Zusammenstellung
der Verse zum "Heiligen Krieg" im Koran:
H.P. Raddatz subsumiert die
Einmaligkeit des islamischen Gewaltdogmas folgendermaßen:
"In keiner
anderen Kultur, geschweige denn Religion findet sich die Kodifizierung von
Mord, Raub, Versklavung und Tributabpressung als religiöse Pflicht. In
keiner anderen Religion findet sich die geheiligte Legitimation von Gewalt
als Wille Gottes gegenüber Andersgläubigen, wie sie der Islam als
integralen Bestandteil seiner Ideologie im Koran kodifiziert und in der
historischen Praxis bestätigt hat. Nicht zuletzt findet sich kein
Religionsstifter, dessen Vorbildwirkung sich wie bei Muhammad nicht nur
auf die Kriegsführung, sondern auch auf die Liquidierung von Gegnern durch
Auftragsmord erstreckte."
(Hans Peter Raddatz: Von Allah zum Terror?, Herbig, München, 2002, Seite
71)
Wie herausgearbeitet wurde, umfasst die
"Anstrengung für den Glauben" wesentlich mehr Konzepte
►
Jihad
als nur gerade dasjenige zur direkten Gewaltanwendung. Wir beschränken uns
hier auf die Aufzählung von Versen, die in
direktem Zusammenhang mit dem "Heiligen Krieg" und seiner Legitimation
stehen. Zusätzlich zur Übersetzung
von Max Henning finden Sie jeden Vers noch von Rudi Paret übersetzt.
(Digitale Bibliothek: Der Koran, übersetzt von Rudi Paret, Verlag W.
Kohlhammer)
Ferner ist jedem Vers die Interpretation
aus einem exegetischen Werk beigegeben. Solche Bücher heißen in der
islamischen Theologie ► "Tafsir".
Exegetische Erklärungen sind für das
Verständnis vieler koranischer Offenbarungen oft unerlässlich. Ohne daß
gewisse Verse in ihrem historischen Bezug erläutert werden, sind sie
schlicht nicht verstehbar. Die hier verwendete Sammlung ist:
Tafsir al-Jalalayn
|
Das Werk „Tafsir al-Jalalayn“
ist eines der wichtigsten Interpretationen (tafsirs)
für das Studium des Korans. Es wurde von den beiden
„Jalals“– von
Jalal al-Din
al-Mahalli († AD 1459) und
seinem Schüler Jalal al- Din
al-Suyuti († AD 1505) verfertigt. Das Werk wird im Allgemeinen als
eines der am leichtesten zugänglichen Koranexegesen betrachtet weil es
stilistisch einfach gehalten und in einem Band
gesammelt ist. |
Quelle: Tafsir
al-Jalalayn,
Dar Ibn Katheer, Damascus, 1999
Um die Bedeutung wichtiger Verse vertieft herauszuarbeiten wurden bei Bedarf auch noch Kommentare von R. Paret und A. Th. Khoury sowie eine Erläuterung aus dem exegetischen Werk
von Ibn Abbas angefügt.
In der ►
Zusammenfassung
wurde dargestellt, daß die meisten Verse zu Gewaltanwendung schon von
ihrem Wortlaut her als überzeitlich gültige und absolut zu befolgende
Gebote zu verstehen sind. Auch die Klassifizierung der Taten und Sprüche
Mohammeds in den authentischen Hadith-Sammlungen ►
Sunnah und Hadith
beweisen, daß in der islamischen Dogmaentwicklung Gewalt zur
Glaubensverbreitung einen zentralen Platz einnimmt.
Sure 2: „Die Kuh“ offenbart in Medina
Sure 2, Vers 190: Und
bekämpft in Allahs Pfad, wer euch
bekämpft; doch übertretet nicht, indem ihr zuerst den Kampf beginnt;
siehe, Allah liebt nicht die Übertreter.
Sure 2, Vers 190:
Und kämpft
um Gottes willen gegen diejenigen, die gegen euch kämpfen! Aber
begeht keine Übertretung (indem ihr den Kampf auf unrechtmäßige Weise
führt)! Gott liebt die nicht, die Übertretungen
begehen.
Tafsir al-Jalalayn 2, 190:
Nachdem es dem Propheten im Jahre der
Schlacht von Hudaybiya verunmöglicht wurde, eine Pilgerfahrt zur Kaaba zu
unternehmen, schloss er einen Vertrag mit den Ungläubigen. In diesem wurde
verfügt, daß sie ihm erlaubten, im folgenden Jahr zurückzukehren, während
sie Mekka für 3 Tage freigeben würden. Als nun Mohammed und seine Getreuen
(im darauf folgenden Jahr) mit den Vorbereitungen für die Umkreisung der
Kaaba (umra) fertig waren, kam jedoch die Sorge auf, daß die Quraisch (Mekkaner)
sich nicht an diesen Vertrag halten und sie angreifen könnten. Es war den
Muslimen zuwider, sich allenfalls in ein Scharmützel verwickeln zu müssen,
während sie sich im Immunitätsbereich der Pilger (des heiligen Bezirkes „al-haram“)
befinden; zumal sich dies ja während der heiligen Monate abspielte. In der
Folge wurde dieser Vers offenbart:
„Und kämpft um Gottes willen gegen diejenigen,
die gegen euch kämpfen! Aber begeht keine Übertretung (indem ihr den Kampf
auf unrechtmäßige Weise führt)! Gott liebt die nicht, die Übertretungen
begehen.“ Diese Auflage
wurde durch den Koranvers 9,1 über die Immunität (bara’a)
abrogiert:
„Schuldlosigkeit sei von Allah und Seinem
Gesandten denjenigen von den Götzendienern, mit denen ihr einen Vertrag
geschlossen habt.“, oder auch
durch die untenstehende Aussage des Propheten:
Sure 2, Vers 191: Und
erschlagt die Ungläubigen, wo immer
ihr auf sie stoßt, und vertreibt sie, von wannen sie euch vertrieben; denn
Verführung zum Unglauben ist schlimmer als Totschlag.
Bekämpft sie jedoch nicht bei der
heiligen Moschee, es sei denn, sie bekämpfen
euch in ihr. Greifen sie euch jedoch an, dann
schlagt sie tot. Also ist der Lohn
der Ungläubigen.
Sure 2, Vers
191: Und tötet sie (d.h. die
heidnischen Gegner), wo (immer) ihr sie zu fassen bekommt, und vertreibt
sie, von wo sie euch vertrieben haben! Der Versuch (Gläubige zum Abfall
vom Islam) zu verführen ist schlimmer als Töten. Jedoch
kämpft nicht bei der heiligen
Kultstätte (von Mekka) gegen sie, solange sie nicht (ihrerseits) dort
gegen euch kämpfen! Aber wenn sie
(dort) gegen euch kämpfen, dann
tötet sie! Derart
ist der Lohn der Ungläubigen.
Tafsir al-Jalalayn 2, 191:
Dieser Vers wurde nach der Eroberung von
Mekka offenbart: Und schlagt sie tot wo immer ihr sie findet und vertreibt
sie von wo (Mekka) sie euch vertrieben haben. Bekämpft sie aber nicht in
der Nähe der heiligen Moschee, beziehungsweise innerhalb des heiligen
Bezirks außer wenn sie euch dort angreifen sollten. Dies ist es, wovor ihr
euch so sehr gefürchtet habt: Wenn sie euch also dort angreifen, schlagt
sie tot. Ihre Aufmüpfigkeit und ihre Götzenanbetung sind schlimmer und
ernster als wenn sie von euch erschlagen werden, selbst wenn sie sich im
heiligen Bezirk befinden oder die Immunität des Pilgerstatus innehaben.
Solches Töten und Vertreiben ist die Vergeltung für die Ungläubigen.
Sure 2, Vers 192: So sie jedoch
ablassen, siehe, so ist Allah verzeihend und barmherzig.
Sure 2, Vers
192: Wenn sie jedoch (mit ihrem gottlosen Treiben) aufhören (und sich
bekehren), so ist Gott barmherzig und bereit zu vergeben.
Tafsir al-Jalalayn 2, 192:
Wenn sie jedoch von ihrem
Unglauben Abstand nehmen und Muslime werden, wird Allah wahrhaftig
verzeihend und barmherzig zu ihnen sein.
Sure 2, Vers 193: Und
bekämpfet sie, bis die Verführung zum
Unglauben aufgehört hat, und der Glaube an Allah da ist.
Sure 2, Vers
193: Und
kämpft gegen sie, bis niemand (mehr)
versucht, (Gläubige zum Abfall vom Islam) zu verführen, und bis nur noch
Gott verehrt wird! Wenn sie jedoch (mit ihrem gottlosen Treiben) aufhören
(und sich bekehren), darf es keine Übertretung geben (d.h. dann sind alle
weiteren Übergriffe untersagt), es sei denn gegen die Frevler.
Tafsir al-Jalalayn 2, 193:
Bekämpft
sie bis es keinen Aufstand und kein Götzendienen mehr gibt, bis die
Religion und jeglicher Gottesdienst für Allah allein existieren und keine
anderen (Götter) neben Ihm angebetet werden. Wenn sie danach von ihrem
Unglauben absehen, greift sie nicht an – worauf wird mit folgenden Worten
hingewiesen wird: Es soll keine Feindschaft, keine Bekämpfungstaktiken wie
Totschlag etc. außer gegen die Frevler geben. Diejenigen welche sich
zurückhalten sind keine Bösewichte und ihnen sollte dementsprechend auch
keine Feindschaft entgegengehalten werden.
Sure 2, Vers 194: Der heilige Monat –
für den heiligen Monat und für die heiligen Stätten
Vergeltung! Wenn sich einer wider euch
erhebt, erhebt euch wider ihn, so wie
er sich wider euch erhob, und fürchtet Allah und wisset, daß Allah mit den
Gottesfürchtigen ist.
Sure 2, Vers 194: Der heilige Monat
(diene zur Vergeltung) für den
heiligen Monat! Auch die heiligen Stätten fallen unter (das Gesetz der)
Wiedervergeltung. Wenn nun einer gegen
euch Übergriffe begeht (indem er den Landfrieden bricht?), dann
zahlt ihm mit gleicher Münze heim! Und
fürchtet Gott! Ihr müßt wissen, daß er mit denen ist, die (ihn) fürchten.
Tafsir al-Jalalayn 2, 194:
Der heilige Monat (diene zur
Vergeltung) für den heiligen Monat. Genauso wie sie euch währenddessen
bekämpfen tötet sie im heiligen Monat. – Eine Antwort auf die Erwägung
der Muslime bezüglich des folgenschweren Charakters dieser Sache: Heilige
oder sakrosankte Angelegenheiten verlangen nach gleichgewichtiger
Vergeltung. Wenn gegen sie verstoßen wird, wenn also irgend einer euch
angreift, entweder im heiligen Bezirk, während eines Reinigungsrituals
oder generell während der heiligen Monate dann könnt ihr sie auf dieselbe
Art und Weise angreifen. (Die Reaktion der Muslime wird als „Angreifen“
bezeichnet weil sie ihrer Form nach einer Aggression gleicht.) Fürchtet
Allah, wenn ihr euch rächt und auch wenn ihr der Aggression widersteht und
wisset, daß Allah mit den Gottesfürchtigen ist, ihnen hilft und sie
unterstützt.
Sure 2, Vers 195: Und spendet in
Allahs Weg und stürzt euch nicht mit eigener Hand ins Verderben; und tut
Gutes, denn siehe, Allah liebt die Gutes Tuenden.
Sure 2, Vers 195: Und spendet (für den
Krieg) um Gottes willen! Und stürzt euch nicht ins Verderben!
Und seid rechtschaffen! Gott liebt die Rechtschaffenen.
Tafsir al-Jalalayn 2, 195:
Und spendet in Allahs Weg
indem ihr Ihm Mittels heiligem Kampf oder ähnlichen Handlungen gehorcht.
Legt weder eure Hände in den Schoss noch werft euch in euer eignes
Verderben indem ihr Spenden für Jihad zurückhält oder ihn (den heiligen
Kampf) ein für alle Mal aufgebt. Denn dies bietet eurem Feind einen
Vorteil über euch. Seid tugendhaft im Spenden etc.; denn Allah liebt die
Tugendhaften indem Er sie belohnt.
Sure 2, Vers 216: Vorgeschrieben ist
euch der Kampf, doch ist er euch ein
Abscheu. Aber vielleicht verabscheut ihr ein Ding, das gut für euch ist,
und vielleicht liebt ihr ein Ding, das schlecht für euch ist; und Allah
weiß, ihr aber wisset nicht.
Sure 2, Vers
216: Euch ist vorgeschrieben, (gegen die Ungläubigen) zu
kämpfen, obwohl es euch zuwider ist.
Aber vielleicht ist euch etwas zuwider, während es gut für euch ist, und
vielleicht liebt ihr etwas, während es schlecht für euch ist.
Gott weiß Bescheid, ihr aber nicht.
Tafsir al-Jalalayn 2, 216:
Obwohl es euch zuwider ist, weil es mit
Anstrengung verbunden ist, wird euch trotzdem verpflichtend
vorgeschrieben, daß ihr die Ungläubigen zu bekämpfen habt. Es könnte ja
sein, daß euch eine Sache zuwider ist, welche eigentlich gut für euch ist
oder daß ihr etwas liebt, das schlecht für euch ist. Denn die Seele neigt
zu Bedürfnissen, welche ihre Vernichtung verursachen können und sie weist
religiöse Verpflichtungen, welche ihr Glück bringen würden, ab. Obwohl ihr
vielleicht abgeneigt seid zu kämpfen, könntet ihr trotzdem viel Gutes wie
z.B. Sieg, Kriegsbeute, Martyrium oder sonstige Belohnung darin finden.
Wenn ihr jedoch den Kampf zurückweist obwohl ihr es (das Kämpfen)
eigentlich gerne tun würdet, wird euch viel Übles erwarten. Vielleicht
werdet ihr dann unterjocht oder arm werden und die Belohnung wird euch
verweigert. Allah weiß, was gut für euch ist aber ihr wisst es nicht. Also
bemüht euch das zu tun was Er euch gebietet.
Sure 2, Vers 217: Sie werden dich
befragen nach dem Kampf im heiligen
Monat. Sprich: “Kämpfen in ihm ist
schlimm; aber Abwendigmachen von Allahs Weg und Ihn und die heilige
Moschee verleugnen und sein Volk daraus vertreiben, ist schlimmer bei
Allah; und Verführung ist schlimmer als Totschlag.“ Und sie werden nicht
eher aufhören, euch zu bekämpfen, als
bis sie euch von eurem Glauben abtrünnig machten, so sie dies vermögen.
Wer sich aber von euch von seinem Glauben abtrünnig machen lässt und als
Ungläubiger stirbt, deren Werke sind verderblich hienieden und im
Jenseits, und des Feuers Gefährten sind sie und verweilen ewig darinnen.
Sure 2, Vers
217: Man fragt dich nach dem heiligen Monat, (nämlich) danach, (ob es
erlaubt ist) in ihm zu
kämpfen. Sag: In ihm Kämpfen ist ein
schweres Vergehen (w. wiegt schwer). Aber (seine Mitmenschen) vom Weg
Gottes Abhalten - und nicht an ihn Glauben -, und (Gläubige) von der
heiligen Kultstätte (Abhalten), und deren Anwohner daraus Vertreiben, (all
das) wiegt bei Gott schwerer. Und der Versuch, (Gläubige zum Abfall vom
Islam) zu verführen, wiegt schwerer als Töten. Und sie (d.h. die
Ungläubigen) werden nicht aufhören, gegen euch zu
kämpfen, bis sie euch von eurer
Religion abbringen - wenn sie (es) können. Und diejenigen von euch, die
sich (etwa) von ihrer Religion abbringen lassen und (ohne sich wieder
bekehrt zu haben) als Ungläubige sterben, deren Werke sind im Diesseits
und im Jenseits hinfällig. Sie werden Insassen des Höllenfeuers sein und
(ewig) darin weilen.
Tafsir al-Jalalayn 2, 217:
Also sandte der Prophet Truppen auf den ersten Beutezug und zwar unter dem
Kommando von Abd Allah bin Jahsh.
Sie kämpften gegen die Götzendiener und töteten Ibn al-Hadrami im heiligen
Monat Rajab in der Annahme, daß sie am letzten Tag des Vormonats Jumada
al-thani gehandelt hätten. Nun verspotteten die Ungläubigen sie weil sie
das Kämpfen im heiligen Monat als rechtsgültig erklärt hatten. Also ließ
Allah folgendes verlauten: Sie fragen euch wegen des Kampfverbots während
des heiligen Monats und weshalb ihr es aufgehoben habt. Sagt ihnen, daß
das Kämpfen im heiligen Monat eine ernste Sache ist und eine schreckliche
Sünde. Aber Menschen vom Weg Allahs, von Seiner Religion abzuhalten, nicht
an Ihn zu glauben und die Gläubigen von der heiligen Moschee in Mekka
fernzuhalten und sie sowie ihren Propheten davonzujagen, ist bei weitem
ernster und schrecklicher. Aus Allahs Sicht ist eure Aufmüpfigkeit und
euer Götzendienen schlimmer als das Morden während des heiligen Monats. Oh
ihr Gläubigen, die Götzendiener werden nicht aufhören euch zu bekämpfen
bis ihr euch von eurer Religion abwendet, falls ihnen dies (je) gelingen
wird. Aber wer auch immer von eurer Religion abfällt und im Unglauben
stirbt, dem werden seine guten Taten im Diesseits und im Jenseits
annulliert. Sie werden nichts wert sein und keine Belohnung erbringen. Die
Abtrünnigen werden – außer sie finden wieder zum rechten Glauben zurück* –
ewiglich im Höllenfeuer verweilen müssen.
* In diesem Falle werden laut
al-Shafi’i die ursprünglichen guten Taten wie z.B. die Pilgerfahrt
nach Mekka nicht annulliert, müssen demzufolge also nicht wiederholt
werden und es wird ihnen Belohnung dafür verheißen.
Sure 2, Vers 218: Siehe sie, die da
glauben und auswandern und streiten in Allahs
Weg, sie mögen hoffen auf Allahs Barmherzigkeit, denn Allah ist
verzeihend und barmherzig.
Sure 2, Vers
218: Diejenigen (aber), die glauben, und diejenigen, die ausgewandert
sind und um Gottes willen Krieg
geführt (w. sich abgemüht) haben, dürfen auf die Barmherzigkeit Gottes
hoffen. Gott ist barmherzig und bereit zu vergeben.
Tafsir al-Jalalayn 2, 218:
Die Kämpfer, die auf dem Beutezug von Abd
Allah bin Jahsh teilgenommen hatten nahmen an, daß sie zwar von der Sünde
des Mordens während des heiligen Monates befreit worden seien, daß sie
jedoch (später) keine Belohnung dafür bekommen würden. Deshalb wurde
folgendes offenbart: Wahrlich, diejenigen welche glauben und die welche
ihr Heimatland verlassen und eifern in Allahs Weg um Seine Religion zu
verherrlichen, sie dürfen mit Allahs Mitgefühl, Seiner Belohnung,
Seiner
Vergebung und Seiner Gnade rechnen.
Sure 2, Vers 244: Und
kämpfet in Allahs Weg und wisset, daß
Allah hörend und wissend ist.
Sure 2, Vers
244: Und kämpft
um Gottes willen! Ihr müßt wissen, daß Gott (alles) hört und weiß.
Tafsir al-Jalalayn 2, 244:
Also kämpft in Allahs Weg um Seine
Religion zu verherrlichen und wisset, daß Er eure Reden hört, um eure
Machenschaften weiß und Er es euch entsprechend vergelten wird.
Sure 2, Vers 245: Wer ist's, der Allah
ein schönes Darlehen leiht? Er wird's ihm verdoppeln um viele Male. Und
Allah schließt und öffnet die Hand, und zu ihm müsst ihr zurück.
Sure 2, Vers
245: Wer will Gott ein gutes Darlehen geben (indem er gute Werke tut),
damit er es ihm (bei der Abrechnung am jüngsten Tag) vervielfache? Gott
teilt (je nachdem) knapp und reichlich zu (ganz wie er will).
Und zu Ihm werdet ihr (dereinst) zurückgebracht.
Tafsir al-Jalalayn 2, 245:
Wer will Allah reinen Herzens ein
namhaftes Darlehen geben und sein Hab und Gut für die Sache des mächtigen
und majestätischen Allahs einsetzen damit Er es auf ein vielfaches
vermehre? Wie wir gleich sehen werden, kann dieses Darlehen zehn bis
siebenhundert Mal (oder mehr) verdoppelt werden. Allah kann
Seine
Unterstützung für jemanden knapp halten um ihn herauszufordern oder Er
kann jemand mit Großzügigkeit überschütten um ihn zu prüfen. Zu Ihm werdet
ihr nach eurer Auferstehung ins Jenseits zurückkehren, dort wird Er eure
Taten vergelten.
Sure 2, Vers 272:
Und nicht liegt dir ihre Leitung ob, doch Allah leitet, wen Er will. Und
was ihr an Gut spendet, das ist für eure Seelen. Und nicht spendet, es sei
denn im Trachten nach Allahs Angesicht; und was ihr spendet an Gut, soll
euch wieder gegeben werden und nicht soll euch Unrecht geschehen.
Sure 2, Vers 272: Es ist
nicht deine Aufgabe, sie (d.h. die Ungläubigen) (zum Glauben)
rechtzuleiten. Vielmehr leitet Gott recht, wen er will. Wenn ihr etwas
Gutes spendet, kommt es euch selber zugute. Ihr habt aber, wenn ihr
Spenden gebt, immer nur Gott vor Augen. Wenn ihr etwas Gutes spendet, wird
es euch (bei der Abrechnung im Jenseits) voll heimgezahlt. Und euch wird
(dabei) nicht Unrecht getan.
Tafsir al-Jalalayn 2, 272:
Als dem Prophet verboten wurde, den Götzendienern freiwillige Almosen als
Anreiz, den Islam anzunehmen zu geben, wurde folgendes offenbart: Du bist
nicht verantwortlich dafür, daß du Menschen dahingehend anleitest, daß sie
den Islam annehmen, sondern nur dafür, ihnen die Nachricht zu überbringen.
Denn Allah leitet mit Seiner Führung wen immer er will, daß dieser den
Islam annehme. Was du an Gütern und Besitztum investierst machst du für
dich selber, denn die Belohnung ist für dich bestimmt. Wenn du also
solcherart spendest, wünschest du dir nur Allahs Gesicht (zu sehen), d.h.
Seine Belohnung und nicht ein vergängliches Ding dieser Welt. Was du also
an Gütern ausgibst wird dir in seiner Ganzheit wieder vergolten werden.
