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Allahs Allmacht

 

Eine sehr eindrückliche Voraussage macht Allah bezüglich Seiner umfassenden Macht in folgendem Vers, wo Er den dereinstigen Endsieg gegen den Unglauben in Aussicht stellt:

Sure 58, Vers 21: Geschrieben hat Allah: „Wahrlich, Ich werde obsiegen, Ich und Meine Gesandten.“ Siehe, Allah ist stark und mächtig.

Seine Allmacht beinhaltet selbstredend auch Seine Fähigkeit, die ganze Schöpfung hervorzubringen: 

Sure 25, Vers 1: Voller Segen ist Er, der auf Seinen Diener Mohammed die Rettung (den Koran) herabgesandt hat, damit er den Menschen in aller Welt ein Warner sei.

Sure 25, Vers 2: Er, der die Herrschaft über Himmel und Erde hat und sich kein Kind zugelegt hat und keinen Teilhaber an der Herrschaft hat und der von sich aus alles was in der Welt ist geschaffen und genau bestimmt hat.            (Übersetzung nach R. Paret)

M. Cook schreibt zu diesem Vers: „Wenn wir die Erklärung, Gott habe alle Dinge erschaffen wörtlich nehmen - und das sollten wir - so hat das eine bestürzende Konsequenz, auf die in der vorletzten Sure des Koran mehr oder minder explizit hingewiesen wird: 

Sure 113: Sprich: „Ich nehme meine Zuflucht zum Herrn des Morgengrauens, vor dem Übel dessen, was Er erschaffen, und vor dem Übel der Nacht, wann sie naht, und vor dem Übel der Knotenanbläserinnen (Hexen), und vor dem Übel des Neiders, wenn er neidet.“

(M. Cook, Der Koran, Reclam, Stuttgart, 2002, Seite 30 f)

Der Herr der Welten hat nicht nur alles erschaffen sondern hat auch vollkommene Macht über Seine Schöpfung: Jede Tat der Menschen, jegliches Leben in der Natur, der Lauf der Gestirne, kurz: jedes Geschehnis im Kosmos wird ausnahmslos durch Seine Kraft bewirkt.

Keine Kreatur kann aus Seiner Schöpfung und Seinem Machtbereich herausfallen:

Sure 3, Vers 27: Du lässest die Nacht übergehen in den Tag und lässest den Tag übergehen in die Nacht; und lässest das Tote aus dem Lebendigen erstehen, und versorgst, wen Du willst, ohne Maß.“

 

Sure 11, Vers 56: Siehe ich vertraue auf Allah, meinen Herrn und euern Herrn. Kein Tier ist auf Erden, daß Er nicht an seiner Stirnlocke hielte. Siehe, mein Herr ist auf rechtem Wege.

 

Sure 31, Vers 34: Siehe, Allah - bei Ihm ist das Wissen von der „Stunde“. Und Er sendet den Regen herab, und Er weiß, was in den Mutterschößen ist; und keine Seele weiß, in welchem Land sie sterben wird. Siehe Allah ist wissend und kundig.

 

1. Allah erschafft den Menschen, bestraft und verhängt den Tod

Vergleiche Die Vorherbestimmung des Zeitpunktes des Todes

Insbesondere erschafft Allah das Leben eines jeden Menschen; Er hat seine Lebensspanne und damit den Zeitpunkt des Todes bestimmt.

Sure 56, Vers 57: Wir erschufen euch, warum wollt ihr nicht glauben?

Sure 56, Vers 58: Was meint ihr? Was euch an Samen entfließt,

Sure 56, Vers 59: Habt ihr es erschaffen oder erschufen Wir es?

Sure 56, Vers 60: Wir haben unter euch den Tod verhängt, doch sind Wir nicht daran verhindert,

Sure 56, Vers 61: Daß Wir euch durch euresgleichen ersetzen und euch neu erschaffen, wie ihr es nicht wisset.

Tafsir al-Jalalayn 56, 61: euch zu ersetzen, Wir sind durchaus fähig an eurer Stelle andere euch ähnliche Formen hervorzubringen und euch in einer euch unbekannten Art zu erschaffen, zum Beispiel  als Affen und Schweine.

Sure 56, Vers 62: Und wahrlich ihr kennt die erste Schöpfung, warum laßt ihr euch da nicht ermahnen?

