Fatwa zur Frage, wann Muslime den Kampf für den
Islam (jihad) aufnehmen sollen
Die politisch-militärischen
Machtverhältnisse, die einen Sieg ermöglichen oder nicht, sind für diese
Frage entscheidend.
Vom salafitischen
Rechtsgutachter Scheich Abu l-Hassan as-Sulaimani
(Institut für Islamfragen, dh, 25.05.2010)
Quellen:
http://www.islaminstitut.de/Anzeigen-von-Fatawa.43+M51f322bd3a0.0.html
www.mareb.org/showthread.php?p=7717
Die folgende Fatwa beinhaltet in
großer Klarheit und Vollständigkeit die Doppelzüngigkeit und Dualität des
islamischen Dogmas, das Konzept der Einteilung der Welt in ein „Haus des
Friedens“ (dar al-islam) und ein „Haus des Krieges“ (dar al-harb).
Ferner werden aufgeführt das Prinzip der dhimmitude, das
strategisch zu verstehende Gebot zu Toleranz
„Er erwähnte, daß sich ein Muslim in einer Situation der Schwäche gemäß
den Texten zu verhalten hat, die zu Toleranz, Vergebung und Geduld
aufrufen. Wenn der Muslim jedoch in einer starken Position sei, müsse er
sich gemäß den Texten verhalten, die zum Kampf gegen die Ungläubigen
aufrufen.“, das
Prinzip der Abrogation und das Gebot zur Unterwerfung der ganzen Welt. Die
Fatwa bezieht sich auf zu einem guten Teil auf die Lehrmeinung des
islamischen Gelehrten
Ibn_Taymiyya.
►
Taqiyya
►
Der
wirkliche Mohammed
►
Aufteilung der Welt
►
islamische
Toleranz
►
dhimmitude und
Schutzgelderpressung
►
Abrogation
►
Das Studium des
politischen Islam
►
Das islamische
Glaubensbekenntnis
Wir haben der besseren
Lesbarkeit wegen die Koranverse vollständig eingefügt und den Text in
Abschnitte gegliedert.
"Einige muslimische Gelehrte
beziehen sich auf Quellen [des Islam], die besagen, daß der Kampf in
unserer Zeit keine Pflicht mehr sei, weil wir [Muslime] nicht in einer
vorteilhaften [militärischen] Lage sind. Wenn wir nicht fähig sind [den
Kampf zu führen, so die Argumentation], müßten wir uns an die Vorschriften
aus der mekkanischen Zeit halten. Damals ist der Kampf [arab. jihad]
noch nicht als Pflicht vorgeschrieben gewesen. Allerdings ist es
gleichzeitig eine Tatsache, daß wir keine der abrogierten Vorschriften
[aus der mekkanischen Zeit] befolgen dürfen" [damit wäre der jihad
dann doch eine Pflicht, da viele Gebote aus der Frühzeit des Islam in
Mekka durch die in Medina offenbarten Verse als abrogiert/aufgehoben
gelten.] ...Es wird behauptet, daß die Vorschriften zu Toleranz und
Duldung gegenüber Ungläubigen und Polytheisten mit dem „Schwertvers“
Sure 9, Vers 29:
Kämpfet wider jene von denen, welchen die Schrift gegeben ward, die nicht
glauben an Allah und an den Jüngsten Tag und nicht verwehren, was Allah
und Sein Gesandter verwehrt haben, und nicht bekennen das Bekenntnis der
Wahrheit, bis sie den Tribut aus der Hand gedemütigt entrichten.
ausgetilgt worden seien, diese
[die Polytheisten und andere Ungläubige] deshalb bekämpft werden müssen
und daß die mekkanischen Vorschriften mit der Offenbarung der
medinensischen Vorschriften [ebenfalls] aufgehoben worden seien. Diese
[veränderte Handlungsweise] gilt, wenn die Muslime die Oberhand haben [die
politische oder/und militärische Hoheit] und wenn keine verderblichen
Folgen befürchtet werden müssen. Wenn die Muslime schwach sind [politisch
bzw. militärisch] – so wie die Lage derzeit ist - müssen sie sich gemäß
der Koranverse, die zur Toleranz und Duldung aufrufen, verhalten. Diese
[Anweisungen] beruhen auf zwei grundlegenden Fakten:
1. Allah beauftragt nur
denjenigen, der in der Lage ist [den Auftrag auch auszuführen]. Die
Beweise dafür wurden genannt. Die Muslime sind derzeit nicht in der Lage,
gegen die anderen [Nichtmuslime] zu kämpfen.