Dir wird niemals Unrecht angetan werden noch wirst du unter dem
Wertverlust deiner Investitionen zu leiden haben.
Sure 3, Vers 13: Es ward euch ein
Zeichen in zwei Haufen, die aufeinander stießen. Ein Haufen
kämpft in Allahs Weg, und der andere
war ungläubig. Sie sahen sie als zweimal soviel als sie selber mit
sehendem Auge. Und Allah stärkt mit seiner Hilfe, wen Er will. Siehe
hierin ist wahrlich eine Lehre für die Verständigen.
Sure 3, Vers 13: Ihr hattet ein
Zeichen an zwei Scharen, die (im Kampf) aufeinandertrafen: eine Schar, die
um Gottes willen kämpfte, und eine
andere, ungläubige, die sie (d.h. die Gläubigen) nach dem Augenschein für
zweimal so viel ansahen wie sie (selber waren, während sie in Wirklichkeit
zahlenmäßig noch stärker waren). Gott stärkt mit seiner Hilfe, wen er
will. Das ist ein Grund zum Nachdenken für diejenigen, die Einsicht haben.
Tafsir al-Jalalayn 3, 13:
Es gab bereits ein Zeichen, ein Beispiel
für euch; zwei Haufen, zwei Truppen stießen aufeinander am Tage der
Schlacht zu Badr. Eine Seite – nämlich der Prophet uns seine Gefährten –
kämpfte in Allahs Weg und gehorchte Ihm; sie zählten 313 Mann und die
meisten von ihnen waren Fußsoldaten. Sie besaßen lediglich zwei Pferde,
sechs Rüstungen und acht Schwerter. Auf der anderen Seite waren die
Ungläubigen und obwohl fast 1000 an der Zahl, wurden sie getäuscht und
bezeugten, die Menge der Muslime wäre fast doppelt so groß wie die ihre
gewesen. Allah gewährte den Muslimen den Sieg obwohl sie viel weniger
Krieger zählten; denn Allah bestärkt, Er unterstützt und verhilft zum Sieg
wem immer Er will. Wahrlich, dieser Bericht ist eine Lektion für Menschen,
welche über eine Vision und Besonnenheit verfügen. Warum lasst ihr euch
davon also nicht mahnen und werdet gläubig?
Sure 3, Vers 142: Oder wähnt ihr,
einzugehen in das Paradies, ohne daß Allah die
Glaubensstreiter unter euch und die
Standhaften erkannte?
Sure 3, Vers
142: Oder meint ihr, ihr würdet (dereinst) ins Paradies eingehen, ohne
daß Gott vorher diejenigen von euch, die (um
seinetwillen) Krieg geführt (w. sich abgemüht) haben, (als solche)
in Erfahrung gebracht hat, und (ohne daß er) diejenigen in Erfahrung
gebracht hat, die geduldig sind?
Tafsir al-Jalalayn 3, 142:
Glaubt ihr wirklich (obwohl dem natürlich
nicht so ist!), ihr könntet einfach so ins Paradies eintreten ohne
daß Allah wirklich und wahrhaftig in Erfahrung bringt, wer von euch (in
Allahs Weg) geeifert und gekämpft, und wer in schwierigen Zeiten Geduld an
den Tag gelegt hat?
Sure 3, Vers 151:
Wahrlich, Wir werden in die Herzen der Ungläubigen
Schrecken werfen, darum daß sie neben
Allah Götter setzten, wozu Er keine Ermächtnis niedersandte; und ihre
Wohnstätte wird sein das Feuer, und schlimm ist die Herberge der
Ungerechten.
Sure 3, Vers
151: Wir werden denen, die ungläubig sind,
Schrecken einjagen (zur Strafe) dafür,
daß sie (dem einen) Gott (andere Götter) beigesellt haben, wozu er keine
Vollmacht herabgesandt hat. Das Höllenfeuer wird sie (dereinst) aufnehmen
- ein schlimmes Quartier für die Frevler!
Tafsir al-Jalalayn 3, 151:
Die Ungläubigen wollten, nach ihrem Sieg bei Uhud und nachdem sie schon
auf dem Weg nach Mekka waren wieder zurückkommen und die Muslime
vernichten und auslöschen Aber Allah hat dies verhindert, indem Er in ihre
Herzen Schrecken warf. Wegen ihrer Beigesellung, weil sie Allah andere
Götzen zur Seite gestellt haben, wofür Er keinen Ermächtigung gegeben hat
und keinerlei Unterstützung für ihren Götzendienst – deshalb wird die
Heimstätte der Ungläubigen das Feuer sein und der Rastplatz für Frevler
und Götzenanbeter.
Sure 3, Vers 157: Und wahrlich, so
ihr im Wege Allahs erschlagen werdet
und sterbet, wahrlich, Verzeihung von Allah und Barmherzigkeit ist besser,
als was ihr zusammenscharrt.
Sure 3, Vers
157: Und wenn ihr um Gottes willen
getötet werdet oder sterbet, so ist (jedenfalls) Vergebung und
Barmherzigkeit von Gott (wie sie dereinst den Gläubigen gewährt wird)
besser als (all) das, was man (im Diesseits an Geld und Gut)
zusammenbringt.
Tafsir al-Jalalayn 3, 157:
Und wenn ihr in Allahs Weg erschlagen
werdet oder wenn ihr sterbet während ihr euch für die heilige Sache
anstrengt, sind Allahs Vergebung für eure Sünden und seine Gnade besser
als das, was ihr in dieser Welt zusammenrafft.
Sure 3, Vers 158: Und wahrlich, wenn
ihr sterbet oder erschlagen werdet,
werdet ihr zu Allah versammelt.
Sure 3, Vers
158: Und wenn ihr sterbet oder getötet
werdet, so werdet ihr (jedenfalls dereinst) zu Gott versammelt
werden.
Tafsir al-Jalalayn 3, 158:
Und wenn ihr also sterbet oder erschlagen
werdet, ob nun beim heiligen Eifern oder bei einer andere ehrbaren
Aktivitäten, werdet ihr bei Allah und keinem anderen außer Ihm versammelt
werden und Er wird’s euch vergelten.
Sure 3, Vers 166: Und was euch betraf
am Tage des Zusammenstosses der beiden Haufen, das geschah mit Allahs
Erlaubnis, und damit Er die Gläubigen erkenne und auch erkennte die
Heuchler. Und gesprochen ward zu ihnen: „Heran!
Kämpfet in Allahs Weg!“ oder „Wehrt
ab!“ Sie aber sprachen: „Wenn wir wüssten zu
kämpfen, wahrlich, wir wären euch gefolgt!“ Einige von ihnen waren
an jenem Tage dem Unglauben näher als dem Glauben.
Sure 3, Vers 166: Und was euch am Tag,
da die beiden Haufen aufeinander stießen, (als Unglück) traf, geschah mit
Gottes Erlaubnis. Auch wollte er (auf diese Weise) die Gläubigen (als
solche) erkennen.
Sure 3, Vers
167: Und er wollte (auf diese Weise) diejenigen erkennen, die
heucheln. Man sagte zu ihnen: 'Kommt her und
kämpft um Gottes willen oder wehrt (wenigstens die Feinde) ab!' Sie
sagten: 'Wenn wir wüssten, daß es zu (einem regelrechten)
Kampf kommen wird, würden wir euch
folgen.' An jenem Tag waren sie dem Unglauben näher als dem Glauben. Ihre
Äußerungen widersprechen (eben) dem, was sie im Herzen haben. Aber Gott
weiß sehr wohl, was sie (in sich) verborgen halten.
Tafsir al-Jalalayn 3, 166:
Und was euch bei Uhud am Tage, als die
zwei Haufen aufeinander stießen geschah, wurde auf Wunsch Allahs
willentlich veranlasst, damit Er die wahren Gläubigen an ihrem Verhalten
erkennen könne. Er wollte auch die Heuchler auf frischer Tat ertappen und
denjenigen welchen – als sie dem Kampfe entflohen – gesagt wurde: “Kommt
jetzt und kämpft in Allahs Weg oder verteidigt uns gegen den Feind indem
ihr wenigstens die Zahl unserer Mitstreiter vergrößert, wenn ihr schon
nicht kämpfen wollt.“ Sie aber antworteten: “Wenn wir gewusst hätten wie
auf geschickte Art und Weise zu kämpfen, so wären wir euch gefolgt.“ Allah
stellte sie jedoch als Lügner bloß und sprach: “An jenem Tage waren diese
indem sie die Gläubigen im Stich ließen dem Unglauben näher als dem
Glauben. Davor waren sie – zumindest äußerlich betrachtet – dem Glauben
näher; sie sprachen jedoch mit ihrem Mund, was nicht in ihrem Herzen war.
Auch wenn sie gewusst hätten wie zu kämpfen, wären sie euch doch nicht
gefolgt.“ Allah weiß am besten, was an Heuchelei sie verbergen.
Sure 3, Vers 195: Und es antwortet
ihnen der Herr: "Siehe, Ich lasse nicht verloren gehen das Werk des
Wirkenden unter euch, sei es Mann oder Weib; die einen von euch sind von
den andern. Und diejenigen, die da auswanderten und aus ihren Häusern
vertrieben wurden und in Meinem Wege litten und
kämpften und fielen – wahrlich,
bedenken will Ich ihre Missetaten, und wahrlich, führen will Ich sie in
Gärten, durcheilt von Bächen; als Lohn von Allah – bei Ihm ist der
schönste Lohn.
Sure 3, Vers
195: Da erhörte sie ihr Herr (mit den Worten): Ich werde keine
Handlung unbelohnt lassen (w. verloren gehen lassen), die einer von euch
begeht, (gleichviel ob) männlich oder weiblich. Ihr gehört (ja als
Gläubige) zueinander (ohne Unterschied des Geschlechts). Darum werde ich
denen, die um meinetwillen ausgewandert und aus ihren Häusern vertrieben
worden sind und Ungemach erlitten haben, und die
gekämpft haben und (dabei) getötet
worden sind, ihre schlechten Taten tilgen, und ich werde sie in Gärten
eingehen lassen, in deren Niederungen (w. unter denen) Bäche fließen. (Das
soll ihre) Belohnung von Seiten Gottes (sein). Bei Gott wird man
(dereinst) gut belohnt.
Tafsir al-Jalalayn 3, 195:
Und Allah erhört ihre Fürbitte
indem er verlauten lässt: “Ich werde sicherstellen, daß die harte Arbeit
von keinem Mitstreiter umsonst war; ob ihr nun Männer oder Frauen seid ist
egal. Ihr seid gleichgestellt; wenn es um die Belohnung eurer (rühmlichen)
Taten geht, werde Ich euch beide nicht vernachlässigen.“ Als Umm Salama
den Propheten fragte, warum im Zusammenhang mit der Auswanderung (hijra)
die Frauen nicht erwähnt würden, wurde folgende Antwort offenbart: „Und
diejenigen welche von Mekka nach Medina ausgewandert sind und aus ihren
Häusern vertrieben wurden, sowie die welche für Meine Sache, für
Meine
Religion die Ungläubigen bekämpft haben und verletzt oder totgeschlagen
wurden, wahrlich Ich werde sie von ihren bösen Taten freisprechen und in
Vergebung hüllen. Ich werde sie in Meinen von Bächen durchflossenen Gärten
willkommen heißen.“ Dies soll Allahs Dank sein! Und bei Ihm finden wir die
schönste Belohnung und Vergeltung.
Sure 4: „Die Weiber“ offenbart in
Medina
Sure 4, Vers 71: Oh ihr, die ihr
glaubt, seid auf der Hut und rücket in Trupps
aus oder rücket aus in Masse.
Sure 4, Vers
71: Ihr Gläubigen! Seid (vor dem Feind) auf eurer Hut! Und
rückt in Trupps
aus, oder (alle) zusammen (aber
laßt euch nicht als Einzelgänger überraschen)!
Tafsir al-Jalalayn 4, 71:
Oh ihr Gläubigen seid auf der Hut vor
eurem Feind und nehmt euch in Acht vor ihm. Dann bereitet euch vor und
macht euch auf, ihn zu bekämpfen – ob ihr dies nun als Gesamttrupp oder
als einzeln aufeinander folgende Kampfgruppen bewerkstelligt.
Sure 4, Vers 74: Und so soll
kämpfen in Allahs Weg, wer das
irdische Leben verkauft für das Jenseits. Und wer da kämpft in Allahs Weg,
falle er oder siege er, wahrlich dem geben Wir gewaltigen Lohn.
Sure 4, Vers
74: Diejenigen aber, die das diesseitige Leben um den Preis des
Jenseits verkaufen, sollen um Gottes willen
kämpfen. Und wenn einer um Gottes willen kämpft, und er wird
getötet - oder er siegt -, werden wir ihm (im Jenseits) gewaltigen Lohn
geben.
Tafsir al-Jalalayn 4, 74:
Allah, der Erhabene sagt:“ Lasst
diejenigen, welche ihr diesseitiges Leben für dasjenige im Jenseits
verkaufen wollen für meine Sache kämpfen um meine Religion zu veredeln.
Denn wer in meinem Weg eifert und totgeschlagen wird, stirbt als Märtyrer
oder als einer welcher seinen Feind als Eroberer überwältigt hat. Ihm
werden Wir großen Lohn (eine wahrhaft üppige Belohnung) geben.“
Sure 4, Vers 75: Und was ist euch, daß
ihr nicht kämpfet in Allahs Weg und
für die Schwachen unter den Männern und die Weiber und die Kinder, die da
sprechen: „Unser Herr, führe uns hinaus aus dieser Stadt voll tyrannischer
Bewohner, und gib uns von Dir her einen Beschützer, und gib uns von Dir
her einen Helfer?“
Sure 4, Vers
75: Warum wollt ihr (denn) nicht um
Gottes willen und (um) der Unterdrückten (willen)
kämpfen, (jener) Männer, Frauen und
Kinder, die (in Mekka zurückbleiben mussten und) sagen: 'Herr! Bring uns
aus dieser Stadt hinaus, deren Einwohner frevlerisch sind, und schaff uns
deinerseits einen Freund und einen Helfer'?
Tafsir al-Jalalayn 4, 75:
Wo fehlt es euch denn, daß ihr nicht
kämpfen wollt? Es gibt nichts was euch daran hindern würde, in Allahs Weg
zu kämpfen um die unterdrückten Männer, Frauen und Kinder welche von den
Ungläubigern verfolgt und an ihrer Auswanderung gehindert werden zu
befreien. Ibn Abbas sagte: “Meine Mutter und ich waren unter denen, welche
Allah anflehten, daß Er uns aus dieser Stadt Mekka, in welcher nichts als
ungläubige Bösewichte leben herausführen und uns einen Beschützer ernennen
soll – jemand der sich unserer Sache annimmt und uns gegen sie
verteidigt.“ Allah erhörte ihre Fürbitte und ermöglichte manchen die
Flucht während andere zurückblieben bis Mekka schließlich erobert wurde.
Als Beschützer (der Zurückgebliebenen) setzte der Prophet Attab b. Asid
ein, welcher in der Folge Vergeltung für diejenigen suchte, welchen
Unrecht angetan worden war.
Sure 4, Vers 76: Wer da glaubt,
kämpft in Allahs Weg, und wer da nicht
glaubt, kämpft im Weg des Tagut. So bekämpfet
des Satans Freunde. Siehe, des Satans List ist schwach.
Sure 4, Vers
76: Diejenigen, die gläubig sind, kämpfen
um Gottes willen, diejenigen, die ungläubig sind, um der Götzen
willen. Kämpft nun gegen die Freunde des
Satans! Die List des Satans ist schwach.
Tafsir al-Jalalayn 4, 76:
Diejenigen welche glauben, kämpfen in
Allahs Weg und die Ungläubigen sind der falschen Gottheit Satan treu.
Kämpft deshalb gegen Satans Freunde, gegen diejenigen, welche seine
Religion unterstützen und ihr werdet sie besiegen mit der Kraft welche ihr
von Allah bezieht. Wahrlich die Verschwörung Satans gegen die Gläubigen
ist schwach und entbehrt jeglicher Substanz. Sie kann sich nicht mit
Allahs Aushecken von Plänen gegen die Ungläubigen messen.
Sure 4, Vers 77: Sahst du nicht auf
die, zu denen gesprochen ward: „Hemmt eure Hände vom
Kampf und verrichtet das Gebet und
zahlet die Armenspende?“ Doch wenn ihnen der Kampf
vorgeschrieben wird, dann fürchtet ein Teil von ihnen die Menschen,
wie sie Allah fürchten, ja noch mehr, und sprechen: „Unser Herr, warum
schreibst Du uns den Kampf vor und
verziehst nicht mit uns bis zum nahen Termin?“ Sprich: „Der Niesbrauch der
Welt ist winzig und das Jenseits ist besser für die Gottesfürchtigen; und
nicht sollt ihr um eines Dattelkerns Fädchen Unrecht erleiden.“
Sure 4, Vers
77 Hast du nicht jene gesehen, zu denen man (anfänglich) sagte:
'Haltet eure Hände (vom Kampf) zurück
und verrichtet das Gebet und gebt die Almosensteuer'? Als ihnen dann
(später) vorgeschrieben wurde, zu kämpfen,
fürchtete auf einmal ein Teil von ihnen die Menschen, wie man Gott
fürchtet, oder (gar) noch mehr. Und sie sagten: 'Herr! Warum hast du uns
vorgeschrieben, zu kämpfen? Würdest du
uns doch (wenigstens) für eine kurze Frist Aufschub gewähren!' Sag: Die
Nutznießung des Diesseits ist kurz bemessen. Und das Jenseits ist für die,
die gottesfürchtig sind, besser. Und euch wird (dereinst bei der
Abrechnung) nicht ein Fädchen Unrecht getan.
Tafsir al-Jalalayn 4, 77:
Habt ihr nicht von denen gehört, welchen
gesagt wurde sie sollten nicht gegen die Ungläubigen kämpfen obwohl ihnen
Unrecht angetan worden war? Sie waren eine Gruppe von Gefährten des
Propheten und ihnen wurde ursprünglich vorgeschrieben, daß sie zu beten
sowie Almosen zu geben hätten. Aber als ihnen dann befohlen wurde den
Kampf aufzunehmen fürchtete sich ein Teil von ihnen vor den Ungläubigen
und dem (potentiellen) Tod durch deren Hand mehr als vor der Bestrafung
Allahs. Ihre Furcht vor dem Feind war also stärker als ihre Gottesfurcht.
Zu Tode erschrocken sagten sie: “Allah, warum hast Du uns vorgeschrieben
zu kämpfen? Warum können wir nicht bis zu einem späteren Zeitpunkt damit
warten?“ Sagt ihnen, daß das Genießen der Welt und was darin enthalten ist
unbedeutend und vergänglich ist. Das Jenseits, das Paradies hingegen ist
besser für denjenigen, welcher die Züchtigung Allah fürchtet indem er es
vermeidet Ihm Ungehorsam zu leisten. Ihm wird bei der Abrechnung nicht
einmal das Äquivalent eines einzigen Dattelfädchens oder
Dattelkernhäutchens von seinen (rühmlichen) Taten abhanden kommen. Also:
eifert in Allahs Weg.
Sure 4, Vers 84: So
kämpf in Allahs Weg; nur du sollst
dazu gezwungen werden; und sporne die Gläubigen an. Vielleicht hemmt Allah
die Kühnheit der Ungläubigen, denn Allah ist gewaltiger an Kühnheit und
gewaltiger an Züchtigen.
Sure 4, Vers 84:
Kämpfe nun um Gottes willen! Du hast
(dereinst) nur die Last für deine eigenen Handlungen zu tragen. Und
feure die Gläubigen (zum Kampf) an!
Vielleicht wird Gott die Gewalt derer, die ungläubig sind, (vor euch)
zurückhalten (so daß sie euch nichts anhaben können). Gott verfügt über
mehr Gewalt und kann schrecklicher bestrafen (als irgendwer auf der Welt).
Tafsir al-Jalalayn 4, 84:
Also kämpfe in Allahs Weg, oh
Mohammed, du bist nur für dich selber verantwortlich.
Sorge dich nicht um der anderen
willen, welche es nicht vermögen, dir beizustehen. Mit anderen Worten: du
sollst kämpfen auch wenn du allein bist, denn dir ist der Sieg
versprochen. Und sporne die Gläubigen an, feure sie zum Kampfe an und mach, daß sie ihn (den Kampf) herbeisehnen. Vielleicht wird Allah die Macht der
ungläubigen Krieger hemmen, denn Allah ist mächtiger als diese und härter
im Züchtigen und Bestrafen. Der Prophet antwortete: „Bei dem in wessen
Hand meine Seele ruht, ich werde aufbrechen und kämpfen, auch wenn ich
allein bin.“ Also brach er mit 70 berittenen Kriegern zum ersten
Scharmützel bei Badr auf, wo Allah die Macht der Ungläubigen hemmte indem
Er Schrecken in ihre Herzen warf und Abu Sofian am Erfolg hinderte.
(Vergleiche Vers 3: 151)
Sure 4, Vers 89: Sie wünschen, daß ihr
ungläubig werdet, wie sie ungläubig sind, und daß ihr ihnen gleich seid.
Nehmet aber keinen von ihnen zum Freund, ehe sie nicht
auswanderten in Allahs Weg. Und so sie
den Rücken kehren, so ergreifet sie und
schlagt sie tot, wo immer ihr sie findet; und nehmet keinen von
ihnen zum Freund oder Helfer.
Sure 4, Vers 89: Sie möchten gern, ihr
wäret (oder: würdet) ungläubig, so wie sie (selber) ungläubig sind, damit
ihr (alle) gleich wäret. Nehmt euch daher niemand von ihnen zu Freunden,
solange sie nicht (ihrerseits) um Gottes
willen auswandern! Und wenn sie sich abwenden (und eurer
Aufforderung zum Glauben kein Gehör schenken), dann
greift sie und tötet sie, wo (immer)
ihr sie findet, und nehmt euch niemand von ihnen zum Freund oder Helfer!
Tafsir al-Jalalayn 4, 89:
Sie sehnen sich danach und
wünschen, daß ihr ungläubig wie sie seid damit ihr euch im Unglauben
vereinen könnt. Also wählt keine Freunde aus ihresgleichen Kreisen und
vereint euch nicht mit ihnen auch wenn sie äußerliche Zeichen des Glaubens
manifestieren. Nur wenn sie ausziehen in Allahs Weg, wenn sie also eine
wirkliche Auswanderung vornehmen, würde dies ihren Glauben bezeugen. Wenn
sie sich jedoch abwenden und auf ihren alten Wegen beharren so nehmt sie
gefangen und schlagt sie tot wo immer ihr sie findet. Nehmt keinen von
ihnen zum Schirmherrn um mit ihm zu verkehren oder als Helfer damit er
euch gegen den Feind beistehe.