Sure 56, Vers 63: Und betrachtet ihr, was ihr säet?

Sure 56, Vers 64: Lasset ihr es wachsen oder Wir?

Offenbar kann Er auch Missetäter, insbesondere Juden, in Affen und Schweine verwandeln. „Im koranischen Text wird die Fähigkeit, Leben zu geben und zu nehmen, Macht und Kontrolle über Natur und Menschen auszuüben, Seine Gegner zu besiegen und Seinen Willen anderen aufzuzwingen Allah zugeordnet.“ (Encyclopaedia of the Qur’an, Brill, Leiden + Boston, 2006, Seite 210)

Alle Juden sind Affen und Schweine

Das koranische Konzept von Allahs Allmacht impliziert, daß Er in Seiner Schöpfung permanent alles bewirkt Lasset ihr es wachsen oder Wir?“

Allahs Fügung und Führung

Der Aussage, daß nicht der Mensch den eigentlichen Schöpfungsakt bewirkt, sondern Allah sind wir schon in der Biographie Mohammeds begegnet. Anläßlich der Schlacht bei Badr belehrte Er Seinen Propheten, daß nicht dieser die Steine geworfen habe und nicht die Mujahidun die Ungläubigen erschlagen hätten, sondern Er selber (mittels Seiner Engel):

Sure 8, Vers 17: Und nicht erschlugt ihr sie, sondern Allah erschlug sie; und nicht warfst du, sondern Allah warf. Und prüfen wollte Er die Gläubigen mit einer schönen Prüfung von Ihm. Siehe, Allah ist hörend und wissend.

Schlacht von Badr

 

2. Allah erschafft Gut und Böse, Glauben und Unglauben

Die Sichtweise, daß Allah der Schöpfer einer jeden Tat ist, finden wir auch im Glaubensbekenntnis des islamischen Klerikers al-Ashari (gestorben 935) Hier ein Auszug:

„Die Grundzüge der Ansicht der Traditionsgläubigen und Sunnahtreuen sind folgende:

- Sie behaupten, daß es auf der Erde nichts Gutes und nichts Schlechtes gibt, außer was Allah will, und daß die Dinge nach dem Willen Allahs geschehen, wie Er gesagt hat:

Sure 81, Vers 29: Doch werdet ihr nicht wollen, es sei denn, daß Allah will, der Herr der Welten.

und wie die Muslime zu sagen pflegen: „Was Allah will, geschieht, und was Er nicht will, geschieht nicht.“

- Sie behaupten, daß niemand imstande ist, irgend etwas zu tun, bevor er es wirklich tut, oder daß er vermöchte, sich dem Wissen Allahs zu entziehen oder etwas zu tun, von dem Allah weiß, daß er es nicht tun wird. Sie bekennen ferner, daß es keinen Schöpfer außer Allah gibt, daß Allah die schlechten Taten der Menschen schafft, daß Allah überhaupt die Handlungen der Menschen schafft und daß die Menschen nicht vermögen, irgend etwas zu schaffen.

- Sie bekennen, daß Allah den Gläubigen hilft, Ihm zu gehorchen, aber sich von den Ungläubigen zurückzieht, den Gläubigen gnädig ist, über sie wacht, sie rechtschaffen macht und sie recht leitet, aber den Ungläubigen nicht gnädig ist, sie nicht rechtschaffen macht und sie nicht leitet; denn wenn Er sie rechtschaffen machte, so wären sie rechtschaffen, und wenn Er sie recht leitete, so wären sie auf dem rechten Wege. Sie bekennen, daß Allah imstande ist, die Ungläubigen rechtschaffen zu machen, und ihnen gnädig zu sein, so daß sie gläubig wären, daß Er aber die Ungläubigen nicht rechtschaffen machen und ihnen nicht gnädig sein will, so daß sie gläubig wären, sondern daß Er will, daß sie ungläubig seien, wie Er weiß, daß sie ungläubig sein werden, sich von ihnen zurückzieht, sie in die Irre gehen läßt und ihre Herzen verhärtet.“

(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Abu_l-Hasan_al-Asch'ari)

Die hier aufgeführten Abschnitte aus dem Glaubensbekenntnis des al-Ashari reflektieren sehr präzise die koranischen Verse zum Thema Glauben/Unglauben, wie sie in den Kapiteln

Prädestination im Koran
Irreleitung

zusammengestellt sind

Die Allmacht Allahs wird auch im folgenden Beleg aus dem islamischen Standardwerk „Reliance of the Traveller“ (http://en.wikipedia.org/wiki/Reliance_of_the_Traveller) behandelt.

