treffen wird: Sieg oder Märtyrertod?“ Und wir erwarten von den
Ungläubigen, daß euch Allah mit einer Strafe treffen wird, sei es von
Ihm oder durch unsere Hand. Und so wartet; siehe wir warten mit euch.
Wie schon anlässlich der Schlacht von
Badr durch ähnliche Verse dazu aufgefordert, sollen wahre Gläubige auf
Verwandschaftsbande keine Rücksicht nehmen. Gemäss folgenden Versen hat
auch Abraham darüber hinweggesehen:
Sure 9, Vers 113: Nicht kommt es dem
Propheten und den Gläubigen zu, für die Götzendiener um Verzeihung zu
bitten, und wären es auch Angehörige, nachdem ihnen deutlich kundgetan,
daß sie des Höllenpfuhls Gefährten sind.
Sure 9, Vers
114: Und auch Abraham betete nur um Verzeihung für seinen Vater
infolge eines Versprechens, das er ihm gegeben. Als ihm aber offenkund
ward, daß er ein Feind Allahs war, sagte er sich los von ihm. Siehe
Abraham aber war wahrlich mitleidsvoll und milde.
Trotz diesen Widrigkeiten traf der
Prophet weiter Vorbereitungen zum Kriegszug:
"… machte jedoch
ernst mit der Reise und befahl den Leuten, die Rüstung zu beschleunigen
und spornte die Reichen an, Geld und Lasttiere für Allahs Sache zu
spenden. Manche Reiche befolgten dies, auf Allahs Lohn vertrauend"
(Weil, 2. Band, Seite 249)
Der Zug nach Norden war beschwerlich,
"Mohammed zog immer weiter und manche
Leute blieben zurück. Wenn man ihm sagte:
"O
Gesandter Gottes! der und der ist zurückgeblieben", antwortete er: "Lasset
ihn! Ist etwas Gutes an ihm, so wird ihn euch Allah wieder zuführen, wenn
nicht, so hat Er euch von ihm befreit." … Eine Anzahl Heuchler … deuteten
auf Mohammed hin auf dem Zuge nach Tabuk, und es sagte einer zum anderen,
um die Muslime einzuschüchtern: "Glaubt ihr, ein Krieg gegen die Römer sei
wie ein Krieg gegen die Araber? Bei Allah, mir ist, als wären wir schon
mit Stricken gebunden." Da sagte Mohammed: "Gehe diesen Leuten nach, denn
sie verbreiten Lügen und frage sie, was sie gesagt haben, und leugnen sie,
so sage: "Nicht so, ihr habt dies und dies gesagt." Und sie kamen zu
Mohammed um sich zu entschuldigen. Da offenbarte Allah nachstehende
Verse." (Weil, 2. Band,
Seite 251 f)
Die Wendung
"Er ist Ohr"
weist darauf hin, daß man Mohammed ihre
lästerlichen Reden zugetragen hatte und die Ausflüchte
"Wir plauderten nur und scherzten."
waren die Ausflüchte der zur Rede
gestellten Übeltäter:
Sure 9, Vers 61: Und einige unter
ihnen gibt's, welche den Propheten kränken und sprechen: "Er ist Ohr".
Sprich: "Ein Ohr des Guten für euch. Er glaubt an Allah und glaubt den
Gläubigen und ist eine Barmherzigkeit gegen die Gläubigen unter euch.
Wer aber den Gesandten Allahs kränkt, denen soll sein schmerzliche
Strafe.
Sure 9, Vers 62:
Sie schwören euch bei Allah, um euch zu gefallen, Aber Allah und Sein
Gesandter sind würdiger, daß sie ihm gefallen, so sie Gläubige sind.
Sure 9, Vers 63:
Wissen sie nicht, daß für den, der Allah und Seinen Gesandten befehdet,
Dschahannams Feuer ist, ewig darinnen zu verweilen? Das ist die
gewaltige Schande.
Sure 9, Vers 64:
Es fürchten die Heuchler, es möchte eine Sure auf sie hinabgesandt
werden, die ihnen ankündet, was in ihren Herzen ist. Sprich: "Spottet
nur; siehe, Allah bringt zum Vorschein, wovor ihr euch fürchtet."
