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Fatwa Nr. 34770 von Ibn Baaz auf der Internetseite Islam QA
zur Frage, ob die Annahme des Islam freiwillig ist oder nicht

(Quelle: http://islamqa.com/en/ref/34770)


Frage: Manche meiner Freunde sagen, daß wenn jemand nicht Muslim werden will, dies seine eigene Wahl sei und er nicht gezwungen werden soll, dem Islam beizutreten. Sie zitieren dabei als Beweisführung die Verse, in welchen Allah sagt:

Sure 10, Vers 99: Und wenn Dein Herr gewollt hätte, so würden alle auf der Erde insgesamt gläubig werden. Willst du etwas die Leute zwingen, gläubig zu werden?

 

Sure 2, Vers 256: Es sei kein Zwang im Glauben. Klar ist nunmehr unterschieden das Recht vom Irrtum; und wer den Tagut verleugnet, und an Allah glaubt, der hält sich an der stärksten Handhabe, in der kein Spalt ist; und Allah ist hörend und wissend.

Was ist ihre Meinung dazu?

Antwort: Allah sei gelobt.

Die Schriftgelehrten erklären, daß es sich in diesen zwei und anderen ähnlichen Versen um diejenigen Menschen handelt, von welchen giziya (Schutzgeldsteuer) abgenommen werden kann, wie z. B. von den Juden, Christen und Zoroastriern. Sie sollten nicht gezwungen werden (den islamischen Glauben anzunehmen); es sollte ihnen vielmehr die Wahl zwischen Konversion oder Entrichtung des Schutzgeldes gegeben werden.

Andere Gelehrte sagen, daß diese Verse am Anfang zutrafen, daß sie aber später durch Allahs Befehl zu kämpfen und jihad zu führen abrogiert worden sind. Wer auch immer sich weigert dem Islam beizutreten, sollte bekämpft werden – falls die Muslime dazu in der Lage sind – bis sie entweder konvertieren oder die Schutzgeldsteuer entrichten (falls sie zu der oben genannten Kategorie gehören).  Diejenigen kafir, welche nicht zu dieser Gruppe gehören sollten gezwungen werden dem Islam beizutreten, denn dies wird sie glücklich machen sowie zu ihrer Errettung im Diesseits und im Jenseits führen.

Eine Person zu verpflichten sich der Wahrheit anzuhaften, in welcher sich Führung und Glücklichkeit befindet ist besser für ihn als Lüge. Genauso wie eine Person gezwungen werden kann, seine Pflicht, welche er anderen schuldet, zu erfüllen – auch wenn dies durch Inhaftierung oder Schläge geschieht – so ist der Zwang, die kafir an Allah glauben zu machen wichtiger und wesentlicher, denn dies wird zu ihrem Glück in dieser Welt und im Jenseits führen. Dies gilt für diejenigen, welche nicht Schriftbesitzer wie die Juden, Christen oder Zoroastrier sind, denn der Islam besagt, daß diesen drei Gruppen die Wahl gegeben werden kann den Islam anzunehmen oder die Schutzgeldsteuer zu entrichten (und damit unterworfen zu sein).

Manche Gelehrte wiederum meinen, daß anderen Gruppen ebenfalls die Wahl zwischen dem Islam und der Schutzgeldsteuerentrichtung gegeben werden kann. Die korrekteste Sichtweise ist jedoch, daß keinen anderen die Wahl gegeben werden darf, daß die drei oben genannten Gruppen die einzigen sind, welchen diese Wahl erlaubt wird. Der Prophet bekämpfte nämlich die kafir auf der arabischen Halbinsel und er akzeptierte lediglich, daß sie Muslime wurden. Allah sagt:

Sure 9, Vers 5: Sind aber die heiligen Monate verflossen, so erschlaget die Götzendiener, wo ihr sie findet, und packet sie und belagert sie und lauert ihnen in jedem Hinterhalt auf. So sie jedoch bereuen und das Gebet verrichten und die Armensteuer zahlen, so laßt sie ihres Weges ziehen. Siehe, Allah ist verzeihend und barmherzig.

Allah sagte nicht; „Falls sie die Schutzgeldsteuer entrichten.“ Die Juden, Christen und Zoroastrier werden vielmehr angehalten, den Islam anzunehmen. (Erst) wenn sie sich weigern sollen sie gezwungen, werden, die Steuer zu bezahlen. Wenn sie auch dies verweigern, müssen sie bekämpft werden – wenn die Muslime dazu in der Lage sind. Allah sagt:

Sure 9, Vers 29: Kämpfet wider jene von denen, welchen die Schrift gegeben ward, die nicht glauben an Allah und an den Jüngsten Tag und nicht verwehren, was Allah und sein Gesandter verwehrt haben, und nicht bekennen das Bekenntnis der Wahrheit, bis sie den Tribut aus der Hand gedemütigt entrichten.

Es wurde bewiesen, daß der Prophet giziya von den Zoroastriern erhalten hat. Es ist jedoch nicht erwiesen, ob der Prophet oder seine Gefährten von irgend jemand außer den drei oben erwähnten Gruppen giziya erhalten hätten.

Das Grundprinzip dazu liefern folgende Worte Allahs:

Sure 8, Vers 39: Und kämpfet wider sie, bis kein Bürgerkrieg mehr ist und bis alles an Allah glaubt. Stehen sie ab, siehe, so sieht Allah ihr Tun.“

... bis alles an Allah glaubt.

Sure 9, Vers 5: Sind aber die heiligen Monate verflossen, so erschlaget die Götzendiener, wo ihr sie findet, und packet sie und belagert sie und lauert ihnen in jedem Hinterhalt auf. So sie jedoch bereuen und das Gebet verrichten und die Armensteuer zahlen, so laßt sie ihres Weges ziehen. Siehe, Allah ist verzeihend und barmherzig.

Dieser Vers ist als „Schwertvers“ bekannt. Diese und andere ähnliche Verse abrogieren diejenigen welche besagen, daß es keinen Zwang gäbe, den Islam anzunehmen.

Und Allah ist die Kraftquelle.

 

© Arbeitskreis Religion und Menschenrechte