Frostige Warnungen eines pakistanischen Geistlichen an
England
von Oliver Harvey in Kahuta, Pakistan,
erschienen am 31. 12. 2007 in THE SUN
Ein fanatischer pakistanischer
Geistlicher teilte gestern der Zeitung „THE SUN“ mit, wie seine frostigen
Träume die Welt zu islamisieren – notfalls auch mit Gewalt – im Detail
aussehen.
Qari Hifzur Rehamn ist 60 Jahre alt und
spricht im Licht der Unruhen welche Pakistan nach der Ermordung von
Benazir Bhutto erneut aufgerüttelt haben offen davon, daß das Steinigen
und Köpfen als Teil der islamischen Sharia Gesetzgebung in England
eingeführt werden müßte. Er warnt: “Wir wollen das islamische Gesetz
für ganz Pakistan und im Folgenden auch für die ganze übrige Welt.
Wir möchten dies durch Predigen erreichen, aber falls dies nichts bringt,
schrecken wir auch vor Gewalt nicht zurück.“ Diese Worte äußerte er in
der pakistanischen Stadt Kahuta während der Ruf des Muezzins durch die
staubigen Strassen hallte.
Er ist der Imam der fundamentalistischen
religiösen Schule (Madrassa) dieser Stadt an welcher Kinder die höchstens
9 Jahre alt sein können unter anderem über den Jihad und barbarische
Bestrafungsmethoden unterrichtet werden. Obwohl sein Unterricht schon
Furcht einflößend genug ist, liegt seine Moschee zudem im Schatten eines
geheimen Bunkers, indem die pakistanische Regierung nukleare Waffen
herstellt. Als man ihn fragt, ob es in Ordnung wäre, die britischen
Ungläubigen mit Atombomben zu beschmeißen, lacht er und entgegnet:
“Möglicherweise.“
Armee
Rehamn, der einen wallenden
grauen Bart und Turban trägt, erklärt einigen von seinen 250 Schülern, was
es mit dem islamischen oder Sharia-Gesetz auf sich hat. Er sagt:
-
Verheiratete Ehebrecher sollten bis zur
Taille in der Erde vergraben und dann gesteinigt werden.
-
Homosexuelle müssen umgebracht werden;
dies ist die einzige Methode mit der verhindert werden kann, daß sie
sich vermehren. Die Bevölkerung kann diese Hinrichtungen entweder durch
Köpfen oder Steinigen selber vornehmen.
-
Dieben sollen die Hände abgehackt
werden.
-
Frauen sollen zuhause bleiben.
-
Popmusik und Filme müssen verboten
werden.“
Was denkt er über England? Er insistiert,
daß „die Ungläubigen dem Islam beitreten müssen. Die Moral eurer
Gesellschaft, in welcher es Frauen erlaubt ist, mit entblößender
Bekleidung herumzulaufen, ist bachab gegangen.“
Die Fabrik wo angereichertes Uranium für
die 80 bis 120 pakistanischen Atomsprengköpfe hergestellt wird, liegt in
weniger als 7 ½ Kilometern Entfernung hinter einem Stacheldrahtverhau. Und
auf dem Kinderspielplatz der Stadt steht ein Attrappengeschoss. Gerade in
diesem Monat warnte die zum Scheitern verurteilte Oppositionsführerin
Bhutto vor dem auferstandenen Gespenst der mit al-Qaeda verkuppelten
militanten Streitkräfte, welche sich diese Waffen aneignen könnten, und
dies in der unmittelbaren Umgebung der Stadt Kahuta.
Trotz der Bemühungen von Politikern wie
Bhutto, Demokratie in diesem Land zu fördern, ist Pakistan seit langem ein
Treibhaus für islamischen Extremismus und es gibt keinen Mangel an
potentiellen Märtyrern. Außerhalb der Roten Moschee in der Hauptstadt
Islamabad steht Maulana Mohavya Irshad und starrt mir kalt ins Gesicht.
„Ich bin jederzeit bereit, ein Suizidbomber zu werden und mein Leben für
den Islam zu lassen. Demokratie ist falsch. Die Erde gehört Allah und Sein
Gesetz muß eingehalten werden. Ich hoffe, daß England und der Rest der
Welt noch in diesem Jahrhundert unter die Knute des Gesetzes der Sharia
kommen. Wir werden weiterhin unser Leben opfern, um dieses Ziel zu
erreichen.“
In der Zwischenzeit warnte ein
Kriegsführer der al-Qaeda, welcher angeklagt ist, für die Planung von Frau
Bhuttos Ermordung verantwortlich zu sein, daß seine 13'000 Mann starke
Privatarmee bis zum Tode gegen jegliche Regierungstruppen kämpfen würde.
Der langbärtige 34-jährige Baitullah
Mehsud steckt in einer Höhle im Banditenland von südlichen Waziristan an
der Grenze zu Afghanistan. Er streitet ab, hinter der Ermordung von Frau
Bhutto, welche letzten Donnerstag bei einem Suizidbombenattentat in
Rawalpindi ums Leben kam, zu stehen.
Sein ebenfalls 34-jähriger Cousin
Shehryar Mehsud sagte gegenüber dieser Zeitung, daß „Baitullah und der
Rest unserer Gruppe bis zum letzten Mann kämpfen werden. Unsere Armee
besteht aus Tausenden von Muslim Brüdern und wir sind für den Jihad gegen
die Ungläubigen und gegen die ungläubige Regierung Pakistans bereit.“
England und Amerika sind der Feind Nummer
Eins des Islam. Wir haben uns mit den Taliban- Truppen zusammengetan und
kämpfen in Afghanistan. Wir werden uns weiterhin dem Jihad widmen, bis das
Land befreit ist. Mein Cousin hat jedoch nichts mit dem Attentat auf Frau
Bhutto, welche zwar eine Alliierte des Westens war, zu tun. “Die
pakistanische Regierung ließ verlauten, daß sie einer aufgenommenen
Telefonkonversation habhaft seien, auf welcher Baitullah Mehsud zu hören
ist wie er sich mit einem Geistlichen unterhält und sich freut, daß das
Attentat Bhuttos eine derart spektakuläre Angelegenheit gewesen sei.“
Kampf
Der 26-jährige Mohammed Ali
Mehsud, ein weiteres Stammesmitglied, läßt verlauten, daß „wir Frau
Bhutto nicht umgebracht haben. Sie war jedoch gegen den Islam und die
islamische Lehre eingestellt.“ Er prahlte gegenüber dieser Zeitung,
wie sein Cousin von seinem Horst in Pakistan aus den britischen und
amerikanischen Streitkräften in Afghanistan stetige Schläge versetzen
würde. „Baitullah ist gewieft. Er ändert immer wieder seinen Standort
und verkleidet sich. Schon oft hat er nur um eine Haaresbreite überlebt.
Seine Getreuen stehlen sich über die Grenze nach Afghanistan wo sie die
ungläubigen Soldaten bekämpfen und Computerlabtops, Handys und Geld
klauen. Dann bestechen sie die Grenzwachen, damit sie wieder nach Pakistan
hereingelassen werden.“ Hat er nun Frau Bhutto umgebracht oder nicht?
„Baitullah mochte ihren Lippenstift und ihre westliche Umgangsart nicht.
Aber er hat sie nicht umgebracht. Er tötet nur Männer.“