Sure 9, Vers 65:
Und wahrlich, wenn du sie fragst, wahrlich, dann sprechen sie: "Wir
plauderten nur und scherzten." Sprich: "Verspottet ihr etwa Allah und
Seine Zeichen und Seinen Gesandten?"
"Der Zug kam bis nach
Tabuk, nicht weit vom nordöstlichen Ende des Roten Meeres. Mohammed
begnügte sich hier, die Unterwerfung der benachbarten grösstenteils
christlichen Ansiedler entgegenzunehmen. Er hielt es nicht für geraten,
noch weiter gegen die Byzantinischen Streitkräfte vorzudringen."
(Nöldeke, Seite 168)
Weiter bei Ibn Ishaq:
"Als Mohammed nach
Tabuk kam, besuchte ihn Johanna Ibn Ruba, der Fürst von Eilan, und schloss
Frieden mit ihm und bewilligte ihm die Kopfsteuer. Das gleiche taten die
Bewohner von Djarba und Adsruh."
(Weil, 2. Band, Seite 264) Ein weiterer christlicher Fürst wurde bei der
nächtlichen Jagd überfallen und sein Bruder getötet. Auch er bewilligte
Mohammed die Kopfsteuer und wurde darauf als Vasall bestätigt.
Nach seiner Rückkehr nach
Medina beschloss Mohammed, dem Heidentum gänzlich den Krieg zu erklären.
Mehrere Offenbarungen bestimmten, daß bei den Götzendienern, mit welchen
ein Friedensvertrag auf eine bestimmte Frist abgeschlossen war, diese
Frist eingehalten werden müsse. Nachher solle ihnen aber nur die Wahl
zwischen Ausrottung und Bekehrung übrig bleiben. Die genaue Datierung der
Verse 1-37 der Sure 9 ist schwierig.
►
Der
Beginn der Expansion
Sure 9, Vers 1: Schuldlosigkeit sei
von Allah und Seinem Gesandten denjenigen von den Götzendienern, mit
denen ihr einen Vertrag geschlossen habt.
Sure 9, Vers 4: Ausgenommen sind jedoch diejenigen der
Götzendiener, mit denen ihr einen Vertrag geschlossen habt und die es
hernach in nichts fehlen ließen und noch keinem wider euch beistanden.
Ihnen gegenüber müsst ihr den Vertrag bis zu der ihnen bewilligten Frist
halten. Allah liebt die Gottesfürchtigen.
Und an die Adresse der
Ungläubigen erfolgt die Zusicherung, daß sie noch vier Monate im Lande
herumziehen können:
Sure 9, Vers 2: Ziehet deshalb im
Lande vier Monate lang umher und wisset, daß ihr Allah nicht zuschanden
machen könnt und dass Allah die Ungläubigen zuschanden macht.
Eine weiterer Vers fordert,
daß bei allen anderen Heiden nach Ablauf der heiligen Monate, das heisst
nach dem zweiten Monat des Jahres 631 der absolute Kriegszustand
einzutreten habe:
Sure 9, Vers 5: Sind aber die
heiligen Monate verflossen, so erschlaget die Götzendiener, wo ihr sie
findet, und packet sie und belagert sie und lauert ihnen in jedem
Hinterhalt auf. So sie
jedoch bereuen und das Gebet
verrichten und die Armensteuer zahlen, so lasst sie ihres Weges ziehen.
Siehe, Allah ist verzeihend und barmherzig."
Dazu Ibn Ishaq:
"Er gab dann den Leuten
vom Tage dieser Bekanntmachung an eine Frist von vier Monaten, damit jeder
an einen sicheren Ort in seine Heimat zu seinen Leuten zurückkehren könne,
dann sollte aber nur noch für die Ungläubigen ein Vertrag oder
Schutzverhältnis bestehen, welche ein solches mit Mohammed auf eine
bestimmte Zeit geschlossen hatten … Dies war das Lossagen in Bezug auf die
Götzendiener, die allgemeine Verträge hatten, und die welche solche auf
eine bestimmte Zeit hatten, nachher befahl Gott seinem Gesandten die
Götzendiener zu bekämpfen, die einen speziellen Vertrag hatten, ihn aber
verletzten, und die welche keinen haben, nach Verlauf von vier Monaten,
die ihnen als Frist gegeben wurden, mit Ausnahme derer, welche eine
Gewalttat begehen, die sogleich erschlagen werden sollten."
