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Ankündigung Mohammeds in der Bibel

Ein Dogma der nach-mohammedanischen islamischen Apologetik ist die Behauptung, dass Mohammed sowohl im Alten wie auch im Neuen Testament verheißen werde. Grundlage dafür sind entsprechende Stellen im Koran. Mohammed soll nicht nur im AT angekündigt worden sein, vielmehr soll Jesus selbst im NT auf seinen Prophetennachfolger hingewiesen haben. Im Folgenden werden diese Behauptungen an Hand einer einfachen Textanalyse untersucht.

 

A  Ankündigung Mohammeds im Neuen Testament

C. Schirrmacher schreibt zur Ankündigung Mohammeds durch Jesus: "Gleichzeitig ist Jesus nicht der letzte Prophet, denn er kündigt, wie später besonders die islamische Theologie aus dem Neuen Testament herausgearbeitet hat, das Kommen eines weiteren Propheten, Muhammads, für die Zukunft an. Nach muslimischem Verständnis weist besonders das Johannesevangelium auf den letzten Propheten (Muhammad) hin  … Von muslimischer Seite wurde unter Zuhilfenahme der auf das Neue Testament angewandten "Textverfälschungstheorie" geschlossen, daß hier ursprünglich nicht der "parakletos", sondern der "periklytos" ("der Gesegnete") angekündet worden ist, die entsprechenden Vokale jedoch durch Textverfälschung ausgetauscht wurden."
(Ch. Schirrmacher: Der Islam, Band 2, Seite 222, Verlag Hänssler, Holzgerlingen, 2003)

 

1. Die Grundlagen in der Bibel  (Die Heilige Schrift, Verlag der Zürcher Bibel, Zürich, 1993)

Johannes 14, 15 Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten, 16 und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand 1) geben damit er in Ewigkeit bei euch sei, 17 der Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht erkennt. Ihr erkennt ihn, weil er bei euch bleibt und in euch sein wird. 18 Ich werde euch nicht verwaist zurücklassen; ich komme zu euch. 19 Noch eine kurze Zeit, so sieht die Welt mich nicht mehr, ihr  aber seht mich, denn ich lebe, und auch ihr werdet sehen. 20 An jenem Tage werdet ihr erkennen, dass ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch. 21 Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt. Wer aber mich liebt, wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren. 22 Judas - nicht der Ischariot - sagt zu ihm: Herr, was ist denn geschehen, dass du dich uns offenbaren willst und nicht der Welt? 23 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wenn jemand mich liebt, wird er mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. 24 Wer mich nicht liebt, befolgt meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr hört, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. 25 Dies habe ich zu euch geredet, während ich noch bei euch bin. 26 Der Beistand 1) aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.

Johannes 15, 26 Wenn der Beistand 1) kommt, den ich von eurem Vater her senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, so wird der von mir zeugen. 27 Aber auch ihr seid Zeugen, weil ihr von Anfang an bei mir seid.

Johannes 16, 5 Jetzt aber gehe ich zu dem, der mich gesandt hat, und keiner von euch fragt mich: Wo gehst du hin? 6 Sondern weil ich dies zu euch gesagt habe, hat die Traurigkeit euer Herz erfüllt. 7 Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich fortgehe. Denn wenn ich nicht fortgehe, wird der Beistand 1) nicht zu euch kommen; wenn ich aber gehe, werde ich ihn zu euch senden. 8 Und wenn jener kommt, wird er die Welt überführen in Bezug auf die Sünde und in bezug auf das, was für mich recht ist, und in Bezug auf das Gericht: 9 in bezug auf die Sünde, insofern sie nicht an mich glauben 10 in bezug auf das, was für mich recht ist, insofern ich zum Vater gehe und ihr mich nicht seht; 11 in bezug auf das Gericht, insofern der Fürst dieser Welt gerichtet ist. 12 Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. 13 Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht von sich aus reden, sondern was er hört, wird er reden, und das Zukünftige wird er euch verkündigen. 14 Er wird mich verherrlichen; denn aus dem Meinigen wird er es nehmen und euch verkündigen. 15 Alles was der Vater hat ist mein; deshalb habe ich gesagt, dass er es aus dem meinigen nimmt und euch verkündigen wird.

1) Fussnote in der Bibel: Im Grundtext: "Paraklet", das heißt wörtlich "ein zur Hilfe Herbeigerufener"; damit ist gemeint ein Rechtsbeistand oder Fürsprecher.

Textanalyse

  1. Jesus verkündet seinen Jüngern, dass er ausdrücklich ihnen einen Beistand senden wird. Gemäss Jesu Aussage soll das ein Beistand sein, der die Jünger befähigt, seine Botschaft ganz zu verstehen, eine Lehre, zu deren umfassendem Verständnis sie im aktuellen Zeitpunkt noch nicht in der Lage sind: "aber ihr könnt es jetzt nicht tragen".
     
  1. Dieser Beistand kommt nicht zu irgendeinem künftigen Zeitpunkt, sondern er ist den Jüngern noch während deren Lebenszeit verheissen, und wird bereits ihnen zugute kommen: "Herr, was ist geschehen, dass du dich uns offenbaren willst und nicht der Welt?".
     
  1. Der Beistand wird in Zusätzen genauer definiert:
  • Der Geist der Wahrheit

  • Der Heilige Geist

 und soll also befähigt sein, den Jüngern die Botschaft Jesu vollkommen  klar zu machen.

  1. Wie dargelegt, handelt es sich bei diesem Beistand nicht um einen menschlichen Boten oder Propheten, sondern um ein Medium, das göttliches Wissen auf geistigem Wege vermitteln kann. Beim fraglichen Medium wird (in oben angegebenen Textzusätzen wird sogar explizit darauf hingewiesen) vom Heiligen Geist gesprochen, nach christlicher Lehre die dritte Person der Trinität.
     
  1. Dieser Beistand soll in Ewigkeit bei den Jüngern sein, es handelt sich um den "Geist der Wahrheit", "den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht erkennt". Es ist also eine geistige Entität, die nicht von jedermann erkannt werden konnte, sondern nur von den Jüngern Jesu. Dieser Helfer ist nicht ein Helfer auf Zeit, sondern auf Weltzeit hin.