2. Der Gelehrte des Islam, Ibn
Taymiyya, erkannte diese Tatsache. Er erwähnte, daß sich ein Muslim in
einer Situation der Schwäche gemäß den Texten zu verhalten hat, die
zu Toleranz, Vergebung und Geduld aufrufen. Wenn der Muslim jedoch in
einer starken Position sei, müsse er sich gemäß den Texten verhalten, die
zum Kampf gegen die Ungläubigen aufrufen. Ibn Taymiyya kommentierte den
Koranvers:
Sure 3, Vers 186:
Wahrlich, geprüft sollt ihr werden in eurem Gut und an euch selber, und
wahrlich. hören sollt ihr viel Leid von denen, welchen die Schrift vor
euch gegeben ward und von denen, die Allah Gefährten geben. So ihr jedoch
standhaft seid und gottesfürchtig - siehe, dieses ist der Dinge Ratschluß.
Geduldig und gottesfürchtig
gegenüber diesen zu sein, heißt nicht, daß diese nicht bekämpft werden
müßten, wenn die Muslime in der Lage dazu sind. Ibn Taymiyya erklärte, daß
dieser Koranvers und andere ähnliche Koranverse durch die Aussage Allahs
abrogiert seien:
Sure 9, Vers 5:
Sind aber die heiligen Monate verflossen, so erschlaget die Götzendiener,
wo ihr sie findet, und packet sie und belagert sie und lauert ihnen in
jedem Hinterhalt auf. So sie jedoch bereuen und das Gebet verrichten und
die Armensteuer zahlen, so laßt sie ihres Weges ziehen. Siehe, Allah ist
verzeihend und barmherzig.
und:
Sure 9, Vers 29:
Kämpfet wider jene von denen, welchen die Schrift gegeben ward, die nicht
glauben an Allah und an den Jüngsten Tag und nicht verwehren, was Allah
und sein Gesandter verwehrt haben, und nicht bekennen das Bekenntnis der
Wahrheit, bis sie den Tribut aus der Hand gedemütigt entrichten.
Ibn Taymiyya erklärte, daß der
[oben erwähnte] Koranvers 186 aus Sure 3 für Muslime gilt, die in einer
Position der Schwäche sind, die also nicht in der Lage sind, für Allah und
Allahs Propheten [Muhammad] mit der Hand oder Zunge zu handeln. Der
[Muslim] handelt [für Allah und Muhammad in dieser Situation nur] mit dem
Herzen [nicht offen erkennbar]. Der Koranvers zur Erniedrigung derjenigen,
die einen Vertrag [mit Muslimen] geschlossen haben (z. B. Sure 9,29) gilt
für jeden Muslim, wenn er in einer Position der Stärke ist. Der [Muslim]
muß für Allah und seinen Propheten [Muhammad] mit der Hand oder der Zunge
handeln.
Muslime in der Endphase des
Lebens des Propheten Muhammads haben sich gemäß diesen Koranversen zu
verhalten. Das [oben beschriebene] Prinzip wurde weiter während der Zeit
der Nachfolger Muhammads eingehalten und es gilt bis zum Jüngsten Tag. Ein
Muslim, der sich in einem Land befindet, in dem er in einer Position der
Schwäche ist, muß sich gegenüber Juden, Christen und Polytheisten tolerant
und vergebend verhalten, wenn diese Allah und seinem Propheten gegenüber
verletzende Äußerungen machen. Ein Muslim, der sich jedoch in einer
Position der Stärke befindet, muß sich gemäß den Koranversen verhalten,
die zum Kampf gegen die Ungläubigen aufrufen. Dies gilt gegenüber
denjenigen, die Allahs Religion [den Islam] angreifen. Die [Muslime]
müssen sich ebenfalls gemäß dem Koranvers (Sure 9,29) verhalten, der zum
Kampf und der Erniedrigung von Juden und Christen aufruft. Infolge dessen
ist klar, daß man zwischen der Position der Stärke und der Schwäche
unterscheiden muß. Die mekkanischen und medinensischen Abschnitte spielen
an sich keine Rolle, sondern es ist nur entscheidend, ob es um eine
Position der Stärke oder Schwäche geht, und ob [durch das Handeln]
Vorteile oder Nachteile [für Muslime] entstehen.
... Wenn [ein Muslim] sich in
einer Position der Schwäche befindet, muß er sich gemäß den Texten
verhalten, die seiner schwachen Situation entsprechen. Wer sich jedoch in
einer Position der Stärke befindet, muß sich gemäß den Texten verhalten,
die seiner starken Situation entsprechen. Dieses Prinzip gilt für einen
einzigen Menschen sowie für eine ganze Gruppe, abgesehen von der
allgemeinen Lage der gesamten Gemeinschaft der Muslime.