(Weil, 2. Band, Seite 279)
Ferner beschloss Allah, daß
keine Götzendiener mehr an der Pilgerfahrt teilnehmen dürfen:
Sure 9, Vers 3: Und eine Ankündigung
sei von Allah und Seinem Gesandten an die Menschen am Tag der größeren
Pilgerfahrt, daß Allah los und ledig der Götzendiener ist, ebenso wie
Sein Gesandter. Und so ihr Busse tut, so ist es besser für euch, kehrt
ihr jedoch den Rücken, so wisset, daß ihr Allah nicht zuschanden machen
könnt. Und verheiße den Ungläubigen schmerzliche Strafe.
Sure 9, Vers 17: Den Götzendienern
kommt es nicht zu, die Moscheen Allahs zu besuchen, durch ihren
Unglauben wider sich selber zeugend. Sie - umsonst sind ihre Werke, und
im Feuer werden sie ewig verweilen.
Sure 9, Vers 18: Besuchen nur soll die Moscheen Allahs, wer da
glaubt an Allah und an den Jüngsten Tag und das Gebet verrichtet und die
Armensteuer zahlt und Allah allein fürchtet. Und vielleicht ist's dass
jene zu den Geleiteten gehören.
Sure 9, Vers 28: O ihr, die ihr glaubt, siehe, die Götzendiener
sind unrein. Darum sollen sie sich nicht nach diesem ihrem Jahr der
heiligen Moschee nähern. Und so ihr dadurch Armut befürchtet, so wird
euch Allah sicherlich, so Er will, aus Seinem Überfluss versorgen;
siehe, Allah ist wissend und weise.
Der Hinweis:
"so ihr dadurch Armut befürchtet, so wird euch Allah sicherlich, so Er
will, aus Seinem Überfluss versorgen"
soll Mekkaner beruhigen, die für die Zukunft einen Rückgang der Einnahmen
aus dem Pilgerverkehr befürchten. Weiter wird für die Rechtschaffenen
wiederum die paradiesische Belohnung verheissen und vor ungläubigen
Familienangehörigen und Krämerseelen
►
Fitna
gewarnt:
Sure 9, Vers 19: Setzt ihr etwa das
Tränken des Pilgers und den Besuch der heiligen Moscheen gleich dem, der
da glaubt an Allah und den Jüngsten Tag, und der da eifert in Allahs
Weg? Nicht sind sie gleich vor Allah; und Allah leitet nicht das sündige
Volk.
Sure 9, Vers 20: Diejenigen, welche gläubig wurden und auswanderten
und in Allahs Weg eiferten mit Gut und Blut, nahmen die höchste Stufe
bei Allah ein. Und sie, sie sind die Glückseligen.
Sure 9, Vers 21: Es verheisst ihnen Ihr Herr Barmherzigkeit von
Ihm und Wohlgefallen, und Gärten sind ihnen, in denen beständige Wonne.
Sure 9, Vers 22: Verweilen sollen sie in ihnen ewig und immerdar.
Siehe, Allah, bei ihm ist gewaltiger Lohn.
Sure 9, Vers 23: O ihr, die ihr glaubt, sehet weder in euren
Vätern noch in euren Brüdern Freunde, so sie den Unglauben dem Glauben
vorziehe; und wer von euch sie zu Freunden nimmt, das sind Ungerechte.
Sure 9, Vers 24: Sprich: "So eure Väter und eure Söhne und eure
Brüder und eure Weiber und eure Sippe und das Gut, das ihr erworben, und
die Ware, deren Unverkäuflichkeit ihr befürchtet, und die Wohnungen, die
euch Wohlgefallen, euch lieber sind als Allah und sein Gesandter und das
Eifern in seinem Weg, so wartet, bis Allah mit seinem Befehl kommt." Und
Allah leitet nicht die Frevler"
631 Mohammed
selbst wollte die Pilgerfahrt des Jahres 631 nicht begehen, solange noch
Ungläubige mit ihren Bräuchen teilnahmen.