 

2. Die Grundlagen im Koran  (Der Koran, übersetzt von M. Henning P. Reclam, Stuttgart 1960)

Sure 61, Vers 6: Und da Jesus, der Sohn der Maria, sprach: "O ihr Kinder Israel, siehe, ich bin Allahs Gesandter an euch, bestätigend die Tora, die vor mir war, und einen Gesandten verkündigend, der nach mir kommen soll, des Name Ahmad 2) ist" Doch da er zu ihnen mit den deutlichen Zeichen kam, sprachen sie: "Dies ist ein offenkundiger Zauberer."

Textanalyse

  1. Parakletos, der "Tröster", oder wie in der Zürcher Bibel als "Beistand" übersetzt, soll also durch eine Verfälschung des griechischen Bibeloriginals entstanden sein. Aus welchen Gründen auch immer soll dort die Bezeichnung "Parakletos" Verwendung gefunden haben statt der, gemäss muslimischer Sicht korrekten Bezeichnung "Periklytos", was so viel heisst wie "hoch berühmt, ruhmvoll, herrlich". Im Arabischen heisst Ahmad "Der Gepriesene" und Mohammed ist ein anderer Name von Ahmad.

  2. Jesus wendet sich im vorliegenden Vers an alle Juden: "O ihr Kinder Israel" und kündigt dem ganzen Volke den Ahmad an.

  3. Obschon diese Ankündigung von Allah als deutliches Zeichen gewertet wird, lehnen die Juden den islamischen Jesus deshalb ab: "Dies ist ein offenkundiger Zauberer."

         

3. Diskussion

Gemäss Koran hatte Jesus den Juden seinen Prophetennachfolger Mohammed als "Ahmed" angekündigt. Wie Mohammed zu diesem Wissen kam, und zu welchem Zeitpunkt dieser Vers im Koran Eingang gefunden hat, bleibt unklar. Jedenfalls handelt es sich dabei für Muslime um eine göttliche Offenbarung. Obgleich die Christen ihre Schriften so grundlegend korrumpiert haben sollen, wurde ausgerechnet die Stelle, wo Mohammed angeblich angekündet wird nicht aus dem Evangelium entfernt, sondern es sollen nur einzelne Buchstaben ausgetauscht worden sein. Vers 6 aus Sure 61 war für islamische Apologeten ein gewichtiger Grund, das Neue Testament solange zu untersuchen, bis die "Ankündigung" gefunden war.

Dabei stießen islamische Gelehrte auf die oben zitierten Verse aus dem Evangelium des Johannes. Jetzt musste nur noch die Behauptung eines Übertragungsfehlers aufgestellt werden, und schon hatte Ahmed im Evangelium seinen Platz gefunden.

Allerdings hilft das nicht viel, denn wenn man in der Textanalyse den Kontext und damit den Sinn der jeweiligen Botschaft einbezieht, erkennt man unzweideutig, dass die beiden Texte von grundsätzlich anderen Inhalten sprechen. Im Evangelium weist Jesus seine Jünger auf die bevorstehende Herabsendung des Heiligen Geistes hin, der dazu noch explizit als "Geist der Wahrheit" genauer definiert wird. Im Koran informiert der islamische Jesus das ganze Volk der Juden über einen kommenden Propheten. Das sind zwei völlig unterschiedliche Gegebenheiten. Sie werden, auf Grund ihrer Andersartigkeit, in den entsprechenden Texten auch völlig anders beschrieben.

Der Ersatz von "Beistand" durch "der Gepriesene" ergäbe keinen anderen Sinn, es wäre weiterhin nichts als eine unglückliche Übersetzung. Das Entscheidende ist, dass in der Bibel einerseits der Begriff "Beistand" genau definiert wird und andererseits die verbindliche Zeitangabe seiner Erscheinung ausschließt, dass es sich hierbei um den Hinweis auf einen kommenden Propheten handelt.

Zudem sprechen die Jünger Jesu bei der Ankündigung der Herabsendung des Heiligen Geistes nicht: "Dies ist ein offenkundiger Zauberer" sondern sie nehmen die Worte Jesu an.

 

 

B  Ankündigung Mohammeds im Alten Testament

 

Die Grundlagen im Koran (Der Koran, übersetzt von M. Henning P. Reclam, Stuttgart 1960)

 An folgenden drei Stellen im Koran wird darauf hingewiesen, dass Mohammed in den Schriften der "Schriftbesitzer" angekündet  worden sei:

Sure 5, Vers 13: Und dieweil sie den Bund brachen, haben Wir sie verflucht und haben ihre Herzen verhärtet. Sie vertauschten die Wörter *) an ihren Stellen und vergaßen einen Teil von dem, was ihnen gesagt ward. Und nicht sollst du ablassen, die Verräter unter ihnen zu entdecken, bis auf wenige. Und vergib ihnen und verzeih; siehe, Allah liebt die Gutes Tuenden.

*) Gemäss Fussnote bei Max Henning bezieht sich dieser Vers "auf die angebliche Verheißung Mohammeds im Alten Testament."

Sure 7, Vers 157: Die da folgen dem Gesandten, dem ungelehrten Propheten, von dem sie geschrieben finden bei sich in der Tora und dem Evangelium. Gebieten wird er ihnen, was Rechtens ist, und verbieten das Ungerechte, und wird ihnen gewähren die guten Speisen, und verwehren die schlechten; und abnehmen wird er ihnen ihre Last und die Joche, die auf ihnen waren. Und jene, die an ihn glauben und ihn stärken und ihm helfen und dem Licht folgen, das mit ihm hinabgesandt ward, ihnen wird’s wohl ergehen.

Sure 26, Vers 196: Und wahrlich, verkündet ist er in den Schriften der Früheren.

 

Textanalyse

  1. Vers 13 aus Sure 5 spricht eindeutig von den Juden "dieweil sie den Bund brachen". Wenn die Fussnote korrekt ist, bezieht sich die Schriftverfälschung also auf die Tora. Woher der Verfasser des Korans wissen kann, was die Juden mit ihrer Schrift alles angestellt haben, bleibt ein Rätsel. Der hier aufgestellte Vorwurf der Entfernung der Ankündigung Mohammeds aus der Tora widerspricht den beiden anderen hier angegebenen Versen 157 aus Sure 7 und Vers 196 aus Sure 26, wo ausdrücklich festgestellt  wird, dass die Ankündigung in den Schriften der Juden und Christen niedergeschrieben ist.