In diesem Aufsatz wird der freie Wille des Menschen und damit seine Verantwortung einerseits und Allahs Vorwissen über die getroffene Entscheidung dieses Menschen andererseits auseinandergehalten. Das Vorwissen

Es wird mit anderen Worten versucht, den logischen Graben einzuebnen, der sich in der islamischen Heilslehre durch das Dogma der Allmacht Allahs und der Verantwortlichkeit des Menschen aufgetan hat: Die allumfassende Herrschaft Allahs soll nicht angetastet und die Verantwortlichkeit des Menschen erhalten bleiben:

Glaube an die Vorherbestimmung des Guten und Bösen:

u3.8: „Bezüglich Allahs Schöpfungsakte nehmen wir an, daß Er der wahre und einzige Akteur ist. Er ist derjenige, welcher die Flamme entflammt; weder das Feuer noch der Mensch, der es angefacht hat. Er ist derjenige der schneidet; weder das Messer noch der Mensch, der es in der Hand hält. Er ist derjenige, welcher einen Menschen ertränkt; weder das Wasser noch der Aggressor, welcher die Person ins Wasser gestoßen hat. etc. Nun stellt man immer dieselbe Frage: Falls Allah der wirkliche „Macher“ ist warum werden dann die Menschen (für ihre Taten) überhaupt verantwortlich gemacht? Hier ist die Antwort: Allah macht den Menschen nicht für den eigentlichen Schöpfungsakt haftbar sondern dafür, daß er eine Handlungsweise wählt. Ein Beweis dafür ist, daß eine Person, welche nicht wählen kann, auch nicht verantwortlich gemacht wird. Als Beispiel gelte jemand der schläft, geistesgestört ist, zu einer bestimmten Handlung gezwungen wird, sich nicht erinnern kann, einen unbeabsichtigten Fehler macht oder ein Kind ist. Diese Personen sind der gesetzlichen Haftung enthoben weil es ihnen an einer vollumfänglich freien Wahl mangelt. ...

Bezüglich Allahs immerwährender vorexistierender Kenntnis nehmen wir an, daß Er ein jedes Ding oder Geschehnis in dessen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft kennt. Er weiß, wie es sich ausgestaltet und wann sein spezifischer Auftritt ist. Aber hat Sein Diener Zugang zu diesem Wissen? Keineswegs. Also wählt der Diener eine Handlung nicht weil er Zugang zu Allahs Vorwissen hätte, sondern aufgrund eines inneren Bedürfnisses. Deshalb wird er für seine Wahl verantwortlich gemacht, obwohl diese mit Allahs Vorwissen übereinstimmt.

Folglich wird klar, daß für Muslime der Glaube an ein Schicksal bedeutet, daß Allah alles in der Vor-Ewigkeit ausersehen und bestimmt hat. Nichts existiert, was außerhalb Allahs Willen bestünde; Er ist der Urheber aller Dinge währenddessen Sein Diener nur für seine eigene Wahl verantwortlich gemacht wird.

(Ahmad ibn Naqib al-Misri, Reliance of the Traveller, amana publications, Beltsville Maryland, USA, 1994, Seite 813f)

Obiger Aufsatz weist darauf hin, daß Allah alles in der Vor-Ewigkeit ausersehen und bestimmt hat“. Trotzdem wird hier versucht, den klaren koranischen Aussagen zu Allahs Allmacht und Vorherbestimmung, welche besagen, daß jedes menschliche Werk von Ewigkeit her von Allah gewollt ist und zu gegebenem Zeitpunkt durch Ihn im Menschen geschaffen wird, eine andere Ursache zuzuordnen währenddessen Sein Diener nur für seine eigene Wahl verantwortlich gemacht wird“. Dies aufgrund seines „inneren Bedürfnisses“. Aber genau dieses Bedürfnis, diese Disposition ist ja von Allah vorherbestimmt worden. Prädestination in der Sunnah

Wenn Allah nicht absolute Kontrolle über Seine eigene Schöpfung hätte - so wird argumentiert - wäre sie nicht vollkommen in Seiner Macht. Wenn aber dem Menschen zugestanden wird, „daß er eine Handlungsweise wählt“, verliert dann nicht Allah Seine Allmachtposition, so wie sie auch im obenstehenden Glaubensbekenntnis des al-Ashari ausformuliert ist?