Sure 4, Vers 90: Ausser denen, die zu
einem Volke kommen, mit dem ihr ein Bündnis habt, oder zu euch kommen,
dieweil ihre Brüste beklommen sind, wider euch zu
kämpfen, oder ihr eigenes Volk zu
bekämpfen. So Allah es wollte,
wahrlich, Er hätte ihnen Macht über euch gegeben, und sicherlich hätten
sie wider euch gekämpft. Wenn sie
jedoch von euch scheiden, ohne euch zu
bekämpfen, und euch Frieden anbieten, so gibt euch Allah keinen Weg
wider sie.
Sure 4, Vers 90:
(Kämpft gegen sie)
mit Ausnahme derer, die zu Leuten gelangen, mit denen ihr in einem
Vertragsverhältnis steht, oder die (in friedlicher Absicht) zu euch
gekommen sind, nachdem sie davor zurückscheuten (w. nachdem ihre Brust
beengt war), gegen euch oder ihre (eigenen) Leute zu
kämpfen. - Wenn Gott gewollt hätte,
hätte er ihnen Gewalt über euch gegeben, und dann hätten sie gegen euch
(mit Erfolg) gekämpft.
- Wenn sie sich (nun) von euch fernhalten und nicht gegen euch
kämpfen und euch ihre Bereitschaft
erklären, sich (künftig) friedlich zu verhalten (und keinen Widerstand
mehr zu leisten), gibt euch Gott keine Möglichkeit, gegen sie vorzugehen.
Tafsir al-Jalalayn 4, 90:
Kämpft gegen alle außer gegen diejenigen,
mit welchen ihr ein Bündnis habt und mit denen ein Schutzversprechen
eurerseits besteht (ähnlich wie dies der Prophet mit Hilal b. Uwaymir
al-Aslami vereinbart hatte) und auch nicht gegen Leute, die bei solchen
Verbündeten Schutz suchen. Kämpft ebenso nicht gegen diejenigen, welche
mit Beklemmung in der Brust zu euch kommen, niedergeschlagen – ob sie
nun auf der Seite ihrer Leute stehen oder ob sie gegen diese kämpfen indem
sie zu euch halten – die also weder die ihren noch euch bekämpfen. Mischt
euch weder in ihre Angelegenheiten ein, noch nehmt sie gefangen oder
schlagt sie tot. Diese und folgende Aussagen wurden (später) vom
„Schwertvers“ abrogiert. Hätte Allah gewollt, hätte Er sie beeinflusst und
ihre Herzen gestärkt damit sie euch sicherlich bekämpfen würden. Allah sah
jedoch davon ab und warf dafür Schrecken in ihre Herzen. Wenn sie sich
euch also weder annähern noch euch bekämpfen, sie euch jedoch Aussöhnung
und Frieden anbieten und sich fügen dann erlaubt euch Allah nicht, daß ihr
in irgendeiner Weise gegen sie vorgeht, sie gefangen nehmt oder sie
totschlägt.
Sure 4, Vers 91: Andre werdet ihr
finden, welche mit euch und mit ihrem Volke in Frieden leben wollen. Sooft
diese in Empörung zurückfallen, sollen sie in ihr umgekehrt werden. Und so
sie sich nicht von euch trennen noch euch Frieden anbieten und ihre Hände
hemmen, so nehmet sie und schlagt sie tot,
wo immer ihr auf sie stoßet. Und über sie haben Wir euch offenkundige
Macht gegeben.
Sure 4, Vers 91: Ihr werdet andere
finden, die (zwar) vor euch und vor ihren (eigenen) Leuten Sicherheit
haben wollen. (Aber) jedes Mal, wenn sie wieder (?) der Versuchung
ausgesetzt sind, werden sie in ihr zu Fall gebracht (?). Und wenn sie sich
nicht von euch fernhalten und euch (nicht) ihre Bereitschaft erklären,
sich (künftig) friedlich zu verhalten, und ihre Hände (nicht
vom Kampf gegen euch) zurückhalten,
dann greift sie und tötet sie, wo
(immer) ihr sie zu fassen bekommt! (Zum Vorgehen) gegen Leute dieser Art
haben wir euch offenkundige Vollmacht gegeben.
Tafsir al-Jalalayn 4, 91:
Ihr werdet andere finden,
welche es sich wünschen vor euch in Sicherheit zu sein indem sie euch
Glauben vortäuschen. Sie wünschen es jedoch auch, sicher vor ihrem eigenen
Volk zu sein indem sie in Unglauben leben wenn sie wieder zu ihm
zurückkehren. Speziell seien hier die Stämme der Asad und der Ghatafan
erwähnt: wenn man sie zum Aufstand und zum Götzendienst aufruft, werden
sie stets davon überwältigt und begeben sich auf die übelsten Irrwege.
Wenn sie sich euch also annähern ohne vom Kämpfen abzusehen noch euch
Frieden anzubieten oder ihre Hände von euch lassen, so nehmt sie gefangen
und schlagt sie tot wo immer ihr sie findet. Wir (Allah) haben euch eine
klare Vollmacht erteilt und euch in Bezug auf ihren Verrat ein deutliches
Zeichen gegeben, sie totzuschlagen oder gefangen zu nehmen.
Sure 4, Vers 94: O ihr, die ihr
glaubt, so ihr auszieht in Allahs Weg,
so machet einen Unterschied, und sprechet nicht zu jedem, der euch Frieden
anbietet: "Du bist kein Gläubiger", in eurem Trachten nach dem Gewinn des
irdischen Lebens. Bei Allah ist reiche Beute. Also waret ihr zuvor, doch
Allah war gnädig gegen euch. Darum machet einen Unterschied; siehe, Allah
kennt euer Tun.
Sure 4 Vers 94: Ihr Gläubigen! Wenn
ihr um Gottes willen (auf einem Kriegszug)
unterwegs seid, dann passt genau auf und sagt nicht zu einem, der euch den
Heilsgruß entboten hat: 'Du bist kein Gläubiger', wobei ihr (unter dem
Vorwand, einen Ungläubigen vor euch zu haben und ihn
bekämpfen zu müssen) den Glücksgütern
des diesseitigen Lebens nachgeht! Gott bietet (euch) doch genug (andere)
Möglichkeiten, Beute zu machen. So (d.h. beutegierig und auf irdische
Glücksgüter eingestellt) seid ihr früher gewesen (als ihr noch Heiden
waret). Aber dann hat euch Gott Gnade erwiesen (indem er euch dem Glauben
zugeführt und euren Blick auf das Jenseits gerichtet hat). Passt also
genau auf (und begeht keine solchen Missgriffe)! Gott ist wohl darüber
unterrichtet, was ihr tut.
Tafsir al-Jalalayn 4, 94:
Das Folgende wurde offenbart
als eine Gruppe von Begleitern des Propheten einem Mann vom Stamme der
Sulaym begegnete, welcher mit einer Schafherde vorüberging und ihnen einen
Friedensgruß entbot. Sie nahmen an, er habe sie nur aus Angst dergestalt
begrüßt, töteten ihn und bemächtigten sich der Schafherde: Oh ihr
Gläubigen, wenn ihr also unterwegs seid und in Allahs Weg eifert, seid
scharfsichtig und bezeichnet nicht jemanden als einen Ungläubigen der euch
einen Friedensgruß (al-salam) entbietet oder sich euch unterwirft
indem er das Glaubensbekenntnis (shahada) bezeugt (welches ja ein
Hinweis darauf ist, daß er ein Muslim ist). Sagt nicht, daß er nur aus
Angst um sein Leben und Hab und Gut so gehandelt habe, damit ihr ihn dann
töten könnt, weil ihr nach den vergänglichen Besitztümern dieses Lebens,
sprich nach dem Genuss der Beute, trachtet. Bei Allah findet ihr reichlich
Beute, also befreit euch von dem Bedürfnis, einen solchen Mann seines
Besitzes wegen zu töten. So wart ihr früher als euer Leben und euer Besitz
einfach nur durch das Aussprechen des Glaubensbekenntnisses geschützt
waren. Allah zeigte sich jedoch großzügig indem Er euch für euren Glauben
und eure Aufrichtigkeit bekannt gemacht hat. Seid also umsichtig, damit
ihr nicht einen Gläubigen umbringt oder diejenigen, welche sich bekehren
wollen so behandelt, wie euch widerfahren ist. Wahrlich, Allah kennt euer
Tun und wird es euch vergelten.
Sure 4, Vers 95: Und nicht sind
diejenigen Gläubigen, welche daheim ohne Bedrängnis sitzen, gleich denen,
die in Allahs Weg streiten mit Gut und Blut.
Allah hat die, welche mit Gut und Blut
streiten, im Rang über die, welche daheim sitzen, erhöht. Allen hat
Allah das Gute versprochen; aber den Eifernden hat Er vor den daheim
Sitzenden hohen Lohn verheißen,
Sure 4, Vers 95: Diejenigen Gläubigen,
die daheim bleiben (statt
in den Krieg zu ziehen) - abgesehen
von denen, die eine (körperliche?) Schädigung (als Entschuldigungsgrund
vorzuweisen) haben -, sind nicht denen gleich(zusetzen), die mit ihrem
Vermögen und mit ihrer eigenen Person um Gottes willen
Krieg führen (w. sich abmühen). Gott
hat diejenigen, die mit ihrem Vermögen und mit ihrer eigenen Person
Krieg führen, gegenüber denjenigen,
die daheim bleiben, um eine Stufe höher bewertet (w. ausgezeichnet). Aber
einem jeden (Gläubigen, ob er daheim bleibt oder Krieg führt) hat Gott das
(Aller)beste (d.h. das Paradies) versprochen. Doch hat Gott die
Kriegführenden gegenüber denen, die
daheim bleiben, mit gewaltigem Lohn ausgezeichnet,
Tafsir al-Jalalayn 4, 95:
Gläubige, welche zuhause
sitzen und nicht in Allahs Weg eifern – außer sie haben eine Verletzung
oder Behinderung wie z.B. eine chronische Krankheit oder Blindheit – sind
denen, welche mit Gut und Blut in Allahs Weg eifern nicht ebenbürtig.
Allah bevorzugt diejenigen, welche mit Gut und Blut in Seinem Weg eifern
im Vergleich zu denen, welche aufgrund einer Verletzung zuhause bleiben.
Obwohl auch letztere einen (kleineren) Verdienst aufweisen denn beide
haben ja dieselbe Absicht. Allah zollt jedoch denjenigen den größeren
Verdienst, welche den (heiligen) Kampf ausgeführt haben. Er versprach
beiden Gruppen den allerbesten Lohn – das Paradies – obwohl Er diejenigen
bevorzugt, welche in Allahs Weg eifern gegenüber denen welche ohne
Verletzung zuhause bleiben. Ersteren wird ein großer Lohn zuteil, ...
Sure 4, Vers 96: Rangstufen von Ihm
und Vergebung und Barmherzigkeit; denn Allah ist nachsichtig und
barmherzig.
Sure 4, Vers 96: (mit besonderen)
Rangstufen (die sie) von ihm (im Paradies zugewiesen bekommen) und
Vergebung und Barmherzigkeit. Gott ist barmherzig und
bereit zu vergeben.
Tafsir al-Jalalayn 4, 96:
… und
verschiedene Rangstufen in Ehre
werden von Ihm (zugewiesen), sowie Vergebung und Gnade. Wahrlich, Allah
gewährt Seinen Freunden ewig währende Vergebung und ist gnadenreich
gegenüber denen, welche Ihm gehorchen.
Sure 4, Vers 97: Siehe, diejenigen,
welche wider sich gesündigt haben, nahmen die Engel fort und sprachen zu
ihnen: "Wozu gehört ihr?" Sie sprachen: "wir sind die Schwachen im Land."
Sie sprachen: "Ist nicht Allahs Land weit genug, daß ihr hättet auswandern
können in das selbe?" Und jene, … ihre Behausung ist Dschahannam, und
schlimm ist die Fahrt dorthin:
Sure 4, Vers 97: Zu denen, die (zu
Lebzeiten durch ihre Weigerung, sich offen zum Islam zu bekennen) gegen
sich selber gefrevelt haben, sagen die Engel, wenn sie sie abberufen: 'In
was für Umständen waret ihr (denn zu euren Lebzeiten, daß ihr nicht
gläubig geworden seid)?' Sie sagen: 'Wir waren (überall) im Land
unterdrückt (und konnten es deshalb nicht wagen, uns zum Glauben zu
bekennen).' Sie (d.h. die Engel) sagen: 'War (denn) die Erde Gottes nicht
weit (genug), so daß ihr darauf hättet auswandern (und in der neuen
Umgebung als Gläubige leben) können?' Diese (Schwächlinge) wird die Hölle
aufnehmen - ein schlimmes Ende! -
Tafsir al-Jalalayn 4, 97:
Folgendes wurde bezüglich
einer Gruppe von Menschen offenbart, welche sich zwar zum Islam bekehrten
aber nicht (von Mekka) auswanderten. Sie wurden in der Schlacht von Badr
zusammen mit den Ungläubigen totgeschlagen. Die Todesengel werden denen,
die sündigten, indem sie bei den Ungläubigen blieben und es versäumten
hatten auszuwandern, vorwurfsvoll sagen: “Was war euer Problem? Wie waren
die Umstände bezüglich eurer Religion?“ Sie werden Ausreden finden und
sagen: “Wir wurden unterdrückt und konnten unsere Religion in Mekka nicht
durchsetzen.“ Die Engel werden vorwurfsvoll antworten: “Hat es denn nicht
genug Platz auf Allahs Erde, daß ihr vom Orte der Ungläubigen anderswo hin
hättet auswandern können, wie dies andere auch getan haben?“ Allah, der
Erhabene sagt dazu: Sollen sie in der Hölle wohnen; ein schlimmes Ende
nimmt die Fahrt dorthin.
Sure 4, Vers 98: Ausser den Schwachen
unter den Männern und Frauen und Kindern, die sich nicht zu helfen
vermögen und nicht des Weges geleitet sind.
Sure 4, Vers 98: Ausgenommen die
unterdrückten Männer, Frauen und Kinder, die über keine Möglichkeit
verfügen (sich aus Mekka wegzustehlen) und (aus Hilflosigkeit) auf dem Weg
(den sie eingeschlagen haben) nicht rechtgeleitet sind.
Tafsir al-Jalalayn 4, 98:
Ausgenommen (sind) die
Unterdrückten unter ihnen, die Männer, Frauen und Kinder welche nicht in
der Lage sind, einen Plan zu ersinnen, welche keine Kraft haben,
auszuwandern und weder Wegleitung noch Mittel besitzen, ins Land der
Ausgewanderten zu ziehen.
Sure 4, Vers 99: Ihnen verzeiht Allah
vielleicht, denn Allah ist nachsichtig und verzeihend.
Sure 4, Vers 99: Denen wird Gott
vielleicht verzeihen. Gott ist bereit, Nachsicht zu üben und zu vergeben.
Tafsir al-Jalalayn 4, 99:
Denen wird Allah vielleicht
verzeihen, denn Er ist immer bereit, Nachsicht zu üben und zu vergeben.
Sure 4, Vers 100: Und wer
auswandert in Allahs Weg, wird auf der
Erde manche Zuflucht und Hilfsmittel finden. Und wer sein Haus verlässt
und zu Allah und Seinem Gesandten auswandert, und der Tod ereilt ihn dann,
dessen Lohn fällt Allah zu; und Allah ist verzeihend und barmherzig.
Sure 4, Vers 100: Wenn
einer
um Gottes willen auswandert, findet er auf
der Erde viel Gelegenheit, sich (aus seiner bisherigen Umgebung)
zurückzuziehen, und Spielraum (genug). Und wenn einer sein Haus verlässt,
um zu Gott und seinem Gesandten auszuwandern, und ihn hierauf der Tod
ereilt (w. erreicht), fällt es Gott anheim, ihn zu belohnen.
Gott ist barmherzig und bereit zu vergeben.
Tafsir al-Jalalayn 4, 100:
Wer in Allahs Weg auswandert,
wird auf Erden viele Zufluchtsstätten, viele Gebiete wo Auswanderer wohnen
und eine Fülle an Vorkehrungen antreffen. Wer immer sein Haus verlässt
indem er zu Allah und Seinem Gesandten auswandert und er wird unterwegs
vom Tode überrascht – wie dies z.B. Junda b. Damra al-Laythi passiert ist
– seine Belohnung liegt bei Allah und wird von Ihm festgelegt. Er ist
wahrhaftig vergebend und voll Gnade ewiglich.
Sure 4, Vers 104: Und
erlahmet nicht in der Verfolgung des
Volkes der Ungläubigen; leidet ihr, siehe, so leiden sie, wie ihr leidet.
Ihr aber erhoffet von Allah, was sie nicht erhoffen; und Allah ist wissend
und weise.
Sure 4, Vers 104: Und laßt nicht nach
(in eurer Bereitschaft), den Feind aufzusuchen (und
zum Kampf zu stellen)! Wenn ihr (unter
den Beschwerden des Krieges) zu leiden
habt, so hat er (ebenso darunter) zu leiden wie ihr. Ihr aber habt von
Seiten Gottes zu erhoffen, was er nicht zu erhoffen hat.
Gott weiß Bescheid und ist weise.
Tafsir al-Jalalayn 4, 104:
Nachdem sie von der Schlacht
bei Uhud zurückgekommen waren, sandte der Prophet eine Gruppe seiner
Getreuen aus, um Abu Sofian und seine Helfer zu finden. Sie (waren aber
nicht willens und) beklagten sich über ihre Verletzungen. Folgendes wurde
darauf offenbart: seid nicht ohnmächtig und schwach, wenn es darum geht,
den Feind – die Ungläubigen – zu suchen, zu verfolgen und zu bekämpfen.
Wenn ihr unter Wundschmerzen zu leiden habt, so sind auch sie auf dieselbe
Art am leiden. Sie scheuen sich jedoch nicht davor zurück, euch zu
bekämpfen. Ihr jedoch erhoffet von Allah den Sieg und die Belohnung für
etwas was ihnen nicht vergönnt ist. Weil ihr also diesen Vorteil habt,
solltet ihr williger sein (zu kämpfen) als sie. Allah ist allwissend und
handelt weise auf all seinen Wegen.
Sure 5: „Der Tisch“ offenbart in Medina
Sure 5, Vers 33: Siehe, der Lohn
derer, welche Allah und Seinen Gesandten
befehden und Verderben auf der Erde betreiben, ist nur der, daß sie
getötet oder gekreuzigt oder
an den Händen
und Füssen wechselseitig verstümmelt oder aus dem Lande vertrieben
werden. Das ist ihr Lohn hienieden und im Jenseits wird ihnen schmerzliche
Strafe.
Sure 5, Vers
33: Der Lohn derer, die gegen Gott und seinen Gesandten
Krieg führen und (überall) im Land
eifrig auf Unheil bedacht sind (?), soll darin bestehen, daß sie
umgebracht oder gekreuzigt werden, oder daß ihnen wechselweise (rechts und
links) Hand und Fuß abgehauen wird, oder daß sie des Landes verwiesen
werden. Das kommt ihnen als Schande im Diesseits zu. Und im Jenseits haben
sie (überdies) eine gewaltige Strafe zu erwarten.
Tafsir al-Jalalayn 5, 33:
Folgendes wurde offenbart als
eine Gruppe der Arniyyun an einer Krankheit leidend nach Medina kam und
der Prophet ihnen die Erlaubnis erteilte, den Urin und die Milch der
Kamele zu trinken. Nachdem sie wieder gesund waren, töteten sie den
Kamelhirten und stahlen dessen Herde: wahrlich die einzige Vergeltung
derer, welche gegen Allah, seinen Propheten und die Muslime kämpfen indem
sie eilig herumziehen, uns auflauern und Verderben verbreiten, ist, daß
sie abgeschlachtet oder gekreuzigt werden sollen. Als Alternative soll
ihnen wechselseitig die Hände und die Füße abgehackt oder sie sollen in
die Verbannung geschickt werden. Todschlag gilt für jene, welche nur
getötet haben und Kreuzigung gilt für die Mörder, welche gleichzeitig auch
Diebe waren. Das Abschneiden von gegenüberliegenden Extremitäten ist
hingegen für diejenigen bestimmt, welche Diebe aber nicht Mörder sind. In
die Verbannung hingegen werden die geschickt, welche eine allgemeine
Bedrohung darstellen. Die obigen Ausführungen wurden von Ibn Abbas
gemacht. Al-Shafii vertrat zudem die vernünftigere Meinung, daß die
Kreuzigung 3 Tage lang nachdem der Tod des Mörders eingetreten ist,
andauern soll. Die andere Meinung war, daß sich die Kreuzigung kurz vor
dem Tode des Mörders ereignen soll. Zudem wurden der Verbannung noch
weitere Bestrafungen wie das Einkerkern etc. angehängt. Diese erwähnten
Formen von Vergeltung sind eine Erniedrigung und eine Demütigung für die
Delinquenten im Diesseits und im Jenseits wartet eine riesige Züchtigung
auf sie, nämlich die Bestrafung durch das (Höllen)Feuer.
Sure 5, Vers 34: Ausser jenen, welche
bereuen, bevor ihr sie in eurer Gewalt habt. Und wisset, daß Allah
verzeihend und barmherzig ist.
Sure 5, Vers
34: Ausgenommen diejenigen, die umkehren, (noch) bevor ihr Gewalt über
sie habt. Ihr müsst wissen, daß Gott barmherzig ist und bereit zu
vergeben.
Tafsir al-Jalalayn 5, 34:
Außer der Kriegshetzer und
Wegelagerer, welche bereuen bevor ihr sie gefangen genommen habt. Denn
wisse, daß Allah ihnen ihre Missetaten vergibt, Er ist barmherzig zu ihnen.
Es besagt jedoch nirgends in diesem Vers, daß diese Verbrecher nicht den
Bestrafungen der von Menschen gemachten Gesetzen ausgeliefert werden
sollen, sondern es werden ihnen lediglich, wenn sie bereuen, die von Allah
vorgeschriebenen Züchtigungen (hudud) erlassen. Ich
bin dieser Meinung und kenne niemand
anderen, der dieses Thema aufgegriffen hat. Und Allah weiß es (sowieso) am
besten. Eine Person, welche also ein Mörder und auch ein Dieb ist, soll
getötet und es sollen ihm seine Extremitäten wechselseitig abgehackt
werden. Er soll jedoch nicht (auch noch) gekreuzigt werden. Dies ist die
vernünftigere von den zwei Ansichten al-Shafiis. Die Reue (des
Verbrechers) nützt ihm jedoch nichts, wenn er einmal von den Obrigkeiten
festgenommen worden ist. Dies ist ebenso die vernünftigere von zwei
Meinungen welche al-Shafii vertritt.