  2. Sure 7, Vers 157 und Sure 26, Vers 196 beziehen sich auf die Schriften der Juden und der Christen. In beiden soll also Mohammed angekündet worden sein.

Als Grundlage für die koranische Behauptung, Mohammed sei auch im Alten Testament verheißen worden, verwenden wir eine islamische Internetseite:

Biblische Ankündigungen über das Erscheinen Muhammads, den Propheten des Islam

die sich mit diesem Thema beschäftigt. Sie finden sie in Kapitel D unten. Die Theorieentwicklung geht dahin, dass der Prophet, der im 5. Buch Mose, Kapitel 18, Vers 15 angekündigt wird, nicht Jesus Christus sei. Es müsse sich demnach um Mohammed handeln. Dafür werden nicht nur die erwähnte Stelle im Moses-Buch herbei-gezogen, sondern auch Verse aus dem Jesaja-Buch und der Bericht von Johannes dem Täufer aus dem Johannesevangelium. Wenden wir uns jeder Bibelstelle einzeln zu:

 

Mose

1. Die Grundlagen in der Bibel (Die Heilige Schrift, Verlag der Zürcher Bibel, Zürich, 1993)

5. Buch Mose, Kapitel 18, Vers 9 Wenn du in das Land kommst, das der Herr, dein Gott, dir geben will, so sollst du dich nicht an die Gräuel jener Völker gewöhnen. 10 Es soll in deiner Mitte keiner gefunden werden, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer gehen lässt, kein Wahrsager, Zeichendeuter, Schlangenbeschwörer oder Zauberer, 11 kein Bannsprecher oder Geisterbeschwörer, keiner, der Wahrsagegeister befragt oder sich an die Toten wendet. 12 Denn ein Gräuel ist dem Herrn ein jeder, der solches tut, und um dieser Gräuel willen wird sie der Herr, dein Gott, vor dir vertreiben. 13 Untadelig sollst du dastehen vor dem Herrn, deinem Gott. 14 Denn diese Völker, die du bezwingen wirst, hören auf Zeichendeuter und Wahrsager; für dich aber hat der Herr, dein Gott, anderes verfügt: 15 einen Propheten wie mich wird dir der Herr, dein Gott, erstehen lassen aus der Mitte deiner Brüder - auf den sollt ihr hören! -, 16 ganz wie du es am Horeb von dem Herrn, deinem Gott, erbeten hast am Tage der Versammlung, indem du sprachst: "Ich möchte die Stimme des Herrn, meines Gottes, nicht mehr hören und dieses große Feuer nicht länger sehen, dass ich nicht sterbe." 17 Da sprach der Herr zu mir: "Gut ist, was sie geredet haben. 18 Einen Propheten wie dich will ich ihnen aus der Mitte ihrer Brüder erstehen lassen und ihm meine Worte in den Mund legen, und er soll ihnen alles kundtun, was ich ihm gebieten werde. 19 Wer aber auf meine Worte, die er in meinem Namen reden wird, nicht hört, an dem werde ich selbst es ahnden. 20 Doch der Prophet, der sich vermisst, in meinem Namen zu reden, was ich ihm nicht geboten habe zu reden, oder der im Namen anderer Götter redet, ein solcher Prophet soll sterben." 21 Wenn du aber bei dir selber denkst: "Wie sollen wir erkennen, welches Wort der Herr nicht geredet hat?" so wisse: 22 wenn der Prophet im Namen des Herrn redet, und es erfüllt sich nicht und trifft nicht ein, so ist das ein Wort, das der Herr nicht geredet hat. In Vermessenheit hat es der Prophet geredet; fürchte dich nicht vor ihm.

 

Textanalyse

  1. Gemäss Bericht im AT hat Mose auf dem Berge Sinai von Gott nicht nur die  umfangreichen gesetzlichen Bestimmungen erhalten, nach denen die Juden ihr Leben auszurichten haben. Vielmehr wurde ihm auch ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Geschicke Israels gewährt. All dies verkündet er den Juden und der Bericht darüber findet sich im 5. Buch Mose (Deuteronomium).

  2. Die für unsere Untersuchung relevante Textstelle macht Vorhersagen über das verheißene Land, das Land der Kanaaniter, welche die Juden bezwingen werden. Keinesfalls sollen sie die schrecklichen und verwerflichen Riten dieses Volkes annehmen. Eben in jener zukünftigen Zeit und an jenen Ort, Palästina, wo die Juden wohnen werden, wenn sie die Kanaaniter ver-nichtet haben, wird der israelitische Gott seinem Volke einen Propheten senden: 14  " … für dich (das Volk Israel, zu dem Moses spricht) aber hat der Herr, dein Gott, anderes verfügt: 15 einen Propheten wie mich wird dir der Herr, dein Gott, erstehen lassen aus der Mitte deiner Brüder - auf den sollt ihr hören! …" Mose wiederholt in seinen Ausführungen noch einmal, was ihm sein Gott auf dem      Berge Sinai eröffnet hat: 18 "Einen Propheten wie dich will ich ihnen aus der Mitte ihrer Brüder erstehen lassen und ihm meine Worte in den Mund legen, und er soll ihnen alles kundtun, was ich ihm gebieten werde." Einen Propheten für die Juden also, aus der Mitte ihrer Brüder, aus einem der 12 Stämme Israels.

 

2. Die Darstellung auf der islamischen Internetseite

Auf der angeführten islamischen Internetseite lesen wir zum Wirken von Moses:

Die Ankündigungen über das Erscheinen Muhammads in der Bibel sind die Beweise für die Wahrhaftigkeit des Islam für die Menschen, die an die Bibel glauben.

Im 5. Buch Moses 18, gibt Moses wieder, was Gott ihm sagte: “Ich will ihnen einen Propheten, wie du bist, erwecken aus ihren Brüdern und Meine Worte in seinen Mund geben; der soll zu ihnen reden alles, was ich ihm gebieten werde.  Doch wer Meine Worte nicht hören wird, die er in Meinem Namen redet, von dem will ich´s fordern” (5.Mose 18:18-19).