 

3. Die Strafgerichte der Völker - die Straflegenden

Einen weiteren deutlichen Beleg für die Allmacht Allahs finden wir in den überaus zahlreichen koranischen Berichten über die Bestrafung sündiger Völker, Gemeinschaften und Städte. R. Paret schreibt dazu: „ ... die man seit J. Horovitz als Straflegenden zu bezeichnen pflegt ... weil hier biblische und außerbiblische, genauer gesagt altarabische Erzählungsstoffe in gleicher Weise Berücksichtigung finden.

Für die Straflegenden ist es eben charakteristisch, daß das betreffende Volk schließlich wegen seines hartnäckigen Unglaubens und seiner Bosheit in einer verheerenden Naturkatastrophe untergeht. Der Untergang der Ad erfolgt durch einen schrecklichen Sturm, der Untergang der Tamud durch ein Erdbeben, einen Donnerschlag oder einen „Schrei“ derjenige der Madydan ebenfalls durch ein Erdbeben oder einen „Schrei“. Bei Sodom und Gomorrha ist es ein böser Regen oder Steinhagel, beim Volk des Noah natürlich die Sintflut, und bei Pharao und den Seinen der Untergang beim Durchzug durchs Meer:

Sure 29, Vers 40: Jedes Volk haben Wir für sein Vergehen bestraft. Über die einen schickten wir einen Sandsturm; über andere kam der Schrei; wieder andere ließen Wir in der Erde versinken oder in der Flut ertrinken.

(R. Paret, Mohammed und der Koran, Kohlhammer, Stuttgart, 2005, Seite 95 f)

Von der Macht Allahs, in Seine Schöpfung strafend einzugreifen zeugen auch weitere Passagen, wo Er verderbte Völker als ganzes bestraft. In diesem Zusammenhang erwähnt der Koran oft gar nicht den ganzen Hergang, sondern nur den Akt der Vernichtung selber, welcher „in dem Buch verzeichnet“ ist oder gemäß „festgesetzter Vorherbestimmung“ abläuft. Die Bestrafung oder Ausradierung sündiger Städte und Gemeinschaften wäre demnach vorherbestimmt:

Sure 17, Vers 58: Und es gibt keine Stadt, die Wir nicht vernichten wollen vor dem Tag der Auferstehung, oder doch mit strenger Strafe strafen wollen; das ist in dem Buch verzeichnet.

 

Sure 15, Vers 4: Und wir haben keine Stadt zugrunde gehen lassen, ohne daß sie eine festgesetzte Vorherbestimmung (wörtlich: Schrift) gehabt hätte.

Sure 15, Vers 5: Und keine Gemeinschaft kommt ihrer Frist zuvor, noch bleibt sie hinter ihr zurück.                                   (Übersetzung nach R. Paret)

 

Sure 23, Vers 43: Keine Gemeinschaft kommt ihrer Frist zuvor, noch bleibt sie hinter ihr zurück.

Sure 23, Vers 44: Hierauf ließen wir unsere Gesandten einen nach dem andern auftreten. Und sooft ein Gesandter zu seiner Gemeinschaft kam, ziehen sie ihn der Lüge. Und wir ließen die Gemeinschaften aufeinander folgen (Generation um Generation) und machten sie (und die Strafgerichte, die über sie hereinbrachen) zu Geschichten (über die man allerorts spricht). Fluch über Leute, die nicht glauben!     (Übersetzung nach R. Paret)

Der Koran beinhaltet aber auch Aussagen, welche der hier vorgestellten Vorherbestimmung des Schicksals von Volksgemeinschaften widerspricht. Sie werden in die Verantwortung gestellt, ein gottgefälliges Leben zu leben, widrigenfalls Allah Seine Strafe herniedersendet.

Der Unglaube der Menschen und ganzer Völker

 

 

© Arbeitskreis Religion und Menschenrechte