Sure 5, Vers 35: O ihr, die ihr
glaubt, fürchtet Allah und trachtet nach Vereinigung mit Ihm und
streitet in Allahs Weg; vielleicht
ergeht es euch wohl.
Sure 5, Vers 35: Ihr Gläubigen!
Fürchtet Gott und trachtet danach, ihm nahe zu kommen,
und führet
um seinetwillen Krieg (w. müht euch um seinetwillen ab)!
Vielleicht wird es euch (dann) wohl ergehen.
Tafsir al-Jalalayn 5, 35:
Oh ihr Gläubigen, fürchtet
Allah, fürchtet Seine Züchtigungen indem ihr Ihm gehorcht und trachtet
danach, (ebenso andere) Mittel als Gehorsam zu finden, damit ihr Ihm näher
kommen könnt. Eifert in Seinem Weg um
Seine Religion zu veredeln auf daß
ihr gedeiht und triumphiert.
Sure 5, Vers 54: O ihr, die ihr
glaubt, wenn sich einer von euch von seinem Glauben abkehrt, wahrlich,
dann erhebt Allah ein Volk, daß er liebt und das ihn liebt, demütig vor
den Gläubigen, stolz wider die Ungläubigen,
streitend in Allahs Weg und nicht fürchtend den Tadel des
Tadelnden. Das ist Allahs Huld, Er gibt sie, wem Er will, und Allah ist
weltumfassend und wissend.
Sure 5, Vers
54: Ihr Gläubigen! Wenn sich jemand von euch von seiner Religion
abbringen lässt (und ungläubig wird, hat das nichts zu sagen). Gott wird
(zum Ersatz dafür) Leute (auf eure Seite) bringen, die er liebt, und die
ihn lieben, (Leute) die den Gläubigen gegenüber bescheiden sind, jedoch
die Ungläubigen ihre Macht fühlen lassen, und die
um Gottes willen kämpfen (w. sich
abmühen) und sich (dabei) vor keinem Tadel fürchten. Das ist die Huld
Gottes. Er gibt sie, wem er will. Gott umfasst (alles)
und weiß Bescheid.
Tafsir al-Jalalayn 5, 54:
Oh ihr Gläubigen wer von euch
von seiner Religion abfällt, d.h. wer seiner Religion den Rücken kehrt und
in den Unglauben zurückfällt – dies ist eine Bekanntmachung dessen, wovon
Allah wusste daß es in der Zukunft stattfinden würde; einige der Gläubigen
verließen nämlich den Glauben, nachdem der Prophet gestorben war – Allah
wird gewiss an eurer Stelle andere finden, welche Er liebt und die Ihn
lieben. Al Hakim erzählt in seiner sahih (Sammlung), daß der
Prophet, indem er auf Abu Musa al-Ashari zeigte gesagt habe: „Es gibt
Leute wie diesen.“ Sie sind demütig und einfühlsam gegenüber den anderen
Gläubigen sowie streng und hart gegenüber den Ungläubigen. Sie eifern in
Allahs Weg und fürchten den Tadel der Tadelnden nicht auf dieselbe Weise,
wie die Heuchler den Tadel der Ungläubigen fürchten. Diese Beschreibung
deutet auf Allahs Fülle hin; Er gibt wem Er will. Aus Allah (strömt)
überfließende Fülle; Er kennt diejenigen, welche Seine Belohnung
verdienen.
Sure 8: „Die Beute“
offenbart in Medina
Sure 8, Vers 12:
Als Dein Herr den Engeln offenbarte: „Ich bin mit euch, festigt drum die
Gläubigen. Wahrlich in die Herzen der Ungläubigen
werfe ich Schrecken. So haut ein auf
ihre Hälse und haut ihnen jeden Finger ab.“
Sure 8, Vers
12: (Damals) als dein Herr den Engeln eingab: Ich bin mit euch.
Festigt diejenigen, die gläubig sind! Ich werde denjenigen, die ungläubig
sind, Schrecken einjagen.
Haut (ihnen mit dem Schwert) auf den Nacken und schlagt zu auf jeden
Finger von ihnen!
Tafsir al-Jalalayn 8, 12:
Als euer Herr die Engel,
welche die Muslime unterstützten ermunterte, sagte Er folgendes: „Ich
halte zu euch mit Unterstützung und siegreicher Hilfe. Festigt die
Gläubigen, helft ihnen und überbringt ihnen diese guten Nachrichten. Ich
werde Angst und Schrecken in die Herzen der Ungläubigen werfen. Schlagt
sie also über ihre Nacken, auf ihren Kopf und all ihre Finger.“ Das
bedeutet, daß auf die Extremitäten ihrer Hände und Füße eingeschlagen
werden soll. Wenn einer auf den Kopf eines Ungläubigen schlägt, dann soll
er von seinem Rumpf getrennt wegrollen noch bevor das Schwert ihn
getroffen hat. Der Prophet warf eine Handvoll Kieselsteine gegen die
Götzendiener und jeder einzelne von ihnen wurde in seinen Augen getroffen.
So wurden sie besiegt.
Sure 8, Vers 13: Solches, darum daß
sie gegen Allah und Seinen Gesandten widerspenstig waren. Wer aber
widerspenstig gegen Allah und Seinen Gesandten ist - siehe, so ist Allah
streng im Strafen.
Sure 8, Vers
13: Das (wird ihre Strafe) dafür (sein), daß sie gegen Gott und seinen
Gesandten Opposition getrieben haben (?). Wenn jemand gegen Gott und
seinen Gesandten Opposition treibt (?), (muss er dafür büßen). Gott
verhängt schwere Strafen.
Tafsir al-Jalalayn 8, 13:
Sie werden dergestalt bestraft, weil sie mit Allah und Seinem Gesandten
stritten und sich ihnen widersetzt haben. Wer immer mit Allah und Seinem
Gesandten streitet, wahrlich ihm wird die strengste Vergeltung Allahs
zuteil werden.
Sure 8, Vers 15: O ihr, die ihr
glaubt, so ihr auf die schlachtbereiten Ungläubigen stoßet, so wendet
ihnen nicht den Rücken.
Sure 8. Vers
15: Ihr Gläubigen! Wenn ihr mit den Ungläubigen in Gefechtsberührung
kommt, dann kehret ihnen nicht den Rücken!
Tafsir al-Jalalayn 8, 15:
O ihr die glaubt; wenn ihr auf die Ungläubigen stößt, welche sich aufgrund
ihrer großen Zahl nur langsam vorwärts bewegen können, kehrt ihnen nicht
den Rücken und flieht.
Sure 8, Vers 16: Und wer ihnen an
jenem Tage den Rücken kehrt, außer, er wende sich ab
zum Kampf
oder zum Anschluss zu einem Trupp, der hat sich Zorn von Allah zugezogen
und seine Herberge ist Dschahannam, und schlimm ist die Fahrt dorthin.
Sure 8, Vers
16: Wer ihnen alsdann den Rücken kehrt - und sich dabei nicht (nur)
abwendet, um (wieder)
zu kämpfen,
oder abschwenkt (um) zu einer (anderen) Gruppe (zu stoßen und sich dort am
Kampf zu beteiligen) -, der verfällt dem Zorn Gottes, und die Hölle wird
ihn (dereinst) aufnehmen.
Ein schlimmes Ende!
Tafsir al-Jalalayn 8, 16:
Wer ihnen den Rücken kehrt am
Tage der Auseinandersetzung – außer er dreht sich nur um, damit er sich für
eine neue Kampfrunde vorbereiten kann oder er wendet die Flucht als Trick
an um erneut anzugreifen oder er schließe sich zwecks Verstärkung einer
anderen Gruppe von Muslimen an – der hat wahrlich Allahs Zorn auf sich
geladen und wird in der Hölle verweilen, das Ende einer schrecklichen
Reise. Diese Drohung gilt jedoch nur solange als die Anzahl der
Ungläubigen nicht doppelt so groß ist wie die der Gläubigen.
Sure 8, Vers 39: Und
kämpfet wider
sie, bis kein Bürgerkrieg mehr ist und bis alles an Allah glaubt. Stehen
sie ab, siehe, so sieht Allah ihr Tun.“
Sure 8, Vers
39: Und kämpft gegen
sie, bis niemand (mehr) versucht, (Gläubige zum Abfall vom Islam) zu
verführen, und bis nur noch Gott verehrt wird! Wenn sie jedoch (mit ihrem
gottlosen Treiben) aufhören (und sich bekehren), so durchschaut Gott wohl,
was sie tun.
Tafsir al-Jalalayn 8, 39:
Und bekämpft sie bis ihre
Rebellion und ihr Götzendienst ein Ende nehmen, und bis die Religion Allah
allein gehört und keine anderen (Götter) mehr verehrt werden. Falls sie
sich aber weigern, von ihrem Unglauben abzufallen, wahrlich Allah sieht was
sie tun und Er wird ihnen entsprechend heimzahlen.
Die
Vernichtung der Banu Quraiza
Erläuterungen zu den Versen
55 - 62:
In der Biographie Mohammeds werden die
Verse 55 - 62 von Sure 8 der Vernichtung des jüdischen Stammes der Banu
Quraiza zugeordnet.
R. Paret schreibt:
"Bell hält es
für so gut wie sicher, daß die Verse 55-62 auf den Grabenkrieg (627) zu
beziehen sind (I, S. 161: »with its reference to those who always break
their covenant, i.e. the Quraiza, who are to be so dealt with as to
terrify those behind them, and others with whom peace is to be made if
they incline to it, i.e. the Quraish and their allies whom Muhammad tried
to by off by negotiation«)”.
(Digitale Bibliothek, Rudi Paret,
Der Koran, Kommentar zu Sure 9, S. 191, Verlag W. Kohlhammer)
Sure 8, Vers 55: Siehe,
schlimmer als das Vieh sind bei Allah die Ungläubigen, die nicht glauben:
Sure 8, Vers
55: Als die schlimmsten Tiere gelten bei
Gott diejenigen, die ungläubig sind und (auch) nicht glauben werden (?)
(oder: und (um alle Welt) nicht glauben wollen?),
Tafsir al-Jalalayn 8, 55:
Folgendes wurde bezüglich der Banu Quraiza offenbart: Gemäß Allahs Ansicht
sind die schlimmsten Viecher die undankbaren (Menschen) welche nicht
glauben,
Sure 8, Vers 56:
Die, so du einen Bund mit Ihnen machst, jedes Mal den Bund brechen und
nicht gottesfürchtig sind.
Sure 8, Vers 56:
(besonders) diejenigen von ihnen, mit denen du eine bindende Abmachung
eingegangen hast, und die dann jedes Mal (wenn es darauf ankommt) ihre
Abmachung in gottloser Weise (w. ohne gottesfürchtig zu sein) brechen.
Tafsir al-Jalalayn 8, 56:
... (es sind) diejenigen, mit welchen ihr einen Vertrag abgeschlossen
habt, auf daß sie die Götzendiener nicht unterstützen und die jedes Mal,
wenn sie ein Bündnis eingegangen sind es sofort wieder brechen. Sie sind
nicht gottesfürchtig in ihrem Verrat.
Kommentar von A. Th. Khoury:
"Die Verse sind gegen den jüdischen Stamm der Quraiza, der sich bei der
Schlacht von Badr untreu erwiesen hat. Der Koran warnt hier all jene, die
gleich dem Quraiza-Stamm sich von der Vertragstreue wegstehlen wollen. Es
geht wahrscheinlich um die kritische Situation zu Beginn des
Grabenkrieges."
(A.
Th. Khoury, Der Koran, Übersetzung und Kommentar, Band 7, 1996,
Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh, Seite 255)
Sure 8, Vers 57:
Und o du sie im Krieg gefangen nimmst, verscheuche mit ihnen (nämlich
durch die Strafen, die du über sie verhängst) ihr Gefolge; vielleicht
lassen sie sich mahnen.
Sure 8, Vers 57: Wenn du
sie nun im Krieg zu fassen bekommst, dann verscheuche mit ihnen
diejenigen, die hinter ihnen dreinkommen! Vielleicht werden sie sich
(dann) mahnen lassen (d.h. verfahre derart mit ihnen, daß diejenigen, die
nach ihnen kommen, es zum warnenden Beispiel nehmen und nicht denselben
Irrweg einschlagen)!
Tafsir al-Jalalayn 8, 57:
Wenn ihr also auf sie stößt und sie im Kriegsgetümmel findet, so behandelt
sie solcherart – indem ihr ein Exempel statuiert und sie (gewaltig)
bestraft – daß ihre Kämpfer in den hinteren Reihen auseinanderstieben und
sich zerstreuen. (Damit sie sich erinnern und diesem Beispiel Beachtung
schenken.)
Sure 8, Vers 58:
Und so du Verräterei von deinem Volke befürchtest,
erweise ihm das gleiche. Siehe, Allah liebt nicht die Verräter.
Sure 8, Vers 58: Und wenn
du von (gewissen) Leuten Verrat fürchtest, dann wirf ihnen (den Vertrag)
ganz einfach (?) hin! Gott liebt diejenigen nicht, die Verrat begehen.
Tafsir al-Jalalayn 8, 58:
Und wenn ihr – gewisse Anzeichen wahrnehmend – euch vor Verrat von Seiten
derjenigen mit welchen ihr einen Vertrag abgeschlossen habt, fürchtet, so
kehrt den Spieß um und löst ihr Bündnis in Fairness auf. Das heißt,
informiert sie darüber (über die Auflösung des Vertrags), damit beide
Parteien im Bilde sind; denn sonst könnten sie ja euch des Vertragbrechens
beschuldigen. Wahrlich, Allah liebt die Vertragsbrecher nicht.
Sure 8, Vers 59:
Und denke nicht, daß die Ungläubigen gewinnen; sie vermögen Allah nicht zu
schwächen.
Sure 8, Vers 59: Und
diejenigen, die ungläubig sind, sollen ja nicht meinen, sie würden (uns)
davonlaufen (w. sie würden das Rennen machen?). Sie können sich (unserem
Zugriff) nicht entziehen.
Tafsir al-Jalalayn 8, 59:
Folgendes wurde bezüglich denen offenbart, welchen es gelungen war, am
Tage der Schlacht bei Badr zu fliehen: Verunmögliche es, oh Mohammed, daß
die Ungläubigen annehmen, sie hätten Allah übertroffen und seien Ihm
entkommen. Wahrlich, sie können sich nicht davonmachen und Ihm entkommen.
Sure 8, Vers 60:
So rüstet wider sie, was ihr vermögt an Kräften und Rossehaufen, damit
in Schrecken zu setzen Allahs Feind
und euern Feind und andere außer ihnen, die ihr nicht kennt, Allah aber
kennt. Und was ihr auch spendet in Allahs Weg,
Er wird es euch wiedergeben, und es soll euch kein Unrecht geschehen."
Sure 8, Vers 60: Und rüstet für sie,
soviel ihr an Kriegsmacht und
Schlachtrossen (?) (aufzubringen) vermögt, um
damit Gottes und eure Feinde
einzuschüchtern, und andere außer ihnen, von denen ihr keine
Kenntnis habt, (wohl) aber Gott! Und wenn ihr
etwas um Gottes willen spendet,
wird es euch (bei der Abrechnung im Jenseits) voll heimgezahlt.
Und euch wird (dabei) nicht Unrecht getan.
Tafsir Ibn Abbas 8, 60:
Bereitet euch aufs beste vor, den Banu Quraiza, anderen (Stämmen) sowie
überhaupt allen Arabern mittels Waffen und angebundenen kriegsbereiten
Stuten Schrecken in die Herzen zu werfen und sie, die Feinde Allahs
(bezüglich ihrer Religion) zu töten. Dies bezieht sich auch auf die
Ungläubigen unter den Jinn (Geister) welche ihr weder kennt noch deren
Zahl euch geläufig ist. Allah aber kennt sie und weiß ihre Zahl. Was ihr
auch immer an Vermögen in Allahs Weg investiert indem ihr Ihm gehorcht –
ob dies nun Waffen oder Pferde seien – es wird euch vollumfänglich
vergolten werden. Nichts davon wird euch abhanden kommen und es wird euch
kein Unrecht geschehen.
Tafsir al-Jalalayn 8, 60:
Macht euch bereit sie zu
bekämpfen und bringt soviel an Kriegsmacht auf wie ihr vermögt – Muslim
berichtet, daß der Prophet dies auf Bogenschützen und Kampfpferde bezog –
damit ihr euren und Allahs Feind in Angst und Schrecken versetzen könnt.
Gemeint sind natürlich die Ungläubigen von Mekka und andere wie z.B. die
Heuchler oder die Juden, welche euch unbekannt sind. Allah aber kennt sie.
Und was ihr auch spendet in Allahs Weg, Er wird es euch wieder vergüten.
Ihr könnt nicht falsch gehen, ihr werdet nichts verlieren.
Kommentar von A. Th. Khoury:
Zum Versabschnitt "und
andere außer ihnen, die ihr nicht kennt":
erläutert Khoury:
"Diese
heimlichen Feinde sind entweder die Heuchler oder die Widersacher in den
eigenen Reihen."
(A. Th. Khoury, Der
Koran, Übersetzung und Kommentar, Band 7, 1996, Gütersloher Verlagshaus,
Gütersloh, Seite 259)
Die beiden oben stehenden exegetischen
Ausführungen ergänzen sich bezüglich derjenigen Gruppierungen, die zu
bekämpfen sind. Sogar ungläubige Geister werden als Gefahr für die Umma
genannt, ohne daß allerdings die Art und Weise ihres schädlichen
Einflusses genauer spezifiziert würde. Der Kampf soll nicht nur den Banu
Quraiza gelten, vielmehr wird die Aufforderung "Allahs
Feind und euern Feind in Schrecken zu setzen"
generalisiert.
Sure 8, Vers 61: Sind sie aber zum
Frieden geneigt, so sei auch du ihm geneigt und vertrau auf Allah, siehe,
Er der Hörende, der Wissende.
Sure 8, Vers
61: Und wenn sie (d.h. die Feinde) sich dem Frieden zuneigen, dann
neige (auch du) dich ihm zu (und laß vom Kampf ab)! Und vertrau auf Gott!
Er ist der, der (alles) hört und weiß.
Tafsir al-Jalalayn 8, 61:
Und wenn sie zum Frieden neigen, dann tut dies auch und schließt einen
Vertrag mit ihnen. Ibn Abbas sagte: ’Obiges wurde vom Schwertvers (9:5)
abrogiert.’ – Mujahid hingegen meinte: ’ Diese Verfügung kann nur in Bezug
auf die Menschen der Schrift angewendet werden, denn sie wurde für die
Banu Quraiza offenbart.’ – Verlasst euch auf Allah und vertraut Ihm.
Wahrlich, Er ist es, der die Worte hört und die Handlungen wahrnimmt.
Sure 8, Vers 62: Und so sie dich
betrügen wollen, so ist Allah dein Genüge. Er ist's, der dich mit Seiner
Hilfe stärkt und mit den Gläubigen,
Sure 8, Vers
62: Aber wenn sie dich betrügen wollen, dann laß dir an Gott genügen,
- (an) ihm, der dich mit seiner Hilfe und mit den Gläubigen gestärkt,
Tafsir al-Jalalayn 8, 62:
Und falls sie es wünschen euch zu hintergehen indem sie eine
Friedensvereinbarung treffen nur um sich zum Krieg gegen euch zu rüsten,
dann soll Allah euch genügen. Er ist es, der euch mit seiner Hilfe und mit
(derjenigen) der Gläubigen gestärkt hat;
Sure 8, Vers 65: O du Prophet feuere
die Gläubigen zum Kampfe an, sind auch
nur zwanzig Standhafte unter euch, sie überwinden zweihundert, und so
unter euch hundert sind, so überwinden sie tausend der Ungläubigen,
dieweil sie ein Volk ohne Einsicht sind.
Sure 8, Vers 65: Prophet! Feure die
Gläubigen zum Kampf an!
Wenn unter euch zwanzig sind, die Geduld (und Ausdauer) zeigen, werden sie
über zweihundert, und wenn unter euch hundert sind, werden sie über
tausend von den Ungläubigen siegen. (Das geschieht diesen) dafür, daß es
Leute sind, die keinen Verstand haben.
Tafsir al-Jalalayn 8, 65:
Oh Prophet, ermahne die
Gläubigen und feure sie zum Kampf gegen die Ungläubigen an. Wenn zwanzig
von euch standhaft sind können sie zweihundert besiegen. Und wenn ihr
hundert Mann stark seid, so könnt ihr tausend Ungläubige überwältigen,
denn es mangelt ihnen (gewiss) an Verstand. Als die Anzahl der
kriegsbereiten Muslime anwuchs, wurde dieser Vers mit folgenden Worten
Allahs abrogiert: ...
Sure 8, Vers 66: Nunmehr hat es euch
Allah leicht gemacht, denn Er weiß, daß in euch Schwachheit ist. Und so
unter euch hundert Standhafte sind, überwinden sie zweihundert; und so
unter euch tausend sind, überwinden sie zweitausend mit Allahs Erlaubnis.
Und Allah ist mit den Standhaften.
Sure 8, Vers
66: Jetzt (aber) hat Gott euch Erleichterung gewährt. Er weiß ja, daß
unter euch Schwachheit vorkommt. Wenn nun unter euch hundert sind, die
Geduld (und Ausdauer) zeigen, werden sie - mit Gottes Erlaubnis - über
zweihundert, und wenn unter euch tausend sind, werden sie über zweitausend
siegen. Gott ist mit denen, die geduldig sind.
Tafsir al-Jalalayn 8, 66: …
nun hat Allah eure Last
erleichtert denn Er weiß, daß es Schwäche unter euch gibt welche es
verunmöglicht, daß ihr zehnmal so viele Feinde bekämpfen könnt. Wenn es
also hundert standhafte unter euch gibt, so können sie zweihundert
überwinden; und wenn es tausend gibt, so können sie zweitausend
überwinden, so Allah will. (Mit anderen Worten: bekämpft die doppelte
Anzahl von Feinden und seid standhaft gegen sie.) Und Allah wird standhaft
in seiner Unterstützung sein.
Sure 8, Vers 67: Noch vermochte kein
Prophet Gefangene zu machen, ehe er nicht auf
Erden gemetzelt. Ihr wollt die Güter dieser Welt, Allah aber das
jenseits, und Allah ist mächtig und weise.