Aus diesen Versen können wir folgern, dass der Prophet aus dieser Vorankündigung folgende drei Charakteristika erfüllen muss:

1)  Dass er wie Moses sein muss.
2)  Dass er von den Brüdern der Israeliten kommen muss, d.h. von den Ismaeliten.
3)  Dass Gott ihm seine Worte eingeben wird und dass er erklären wird, was Gott ihm befiehlt.

Jetzt wollen wir diese drei Charakteristika eingehender erläutern:

1)  Ein Prophet wie Moses:

Es gab kaum zwei Propheten, die sich so ähnelten, wie Mose und Muhammad.  Beiden wurde ein verständliches Gesetz und Lebensweise gegeben. Beide trafen auf ihre Feinde und siegten auf wunderbare Weise. Beide waren als Prophet und Staatsführer anerkannt. Beide wanderten aus, bevor Verschwörungen sie ermorden konnten. Analogien zwischen Moses und Muhammad gab es nicht nur bei den genannten Ähnlichkeiten, sondern auch bei anderen ganz wesentlichen: die natürliche Geburt, das Familienleben und der Tod von Moses und Muhammad  nicht so wie bei Jesus.  Darüber hinaus wurde Jesus von den Christen als Sohn Gottes betrachtet und nicht ausschließlich als ein Prophet Gottes, wie Moses und Muhammad  es waren und wie die Muslime es von Jesus glauben. Folglich bezieht sich diese Prophezeiung auf Muhammad  und nicht auf Jesus, denn Muhammad  gleicht Moses mehr als Jesus.

2) Von den Brüdern der Israeliten:

Abraham hatte zwei Söhne: Ismael und Isaak (1. Buch Mose). Ismael wurde der Stammvater des arabischen Volkes, Isaak der Stammvater des jüdischen Volkes. Der Prophet von dem wir sprachen, sollte nicht von den Juden selbst kommen, sondern von ihren Brüdern, also von den Ismaeliten.  Muhammad, ist ein Nachkomme Ismaels, er ist wahrhaftig dieser Prophet.

3) Gott wird sein Wort in den Mund dieses Propheten legen:

Gottes Wort (der Heilige Quran) wurde tatsächlich in Muhammads Mund gelegt. Gott sandte den Engel Gabriel, um Muhammad  exakt Gottes Wort (den Heiligen Quran) zu lehren und befahl ihm, sie den Menschen zu diktieren, wie er sie gehört hatte. Es handelt sich also nicht um seine eigene Rede. Die Worte stammen nicht von seinen eigenen Gedanken, sondern wurden ihm vom Engel Gabriel in den Mund gelegt. Während der Lebenszeit von Muhammad , und unter seiner Aufsicht wurden diese Worte auswendig gelernt und von seinen Gefährten aufgeschrieben. 

Die Prophezeiung im Deuteronomium erwähnt außerdem, dass dieser Prophet das Wort Gottes im Namen Gottes sprechen wird. Wenn wir uns den Heiligen Quran ansehen, dann stellen wir fest, dass alle Kapitel bis auf Kapitel 9 mit dem Ausspruch beginnen: „Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.” 

Gott sagte in der Prophezeiung im 5. Buch Mose: „Doch wer Meine Worte nicht hören wird, die er in Meinem Namen redet, von dem will ich´s fordern.” (5. Buch Mose, 18:19). Dies bedeutet, dass jeder der an die Bibel glaubt, glauben muss, was dieser Prophet spricht, und dieser Prophet ist Muhammad .

 

3. Diskussion

Das ganze Alte Testament ist die Geschichte des Volkes der Juden, von jüdischen Schriftgelehrten zusammengestellt und niedergeschrieben. Alle Juden stammen gemäss diesem Zeugnis von Abraham ab, mit welchem der israelitische Gott vor Urzeiten, wie im 1. Buch Mose beschrieben, einen Bund geschlossen haben soll:

1. Buch Mose, Kapitel 17, Vers 7 Ich richte meinen Bund auf zwischen mir und dir und deinen Nachkommen von Geschlecht zu Geschlecht als einen ewigen Bund, dass ich dein und deiner Nachkommen Gott sei. … 19 Da sprach Gott: Vielmehr, dein Weib Sara soll dir einen Sohn gebären, den sollst du Isaak nennen, und ich will meinen Bund mit ihm aufrichten als einen ewigen Bund, dass ich sein Gott und seiner Nachkommen Gott sei. 20 Aber auch wegen Ismaels erhöre ich dich: Siehe, ich segne ihn und mache ihn fruchtbar und überaus zahlreich; zwölf Fürsten wird er zeugen, und ich will ihn zu einem großen Volke machen. 21 Meinen Bund aber will ich aufrichten mit Isaak, den dir Sara gebären wird um diese Zeit im nächsten Jahr.

Der vorliegende Bericht vom Eingreifen des israelischen Gottes ins Leben Abrahams lässt keine Zweifel offen, dass Isaak, auf den die 12 Stämme der Juden zurückgehen, die auserwählte Gestalt ist, die den Bund mit Gott weiterträgt, ein Bund, der von Geschlecht zu Geschlecht weitergegeben wird. Daraus ergibt sich klar, dass der israelitische Gott den im 5. Buch Mose angekündeten Propheten aus "seinem" Volke auswählen wird. Mit den "Brüdern" sind somit unzweifelhaft eindeutig Nachkommen aus den 12 Stämmen der Juden  gemeint.

 

Johannes der Täufer

1. Die Grundlagen in der Bibel (Die Heilige Schrift, Verlag der Zürcher Bibel, Zürich, 1993)

Johannes 1, 15  Johannes zeugt von ihm und ruft: Dieser war es, von dem ich gesagt habe: "Der nach mir kommt, ist vor mir gewesen; denn er war als Erster vor mir." 16 Aus seiner Fülle haben wir ja alle empfangen, und zwar Gnade um Gnade. 17 Denn das Gesetz ist durch Mose gegeben worden, die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus gekommen. 18 Niemand hat Gott jemals gesehen; der einzige Sohn, der im Schosse des Vaters ist, der hat Kunde von ihm gebracht. 19 Und dies ist das Zeugnis des Johannes, als die Juden aus Jerusalem Priester und Leviten zu ihm sandten, um ihn zu fragen: Wer bist du? 20 Und er bekannte und leugnete nicht; und er bekannte: Ich bin nicht der Christus. 21 Und sie fragten ihn: Was dann? bist du Elia? Und er sagte: Ich bin's nicht. Bist du der Prophet? Und er antwortete: Nein. 22 Sie sagten nun zu ihm: Wer bist du also? damit wir denen Antwort geben, die uns gesandt haben. Was sagst du über dich selbst? 23 Er sprach: Ich bin "die Stimme eines Rufers in der Wüste: Machet den Weg des Herrn gerade!" wie der Prophet Jesaja gesagt hat.