Er sandte Ali nach Mekka
"und am Schluss
der Pilgerfeste erfuhren alle versammelten Heiden, daß ihnen die heiligen
Stätten fortan verboten, und dass sie überhaupt nur die Wahl hätten
zwischen Kampf gegen die Mehrzahl oder Übergang zu derselben.
Diese Massregeln mögen manche Araber veranlasst haben,
ihre Bekehrung zu beschleunigen. Die Lage der Feinde wurde immer
bedenklicher. Die Bewohner von Taif, welche noch vor kurzem einen
Mitbürger umgebracht hatten, der als begeisterter Apostel des neuen
Glaubens zu ihnen gekommen war, wurden durch ihre Nachbarn, welche ihnen
Menschen und Vieh vor ihren Toren wegnahmen in die Enge getrieben. Sie
beschlossen, eine Gesandtschaft an Mohammed zu schicken. Sie verlangten
einige Bedingungen, durch welche sie vor den anderen Arabern ausgezeichnet
würden, aber Mohammed gestand ihnen nur zu, daß sie ihre Götzenbilder
nicht mit eigener Hand zerstören mussten ... Die Gesandtschaft wurde auf
ihrem Rückweg von Abu Sofian und einigen Anderen begleitet. Sie waren
beauftragt, das Hauptbild zu zerstören."
(Nöldeke, Seite 172)
Damit war
auch Taif unterworfen. Mohammeds Herrschaftsgebiet reichte mittlerweile
über ganz Arabien. Der persische Statthalter im Jemen unterwarf sich. Der
dorthin von Mohammed geschickte Unterhändler wurde von einer Frau befragt:
"O
Gefährte des Gesandten Allahs! Welche Rechte hat der Mann gegen seine Frau
geltend zu machen"? Dieser antwortete: "Wehe dir, die Frau kann gar nicht
allen Obliegenheiten gegen ihren Mann nachkommen, beeifere dich daher, so
viel zu leisten, als du nur kannst." Da versetzte sie: "Wenn du ein
Gefährte des Gesandten Allahs bist, musst du doch wissen, welche Rechte
der Gatte ansprechen kann." Er erwiderte: "Wehe dir, wenn du zu deinem
Gatten gehst und findest, daß ihm aus der Nase Eiter und Blut fliesst, und
du saugst es aus, um es aufhören zu machen, so hast du noch immer nicht
alles getan, was du ihm schuldig bist."
(Weil, 2. Band, Seite 307)
Auch zahlreiche christliche
Stämme unterwarfen sich der ►Schutzgelderpressung. Mohammeds
Vorgehen bei seinen Sendungen an die Stammesfürsten war recht pragmatisch:
"Mohammed gab dem
Boten ein Schreiben an seinen Stamm, worin es hiess:
"Im Namen Allahs, des
Barmherzigen, des Gnädigen. Dies ist ein Schreiben von Mohammed, dem
Gesandten Allahs. Ich sende ihn (den Boten) zu seinem Stamme insgesamt und
zu denen, die sich ihm angeschlossen haben, daß er sie zu Allah und Seinem
Gesandten aufrufe, wer ihm folgt, gehört zur Schar Allahs und Seines
Gesandten, wer zurückbleibt, dem geben wir eine Sicherheitsfrist von zwei
Monaten."
(Weil, 2. Band, Seite 311)
632
Die
Abschiedswallfahrt
Im März
dieses Jahres unternahm Mohammed seine letzte Wallfahrt.
"Die Weise, in welcher
der Prophet damals die mehrtägigen Gebräuche der Pilgerfahrt beging, ist
für die Muslime bis auf unsere Zeit massgebend geblieben … dass er an
verschiedenen Ruhepunkten Anreden an die Gläubigen hielt, worin er ihnen
noch einmal die Pflichten der Religion einschärfte und noch einige neue
Satzungen einführte."
(Nöldeke, Seite 175)
Nach der Pilgerfahrt ging es
weiter mit Unterwerfung und Raub. Aus den vielen Berichten dazu bei Ibn
Ishaq sei hier ein Ereignis ausgewählt. Es ist der Überfall auf den Stamm
der Mulawwah: "
… Wir zogen dann weiter nach Kadid, wo wir bei Sonnenuntergang anlangten.