Sure 8, Vers
67: Kein Prophet darf (Kriegs)gefangene haben (und sie gegen Lösegeld
freigeben), solange er nicht (die Gegner überall)
im
Land
vollständig niedergekämpft
hat. Ihr wollt die Glücksgüter des Diesseits, aber Gott will (für euch)
das Jenseits. Er ist mächtig und weise.
Tafsir al-Jalalayn 8, 67:
Folgendes wurde offenbart als
der Prophet und seine Getreuen ihre Kriegsgefangenen von Badr aufteilten:
Es ziemt sich nicht für einen Propheten, daß er Kriegsgefangene nimmt
solange er nicht alle Ungläubigen im Land niedergemetzelt hat. Oh ihr
Gläubigen, indem ihr Beute verteilt trachtet ihr nach den vergänglichen
Gütern und dem kurzlebigen Gewinn des Diesseits, währendem sich Allah für
euch das Jenseits mit seinen Belohnungen wünscht, falls ihr jene (die
Kriegsgefangenen) umbringt. Er ist mächtig und weise. – Dieser Vers wurde
später abrogiert und mit seinen Worten (47,4) ersetzt: die
Kriegsgefangenen sollen entweder durch Gnade freigelassen oder losgekauft
werden.
Sure 8, Vers 68: Wäre nicht eine
Schrift von Allah zuvorgekommen, so hätte euch für das, was ihr nahmt,
gewaltige Strafe betroffen.
Sure 8, Vers
68: Wenn es nicht eine Bestimmung (w. Schrift) von Gott gäbe, die
bereits vorliegt, würdet ihr hinsichtlich dessen, was ihr (an Lösegeld für
die Gefangenen?) eingeheimst habt (oder: was ihr (den Gefangenen
ab)genommen habt?), eine gewaltige Strafe erleiden.
Tafsir al-Jalalayn 8, 68:
Wäre nicht vorher ein Befehl von Allah offenbart worden welcher besagt,
daß es erlaubt ist, Beute zu ergattern und Kriegsgefangene zu nehmen, so
wäret ihr auf schreckliche Weise dafür bestraft worden, was ihr euch an
Lösegeld angeeignet habt.
Sure 8, Vers 69: So esset von dem, was
ihr erbeutetet, was erlaubt ist und gut. Und fürchtet Allah; siehe, Allah
ist nachsichtig und barmherzig.
Sure 8, Vers
69: Zehrt (w. Eßt) nun von dem, was ihr erbeutet habt, soweit es
erlaubt und gut ist! Und fürchtet Gott! Er ist barmherzig und bereit zu
vergeben.
Tafsir al-Jalalayn 8, 69:
Nun esst von dem Geplünderten was erlaubt und gut ist. Fürchtet Allah,
denn Er ist wahrlich vergebend und voll Gnade.
Sure 8, Vers 70: O du Prophet, sprich
zu den Gefangenen in euren Händen: "So Allah Gutes in euren Herzen
erkennt, wird Er verzeihen. Denn Allah ist verzeihend und barmherzig."
Sure 8, Vers
70: Prophet! Sag zu den (Kriegs)gefangenen, die ihr in eurer Gewalt
habt: "Wenn Gott an eurem Herzen etwas Gutes findet (w. weiß) (und ihr
geneigt seid, den Islam anzunehmen), wird er euch etwas Besseres geben als
das, was euch (ab)genommen worden ist, und wird euch vergeben. Gott ist
barmherzig und bereit zu vergeben."
Tafsir al-Jalalayn 8, 70:
Oh Prophet; sag deinen Gefangenen folgendes: ’Falls Allah irgendeinen
Funken von Glauben oder aufrichtiger Frömmigkeit in euren Herzen entdeckt,
wird Er euch reicher belohnen als das was von euch erbeutet wurde. Er wird
es in dieser Welt auf ein Vielfaches vermehren, Er wird euch im Jenseits
belohnen und eure Sünden vergeben. Wahrlich; Allah ist vergebend und voll
Gnade.’
Sure 8, Vers 71:
Und so sie Verrat an dir üben wollen, so haben sie schon zuvor an Allah
Verrat geübt. Er gab sie deshalb in eure Gewalt, und Allah ist wissend und
weise.
Sure 8, Vers 71: Wenn sie
aber Verrat an dir üben wollen (braucht man sich nicht zu wundern).
(Schon) vorher haben sie Gott gegenüber treulos gehandelt, worauf er
(euch) Gewalt über sie gegeben hat. Gott weiß Bescheid und ist weise.
Tafsir al-Jalalayn 8, 71:
Wenn die Gefangenen euch also mit Worten
zu verraten suchen; sie haben Allah schon vorgängig (vor der Schlacht zu
Badr) betrogen. Er hat euch dann (bei Badr) die Vollacht erteilt, sie
abzuschlachten und gefangen zu nehmen. Also lasst sie ähnliches erwarten,
falls sie euch erneut verraten wollen. Allah kennt seine Geschöpfe und ist
weise im Handeln.
Sure 8, Vers 72: Siehe, diejenigen,
welche glauben und ausgewandert sind und mit
Gut und Blut in Allahs Weg
stritten
und dem Propheten Herberge und Hilfe gewährten, die sollen sein
eines des andern Verwandter. Und jene, welche glauben, aber nicht
auswanderten, die sollen in nichts in Verwandtschaft mit euch stehen, ehe
sie nicht ausgewandert sind. So die euch aber in Sachen des Glaubens um
Hilfe angehen, so liegt es euch ob, ihnen zu helfen, außer gegen ein Volk,
zwischen dem und euch ein Bündnis besteht. Und Allah schaut euer Tun.
Sure 8, Vers
72:
Diejenigen, die glauben und ausgewandert sind und mit ihrem Vermögen und
in eigener Person um Gottes
willen Krieg geführt (w. sich abgemüht) haben, und diejenigen, die
(ihnen) Aufnahme gewährt und Beistand geleistet haben, die sind
untereinander Freunde. Zu denen aber, die glauben und nicht ausgewandert
sind, steht ihr in keinem Freundschaftsverhältnis, solange sie nicht
(ebenfalls) ausgewandert sind. Doch wenn sie euch im Hinblick auf die
Religion (des Islam, zu der sie sich ebenso bekennen wie ihr) um Beistand
bitten, seid ihr verpflichtet, Beistand zu leisten, es sei denn (sie
bitten euch um Hilfe) gegen Leute, mit denen ihr in einem
Vertragsverhältnis steht. Gott durchschaut wohl, was
ihr tut.
Tafsir al-Jalalayn 8, 72:
Wahrlich diejenigen welche
gläubig waren und auswanderten, mit Gut und Blut in Allahs Weg eiferten
sowie die Helfer welche dem Prophet und seinen Getreuen Zuflucht
gewährten, diese sind miteinander verbündet durch gegenseitige
Unterstützung und Teilen des erworbenen Gutes. Gegenüber denjenigen,
welche zwar glauben aber nicht ausgewandert sind habt ihr keine
Verpflichtung, ein Bündnis einzugehen. Zudem müsst ihr weder Gut noch
Beute mit ihnen teilen, bis sie ausgewandert sind. – Folgendes abrogiert
jedoch das Vorausgegangene: wenn sie euch aber um Unterstützung in Sachen
der Religion bitten dann ist es eure Pflicht, ihnen gegen die Ungläubigen
beizustehen, außer wenn da schon ein früheres Bündnis oder Vertrag
zwischen euch und (diesen Ungläubigen) besteht. In diesem Fall unterstützt
sie (die noch nicht ausgewanderten Gläubigen) nicht, damit ihr nicht zu
Vertragsbrechern werdet, denn Allah sieht all euer Handeln.
Sure 8, Vers 73: Und die Ungläubigen
sind auch einer des anderen Verwandter; so ihr dies nicht tut, entsteht
Aufruhr im Land und großes Verderben.
Sure 8, Vers 73: Und diejenigen, die
ungläubig sind, sind (ihrerseits) untereinander Freunde. Wenn ihr es nicht
tut (d.h. wenn ihr euch nicht dementsprechend verhaltet), wird es
(überall) im Land Versuchung (zum Abfall vom Glauben?) und großes Unheil
geben.
Tafsir al-Jalalayn 8, 73:
Und die Ungläubigen sind
miteinander verbündet, sie unterstützen sich gegenseitig und teilen ihr
geistiges Erbe. Also gibt es nichts Gemeinsames zwischen euch und ihnen.
Wenn ihr euch aber nicht mit den anderen Gläubigen verbündet und eure
Beziehung zu den Ungläubigen abbrecht gibt es Rebellion und großes
Verderben im Land. Der Unglaube wird zunehmen und der Islam schwach
werden.
Sure 8, Vers 74: Die Gläubigen aber,
welche auswanderten und in Allahs Weg
stritten und dem Propheten Herberge und Hilfe gewährten, das sind
die Gläubigen in Wahrheit. Ihnen gebührt Verzeihung und großmütige
Versorgung.
Sure 8, Vers 74: Diejenigen, die
glauben und ausgewandert sind und um
Gottes willen Krieg
geführt (w. sich abgemüht) haben, und diejenigen, die (ihnen) Aufnahme
gewährt und Beistand geleistet haben, das sind die wahren Gläubigen.
Sie haben (dereinst) Vergebung und vortrefflichen
Unterhalt (zu erwarten).
Tafsir al-Jalalayn 8, 74:
Diejenigen, welche gläubig
waren, auswanderten und in Allahs Weg eiferten, sowie diejenigen, welche
ihnen Zuflucht und Hilfe gewährten; dies sind die wahrhaft Gläubigen.
Ihnen werden im Paradies Vergebung und großzügige Vorkehrungen zuteil.
Sure 8, Vers 75: Und die, welche
hernach gläubig wurden und auswanderten und
mit euch stritten, auch diese gehören zu euch. Und die
Blutsverwandten sind einer des anderen nächsten Verwandten. Dies ist in
Allahs Buch; siehe, Allah weiß alle Dinge.
Sure 8, Vers
75: Und diejenigen, die nachträglich gläubig geworden und ausgewandert
sind und mit euch zusammen Krieg
geführt (w. sich abgemüht) haben, gehören zu euch. Aber die
Blutsverwandten stehen einander am (aller)nächsten. (Das ist) in der
Schrift Gottes (festgelegt) (oder: (So ist es) von Gott bestimmt).
Gott weiß über alles Bescheid.
Tafsir al-Jalalayn 8, 75:
Und diejenigen, welche nach
den ersten Gläubigen und Auswanderer Muslime wurden, später dann aber
ebenso ausgewanderten und mit euch in Allahs Weg eiferten, sie gehören zu
euch, oh Muhagirun (Ausgewanderten) und Ansar (Helfer).
Blutsverwandte sind sich jedoch bezüglich des Erbgutes näher als
diejenigen, welche aufgrund der gemeinsamen Religion und der (erfolgten)
Auswanderung miteinander verwandt sind. Dies wurde ja im letzten Vers
erwähnt und es ist im immerwährenden Buch Allahs festgehalten. Wahrlich
Allah ist allwissend; dies schließt Seine Weisheit bezüglich der
Erbgesetze mit ein.
Sure 9: „Die Reue“ offenbart in Medina
Der Beginn der
Expansion
Ab 629 wendete sich das
Kriegsglück klar zu Gunsten Mohammeds. Entsprechend dem erfreulichen
imperialen Erfolg, der Seinem Gesandten beschieden war, offenbarte Allah
neue Anweisungen und Interpretationen zum aktuellen Geschehen. Klar
erkennbar ist in diesen göttlichen Botschaften der Wille, Seinem Gesandten
mit den nötigen Handlungsanweisungen den Rücken zu stärken damit er die
Ungläubigen, wenn sie sich nicht bekehren wollen, effizient bekriegen oder
unterwerfen kann.
Erläuterungen zu den Versen
1 - 37:
Die Verse 1 - 37 von Sure 9
beziehen sich, gemäß Ausführungen von R.
Bell, auf zwei verschiedene Ereignisse. Im Kommentar zu Sure 9 schreibt
R. Paret: "R.
Bell unterzieht in seiner Abhandlung
Muhammad's Pilgrimage Proclamation (Journal
of the Royal Asiatic Society 1937, S. 233-244) den Abschnitt 9,1-37
einer scharfsinnigen Analyse. Er kommt zu dem Ergebnis, daß zwei
verschiedene Proklamationen miteinander verquickt sind:
-
die Aufkündigung des
Vertrags von Hudaibiya (vor der Eroberung von Mekka),
-
die Proklamation
während der Wallfahrt vom Jahr 630 (kurz nach der Eroberung, nicht, wie
sonst angenommen wird, vom Jahr 631).
Zu 1. rechnet er die Verse
1. 4. 7 a. 8. 13-15. 17f., zu 2. die Verse 1. 3 a. 7. 12. 14-16. 19-22.
25-28. Die Verse 2 und 5 nimmt er mit Vers 36 a zusammen, und zwar in der
Reihenfolge 36 a. 2. 5.
(Kommentar zu
Sure 9: Der Koran, S. 193 Verlag W. Kohlhammer)
und
kommt zum Schluss:
"Im übrigen ist
von vornherein zuzugeben, daß vieles dunkel bleibt".
(Digitale
Bibliothek, Rudi Paret, Der Koran, Kommentar zu Sure 9, S. 193) Verlag W.
Kohlhammer)
In der Tat bleibt bezüglich
Datierung Einiges aus den Versen 1 - 37 unklar, auch wenn man sie, im
Bemühen Klarheit zu schaffen, neu gruppiert - eine Arbeit die, wie wir
gesehen haben, für das Verständnis des Korans ja auch andernorts
unumgänglich ist. Es ist für einzelne Verse zwar eine genaue Zuordnung zu
einem spezifischen Ereignis möglich, aber der Zeitpunkt der Offenbarung
ist trotzdem nicht bestimmbar. So beziehen sich die Verse 25 bis 27 auf
die Schlacht bei Hunain der Zeitpunkt ihrer Übermittlung kann jedoch nicht
festgelegt werden.
Die Offenbarungen beinhalten
also, nebst allgemeinen Belehrungen zu Glaubenstreue und dem verwerflichen
Charakter aller Ungläubigen zwei verschiedene Themen:
-
Die
Aufhebung aller Verträge mit den Ungläubigen
-
Die Einführung der
Schutzgelderpressung
1. Die
Aufhebung aller Verträge mit den Ungläubigen
Eine der
beiden Forderungen aus den Offenbarungen Allahs in Sure 9, 1 - 37 ist
diejenige nach der vollständigen Islamisierung der Ungläubigen. Verträge
und Abmachungen werden gebrochen, geltende Bestimmungen abrogiert und
durch
►
Vers 2
►
Vers 5 (Schwertvers)
►
Vers 36
ersetzt.
Durch die erwähnten Befehle
in Vers 2, Vers 5 und Vers 36, die den bedingungslosen Kampf beinhalten
werden also alle vertraglichen Abmachungen, welche die Muslime mit
Mekkanern, Beduinen oder "Schriftbesitzern" eingegangen sind hinfällig.
Gemäß Tafsir al-Jalalayn herrschte
spätestens 4 Monate nach Beginn des Monats Shawwal allgemeiner
Kriegszustand. Wie schwierig eine genaue Datierung dieser "Stunde Null"
ist, kann man dem Kommentar von R. Paret zu Vers 2 entnehmen:
"Mit den vier
Monaten könnten an sich die vier auf das Datum der Proklamation folgenden
Monate gemeint sein. Aber dem scheint Vers 5 zu widersprechen, wo den
Ungläubigen nach Ablauf der heiligen Monate schärfster Kampf angesagt
wird. Denn wenn auch die Zahl der heiligen Monate insgesamt vier beträgt,
so folgen doch nur drei davon aufeinander, und zwar zur Zeit des
Jahreswechsels (XI Du l-qa'da; XII Du l- higga; I Muharram), während der
vierte (VII Rajab) bald nach Jahresmitte gefeiert wird. Wenn man also
annimmt, daß die vorliegende Kampfansage während der Wallfahrt proklamiert
worden ist, d.h. in der ersten Hälfte des Du l-higga, hätte der Kampf
schon nach anderthalb und nicht erst nach vier Monaten einsetzen müssen".
(Digitale Bibliothek,
Rudi Paret, Der Koran, Kommentar zu Sure 9, S. 195, Verlag W. Kohlhammer)
|
Islamischer Kalender |
|
I |
Muharram |
heiliger Monat |
|
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II |
Safar |
|
|
|
III |
Rabi'
al-awwal |
|
|
|
IV |
Rabi'
al-thani |
|
|
|
V |
Jumada
al-awwal |
|
|
|
VI |
Jumada
al-thani |
|
|
|
VII |
Rajab |
heiliger Monat |
|
|
VIII |
Sha'aban |
|
|
|
IX |
Ramadan |
|
Fastenmonat |
|
X |
Shawwal |
|
|
|
XI |
Du l-qa'da |
heiliger Monat |
|
|
XII |
Du l-higga |
heiliger Monat |
grosse Wallfahrt |
2. Die Einführung der
Schutzgelderpressung
Ferner fällt
in diese Periode des Wirkens Mohammeds, die durch zunehmenden Erfolg und
starke Expansion gekennzeichnet ist, die Verurteilung der Christen und
Juden mit der Forderung von Allah, dieselbigen totzuschlagen oder
mindestens zu bekämpfen
►
Vers 30
Auch die Einführung der Schutzgelderpressung, die für Millionen von
„Schriftbesitzern“ in den kommenden Jahrhunderten eine Existenz in
Entrechtung und Erniedrigung bedeutete, wurde jetzt eingeführt ►
Vers 29
Einerseits verlangt der
Koran von Allah, daß er die „Schriftbesitzer" totschlagen oder mindestens
bekämpfen soll. Andererseits sollen sie der Schutzgelderpressung
unterworfen werden. Die Anweisungen sind untereinander inkompatibel und
ein klassisches Beispiel für die Widersprüchlichkeit des Koran:
„Einsicht
in die Logik des Korans gewinnen wir aus einer großen Zahl ihm
innewohnender Widersprüche. Oberflächlich gesehen löst der Koran diese
Widersprüche indem er sich der „Abrogation“ bedient. Dies bedeutet, daß
der später geschriebene Vers den früheren ersetzt.“
Es handelt sich hier um
divergierende Gebote. Man müsste, unterzieht man die beiden Verse einer
logischen Analyse zum Schluss kommen, daß einer der Verse ungültig ist. Es
wurde aber keiner abrogiert - ein schönes Beispiel für die Dualität der
koranischen Offenbarung. Ebenso wenig wurde die als Beweis für die
islamische Toleranz von islamischen Apologeten unermüdlich zitierte
Aufforderung des Propheten aus der mekkanischen Zeit, den
"Schriftbesitzern"
"mit Weisheit und
schöner Ermahnung"
zu begegnen:
Sure 16, Vers 125:
Lade ein zum Weg Deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung; und
streite mit ihnen in bester Weise. Siehe, Dein Herr weiß am besten, wer
von Seinem Wege abgeirrt ist, und Er kennt am besten die Rechtgeleiteten.
aufgehoben.
„In Tat und
Wahrheit jedoch wird der Koran von den Muslimen als das perfekte Wort
Allahs betrachtet und somit gelten beide Verse als heilig und wahr. Der
spätere Vers ist zwar „besser“ aber der frühere kann auch nicht falsch
sein, weil Allah ja perfekt ist. Dies ist die Grundlage für den Dualismus.
Beide Verse sind „richtig“. Beide Seiten dieses Widerspruches sind unter
dem Gesichtswinkel dieser dualistischen Logik wahrhaftig.
Die Umstände bestimmen, welcher Vers gerade
benützt wird.“
►
Anhang 14:
Das Studium des politischen Islam
Sure 9, Vers 1: Schuldlosigkeit sei
von Allah und Seinem Gesandten denjenigen von den Götzendienern, mit denen
ihr einen Vertrag geschlossen habt.
Sure 9, Vers 1: Eine Aufkündigung (des
bisherigen Rechtsverhältnisses und Friedenszustandes) (oder: eine
Schutzerklärung) von Seiten Gottes und Seines Gesandten (gerichtet) an
diejenigen von den Heiden (d.h. von denen, die (dem einen Gott andere
Götter) beigesellen), mit denen ihr eine bindende Abmachung eingegangen
habt (oder, nach Frants Buhl: (gerichtet an die heidnische Welt, jedoch
nicht) an diejenigen von den Heiden, mit denen ihr eine bindende Abmachung
eingegangen habt): -
Tafsir al-Jalalayn 9, 1:
Dies ist eine Schutzerklärung von Allah und seinem Gesandten an die
Götzendiener mit welchen ihr einen Vertrag geschlossen habt für eine
unbestimmte Zeit oder für eine Zeitspanne von weniger oder mehr als vier
Monaten; die Aufhebung dieses Vertrages erfolgt gemäss Allahs Anweisung:
Sure 9, Vers 2:
Ziehet deshalb im Lande vier Monate lang umher und wisset, daß ihr Allah
nicht zuschanden machen könnt und daß Allah die Ungläubigen zuschanden
macht.
Sure 9, Vers
2: Zieht nun vier Monate (unbehelligt) im Land umher! Ihr müsst aber
wissen, daß ihr euch dem Zugriff Gottes nicht werdet entziehen können, und
daß Gott die Ungläubigen (früher oder später) zuschanden machen wird;
Tafsir al-Jalalayn 9, 2:
„O ihr Götzendiener, zieht für vier Monate frei und sicher im Land umher –
beginnend im Monat Shawwal, im Wissen was bald kommen wird – denn nachher
wird es keine Sicherheit mehr geben für euch, und wisset, es gibt kein
Entrinnen vor Allah. Das heisst, ihr werdet Seiner Bestrafung nicht
entgehen denn Allah entwertet die Ungläubigen.“ Er entwürdigt sie in
dieser Welt indem Er sie umbringen lässt und im Jenseits schickt Er sie
ins Höllenfeuer.
Sure 9, Vers 3:
Und eine Ankündigung sei von Allah und Seinem Gesandten an die Menschen am
Tag der grösseren Pilgerfahrt, daß Allah los und ledig der Götzendiener
ist, ebenso wie sein Gesandter. Und so ihr Busse tut, so ist's besser für
euch, kehrt ihr jedoch den Rücken, so wisset, daß ihr Allah nicht
zuschanden machen könnt. Und verheisse den Ungläubigen schmerzliche
Strafe.