24 Und sie waren Gesandte aus den Pharisäern. 25 Und sie fragten ihn und sagten zu ihm: Warum taufst du denn, wenn du nicht der Christus noch Elia, noch der Prophet bist? 26 Johannes antwortete ihnen: Ich taufe mit Wasser; mitten unter euch ist der, den ihr nicht kennt, 27 der nach mir kommt; und ich bin nicht würdig, ihm den Schuhriemen zu lösen. 28 Dies geschah in Bethanien jenseits des Jordan, wo Johannes taufte.

29 Am folgenden Tag sieht er Jesus auf sich zukommen und sagt: Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt! 30 Dieser ist's, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der vor mir gewesen ist; denn er war als Erster vor mir. 31 Und ich kannte ihn nicht; aber damit er dem Volke Israel offenbar würde, deshalb kam ich und taufte mit Wasser. 32 Und Johannes bezeugte: Ich habe den Geist wie eine Taube aus dem Himmel herabschweben sehen, und er blieb auf ihm. 33 Und ich kannte ihn nicht; aber der mich sandte, mit Wasser zu taufen, der sprach zu mir: Auf wen du den Geist herabschweben und auf ihm bleiben siehst, der ist's der mit heiligem Geist tauft. 34 Und ich habe gesehen und bezeugt, dass dieser der Sohn Gottes ist.

 

Textanalyse

  1. Im Johannesevangelium Kapitel 1 Vers 15 bis Vers 33 wird eine klare und vollständige Reportage über das Wirken von Johannes dem Täufer und seiner Begegnung mit Jesus gegeben.

  2. Zu den Fragen der Pharisäer und Leviten über seine Identität gibt Johannes der Täufer an, dass er selber weder Christus, noch Elia noch der Prophet sei, sondern lediglich auf Jesus hinweise und vorbereite.

 

2. Die Darstellung auf der islamischen Internetseite

Auf der angeführten islamischen Internetseite lesen wir zum Wirken von Johannes dem Täufer:

Aus dem Evangelium des Johannes entnehmen wir, dass die Juden auf die Erfüllung dreier verschiedener Prophezeiungen warteten: 1) das Kommen Christi, 2) das Kommen von Elias, 3) das Kommen des Propheten. Dies wird durch die drei Fragen, die Johannes dem Täufer gestellt wurden, offensichtlich: “Und dies ist das Zeugnis des Johannes, da die Juden zu ihm sandten von Jerusalem Priester und Leviten, dass sie ihn fragten: Wer bist du?  Und er bekannte und leugnete nicht, und er bekannte: Ich bin nicht der Christus.  Und sie fragten ihn: Was denn?  Bist du Elia?  Er sprach: Ich bin´s nicht.  Bist du der Prophet?  Und er antwortete: Nein.” (Johannes 1:19-21).  Wenn wir die Bibel mit Querverweisen betrachten, finden wir in den Randbemerkungen, wo die Worte „der Prophet” bei Johannes 1:21 auftauchen, dass sich diese auf das 5. Buch Mose 18:15 und 18:18 beziehen. Wir schließen hieraus, dass Jesus Christ nicht der Prophet ist, der im 5. Buch Mose 18:18 erwähnt wird.

 

3. Diskussion

Johannes der Täufer gibt auf die Fragen zu seiner Identität die korrekten Antworten, dass er selber weder Christus noch Elia noch der Prophet sei. Indem die Verfasser des islamischen Traktates die ganze Geschichte verkürzt darstellen und aus dem Zusammenhang reißen, kommen sie zu einer vollständig falschen Schlussfolgerung. Im 5. Buch Moses (siehe oben) wird ein Prophet angekündigt, Johannes der Täufer gibt klar zu verstehen, dass er selber eben nicht dieser erwartete Prophet sei und auch nicht Elia oder Christus. Die Fragen der Pharisäer und Leviten an Johannes den Täufer und seine negativen Antworten werden im obigen Artikel widersinnigerweise auf Jesus bezogen und damit der „Beweis“ zusammengebastelt, dass Jesus nicht der angekündete Prophet sei.

 