Als wir an einer Seite des Tales waren, sandten mich meine Gefährten auf
Kundschaft aus und ich ging auf einen Hügel, der über dem Lager
emporragte. Da kam ein Mann aus seinem Zelte und sagte der Frau: "Ich sehe
etwas Schwarzes auf dem Hügel, das ich früher nicht gesehen, sieh dich
einmal nach deinem Gepäck um, ob nichts fehlt, das etwa die Hunde
fortgeschleppt hätten." Sie sah nach und sagte: "Bei Gott, es fehlt mir
nichts." Da sagte er: "Reiche mir meinen Bogen und zwei Pfeile." Als sie
es ihm reichte, schoss er einen Pfeil ab und traf mich an der Seite. Ich
zog ihn heraus, legte ihn beiseite und blieb auf meinem Platze. Er schoss
dann den anderen ab und traf mich an der Schulter, ich zog ihn wieder
heraus, legte ihn hin und behauptete meinen Platz. Dann sagte er zu seiner
Frau: "Wenn dies ein feindlicher Kundschafter wäre, so hätte er sich in
Bewegung gesetzt, denn meine beiden Pfeile sind zu ihm gedrungen, suche
sie, wenn du morgen früh aufstehst, damit die Hunde sie nicht zernagen."
Er ging dann wieder hinein und wir warteten, bis sie sich sicher glaubten
und schliefen. Als es gegen Morgen ging fielen wir über sie her, töteten
manche und trieben ihre Herden fort. Dann traten die Besten des Stammes
heraus in solcher Zahl, daß wir keine Macht gegen sie hatten. Wir gingen
mit dem Vieh fort … aber die Leute holten uns ein, und sie waren schon
ganz nahe, nur ein Tal lag noch zwischen uns. Da sandte Allah einen
reissenden Bach in das Tal, nach dem Willen des Erhabenen und Gepriesenen,
ohne dass wir eine Wolke oder einen Regen gesehen hätten. Er kam mit
solcher Kraft, daß niemand etwas dagegen vermochte, und kein Mensch ihn
überschreiten konnte. Sie blieben stehen und sahen zu, wie wir ihre Herden
in Eile forttrieben und keiner von ihnen konnte zu uns herüberkommen und
uns verfolgen und bald waren wir ganz ausser Gesicht und brachten alles
dem Gesandten Allahs. Das Losungswort der Gefährten Mohammeds in jener
Nacht war: "Töte! Töte!"
(Weil, 2. Band, Seite 320 f)
Bei einer der vielen Strafexpeditionen
gegen Beduinenstämme fiel für Mohammed, im Rahmen seines fünften
Beuteteiles, ein Sklave mit Namen Jesar ab. Eines Tages kamen Beduinen zu
Mohammed, "welche
aufgedunsen und fieberkrank waren. Mohammed sagte: "Geht zu den Kamelinnen
und trinket von ihrer Milch und ihrem Urin". Als sie wieder gesund waren
und ihr Leib sich gelegt hatte, fielen sie über Jesar her und schlachteten
ihn und stiessen Dornen in sein Auge und trieben die Kamelinnen fort.
Mohammed sandte ihnen Kurz Ibn Djabir nach und dieser brachte sie vor ihn.
Mohammed liess ihnen Hände und Füsse abschneiden und ihre Augen blenden."
(Weil, 2. Band, Seite 340 f) Drastische Bestrafungen im Sinne von "Auge um
Auge, Zahn um Zahn" gehören offenbar zum Repertoire dieses
Religionsstifters. Seine Vorbildfunktion ist auch heute unhinterfragbar.
Mohammed hatte die für diese Bestrafungsaktion notwendige
Legitimation natürlich vorgängig von Allah erhalten:
Sure 5, Vers 33: Siehe, der Lohn
derer, welche Allah und Seinen Gesandten befehden und Verderben auf der
Erde betreiben, ist nur der, daß sie getötet oder gekreuzigt oder an den
Händen und Füssen wechselseitig verstümmelt oder aus dem Lande vertrieben
werden. Das ist ihr Lohn hienieden und im Jenseits wird ihnen schmerzliche
Strafe.