Sure 9, Vers 3:
und eine Aussage von Seiten Gottes und seines Gesandten an die Leute
(allesamt, veröffentlicht) am Tag der großen Wallfahrt (des Inhalts), daß
Gott und sein Gesandter der Heiden ledig sind (und ihnen für nichts mehr
garantieren). - Wenn ihr euch nun bekehrt, ist das besser für euch. Wenn
ihr euch aber abwendet (und die Botschaft des Islam weiter ablehnt), müsst
ihr wissen, daß ihr euch dem Zugriff Gottes nicht werdet entziehen können.
Und verkünde denen, die ungläubig sind, (daß sie dereinst) eine
schmerzhafte Strafe (zu erwarten haben)! -
Tafsir al-Jalalayn 9, 3:
Eine Verkündigung (erfolgte)
von Allah und Seinem Gesandten am Tage der großen Wallfahrt, am Tage des
Opfers, daß Allah und Sein Gesandter nun frei von Ihrer Verpflichtung und
von den Verträgen gegenüber den Götzendienern seien. Noch im selben Jahre
9 der Hijra sandte der Prophet Ali aus, welcher diese Verse am Tage des
Opfers zu Mina verkündete. Laut Bukhari fügte er noch hinzu, daß es von
diesem Jahr an den Ungläubigen nicht mehr erlaubt sein würde, eine
Pilgerfahrt zu unternehmen oder den heiligen Bezirk nackt zu umwandeln.
„Es ist vorteilhafter für euch, wenn ihr euren Unglauben bereut. Wenn ihr
euch jedoch vom (rechten) Glauben abwendet, dann wisset, daß ihr Allah
nicht entgehen könnt. Informiert also die Götzendiener, daß auf sie
schmerzliche Strafe wartet; entweder Abschlachten oder Gefangennahme im
Diesseits und das Höllenfeuer im Jenseits.“
Sure 9, Vers 4:
Ausgenommen sind jedoch diejenigen der
Götzendiener, mit denen ihr einen Vertrag geschlossen habt und die es
hernach in nichts fehlen liessen und noch keinem wider euch beistanden.
Ihnen gegenüber müsst ihr den Vertrag bis zu der (ihnen bewilligten) Frist
halten. Siehe Allah liebt die Gottesfürchtigen.
Sure 9, Vers 4:
Ausgenommen diejenigen von den Heiden, mit denen ihr eine bindende
Abmachung eingegangen habt, und die euch hierauf in nichts (von euren
vertraglichen Rechten) haben zu kurz kommen lassen und niemanden gegen
euch unterstützt haben. Ihnen gegenüber müsst ihr die mit ihnen getroffene
Abmachung vollständig einhalten, bis die ihnen zugestandene Frist
abgelaufen ist (w. Für sie vollendet ihre Abmachung bis zu ihrer Frist!).
Gott liebt die, die (Ihn) fürchten.
Tafsir al-Jalalayn 9, 4:
Ausgenommen diejenigen von den
Heiden, mit denen ihr Verträge abgeschlossen habt und die ihren
Verpflichtungen bezüglich sämtlichen Bedingungen treu geblieben sind und
die den Ungläubigen in keiner Weise beigestanden sind noch sie gegen euch
unterstützt haben. Ehret euer Bündnis mit ihnen bis die Frist abgelaufen
ist, zu welcher ihr euch bereiterklärt. Wahrlich, Allah liebt die Ihn
fürchten indem sie sich an Verträge halten.
Sure 9, Vers 5:
Sind aber die heiligen Monate verflossen, so
erschlaget die Götzendiener, wo ihr sie findet, und packet sie und
belagert sie und lauert ihnen in jedem Hinterhalt auf. So sie
jedoch bereuen und das Gebet verrichten und die Armensteuer zahlen, so
lasst sie ihres Weges ziehen. Siehe, Allah ist verzeihend und barmherzig.
Sure 9, Vers 5: Und wenn nun die
heiligen Monate abgelaufen sind,
dann tötet die Heiden, wo (immer) ihr sie findet, greift sie, umzingelt
sie und lauert ihnen überall auf! Wenn
sie sich aber bekehren, das Gebet verrichten und die Almosensteuer geben,
dann laßt sie ihres Weges ziehen! Gott ist barmherzig
und bereit zu vergeben.
Tafsir al-Jalalayn 9, 5:
Wenn jedoch die heiligen
Monate vorbei sind und die Zeitspanne des Aufschubes somit abgelaufen ist,
so schlachtet die Heiden wo immer ihr sie findet, ob dies nun in einer
gesetzlich erlaubten oder in einer heiligen Periode stattfindet. Lauert
ihnen auf wo immer sie sich zu befinden pflegen, schnappt sie, nehmt sie
gefangen und sperrt sie in ihre Burgen und Befestigungen bis sie keine
andere Wahl haben als getötet zu werden oder den Islam anzunehmen. Wenn
sie sich jedoch bekehren lassen, das Gebet verrichten und die
Almosensteuer bezahlen so lasst sie frei und mischt euch nicht in ihre
Angelegenheiten. Allah ist vergebend und voll Gnade gegenüber denen,
welche bereuen.
Sure 9, Vers 6:
Und so einer der Götzendiener dich um Zuflucht
angeht, so gewähre ihm Zuflucht, auf daß er Allahs Wort vernimmt. alsdann
lass ihn die Stätte seiner Sicherheit erreichen. Solches, weil sie ein
unwissend Volk sind.
Sure 9, Vers 6: Und wenn
einer von den Heiden dich um Schutz angeht, dann gewähre ihm Schutz, damit
er das Wort Gottes hören kann! Hierauf lass ihn (unbehelligt) dahin
gelangen, wo er in Sicherheit ist! Dies (sei ihnen zugestanden) weil es
Leute sind, die nicht Bescheid wissen.
Tafsir al-Jalalayn 9, 6:
Wenn also einer von den
Götzendienern euren Schutz sucht und sich seines Lebens sicher fühlen
will, gewähret ihm dies auf daß er das Wort Allahs, den Koran, vernehme.
Dann, falls er sich noch immer nicht hat bekehren lassen, begleitet ihn in
die Sicherheit der Behausungen seines Volkes damit er das Vernommene
überdenken kann. Sie sind ein Volk das die Religion Allahs nicht versteht.
Also muss man sie zwingen, den Koran zu hören damit sie sich mit dieser
Religion vertraut machen können.
Sure 9, Vers 7:
Wie können aber die Götzendiener mit Allah und Seinem Gesandten in ein
Bündnis treten, ausser jenen, mit denen ihr bei der heiligen Moschee einen
Vertrag schlosset? Und solange sie euch treu bleiben, so haltet ihnen
Treue. Siehe, Allah liebt die Gottesfürchtigen.
Sure 9, Vers 7:
Wie sollte es denn für die Heiden (w.
für die, die (dem einen Gott andere Götter) beigesellen) bei Gott und bei
seinem Gesandten ein Bundesverhältnis (?)(oder: ein (bindendes)
Versprechen?) geben (das ihnen gegenüber einzuhalten wäre) - ausgenommen
(für) diejenigen, mit denen ihr bei der heiligen Kultstätte (in Mekka)
eine bindende Abmachung eingegangen habt? Sofern diese (w. sie) euch Wort
halten, müsst (auch) ihr ihnen Wort halten. Gott liebt
die, die (Ihn) fürchten.
Tafsir al-Jalalayn 9, 7:
Wie können die Ungläubigen
einen Vertrag mit Allah und Seinem Gesandten haben? Sie können dies nicht
weil sie nicht an Allah und Seinen Gesandten glauben. Außer denjenigen mit
welchen ihr bei der heiligen Moschee einen Vertrag abgeschlossen habt,
handeln sie auf verräterische Weise. Wir sprechen hier von den Quarisch,
für welche vorher am Tage der Zusammenkunft von al- Hudaibiya eine
Ausnahme gemacht wurde. (9,4) Solange sie euch treu sind, sich an den
Vertrag halten und ihn nicht brechen, seid ihnen auch treu und haltet euer
Versprechen. Wahrlich, Allah liebt die Ihn fürchten: der Prophet hielt
sich an den Vertrag mit den Quarisch bis diese ihn selber brachen indem
sie die Banu Bakr gegen die Chuzaiten unterstützten.
Sure 9, Vers 8:
Wie, wo sie, wenn sie euch besiegten, weder Blutsbande noch Bündnis halten
würden? Mit eurem Munde stellen sie euch zufrieden, ihre Herzen jedoch
sind euch abgeneigt, und die Mehrzahl von ihnen sind Frevler.
Sure 9, Vers 8: Wie (sollten die
Heiden so etwas beanspruchen können), wo sie doch, wenn sie die Oberhand
über euch bekommen, in Hinsicht auf euch weder Bindung noch Verpflichtung
einhalten? Mit ihren Äußerungen (w. mit ihrem Mund) stellen sie euch
zufrieden. Aber im Grunde ihres Herzens nehmen sie eine ablehnende Haltung
ein (w. ihr Herz lehnt ab). Und die meisten von ihnen
sind Frevler.
Tafsir al-Jalalayn 9, 8:
Wie können sie Verträge
abschließen wenn sie sich, falls sie die Oberhand über euch gewinnen und
euch übervorteilen, nicht an etwelche Bindung, Verwandtschaft, Abkommen
oder Vertrag mit euch halten? Vielmehr werden sie euch schaden soviel sie
können indem sie mit ihren Zungen schmeichelnde Worte sprechen
währenddessen sie in ihren Herzen verweigern, ihren Worten treu zu
bleiben. Die meisten von ihnen sind verwerfliche Vertragsbrecher.
Sure 9, Vers 9:
Sie verkaufen Allahs Zeichen um einen winzigen Preis und machen von Allahs
Weg abwendig; siehe böse ist ihr Tun.
Sure 9, Vers 9: Sie haben die Zeichen
Gottes verschachert (w. gegen einen geringen Preis eingehandelt) und (ihre
Mitmenschen) von seinem Weg abgehalten. Schlimm ist,
was sie getan haben.
Tafsir al-Jalalayn 9, 9:
Sie haben mit den Zeichen
Allahs, dem Koran einen geringen Preis dieser Welt gekauft, d.h. sie
unterließen es, ihnen (den Zeichen) zu folgen, bevorzugten jedoch
Leidenschaft und Lust und hielten ihre Mitmenschen von
Seinem Weg und
Seiner Religion ab. Wahrlich, schlimm ist was sie zu tun pflegen.
Sure 9, Vers 10:
Sie halten einem Gläubigen gegenüber weder
Blutsbande noch Bündnis; und sie, sie sind die Übertreter.
Sure 9, Vers 10: Sie halten
hinsichtlich eines Gläubigen weder Bindung noch Verpflichtung.
Das sind die, die Übertretungen begehen.
Tafsir al-Jalalayn 9, 10:
Sie respektieren weder Blutsbande
noch Abkommen gegenüber den Gläubigen; sie sind die Übertreter.
Sure 9, Vers 11:
So sie jedoch bereuen und das Gebet verrichten und die Armensteuer zahlen,
so sind sie eure Brüder im Glauben.
Sure 9, Vers 11: Wenn sie sich nun
bekehren, das Gebet verrichten und die Almosensteuer geben, sind sie
(damit) eure Glaubensbrüder (geworden). Wir setzen die Verse (w. Zeichen)
auseinander für Leute, die Bescheid wissen.
Tafsir al-Jalalayn 9, 11:
Wenn sie jedoch (ihren
Unglauben) bereuen, das Gebet verrichten und die Almosensteuer bezahlen
dann sind sie eure Glaubensbrüder. Und wir nehmen die Zeichen (Verse)
auseinander und erklären sie den Leuten, welche verständig sind und
darüber nachdenken.
Sure 9, Vers 12: Und so sie nach dem
Vertrag ihren Eid brechen und euren Glauben höhnen, so
bekämpfet die Führer des Unglaubens.
Siehe in ihnen ist keine Treue. Vielleicht stehen sie ab.
Sure 9, Vers 12: Wenn sie aber,
nachdem sie eine Verpflichtung eingegangen haben, ihre Eide brechen und
hinsichtlich eurer Religion ausfällig werden, dann
kämpft gegen (sie) die
Prototypen des Unglaubens! Für sie gibt es keine Eide. Vielleicht hören
sie (wenn ihr den Kampf gegen sie eröffnet, mit ihrem gottlosen Treiben)
auf.
Tafsir al-Jalalayn 9, 12:
Wenn sie aber ihren Eid
brechen und ihre Verträge verletzen – nachdem sie diese mit euch
geschlossen haben – sowie eure Religion angreifen und sie verleumden, dann
bekämpft die Führer der Ungläubigen, ihr jeweiliges Oberhaupt. Wahrlich,
sie haben keinen verbindlichen Eid, keine Bündnisse um von ihrem Unglauben
Abstand zu nehmen.
Sure 9, Vers 13: Wollt ihr nicht
kämpfen wider ein Volk, das seinen Eid
brach, und das da plant, den Gesandten zu vertreiben, und die zuerst mit
euch den Streit angefangen haben? Fürchtet ihr sie etwa? Doch Allah ist
würdiger, von euch gefürchtet zu werden, so ihr gläubig seid.
Sure 9, Vers 13: Wollt ihr nicht gegen
Leute
kämpfen, die
ihre Eide gebrochen und den Gesandten am liebsten vertrieben hätten, wobei
sie (ihrerseits) zuerst mit euch (Feindseligkeiten) anfingen? Fürchtet ihr
sie denn? Ihr solltet eher Gott fürchten, wenn (anders) ihr gläubig seid.
Tafsir al-Jalalayn 9, 13:
Wollt ihr nicht gegen ein Volk
kämpfen, welches eidbrüchig ist, seine Verträge verletzt hat und plante,
den Gesandten aus Mekka zu vertreiben? Sie diskutierten nämlich in einer
Stammesratssitzung, den Kampf mit euch aufzunehmen und sie kämpften auch
mit den Banu Bekr gegen eure Verbündeten, die Chuzaiten. Was hindert euch
also daran, sie zu bekämpfen? Habt ihr Angst vor ihnen? Allah ist es mehr
Wert, eure Furcht zu erwecken falls ihr versäumt, sie zu bekämpfen.
Sure 9, Vers
14: Bekämpfet sie; Allah
wird sie strafen durch eure Hände und sie mit Schmach bedecken und wird
euch Sieg über sie verleihen und wird heilen die Herzen eines gläubigen
Volks.
Sure 9, Vers
14: Wenn ihr gegen sie kämpft,
wird Gott sie durch euch bestrafen, sie zuschanden machen, euch zum Sieg
über sie verhelfen und Leuten, die gläubig sind, innere Genugtuung
verschaffen (w. die Brust heilen)
Tafsir al-Jalalayn 9, 14:
Bekämpft sie und Allah wird
sie züchtigen. Er wird sie durch eure Hände töten, wird sie erniedrigen
und sie durch Gefangennahme und Unterjochung demütigen. Er wird euch den
Sieg über sie erteilen und die Herzen derjenigen heilen, welche gläubig
sind und den Schaden der ihnen zugefügt worden ist wiedergutmachen. Damit
sind die Chuzaiten gemeint.
Sure 9, Vers 15: Und hinwegnehmen wird
Er den Zorn ihrer Herzen. Und Allah kehrt sich zu, wem Er will, und Allah
ist wissend und weise.
Sure 9, Vers
15: und den Groll, den sie in ihrem Herzen (gegen die Ungläubigen)
hegen, dahinschwinden lassen. Gott wendet sich (gnädig) wieder zu, wem er
will. Er weiß Bescheid und ist weise.
Tafsir al-Jalalayn 9, 15:
Und Er wird Wut und Trauer aus ihren Herzen entfernen. Wie wir am Beispiel
von Abu Sofyan sehen können, sucht sich Allah unter denen, welche zum
Islam zurückkehren aus, zu wem Er sich in seiner Vergebung hinwendet.
Allah ist wissend; weise.
Sure 9, Vers 16: Und wähnt ihr, ihr
würdet verlassen sein, und daß Allah noch nicht diejenigen kennt,
die da stritten von euch und außer
Allah und Seinem Gesandten und den Gläubigen keinen zum Freund annahmen?
Und Allah kennt euer Tun.
Sure 9, Vers
16: Oder meint ihr, daß ihr (in Ruhe) gelassen werdet, ohne daß Gott
vorher diejenigen von euch in Erfahrung gebracht hat, die (um
seinetwillen) Krieg geführt
(w. sich abgemüht) und niemand außer Gott und seinem Gesandten und
den Gläubigen sich zum Freund genommen haben? Gott ist wohl darüber
unterrichtet, was ihr tut.
Tafsir al-Jalalayn 9, 16:
Oder habt ihr gemeint, daß ihr
in Ruhe gelassen werdet wenn Allah noch nicht durch eure Taten
vergewissert wurde, welche von euch aufrichtig in Seinem Weg geeifert und
keinen engen Freund als Vertrauten oder Verbündeten außer Allah, seinem
Gesandten und den anderen Gläubigen genommen haben? Wenn es mit anderen
Worten noch nicht klar geworden ist, welches die Aufrichtigen (in dieser
ausschließlich erwähnten Art und Weise) sind. Allah ist gewahr was ihr
tut.
Sure 9, Vers 19: Setzt ihr etwa das
Tränken des Pilgers und den Besuch der heiligen Moscheen gleich dem, der
da glaubt an Allah und den Jüngsten Tag, und der da
eifert in Allahs Weg? Nicht sind sie
gleich vor Allah; und Allah leitet nicht das sündige Volk.
Sure 9, Vers 19: Wollt ihr denn die
Tränkung der Pilger und die Instandhaltung der heiligen Kultstätte gleich
bewerten, wie wenn jemand an Gott und den jüngsten Tag glaubt und
um Gottes willen Krieg führt (w. sich abmüht)?
Bei Gott gelten sie nicht gleich(viel). Gott leitet das Volk der Frevler
nicht recht.
Tafsir al-Jalalayn 9, 19:
Glaubt ihr denn, daß es
dasselbe ist, ob nun einer die Pilger mit Wasser versorgt, die heilige
Moschee instand hält oder ob er an Allah und das Jüngste Gericht glaubt
und in Seinem Weg eifert? Aus Allahs Sicht sind die beiden
Verhaltensweisen nicht ebenbürtig in ihrem Verdienst. Und Allah leitet
nicht die Frevler und Ungläubigen. (Dies wurde offenbart um Behauptungen
wie sie z.B. al-Abbas aufgestellt hat, zu widerlegen.)
Sure 9, Vers 20: Diejenigen, welche
gläubig wurden und auswanderten und in Allahs
Weg eiferten mit Gut und Blut, nahmen die höchste Stufe bei Allah
ein. Und sie, sie sind die Glückseligen.
Sure 9, Vers 20: Diejenigen, die
glauben und ausgewandert sind und mit ihrem Vermögen und in eigener Person
um Gottes willen Krieg geführt haben,
stehen bei Gott in höherem Ansehen (w. sind bei Gott gewaltiger an Rang)
(als die anderen). Ihnen wird (großes) Glück zuteil.
Tafsir al-Jalalayn 9, 20:
Diejenigen, welche glauben und
auswanderten um in Allahs Weg mit Gut und Blut zu eifern nehmen eine
höhere Rangordnung bei Ihm ein als die anderen. Sie sind es welche
triumphieren und Gutes erreichen werden.
Sure 9, Vers 21: Es verheißt ihnen Ihr
Herr Barmherzigkeit von Ihm und Wohlgefallen, und Gärten sind ihnen, in
denen beständige Wonne.
Sure 9, Vers
21: Ihr Herr verkündet ihnen (aus dem Schatz seiner Gnade) (w. von
sich) Barmherzigkeit und Wohlgefallen, und (daß ihnen) Gärten (zuteil
werden), in denen sie beständig Wonne empfinden,
Tafsir al-Jalalayn 9, 21:
Ihr Herr verheißt ihnen Gnade und Glückseligkeit; für sie werden Gärten
(bereit sein) in welchen immerwährende Wonnen herrschen.
Sure 9, Vers 22: Verweilen sollen sie
in ihnen ewig und immerdar. Siehe, Allah, bei ihm ist gewaltiger Lohn.
Sure 9, Vers
22: und in denen sie ewig weilen werden. Bei Gott gibt es (dereinst)
gewaltigen Lohn.
Tafsir al-Jalalayn 9, 22:
Dort werden sie für immer wohnen;
wahrlich bei Allah finden sie gewaltigen Lohn.
Sure 9, Vers 23: O ihr, die ihr
glaubt, sehet weder in euren Vätern noch in euren Brüdern Freunde, so sie
den Unglauben dem Glauben vorziehe; und wer von euch sie zu Freunden
nimmt, das sind Ungerechte.
Sure 9, Vers
23: Ihr Gläubigen! Nehmt euch nicht eure Väter und eure Brüder zu
Freunden, wenn sie den Unglauben dem Glauben vorziehen! Diejenigen von
euch, die sich ihnen anschließen, sind die (wahren) Frevler.
Tafsir al-Jalalayn 9, 23:
Folgendes wurde bezüglich denen
offenbart, welche sich wegen Familie und Geschäft weigerten, auszuwandern:
Oh ihr Gläubigen, nehmt nicht euren Vater oder Bruder zum Freund, falls
sie es bevorzugen ungläubig zu bleiben. Wer von euch solche zu Freunden
macht, ist ein Frevler.
Sure 9, Vers 24: Sprich: "So eure
Väter und eure Söhne und eure Brüder und eure Weiber und eure Sippe und
das Gut, das ihr erworben, und die Ware, deren Unverkäuflichkeit ihr
befürchtet, und die Wohnungen, die euch Wohlgefallen, euch lieber sind als
Allah und sein Gesandter und das Eifern in
seinem Weg, so wartet, bis Allah mit seinem Befehl kommt." Und
Allah leitet nicht die Frevler"
Sure 9, Vers
24: Sag: Wenn eure Väter, eure Söhne, eure Brüder, eure Gattinnen und
eure Sippe, (Herden)besitz, den ihr gewonnen habt, Handel, dessen
Niedergang ihr fürchtet (oder: Ware, von der ihr fürchtet, daß sie
unverkäuflich wird), und Wohnungen, die euch gefallen, euch lieber sind
als Gott und sein Gesandter und Kriegführen
(w. sich Abmühen) um Gottes willen, dann wartet (nur) ab, bis Gott mit
seiner Entscheidung kommt! Gott leitet das Volk der
Frevler nicht recht.