Jesaja

1. Die Grundlagen in der Bibel (Die Heilige Schrift, Verlag Der Zürcher Bibel, Zürich, 1993)

Jesaja Kapitel 42, Vers 1 Siehe da mein Knecht, an dem ich festhalte, mein Erwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, dass er die Wahrheit unter die Völker hinaustrage. 2 Er wird nicht schreien noch rufen, noch seine Stimme hören lassen auf der Gasse. 3 Geknicktes Rohr wird er nicht zerbrechen und glimmenden Docht nicht auslöschen; in Treuen trägt er die Wahrheit hinaus. 4 Er selbst erlischt nicht und bricht nicht zusammen bis dass er auf Erden die Wahrheit gegründet und seiner Weisung die fernsten Gestade harren. 5 So spricht Gott, der Herr, der die Himmel geschaffen und ausgespannt, der die Erde befestigt samt ihrem Gespross, der Odem gibt dem Menschengeschlecht auf ihr und Lebenshauch denen, die über sie hinwandeln. 6 Ich, der Herr habe dich in Treuen berufen und bei der Hand gefasst, ich habe dich gebildet und zum Bundesmittler für das Menschengeschlecht, zum Lichte der Völker gemacht, 7 blinde Augen aufzutun, Gebundene herauszuführen aus dem Gefängnis, und die in der Finsternis sitzen, aus dem Kerker. 8 Ich bin der Herr, das ist der Name, und ich will meine Ehre keinem anderen geben, noch meinen Ruhm den Götzen. 9 Das Frühere, siehe es ist eingetroffen, und Neues tue ich kund; noch ehe es sprosst, lasse ich es hören. 10 Singet dem Herrn ein neues Lied, preiset ihn bis ans Ende der Erde! Es brause das Meer und was darin ist, die Inseln, die sie bewohnen! 11 Es juble die Wüste und die sie durchziehen, die Gehöfte, die Kedar bewohnt, es sollen frohlocken die Felsenbewohner und von der Höhe der Berge her jauchzen. 12 Dem Herrn sollen sie Ehre geben und seinen Ruhm auf den Inseln verkünden. 13 Der Herr zieht aus, wie ein Held, wie ein Kriegsmann weckt er die Kampflust; er erhebt den Schlachtruf, das Kriegsgeschrei, zeigt sich als Held wider seine Feinde. 14 Ich habe lange geschwiegen, bin stille gewesen, habe an mich gehalten - jetzt will ich schreien wie die Gebärende, will schnauben und schnappen zumal. 15 Austrocknen will ich Berge und Hügel und all ihr Gras verdorren lassen, will Ströme zu Steppen machen und Seen trockenlegen … 21 Dem Herrn gefiel es um seiner Treue willen, große und herrliche Lehre zu geben. 22 Aber nun ist es ein beraubtes und ausgeplündertes Volk, verstrickt in Höhlen zumal und in Kerkern versteckt, zum Raube geworden, und kein Retter war da, der Plünderung verfallen, und niemand sprach: Gib zurück!

 

Textanalyse:

  1. Der Prophet Jesaja wirkte zwischen 740 und 700 v.Chr. zur Zeit der Bedrohung der Juden durch die Großmacht Assyrien. Die im islamischen Traktat zitierten Stellen aus dem Kapital 42 des Jesaja-Buches behandeln die Zeit des Babylonischen Exils der Juden um 580 v.Chr. Die Bibelforschung ist sich nicht ganz schlüssig, ob die Kapitel 40 bis 66 des Jesaja-Buches von Jesaja selbst stammen oder von einem anderen Propheten. Jesaja hätte dann nämlich das babylonische Exil (das nach seinem Leben eintraf) quasi prophetisch vorausgesehen und kommentiert. Das ist aber für die vorliegende Textanalyse nicht relevant. Jedenfalls behandelt das zitierte Kapitel 42 diese Zeit des Exils und der israelitische Gott spricht in den Versen 1 bis 6 zu seinem Propheten: "Siehe da mein Knecht, an dem ich festhalte, mein Erwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, dass er die Wahrheit unter die Völker hinaustrage … Ich, der Herr habe dich in Treuen berufen und bei der Hand gefasst, ich habe dich gebildet und zum Bundesmittler für das Menschengeschlecht, zum Lichte der Völker gemacht".
     

  2. Das Reich der Babylonier erstreckte sich geographisch ungefähr über das Gebiet des heutigen Irak. Auf diesen biblischen Raum bezieht sich Vers 11: "die Gehöfte, die Kedar bewohnt", dort lebten die Nachfahren Ismaels (also die Babylonier!) und dorthin wurden die Juden von eben diesen Babyloniern deportiert. Übrigens soll dies, wie aus dem Text indirekt hervorgeht, letztlich auf Geheiß des israelitischen Gottes geschehen sein, denn damit wollte er sein Volk wegen groben Verletzungen seiner Gebote bestrafen. (Siehe unten: Jesaja 28 Vers 1 bis 13) Nun aber wird den Israeliten die baldige Rückkehr aus dem Exil verkündet, weshalb Grund zur Freude gegeben ist: Die ganze, dem Propheten bekannte Welt soll frohlocken: "Singet dem Herrn ein neues Lied, preiset ihn bis ans Ende der Erde! Es brause das Meer und was darin ist, die Inseln, die sie bewohnen! Es juble die Wüste und die sie durchziehen, die Gehöfte, die Kedar bewohnt, es sollen frohlocken die Felsenbewohner und von der Höhe der Berge her jauchzen." Jesaja selbst überbringt dem Volke Israel die frohe Botschaft.

Jesaja Kapitel 28 Vers 1 Wehe der stolzen Krone der Trunkenen Ephraims 3), der welken Blume seines herrlichen Schmuckes auf dem Haupte der vom Weine Bezwungenen! 2 Siehe, da kommt ein Starker und Gewaltiger des Herrn wie Hagelwetter, wie zerschmetternder Sturm, wie Wetterguss mächtiger, flutender Wasser; der wirft sie zu Boden mit Macht. 3 Mit Füssen wird zertreten die stolze Krone der Trunkenen Ephraims 3) 7 Aber auch diese hier schwanken vom Wein und taumeln vom Rauschtrank. Priester und Prophet schwanken vom Rauschtrank, sind verwirrt vom Wein; wie taumeln vom Rauschtrank, schwanken beim Weissagen, wanken beim Urteilsprechen … 10 Denn Satz auf Satz, Satz auf Satz, Spruch auf Spruch, Spruch auf Spruch, da ein wenig, dort ein wenig. 11 Jawohl, durch Leute mit stammelnder Lippe und in fremder Zunge wird er zu diesem Volke da reden … 13 So wird denn das Wort des Herrn an sie ergehen: Satz auf Satz, Satz auf Satz, Spruch auf Spruch, Spruch auf Spruch, da ein wenig, dort ein wenig - damit sie gehen und rücklings straucheln und zerschellen, sich verstricken und gefangen werden.

3) Ephraim war der jüngere der beiden Söhne Josefs, sein Bruder hieß Manasse. Der Name wurde später Synonym für ein Siedlungsgebiet der Hebräer in Kanaan, das von den Angehörigen des von Ephraim begründeten Volksstammes, einem der Zwölf Stämme Israels, bevölkert wurde. Manchmal wird Ephraim in der Bibel auch als Kurzname für ganz Israel gebraucht.

 

Textanalyse:

  1. Kapitel 28 des Jesaja-Buches beschreibt den erfolgten geistigen Niedergang der Juden und ihrer Priester, Könige und Propheten. Sie befolgten nicht mehr die ihnen auferlegten Gebote und ergaben sich dem Trunke. Deshalb war ihr Reden verwirrt und bruchstückhaft: "Denn Satz auf Satz, Satz auf Satz, Spruch auf Spruch, Spruch auf Spruch, da ein wenig, dort ein wenig."
     