►
Mohammeds Handlungen
sind von Allah legitimiert
Entsprechend den exegetischen
Ausführungen zu diesem Vers und den Gesetzesbestimmungen aus dem
Strafgesetzbuch der islamischen Republik Iran
►
Anhang
7
wird ersichtlich, daß Vers 33 aus Sure 5 die Rechtsgrundlage für die
Ahndung von Mord und Diebstahl bildet. Ferner werden davon
Bestrafungsbestimmungen abgeleitet, die dem Staatsschutz dienen. Die Umma
muss gegen jegliche Eingriffe geschützt werden.
Kurz vor seinem Tode ordnete
Mohammed den nächsten grossen Kriegszug gegen die Byzantiner an.
"Als dieser Zug kaum
abgegangen, war er schon nicht mehr unter den Lebenden; aber es ist
bedeutsam, daß er so den Seinigen den Kampf gegen die Griechen gleichsam
als letztes Vermächtnis hinterlassen hatte."
(Nöldeke, Seite 176)
632 Tod
Mohammeds
Mohammeds Gesundheitszustand verschlechterte sich
schnell. Auf dem Totenbett gab der Prophet letzte Anweisungen. Danach
soll, wie schon erwähnt, die ganze Arabische Halbinsel von allen
Ungläubigen gesäubert werden. Dazu der Bericht im Hadith:
Bukhari V4 B52 N288 berichtet von Said
bin Jubair: Ibn 'Abbas sagte: "Donnerstag! Was für großartige Dinge
ereigneten sich am Donnerstag!? Dann fing er an zu weinen, bis seine
Tränen das Kies am Boden benetzten. Er sagte weiter: "Donnerstags
verschlimmerte sich der Gesundheitszustand des Propheten Allahs" und er
sagte: "Bringt mir das Schreibzeug sodass ich etwas schreiben lassen
kann für euch, damit Ihr niemals fehlgeleitet sein werdet." Die
anwesenden Leute hatten eine Meinungsverschiedenheit darüber; jedoch
sollten Menschen in der Anwesenheit des Propheten niemals uneinig sein.
Sie sagten: "Der Prophet Allahs ist ernsthaft erkrankt." Der Prophet
sagte: "Es ist besser, mich allein in diesem Zustand zu lassen als nach
mir zu rufen." Auf seinem Totenbett gab der Prophet 3 Befehle. Er sagte:
"Vertreibt die Heiden von der Arabischen Halbinsel, respektiert und
beschenkt die ausländischen Delegierten, so wie Ihr mich habt handeln
sehen." Ich habe den dritten Befehl vergessen.
Gemäss sunnitischer Lehre
ist die letzte Offenbarung, die vor dem Tod des Propheten herniederkam
Vers 3 in Sure 5. Es sind letzte Vorschriften über erlaubte und unerlaubte
Speisen und gewähren dem Hungernden in der Not die Erlaubnis, diese
verbotenen Speisen doch zu verzehren. Noch einmal wird dem Gläubigen
versichert, daß es die Ungläubigen sein werden, die verzweifeln:
Sure 5, Vers 3: Verwehrt ist euch
Krepiertes, Blut, Schweinefleisch und das, über dem beim Schlachten ein
andrer Name angerufen ward; das Erwürgte, das Erschlagene, das durch
Sturz oder Hörnerstoß Umgekommene, das von reißenden Tieren Gefressene,
außer dem, was ihr reinigt, und das auf Götzensteinen Geschlachtete. Und
durch Pfeillose zu verteilen ist Frevel. Verzweifeln wird an diesem
Tage, wer euren Glauben verleugnet. Darum fürchtet sie nicht, sondern
fürchtet Mich.
Heute habe ich vollendet euren Glauben und
habe erfüllt an euch meine Gnade, und es ist mein Wille, daß der Islam
euer Glaube ist. Und wenn einer ohne Hinneigung zur Sünde durch Hunger
bedrängt wird, siehe, so ist Allah verzeihend und barmherzig.
Bei Bukhari finden wir
folgenden generalisierten Kampfbefehl, den Mohammed wahrscheinlich
anlässlich seiner Abschiedswallfahrt abgegeben hat:
Bukhari V4
B52 N196, berichtet von Abu
Huraira: Der Prophet Allah's sagte: "Mir wurde geboten die Menschen
zu bekämpfen bis sie sagen: "Niemand hat das Recht, angebetet zu werden
außer Allah."