Tafsir al-Jalalayn 9, 24:
Sprich: „Wenn eure Väter, eure
Söhne, eure Brüder, eure Frauen, eure Sippe und eure Verwandten sowie das
Besitztum welches ihr euch angeeignet habt und eure Ware über die ihr euch
sorgt, daß sie nicht mehr länger verkauft werden kann und eure Häuser,
welche ihr liebt, euch wichtiger sind als Allah, Sein Gesandter und das
Eifern in Seinem Weg; daß euch dies alles davon abgehalten hat,
auszuwandern und euch für solches abzumühen, dann wartet bis Allah euch
seinen Befehl erbringt. (Dies ist als Drohung zu verstehen.) Und Er leitet
das frevlerische Volk nicht.“
Sure 9, Vers 25: Wahrlich, schon half
euch Allah auf vielen Kampfgefilden und am Tag von Hunain, als ihr stolz
waret auf eure Menge. Doch sie frommte euch nichts; und eng ward euch die
Erde bei ihrer Weite; alsdann kehrtet ihr den Rücken zur Flucht.
Sure 9, Vers
25: Gott hat euch (doch) an vielen Orten zum Sieg verholfen, (so) auch
am Tag von Hunain, (damals) als eure (große) Menge euch gefiel (und euch
selbstsicher machte). Sie half euch aber nichts, und euch wurde angst und
bange. Hierauf kehrtet ihr den Rücken (um zu fliehen).
Tafsir al-Jalalayn 9, 25:
Allah hat euch schon auf vielen Schlachtfeldern unterstützt wie z.B. bei
Badr oder gegen die Banu Quraiza und die Banu Nadir. Erinnert euch an den
Tag der Schlacht zu Hunain – einem Tal zwischen Mekka und Ta’if – als ihr
gegen die Hawazin angetreten seid; dies ereignete sich während des Monates
Shawwal im Jahre 8 nach der Auswanderung (Hijra). Ihr wart derart erfreut
über eure große Zahl (die Muslime zählten 12000 und die Ungläubigen 4000)
von Kriegern daß ihr sagtet: ’Wir werden heute nicht aufgrund unserer
geringen Anzahl besiegt werden.’ Es hat euch jedoch nichts genützt: trotz
der Weite der Erde wurde euch eng zumute und ihr konntet in eurer großen
Furcht keinen Ort der Zuflucht finden. In der Folge habt ihr euch
abgewendet, euch zurückgezogen und euch auf die Flucht begeben. Der
Prophet auf seinem weißen Esel blieb jedoch standhaft; lediglich al-Abbas
stand ihm zur Seite während der berittene Abu Sofyan (auf den Feind)
losstürmte.
Sure 9, Vers 26: Alsdann sandte Allah
Seine Gegenwart (sakina) auf Seinen Gesandten und auf die Gläubigen
nieder und sandte Heerscharen hernieder, die ihr nicht sahet, und strafte
die Ungläubigen. Und das ist der Lohn der Ungläubigen.
Sure 9, Vers
26: Dann sandte Gott seine Sakina auf seinen Gesandten und auf die
Gläubigen herab, und er sandte (zu eurer Unterstützung) Truppen, die ihr
nicht sahet, (vom Himmel) herab und bestrafte die Ungläubigen. Das ist der
Lohn derer, die ungläubig sind.
Tafsir al-Jalalayn 9, 26:
Alsdann sandte Allah Seinen Geist des Friedens ►
Sakina herab und beruhigte
Seinen Gesandten sowie die Gläubigen.
Nachdem al-Abbas vom Propheten beauftragt worden war, die Gläubigen
zurückzurufen, begannen diese erneut zu kämpfen. Allah schickte obendrein
noch seine himmlischen Heerscharen aus – welche unsichtbar waren – und Er
züchtigte die Ungläubigen durch Abschlachten und Gefangennahme. Solcherart
war deren Vergeltung.
Sure 9, Vers 27: Alsdann kehrt sich
Allah hernach zu, wem Er will, denn Allah ist verzeihend und barmherzig.
Sure 9, Vers
27: Hierauf, nachdem dies (alles) geschehen ist (und nunmehr der
Vergangenheit angehört), wendet sich Gott (gnädig) wieder zu, wem er will.
Er ist barmherzig und bereit zu vergeben.
Tafsir al-Jalalayn 9, 27:
Allah wird nachher denjenigen unter den Ungläubigen vergeben welchen Er
will; falls diese den Islam annehmen. Er ist vergebend und voll Gnade.
Sure 9, Vers 28:
O ihr, die ihr glaubt, siehe, die Götzendiener sind unrein. Drum sollen
sie sich nicht nach diesem Ihrem Jahr der heiligen Moschee nähern. Und so
ihr Armut befürchtet, so wird euch Allah sicherlich, so Er will, aus
Seinem Überfluss versorgen; siehe, Allah ist wissend und weise.
Sure 9, Vers 28: Ihr
Gläubigen! Die Heiden sind (ausgesprochen) unrein. Daher sollen sie der
heiligen Kultstätte nach dem jetzigen Jahr nicht (mehr) nahe kommen. Und
wenn ihr (etwa) fürchtet (deswegen) zu verarmen (macht ihr euch unnötig
Sorgen): Gott wird euch durch seine Huld (auf andere Weise) reich machen
(und schadlos halten), wenn er will. Gott weiß Bescheid und ist weise.
Tafsir al-Jalalayn 9, 28:
Oh ihr Gläubigen, die Götzendiener sind wahrhaftig unrein. Sie sind
schmutzig aufgrund ihrer inneren Niederträchtigkeit. Lasst sie also nicht
an die heilige Moschee ran; lasst sie nicht ins innere Heiligtum nach
ihrem Jahr, dem 9. Jahr der Auswanderung. Falls ihr befürcht, ihr könntet
aufgrund der Einstellung des Handels mit ihnen verarmen, Allah wird euch
sicherlich aus Seiner Fülle bereichern wenn Er dies will. – Tatsächlich
tat Er dies dann in der Folge mit Eroberungsfeldzügen und der Auferlegung
der Schutzgeldsteuer (Gizya). Allah ist wissend und weise.
Sure 9, Vers 29:
Kämpfet wider jene von denen, welchen
die Schrift gegeben ward, die nicht glauben an Allah und an den Jüngsten
Tag und nicht verwehren, was Allah und sein Gesandter verwehrt haben, und
nicht bekennen das Bekenntnis der Wahrheit, bis sie den Tribut aus der
Hand gedemütigt entrichten.
Sure 9, Vers
29: Kämpft gegen diejenigen, die
nicht an Gott und den jüngsten Tag glauben und nicht verbieten (oder: für
verboten erklären), was Gott und sein Gesandter verboten haben, und nicht
der wahren Religion angehören - von denen, die die Schrift erhalten haben
- (kämpft gegen sie), bis sie kleinlaut aus der Hand (?)
Tribut entrichten!
Tafsir al-Jalalayn 9, 29:
Kämpft gegen diejenigen,
welche nicht an Allah und das Jüngste Gericht glauben – denn sonst würden
sie ja auf den Propheten gehört haben – und welche nicht verbieten, was
Allah und Sein Gesandter verboten haben (z.B. Wein) und welche nicht der
strengen Religion der Wahrheit, die alle anderen Religionen für null und
nichtig erklärt, nämlich dem Islam, anhängen. (Bekämpft) also diejenigen,
welchen die Schrift gegeben wurde – gemeint sind hier die Juden und
Christen – bis sie unterworfen werden und willfährig gegenüber der
Amtsgewalt des Islam sowie bereit sind, aus ihren eigenen Händen das
Schutzgeld (Gizya), die jährliche Steuer welche ihnen auferlegt wurde, zu
entrichten.
Sure 9, Vers 30:
Und es sprechen die Juden: "Uzair ist Allahs Sohn." Und es sprechen die
Nazarener: "Der Messias ist Allahs Sohn." Solches ist das Wort ihres
Mundes. Sie führen ähnliche Reden wie die Ungläubigen von zuvor.
Allah schlag sie tot! Wie sind sie
verstandeslos!
Sure 9, Vers
30: Die Juden sagen: ''Uzair (d.h. Esra) ist der Sohn Gottes." Und die
Christen sagen: "Christus ist der Sohn Gottes." Das sagen sie nur so
obenhin. Sie tun es (mit dieser ihrer Aussage) denen gleich, die früher
ungläubig waren. Diese gottverfluchten Leute (Gott
bekämpfe sie)! Wie können sie nur so verschroben sein!
Tafsir al-Jalalayn 9, 30:
Die Juden sagen, daß Ezra der Sohn Gottes sei und die Christen behaupten,
daß der Messias Jesus der Sohn Gottes sei. Das sind Äußerungen aus ihrem
Mund, für welche sie keine Unterstützung finden. Im Gegenteil, es sind
Behauptungen von frühren Ungläubigen unter ihren Vorfahren und sie äffen
diese lediglich nach. Möge Allah sie angreifen und verfluchen! Wie sind
sie doch auf Abwege geraten! und haben sich von der Wahrheit abgewendet,
obwohl sie sich durch (unsere) Beweisführung eines anderen hätten belehren
lassen können.
Sure 9, Vers 31: Sie nehmen ihre
Rabbinen und Mönche neben Allah und dem Messias, dem Sohn der Maria zu
Herren an, wo ihnen doch allein geboten ward, einem einzigen Gott zu
dienen, ausser dem es keinen Gott gibt. Preis ihm (Er steht hoch) über
dem, was se neben ihn setzen.
Sure 9, Vers
31: Sie haben sich ihre Gelehrten und Mönche sowie Christus, den Sohn
der Maria, an Gottes Statt zu Herren genommen. Dabei ist ihnen (doch)
nichts anderes befohlen worden, als einem einzigen Gott zu dienen, außer
dem es keinen Gott gibt. Gepriesen sei er! (Er ist erhaben) über das, was
sie (ihm an anderen Göttern) beigesellen.
Tafsir al-Jalalayn 9, 31:
Sie nahmen ihre Rabbiner, die Schriftgelehrten unter den Juden und ihre
Mönche, die Frommen unter den Christen als Herren neben Allah – ihnen
dienend machten sie zum Gesetz, was Allah verbot und verbieten das, was Er
zum Gesetz erklärt hat – sowie auch den Messias, Marias Sohn obwohl ihnen
dies in der Tora und im Evangelium nicht befohlen wurde. Ihnen wurde
vielmehr auferlegt, nur den einen Gott anzubeten; Ehre sei Ihm als
Bestätigung Seiner Transzendenz erhaben über denen welche sie Ihm zur
Seite stellen.
Sure 9. Vers 32: Verlöschen wollen sie
Allahs Licht mit ihrem Munde; aber Allah will allein Sein Licht vollenden,
auch wenn es den Ungläubigen zuwider ist.
Sure 9, Vers
32: Sie wollen das Licht Gottes ausblasen (?) (w. mit ihrem Mund
auslöschen). Aber Gott will sein Licht unbedingt in seiner ganzen
Helligkeit erstrahlen lassen - auch wenn es den Ungläubigen zuwider ist.
Tafsir al-Jalalayn 9, 32:
Sie wünschen Allahs Licht,
Sein Gesetz
und Seine Beweismittel mit ihren Zungen – mit dem was sie über Ihn sagen –
auszulöschen. Allah weist all dies zurück; er perfektioniert und
manifestiert Sein Licht obwohl sich die Ungläubigen dagegen sträuben.
Sure 9, Vers 33: Er ist’s, der
entsandt hat Seinen Gesandten mit der Leitung und der Religion der
Wahrheit, um sie sichtbar zu machen über jede andere Religion, auch wenn
es den Ungläubigen zuwider ist.
Sure 9, Vers
33: Er ist es, der seinen Gesandten mit der Rechtleitung und der
wahren Religion geschickt hat, um ihr zum Sieg zu verhelfen über alles,
was es (sonst) an Religion gibt - auch wenn es den Heiden (d.h. denen, die
(dem einen Gott andere Götter) beigesellen) zuwider ist.
Tafsir al-Jalalayn 9, 33:
Er ist es, welcher
Seinen Gesandten
Mohammed mit der Leitung und der Religion der Wahrheit geschickt hat. Auf daß er sie manifestiere, damit sie über jede andere Religion welche sich
ihr entgegensetzt vorherrsche, obwohl sich die Ungläubigen dagegen
sträuben.
Sure 9, Vers 34: O ihr, die ihr
glaubt, siehe, wahrlich viele der Rabbinen und Mönche fressen das Gut der
Leute unnütz und machen abwendig von Allahs Weg. Aber wer da Gold und
Silber aufspeichert und es nicht spendet in Allahs Weg, ihnen verheisse
schmerzliche Strafe.
Sure 9, Vers
34: Ihr Gläubigen! Viele von den Gelehrten und Mönchen bringen die
Leute in betrügerischer Weise um ihr Vermögen und halten (ihre
Mitmenschen) vom Weg Gottes ab. Denjenigen nun, die Gold und Silber horten
und es nicht um Gottes willen spenden, verkünde (daß sie dereinst) eine
schmerzhafte Strafe (zu erwarten haben),
Tafsir al-Jalalayn 9, 34:
Oh ihr Gläubigen, viele der Rabbiner und
Mönche nehmen das Geld der Leute durch falsche Machenschaften an, wie z.B.
Sühnegeld, und halten sie auf diese Weise vom Weg Allahs, von Seiner
Religion ab. Und diejenigen, welche Gold und Silber anhäufen und es nicht
in Allahs Weg investieren, Ihm also nicht geben, was Ihm an Almosen und
milden Gaben zusteht; sagt ihnen, daß schmerzliche Züchtigung auf sie
wartet.
Sure 9, Vers 35: An einem Tage soll es
in Dschahannams Feuer glühend gemacht werden, und gebrandmarkt werden
sollen damit ihre Stirnen, Seiten und Rücken: „Das ist’s, was ihr
aufspeichertet für eure Seelen; so schmecket, was ihr aufspeichertet.“
Sure 9, Vers
35: am Tag (des Gerichts), da es (d.h. das gehortete Gold und Silber)
im Feuer der Hölle erhitzt wird und ihnen Stirn, Seite und Rücken damit
gebrandmarkt werden (während zu ihnen gesagt wird): Das ist das, was ihr
für euch gehortet habt. Nun bekommt ihr es (leibhaftig) zu spüren.
Tafsir al-Jalalayn 9, 35:
Am Tage, wenn (Brandeisen) im Hollenfeuer
erhitzt werden damit ihre Stirn, ihre Seiten und Rücken gebrandmarkt und
versengt werden, wird auch ihre Haut gedehnt werden, bis alles, was sie an
Gold und Silber angehäuft haben darauf Platz hat. Es wird ihnen gesagt
werden: „Dies ist was ihr für euch selbst gehamstert habt, schmeckt nun,
was ihr da angehäuft habt, schmeckt die Vergeltung.“
Sure 9, Vers 36:
Siehe, die Anzahl der Monate bei Allah sind zwölf Monate, in dem Buche
Allahs, an dem Tage, da Er die Himmel und die Erde erschuf. Von ihnen sind
vier heilig. Das ist der wahrhafte Glauben. Drum versündigt euch nicht in
ihnen und bekämpfet die Götzendiener
insgesamt, wie sie euch bekämpfen
insgesamt, und wisset, daß Allah mit den Gottesfürchtigen ist.
Sure 9. Vers
36: Zwölf gilt bei Gott als die (richtige) Zahl der Monate. (Das ist)
in der Schrift Gottes (bereits) am Tag, da er Himmel und Erde schuf
(festgelegt worden) (oder: (So ist es) von Gott ... bestimmt (worden)).
Davon sind vier heilig. Das ist die richtige Religion. Frevelt nun in
ihnen (d.h. in den vier heiligen Monaten) nicht gegen euch selber (indem
ihr euch mit Sünde beladet)! Und kämpft allesamt
(?) gegen die Heiden, so wie sie (ihrerseits) allesamt (?) gegen
euch kämpfen! Ihr müsst wissen, daß Gott mit denen ist, die (ihn)
fürchten.
Tafsir al-Jalalayn 9, 36:
Wahrlich, zwölf ist die Anzahl
von Monaten pro Jahr. Dies steht bei Allah in seinem Buch geschrieben,
welches von dem Tage an, da Er die Himmel und Erde erschuf immerwährend
erhalten ist. Vier davon sind heilig und unverletzbar; dies macht die
wahre und aufrechte Religion aus. Frevelt also nicht während der heiligen
Monate, indem ihr ungehorsam seid, denn die Sündenlast ist größer darin.
Das obige bedeutet aber auch, daß ihr während des ganzen Jahres nicht
freveln sollt. Und bekämpft alle Götzendiener insgesamt während aller
Monate genauso wie auch sie euch allesamt bekämpfen. Wisset, daß Allah mit
denen ist, welche Ihn fürchten, Er hilft ihnen und unterstützt sie.
Sure 9, Vers 41: Ziehet aus, leicht
und schwer bewaffnet, und eifert mit Gut und
Blut in Allahs Weg.
Solches ist
besser für euch, so ihr es begreifet.
Sure 9, Vers 41: Rückt leichten oder
schweren Herzens (?) (oder: mit leichtem Gepäck oder mit schwerer
Rüstung?, oder: klein und groß?) (zum Kampf)
aus und führet mit eurem Vermögen und in eigener Person um Gottes willen
Krieg (w. müht euch ... ab)! Das (zu) tun ist besser für euch, wenn
(anders) ihr (richtig zu urteilen) wisst.
Tafsir al-Jalalayn 9, 41:
Schreitet von dannen, leicht
und schwer! Was bedeutet, daß ihr voller Energie sein könnt oder nicht,
stark oder schwach, reich oder arm. Dies wurde jedoch vom Vers 9,91
abrogiert. (Die Schwachen sollen nicht bemängelt werden ...) Es ist jedoch
besser für euch, wenn ihr mit Gut und Blut in Allahs Weg eifert. Wenn ihr
bloß wüsstet wie viel besser dies für euch ist, würdet ihr nicht so leicht
schwach werden.
Sure 9, Vers 44: Nicht werden dich um
Erlaubnis bitten die, welche an Allah glauben und an den Jüngsten Tag,
nicht zu eifern mit Gut und Blut; und
Allah kennt die Gottesfürchtigen.
Sure 9, Vers 44: Diejenigen, die an
Gott und den jüngsten Tag glauben, bitten dich nicht um Dispens (von der
Verpflichtung), mit ihrem Vermögen und in
eigener Person Krieg zu führen (w. sich abzumühen).
Gott weiß Bescheid über die, die (ihn) fürchten.
Tafsir al-Jalalayn 9, 44:
Diejenigen, welche an Allah
und das Jüngste Gericht glauben werden euch nicht um Erlaubnis bitten, vom
Eifern mit Gut und Blut verschont zu werden. Allah kennt die Frommen.
Sure 9, Vers 73: O du Prophet,
führe Krieg gegen die Ungläubigen und
Heuchler und verfahre hart mit ihnen. Und ihre Herberge ist Dschahannam,
und schlimm ist die Fahrt dorthin.
Sure 9, Vers
73: Prophet! Führe Krieg gegen die
Ungläubigen und die Heuchler (oder: Setze den Ungläubigen und den
Heuchlern heftig zu) und sei hart gegen sie! Die Hölle
wird sie (dereinst) aufnehmen, - ein schlimmes Ende!
Tafsir al-Jalalayn 9, 73:
Oh Prophet, kämpfe mit dem
Schwert gegen die Ungläubigen und mit Worten maßgebender Beweisführung
gegen die Heuchler; verfahre hart mit ihnen mit Tadel und Abneigung (gegen
sie). Denn ihre Bleibe wird die Hölle sein, ein übler Ort und das Ende
einer schlimmen Reise.
Sure 9, Vers 81: Es freuten sich die
in ihren Wohnungen Zurückgebliebenen, dem Gesandten Allahs zuwider
gehandelt zu haben, und hatten keine Lust,
mit Gut und Blut in Allahs Weg zu eifern und sprachen: „Ziehet
nicht aus in der Hitze.“ Sprich: „Dschahannams Feuer ist heißer.“ O sie es
doch begriffen!
Sure 9. Vers 81: Diejenigen, die
zurückgelassen worden sind (anstatt ins Feld mitgenommen zu werden),
freuen sich darüber, daß sie hinter dem Gesandten Gottes (oder: im
Gegensatz zum Gesandten Gottes) (der seinerseits ausgerückt ist) daheim
geblieben sind. Es ist ihnen zuwider,
mit ihrem Vermögen und in eigener Person um Gottes
willen Krieg zu führen (w. sich abzumühen), und sie sagen: 'Rückt
(doch) nicht in der Hitze aus!' Sag: Das Feuer der Hölle ist heißer (als
die Sommerhitze, in der dieser Feldzug stattfindet).
Wenn sie doch Verstand annehmen würden!
Tafsir al-Jalalayn 9, 81:
Diejenigen, welche dem Feldzug
nach Tabuk fernblieben, freuten sich, daß sie hinter dem Propheten
zurückgeblieben waren und keine Lust verspürten, in Allahs Weg mit Gut und
Blut zu eifern. Sie sagten untereinander: „Ziehet nicht aus nicht in
dieser Hitze um euch dem Kampfe anzuschließen.“ – Sag: „Das Höllenfeuer
ist heißer als das Klima von Tabuk und es ist wichtiger sich dagegen zu
schützen, indem ihr nicht zurückbleibt. Wenn ihr dies verstehen würdet, so
währet ihr nicht zurückgeblieben.“
Sure 9, Vers 83: Und so dich Allah
heimkehren lässt zu einer Anzahl von ihnen und sie dich um Erlaubnis
bitten hinauszuziehen, so sprich: „Nimmerdar sollt ihr ausziehen und
nimmerdar sollt ihr mit mir wider den Feind
kämpfen. Siehe, es gefiel euch das erste Mal daheim zu sitzen, und
so sitzet daheim mit den Dahintengebliebenen.
Sure 9, Vers 83: Wenn Gott dich nun
(vom Kriegszug) zu einer Gruppe von ihnen zurückkehren lässt und sie dich
dann (bei der Veranstaltung eines neuen Feldzugs) um Erlaubnis bitten,
(mit dir) ausziehen zu dürfen, dann sag: Ihr werdet niemals
mit mir ausziehen und gegen einen Feind
kämpfen. Ihr waret zuerst (w. ein erstes Mal) damit zufrieden,
daheim zu bleiben. Bleibt nun (auch jetzt) daheim (zusammen) mit denen,
die (wegen körperlicher Gebrechen oder dergleichen) zurückbleiben!
Tafsir al-Jalalayn 9, 83:
Wenn ihr also, so Allah will,
von Tabuk zu einer Gruppe von Heuchlern welche in Medina blieben
zurückkehrt, und sie fragen euch um Erlaubnis an einem nächsten Feldzug
teilzunehmen, dann sagt ihnen: „Ihr werdet niemals mit uns ausziehen und
an unserer Seite gegen den Feind kämpfen. Euch war es genug, das erste Mal
nicht mitzumachen, also bleibt nun weiterhin den militärischen Kampagnen
fern wie die Frauen, Kinder und andere.“
Sure 9, Vers 86: Und da eine Sure
hinabgesandt ward des Inhalts: „Glaubet an Allah und
streitet mit Seinem Gesandten“, baten
die Begüterten unter ihnen und sprachen: „Lass uns bei den
Daheim-Sitzenden.