  2. Die Juden wurden für diese Verfehlungen vom israelitischen Gott bestraft und in der Folge nach Babylonien deportiert. "Siehe, da kommt ein Starker und Gewaltiger des Herrn wie Hagelwetter, wie zerschmetternder Sturm, wie Wetterguss mächtiger, flutender Wasser; der wirft sie zu Boden mit Macht."

 

2. Die Darstellung auf der islamischen Internetseite

Ein weiterer Hinweis (zusätzlich zu der Prophezeiung im Deuteronomium) liegt darin, dass Jesaja den Boten im Zusammenhang mit Kedar mit einem neuen Lied in Verbindung bringt (einer Schrift in einer neuen Sprache), das dem Herrn gesungen werden soll (Jesaja 42:10-11). Dies wird noch deutlicher in der Prophezeiung des Jesaja: „Jawohl, Gott wird einmal mit unverständlicher Sprache und mit einer fremden Zunge reden zu diesem Volk“ (Jesaja 28:11). Ein weiterer Punkt ist, dass der Quran in einzelnen Teilen über eine Spanne von dreiundzwanzig Jahren hinweg offenbart wurde. Es ist interessant, dies mit Jesaja 28 zu vergleichen, wo ebenfalls hiervon die Rede ist: „Zawlazaw zawlazaw, kawlakaw kawlakaw, hier ein wenig, da ein wenig!” (Jesaja 28:10).

Auch Jesaja (42:1-13) spricht von Gottes Diener, seinem „Auserwählten” und „Gesandten”, der ein Gesetz bringen wird. „Er selbst wird nicht verlöschen und nicht zerbrechen, bis er auf Erden Recht aufrichtete; und die Inseln warten auf seine Weisung.”  (Jesaja 42:4). Vers 11 verbindet den erwarteten Gesandten mit den Nachkommen Kedars. Wer ist Kedar? Gemäß dem 1. Buch Moses 25:13 war Kedar der zweite Sohn Ismaels, der Vorfahre des Propheten Muhammads.

 

3. Diskussion

Aus dem Bericht im Jesaja-Buch geht folgendes hervor:

Die Erwähnung von Kedar's Gehöften im Jesaja-Buch ist ein geographischer Hinweis und bezeichnet das Gebiet, wo die Juden in der Deportation lebten. Nicht nur die dort lebenden Menschen, sondern alle Welt soll Gott danken, dass er einmal mehr ein Einsehen gehabt, Gnade vor Recht hat ergehen lassen und seinem Volk eine weitere Möglichkeit einberaumt, zu einem gottgefälligen Leben zurückzukehren. Deshalb sollen die Juden "dem Herrn ein neues Lied" singen.

Um diesem Volke zu helfen, ein Leben gemäss den göttlichen Geboten zu führen hat der israelitische Gott einen neuen Propheten berufen, seinen Erwählten, Jesaja, der die Juden lehren soll: "habe dich in Treuen berufen und bei der Hand gefasst, ich habe dich gebildet und zum Bundesmittler für das Menschengeschlecht, zum Lichte der Völker gemacht."

Die hier behandelten Kapitel des Jesaja-Buches weisen auf keinen kommenden Propheten hin, sondern beschreiben das Wirken Jesajas. Der Hinweis auf einen Knecht Gottes, der erniedrigt und dann erhöht wird findet sich in Kapitel 53 und  wird auf Jesus bezogen. 

Im Kapitel 28 des Jesaja-Buches wird die elende und verkommene Priesterschaft vom israelitischen Gott gegeißelt, weil sie im Rausche des Weines nur noch bruchstückhafte Weissagungen und Belehrungen von sich geben kann. Das Volk der Juden folgt ihnen, weshalb allesamt bestraft werden.

Die islamische Internetseite verlinkt aus dem Zusammenhang gerissene Stellen des Jesaja-Buches in beliebiger Art, alles im Bemühen, die angebliche Ankündigung Mohammeds in der Bibel zu untermauern. Die peinlichste Verfälschung der biblischen Geschichtsschreibung ist die Umdeutung des Gestammels betrunkener jüdischer Priester und Propheten zur 23 Jahre dauernden Offenbarungstätigkeit  Mohammeds.

 

C  Epilog

Den Vorwurf der „Schriftverfälschung“ an die „Schriftbesitzer“ den wir nicht nur im Koran  sondern auch in der islamischen Apologetik antreffen, müssen sich die Muslime selber anschnallen. Hemmungslos werden die heiligen Bücher der „Schriftbesitzer“ wie ein Steinbruch verwendet, aus welchem das für die Beweisführung der angeblichen Ankündigung Mohammeds jeweils gerade brauchbare herausgebrochen wird. Die Respektlosigkeit gegenüber anderen Religionen widerspiegelt die grundlegende imperiale Haltung des Islam. Andererseits belegt sie auch, wie armselig und aussichtslos die Behauptung der Ankündigung Mohammeds in den Schriften der „Schriftbesitzer“ ist.

 

D  Biblische Ankündigungen über das Erscheinen Mohammeds, des Propheten des Islam

Quelle:  http://www.islam-guide.com/de/ch1-3.htm 

Die Ankündigungen auf das Erscheinen Muhammads  in der Bibel sind die Beweise für die Wahrhaftigkeit des Islam für die Menschen, die an die Bibel glauben.

Im 5. Buch Moses 18, gibt Moses wieder, was Gott ihm sagte: “Ich will ihnen einen Propheten, wie du bist, erwecken aus ihren Brüdern und Meine Worte in seinen Mund geben; der soll zu ihnen reden alles, was ich ihm gebieten werde.  Doch wer Meine Worte nicht hören wird, die er in Meinem Namen redet, von dem will ich´s fordern” (5.Mose 18:18-19).1

Aus diesen Versen können wir folgern, dass der Prophet aus dieser Vorankündigung folgende drei Charakteristika erfüllen muss:

1)  Dass er wir Moses sein muss.
2)  Dass er von den Brüdern der Israeliten kommen muss, d.h. von den Ismaeliten.
3)  Dass Gott ihm seine Worte eingeben wird und dass er erklären wird, was Gott ihm befiehlt.

Jetzt wollen wir diese drei Charakteristika eingehender erläutern:

 

1)  Ein Prophet wie Moses:

Es gab kaum zwei Propheten, die sich so ähnelten, wie Mose und Muhammad .  Beiden wurde ein verständliches Gesetz und Lebensweise gegeben. Beide trafen auf ihre Feinde und siegten auf wunderbare Weise.  Beide waren als Prophet und Staats-führer anerkannt. Beide wanderten aus, bevor Verschwörungen sie ermorden konnten.  Analogien zwischen Moses und Muhammad gab es nicht nur bei den genannten Ähnlichkeiten, sondern auch bei anderen ganz wesentlichen: die natürliche Geburt, das Familienleben und der Tod von Moses und Muhammad  nicht so wie bei Jesus.  Darüber hinaus wurde Jesus von den Christen als Sohn Gottes betrachtet und nicht ausschließlich als ein Prophet Gottes, wie Moses und Muhammad  es waren und wie die Muslime es von Jesus glauben. Folglich bezieht sich diese Prophezeiung auf Muhammad  und nicht auf Jesus, denn Muhammad  gleicht Moses mehr als Jesus.

Aus dem Evangelium des Johannes entnehmen wir, dass die Juden auf die Erfüllung dreier verschiedener Prophezeiungen wartete: 1) das Kommen Christi, 2) das Kommen von Elias, 3) das Kommen des Propheten. Dies wird durch die drei Fragen, die Johannes dem Täufer gestellt wurden, offensichtlich: “Und dies ist das Zeugnis des Johannes, da die Juden zu ihm sandten von Jerusalem Priester und Leviten, dass sie ihn fragten: Wer bist du?  Und er bekannte und leugnete nicht, und er bekannte: Ich bin nicht der Christus.  Und sie fragten ihn: Was denn?  Bist du Elia?  Er sprach: Ich bin´s nicht.  Bist du der Prophet?  Und er antwortete: Nein.” (Johannes 1:19-21).  Wenn wir die Bibel mit Querverweisen betrachten, finden wir in den Randbemerkungen, wo die Worte „der Prophet” bei Johannes 1:21 auftauchen, dass sich diese auf das 5. Buch Mose 18:15 und 18:182 beziehen. Wir schließen hieraus, dass Jesus Christ nicht der Prophet ist, der im 5. Buch Mose 18:18 erwähnt wird.

 

2) Von den Brüdern der Israeliten:

Abraham hatte zwei Söhne: Ismael und Isaak (1. Buch Mose). Ismael wurde der Stammvater des arabischen Volkes, Isaak der Stammvater des jüdischen Volkes. Der Prophet von dem wir sprachen, sollte nicht von den Juden selbst kommen, sondern von ihren Brüdern, also von den Ismaeliten.  Muhammad , ist ein Nachkomme Ismaels, er ist wahrhaftig dieser Prophet.

Auch Jesajah (42:1-13) spricht von Gottes Diener, seinem „Auserwählten” und „Gesandten”, der ein Gesetz bringen wird. „Er selbst wird nicht verlöschen und nicht zerbrechen, bis er auf Erden Recht aufrichtete; und die Inseln warten auf seine Weisung.”  (Jesaja 42:4). Vers 11 verbindet den erwarteten Gesandten mit den Nachkommen Kedars. Wer ist Kedar? Gemäß dem 1. Buch Moses 25:13 war Kedar der zweite Sohn Ismaels, der Vorfahre des Propheten Muhammads .

 

3) Gott wird sein Wort in den Mund dieses Propheten legen:

Gottes Wort (der Heilige Quran) wurde tatsächlich in Muhammads  Mund gelegt.  Gott sandte den Engel Gabriel, um Muhammad  exakt Gottes Wort (den Heiligen Quran) zu lehren und befahl ihm, sie den Menschen zu diktieren, wie er sie gehört hatte. Es handelt sich also nicht um seine eigene Rede. Die Worte stammen nicht von seinen eigenen Gedanken, sondern wurden ihm vom Engel Gabriel in den Mund gelegt. Während der Lebenszeit von Muhammad , und unter seiner Aufsicht wurden diese Worte auswendig gelernt und von seinen Gefährten aufgeschrieben.

Die Prophezeiung im Deuteronomium erwähnt außerdem, dass dieser Prophet das Wort Gottes im Namen Gottes sprechen wird. Wenn wir uns den Heiligen Quran ansehen, dann stellen wir fest, dass alle Kapitel bis auf Kapitel 9 mit dem Ausspruch beginnen: „Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.” 

Ein weiterer Hinweis (zusätzlich zu der Prophezeiung im Deuteronomium) liegt darin, dass Jesaja den Boten im Zusammenhang mit Kedar mit einem neuen Lied in Verbindung bringt (einer Schrift in einer neuen Sprache), das dem Herrn gesungen werden soll (Jesaja 42:10-11). Dies wird noch deutlicher in der Prophezeiung des Jesaja: „Jawohl, Gott wird einmal mit unverständlicher Sprache und mit einer fremden Zunge reden zu diesem Volk“ (Jesaja 28:11). Ein weiterer Punkt ist, dass der Quran in einzelnen Teilen über eine Spanne von dreiundzwanzig Jahren hinweg offenbart wurde. Es ist interessant, dies mit Jesaja 28 zu vergleichen, wo ebenfalls hiervon die Rede ist: „Zawlazaw zawlazaw, kawlakaw kawlakaw, hier ein wenig, da ein wenig!” (Jesaja 28:10).

Gott sagte in der Prophezeihung im 5. Buch Mose: „Doch wer Meine Worte nicht hören wird, die er in Meinem Namen redet, von dem will ich´s fordern.” (5. Buch Mose, 18:19). Dies bedeutet, dass jeder der an die Bibel glaubt, glauben muss, was dieser Prophet spricht, und dieser Prophet ist Muhammad .

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Fußnoten:

(1) Alle Verse auf dieser Seite stammen aus Bibel nach der Übersetzung Martin Luthers in der revidierten Fassung von 1984.

(2) Siehe Randbemerkungen in The NIV Study Bible, New International Version zu Vers 1:21, S. 1594.

 

 

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