Sure 9, Vers 86: Und wenn eine Sure
herabgesandt wird (des Inhalts): Glaubet an Gott und führet mit seinem
Gesandten (gegen die Ungläubigen) Krieg
(w. müht euch ... ab), bitten dich diejenigen von ihnen, die wohlhabend
sind, um Dispens und sagen: 'Lass uns mit denen (zusammen) sein, die
daheim bleiben!'
Tafsir al-Jalalayn 9, 86:
Und wenn eine Sure, d.h. ein
Teil des Korans offenbart wird der besagt, daß ihr an Allah glauben und
mit Seinem Gesandten eifern sollt, dann distanziert ihr Wohlhabenden euch
und sagt: „Lasst uns zurückbleiben mit denen die zuhause sitzen.“
Sure 9, Vers 88: Jedoch der Gesandte
und die Gläubigen bei ihm eifern mit Gut und
Blut, und sie – das Gute wird ihnen zum Lohn, und sie – ihnen
wird’s wohl ergehen.
Sure 9, Vers
88: Aber der Gesandte und diejenigen, die mit ihm glauben, führen mit
ihrem Vermögen und
in eigener Person Krieg
(oder: haben ... Krieg geführt, w. sich abgemüht). Ihnen kommen
(dereinst) die guten Dinge zu, und ihnen wird es wohl ergehen.
Tafsir al-Jalalayn 9, 88:
Der Gesandte und seine mit ihm
glaubenden Getreuen eifern mit Gut und Blut: für sie sind in diesem Leben
und im Jenseits gute Dinge bereitet; sie sind die Erfolgreichen und die
Triumphierenden.
Sure 9, Vers 111: Siehe Allah hat von
den Gläubigen ihr Leben und ihr Gut für das Paradies erkauft. Sie sollen
kämpfen in Allahs Weg und töten und
getötet werden. Eine Verheißung hierfür ist gewährleistet in der Tora, im
Evangelium und im Koran; und wer hält seine Verheißung getreuer als Allah?
Freut euch daher des Geschäfts, das ihr abgeschlossen habt; und das ist
eine große Glückseligkeit.
Sure 9, Vers
111: Gott hat den Gläubigen ihre Person und ihr Vermögen dafür
abgekauft, daß sie das Paradies haben sollen. Nun müssen sie
um Gottes willen kämpfen und dabei
töten oder (w. und) (selber) den Tod erleiden. (Dies ist) ein Versprechen,
das (einzulösen) ihm obliegt, und (als solches) Wahrheit (?) (so wie es)
in der Thora, im Evangelium und im Koran (verzeichnet ist). Und wer würde
seine Verpflichtung eher halten als Gott? Freut euch über (diesen) euren
Handel, den ihr mit ihm abgeschlossen habt (indem ihr eure Person und euer
Vermögen gegen das Paradies eingetauscht habt)! Das ist
dann das große Glück.
Tafsir al-Jalalayn 9, 111:
Tatsächlich hat
Allah von den Gläubigen ihr
Leben und Hab und Gut gekauft, auf daß sie es einsetzen in Gehorsam zu Ihm
– indem sie z.B. in Seinem Weg eifern – damit ihnen ein Platz im Paradies
gewährleistet ist. Sie werden kämpfen in Allahs Weg und töten und getötet
werden. Dies ist ein Versprechen welches durch Ihn in der Torah, in der
Bibel und im Koran gegeben ist, und wer erfüllt seinen Vertrag besser als
Allah? Niemand kann dies besser als Allah. Freut euch nun über euren
abgeschlossenen Handel, denn er ist der allerhöchste Triumph der euch das
letztendliche Ziel sichern wird.
Sure 9, Vers 123: O ihr, die ihr
glaubt, kämpft wider die Ungläubigen
an euren Grenzen, und wahrlich, lasset sie die Härte in euch verspüren.
Und wisset, daß Allah mit den
Gottesfürchtigen ist.
Sure 9, Vers
123: Ihr Gläubigen! Kämpft
gegen diejenigen von den Ungläubigen, die euch nahe sind (d.h. die
mit ihren Wohnsitzen an euer Gebiet angrenzen)! Sie sollen merken, daß ihr
hart sein könnt. Ihr müsst wissen, daß Gott mit denen ist, die (ihn)
fürchten.
Tafsir al-Jalalayn 9, 123:
Oh ihr Gläubigen bekämpft
zuerst die Heiden welche euch am nächsten stehen und dann die in der
zweiten Reihe. Zeigt ihnen eure Strenge und Härte indem ihr sie schroff
behandelt. Wisset, daß Allah die Frommen unterstützt und ihnen hilft, daß
sie siegreich sind.
Sure 22: „Die Pilgerfahrt"
offenbart in Mekka
Sure 22, Vers 39: Denjenigen, die
gegen die Ungläubigen kämpfen, ist die
Erlaubnis zum Kämpfen erteilt worden,
weil ihnen vorher Unrecht geschehen ist. - Gott hat die Macht, ihnen zu
helfen.
Sure 22,
Vers 39: Denjenigen, die (gegen die Ungläubigen)
kämpfen (so nach einer abweichenden
Lesart; im Text: die bekämpft werden), ist
die Erlaubnis (zum Kämpfen) erteilt worden, weil ihnen (vorher)
Unrecht geschehen ist. - Gott hat die Macht, ihnen zu helfen.
Tafsir al-Jalalayn 22, 39:
Erlaubnis wurde denen welche
kämpfen, d.h. den Gläubigen, erteilt, daß sie sich wehren.
Dies ist der erste Vers der im Zusammenhang mit
dem „Eifern in Allahs Weg“ (jihad) offenbart wurde. Ihnen
ist seitens der Ungläubigen Unrecht geschehen und wahrhaftig ist Allah in
der Lage ihnen zu helfen.
Sure 22, Vers 40: Jene, die schuldlos
aus ihren Wohnungen vertrieben wurden, nur weil sie sprechen: "Unser Herr
ist Allah." Und wofern nicht Allah den einen Menschen durch die anderes
wehrte, wahrlich, so wären Klöster, Kirchen, Bethäuser und Moscheen, in
denen Gottes Name so häufig genannt wird, zerstört. Und wem Allah helfen
will, dem hilft Er wahrlich. Siehe, Allah ist stark und mächtig.
Sure 22,
Vers 40: (Ihnen) die unberechtigterweise aus ihren Wohnungen
vertrieben worden sind, nur weil sie sagen: Unser Herr ist Gott. - Und
wenn Gott nicht die einen Menschen durch die anderen zurückgehalten hätte
(indem er ihnen aus ihren eigenen Reihen Widersacher entstehen ließ),
wären (überall) (Einsiedler)Klausen, Kirchen, Synagogen (?) (w. (Stätten
der liturgischen) Gebete) und (andere?) Kultstätten, in denen (allen) der
Name Gottes ohne Unterlass (w. viel) erwähnt wird, zerstört worden. Aber
bestimmt wird Gott denen, die ihm helfen, (ebenfalls) helfen.
Er ist stark und mächtig.
Tafsir al-Jalalayn 22, 40:
Betreffend jenen, welche
unberechtigterweise aus ihren Häusern vertrieben wurden: ihre Ausweisung
geschah ohne Grund, sie sagten lediglich: ’Unser Herr ist Allah’, was ja
richtig ist. Und hätte nicht Allah veranlasst, daß manche (aufrührerische)
Menschen von anderen zurückgehalten wurden, Vernichtung hätte in den
Klöstern (für Mönche), in Kirchen (für Christen), in Synagogen (für Juden)
und in Moscheen (für Muslime) – also überall da, wo der Name Gottes
unermüdlich wiederholt wird – gewütet und dann hätten die Gottesdienste
nicht mehr stattfinden können. Sicherlich wird Allah denen helfen, welche
Ihn und Seine Religion unterstützen. Allah ist wahrhaftig stark und
beherrscht Seine Schöpfung; Er ist mächtig und unbesiegbar in Bezug auf
Sein Herrschaftsgebiet und seine Kraft;
Sure 22, Vers 78: Und eifert in Allahs
Weg im rechten Eifer. Er hat euch erwählt und hat euch in der Religion
nichts Schweres auferlegt: Die Religion eures Vaters Abraham. Er hat euch
“Muslime” genannt, zuvor und in diesem Buch, damit der Gesandte Zeuge sei
wider euch und ihr Zeugen seid wider die Menschen. Drum verrichtet das
Gebet und entrichtet die Armenspende und haltet fest an Allah. Er ist euer
Gebieter, und herrlich ist der Gebieter und herrlich der Helfer!
Sure 22, Vers 78: Und müht euch um
Gottes Willen ab, wie es sich gehört! Er hat euch erwählt. Und Er hat euch
in der Religion nichts auferlegt, was (euch) bedrückt. Die Religion eures
Vaters Abraham! Er hat euch Muslime genannt, (schon) früher und nunmehr in
diesem (Koran), damit der Gesandte Zeuge über euch sei, und ihr über die
(anderen) Menschen Zeugen seiet. Verrichtet nun das Gebet, gebt die
Almosensteuer und haltet an Gott fest! Er ist euer
Schutzherr. Welch trefflicher Schutzherr und Helfer.
Tafsir al-Jalalayn 22, 78:
: Und kämpft (müht euch ab) in Allahs Weg damit Seine Religion
eingesetzt wird, seid Seiner wert, indem ihr all eure Anstrengung (Eifer)
in diesen Kampf hineinlegt. Er hat euch ausgewählt für Seine Religion und
hat euch mit dieser Religion nichts Schweres aufgelegt, keine Härte und
keine Begrenzung. In schwierigen Zeiten hat Er euch Erleichterung
verschafft wie zum Beispiel das Verkürzen des Gebetes bei Bedrängnis, das
Ausführen der rituellen Waschung mit Sand, wenn Wasser fehlt, in der Not
Fleisch von schon verendeten Tieren zu essen und bei Krankheit oder auf
der Reise das Fasten zu brechen. Den Glauben eures Vaters Abraham. Er hat
euch schon vor der Herabsendung dieses Buches, des Korans, Muslime
genannt. So kann der Gesandte am Tage des „Jüngsten Gerichtes“ Zeuge gegen
euch sein, dafür, daß er euch die Botschaft übermittelt hat. Und ihr könnt
Zeuge gegen die Menschen sein, daß ihre Gesandten ihnen die Botschaft
überbracht haben. So haltet das regelmässige Gebet aufrecht und zahlt die
Almosensteuer und haltet an Allah fest, vertraut in Ihn. Er ist euer
Schutzherr, euer Helfer und der Wächter eurer Angelegenheiten. Ein
vortrefflicher Schutzherr und Helfer für euch.
Sure 29: "Die Spinne" offenbart in Mekka
Sure 29, Vers 6: Und wer da eifert in
Allahs Weg (wer gegen die Ungläubigen kämpft), der eifert zu seinem
eigenen Besten. Siehe, Allah bedarf wahrlich nicht der Welten.
Sure 29,
Vers 6: Und wer sich (um Gottes willen) abmüht (d.h. Kriegsdienst
leistet?), tut das zu seinem eigenen Vorteil. Gott ist
auf niemand in der Welt angewiesen.
Tafsir al-Jalalayn 29, 6:
Und wer sich abmüht im Krieg oder gegen
die Versuchungen der eigenen Seele, der tut dies für sein eigenes Wohl.
Denn der Gewinn welchen er für diese Anstrengung ernten wird ist sein
eigener und nicht derjenige Allahs. Wahrlich Allah ist unabhängig von den
Geschöpfen sämtlicher Welten, ob dies nun Menschen, Geister (jinn)
oder Engel sind, Er braucht ihre Verehrung nicht.
Sure 29, Vers 7: Und diejenigen,
welche glauben und das Rechte tun, wahrlich, nehmen wollen wir ihnen ihre
Sünden und wollen sie nach ihren besten Taten belohnen.
Sure 29, Vers 7: Denen,
die tun, was recht ist, werden wir (dereinst) ihre schlechten Taten tilgen
und ihre besten Taten vergelten.
Tafsir al-Jalalayn 29, 7:
Und diejenigen, welche glauben und
Gerechtes vollbringen, ihnen werden Wir sicherlich ihre Missetaten
vergeben und ihre besten Handlungen vergelten.
Sure 33: „Die Verbündeten"
offenbart in Medina
Sure 33, Vers 20: Sie glaubten, daß
die Verbündeten nicht abziehen würden; und kämen die Verbündeten wiederum,
dann würden sie lieber bei den Arabern in der Wüste leben wollen und
Nachrichten von euch einziehen. Wären sie aber bei euch gewesen, nur wenig
hätten sie gekämpft.
Sure 33, Vers 20: Sie meinen, die
Gruppen (von Verbündeten der Mekkaner) seien nicht weggegangen. Aber(?)
wenn die Gruppen (wieder) kommen (sollten?), wünschten sie wohl, sie wären
unter den Beduinen in der Steppe und würden (dort) Erkundigungen über euch
einziehen (statt selber in Medina anwesend zu sein). Und wenn sie unter
euch wären, würden sie sich im Kampf
nur wenig beteiligen.
Tafsir al-Jalalayn 33, 20:
Sie nehmen an, daß die
Verbündeten der Ungläubigen noch nicht nach Mekka abgezogen sind weil sie
sich vor ihnen fürchten. Und wenn sie ein zweites Mal kommen sollten, so
wären sie wohl lieber in die Wüste geblieben und hätten von den Beduinen
Neuigkeiten betreffend euch und euren Scharmützeln mit den Ungläubigen
eingeholt. Und wenn sie dieses zweite Mal mit euch wären, würden sie wohl
nur wenig kämpfen. Vielmehr würden sie, aus Angst (von euch) verschmäht
zu werden, nur so tun, als kämpften sie.
Sure 33, Vers 25: Und es trieb Allah
die Ungläubigen in ihrem Grimm zurück; sie erlangten keinen Vorteil; und
Allah genügte den Gläubigen im Streit,
denn Allah ist stark und mächtig.
Sure 33, Vers 25: Und Gott schickte
die Ungläubigen mit(samt) ihrem Groll zurück, ohne daß sie (von ihrem
Unternehmen) einen Vorteil gehabt (w. etwas Gutes erreicht) hätten. Und er
verschonte die Gläubigen damit,
zu kämpfen. Gott ist stark und
mächtig.
Tafsir al-Jalalayn 33, 25:
Und Allah trieb die
Ungläubigen, bez. ihre Verbündeten in ihrer Wut zurück ohne daß sie etwas
(Gutes) erreicht hätten und ihr Wunsch nach einem Sieg über die Gläubigen
in Erfüllung gegangen wäre. Und Allah verschonte die Gläubigen vom Kämpfen
indem Er den Wind und die Engel auf die Feinde losließ. Wahrlich, Allah
ist stark das Gewünschte hervorzubringen und mächtig wenn Er sich
durchsetzen will.
Sure 33, Vers 26:
Und er veranlasste diejenigen vom Volke der Schrift, die ihnen halfen, von
ihren Kastellen herabzusteigen, und warf
Schrecken in ihre Herzen. Einen Teil erschlugt ihr und einen Teil
nahmt ihr gefangen.
Sure 33,
Vers 26: Und er ließ diejenigen von den Leuten der Schrift, die sie
(d.h. die Ungläubigen) unterstützt hatten, aus ihren Burgen herunterkommen
und jagte ihnen Schrecken ein, so daß
ihr sie (in eure Gewalt bekamet und) zum Teil töten, zum Teil gefangen
nehmen konntet.
Tafsir al-Jalalayn 33, 26:
Und Er trieb die Leute der
Schrift, die Banu Quraiza, welche die Ungläubigen unterstützt hatten, aus
ihren Befestigungen und warf Schrecken in ihre Herzen. In der Folge
erschlugt ihr manche von ihnen (die Krieger) und nahmt andere gefangen,
wie z.B. die Kinder.
Sure 33, Vers 27:
Und Er gab euch zum Erbe ihr Land und ihre Wohnungen und ihr Gut und ihr
Land, das ihr nie betratet. Und Allah hat Macht über alle Dinge.
Sure 33, Vers 27: Und er
gab euch ihr Land, ihre Wohnungen und ihr Vermögen zum Erbe, und (dazu)
Land, das ihr (bis dahin noch) nicht betreten hattet. Gott hat zu allem
die Macht.
Tafsir al-Jalalayn 33, 27:
Und Er veranlasste, daß ihr deren Land, Güter und Häuser erben konntet. Er
machte ihren Reichtum zu eurer Beute und auch das Land der Juden von
Khaybar (das ihr noch nicht betreten habt und das ihr nach dem Land der
Banu Quraiza erobert habt.) Allah ist fähig, alles zu bewerkstelligen,
seien es Eroberungen oder einfach Unterstützung für die Gläubigen.
Sure 47: „Muhammad" offenbart in Medina
Sure 47, Vers 4: Und wenn ihr die
Ungläubigen trefft, dann herunter mit dem
Haupt, bis ihr ein Gemetzel unter
ihnen angerichtet habt; dann schnüret die Bande. Und dann entweder Gnade
hernach oder Loskauf, bis der Krieg seine Lasten niedergelegt hat.
Solches! Und hätte Allah gewollt, wahrlich, Er hätte selber Rache an ihnen
genommen; jedoch wollte Er die einen von euch durch die anderen prüfen.
Und diejenigen, die in Allahs Weg getötet werden, nimmer leitet Er ihre
Werke irre.
Sure 47,
Vers 4: Wenn ihr (auf einem Feldzug) mit den Ungläubigen
zusammentrefft, dann haut (ihnen mit dem
Schwert) auf den Nacken! Wenn ihr sie
schließlich vollständig niedergekämpft habt, dann legt (sie) in Fesseln,
(um sie) später entweder auf dem Gnadenweg oder gegen Lösegeld
(freizugeben)! (Haut mit dem Schwert drein) bis der Krieg (euch) von
seinen Lasten befreit (w. bis der Krieg seine Lasten ablegt) (und vom
Frieden abgelöst wird)! Dies (ist der Wortlaut der Offenbarung). Wenn Gott
wollte, würde er sich (selber) gegen sie helfen. Aber er möchte (nicht
unmittelbar eingreifen, vielmehr) die einen von euch (die gläubig sind)
durch die anderen (die ungläubig sind) auf die Probe stellen. Und denen,
die um Gottes willen (w. auf dem Weg Gottes) getötet werden (Variante:
kämpfen), wird er ihre Werke nicht fehlgehen lassen (so daß sie damit
nicht zum Ziel kommen würden).
Tafsir al-Jalalayn 47, 4:
Wenn ihr also Ungläubige im
Kampfe trefft, so tötet sie indem ihr ihnen den Kopf abschlägt. Nachdem
ihr sie dann gründlich dezimiert habt, lasst den Rest leben, nehmt sie
gefangen und fesselt sie eng. Hernach zeigt ihnen Gnade, lasst sie
entweder bedingungslos frei oder gegen Lösegeld oder im Austausch mit
muslimischen Gefangenen bis der Krieg oder besser gesagt die sich daran
beteiligenden Krieger ihre schwere Last d.h. die schwergewichtigen Waffen
und anderes Material abgelegt haben. Dies wird der Fall sein, wenn die
Ungläubigen sich entweder ergeben oder einen Vertrag abschließen. – Der
letzte Abschnitt beschreibt nun tatsächlich den Grund, warum die Muslime
sich zusammenscharen, töten und Gefangene nehmen sollen: Und wenn Allah
gewünscht hätte, Er hätte ohne jegliches Kämpfen selber Rache an ihnen
nehmen können. Er hat es euch jedoch befohlen. Denn Er beabsichtigte,
einige von euch zu testen, indem Er sie gegen Ungläubige in den Kampf
geschickt hat damit die Getöteten unter euch ins Paradies kommen,
währenddessen die anderen im Höllenfeuer landen werden. Und die unter
euch, welche getötet wurden oder hart in Allahs Weg gekämpft haben ihre
Werke werden nicht vergeudet werden, Er wird sie nimmer für null und
nichtig erklären. Dieser Vers wurde am Tage der Schlacht zu Uhud
offenbart, als es schon viele Toten und Verwundeten gab.
Sure 47, Vers 20: Und es sprechen die
Gläubigen: „Warum wird keine Sure herab gesendet?“ Aber wenn eine
unverbrüchliche Sure herab gesendet und in ihr
der Kampf verkündet wird, siehst du
die, in deren Herzen Krankheit ist, dich anschauen mit dem Blick eines vom
Tod Überschatteten.
Sure 47,
Vers 20: Die Gläubigen sagen: 'Warum ist (denn zur Entscheidung der
Angelegenheit) keine Sure herabgesandt worden?' Wenn dann aber eine
(eindeutig) bestimmte Sure herabgesandt wird und darin vom
Kampf (gegen die Ungläubigen) die Rede
ist, siehst du, daß diejenigen, die in ihrem Herzen eine Krankheit haben,
auf dich schauen wie einer, der vor Tod(esangst beinahe) ohnmächtig wird.
Wehe ihnen(?)!
Tafsir al-Jalalayn 47, 20:
Und die Gläubigen, die sich am
Kampfe beteiligen wollen fragen: „Warum ist keine Sure offenbart worden?“
(... in welcher von der Pflicht des Eiferns in Allahs Weg die Rede ist.)
Wenn dann aber eine endgültige, nicht abrogierte Sure erscheint und in ihr
diese Pflicht erwähnt ist, dann sehen diejenigen in deren Herzen die
Krankheit des Zweifels wohnt, d.h. die Heuchler, euch mit dem Blick eines
Mannes an der gerade dabei ist, kurz vor seinem Tode in Ohnmacht zu
fallen. Dies ist so, weil sie Angst und Abneigung gegen das Kämpfen
verspüren. Jedoch besser für sie wäre eine Prüfung wie folgt:
Sure 47, Vers 31: Und wahrlich, Wir
wollen euch heimsuchen, bis wir die Eifernden
im Kampf unter euch erkennen und die
Standhaften; und Wir wollen das Gerücht von euch prüfen.
Sure 47, Vers 31: Und wir werden euch
bestimmt auf die Probe stellen, um diejenigen von euch, die (um
unseretwillen) Krieg führen (w. sich
abmühen), und die geduldig sind, in Erfahrung zu bringen, und um ausfindig
zu machen, wie es mit euch steht.
Tafsir al-Jalalayn 47, 31:
Wir werden euch ganz bestimmt
prüfen (und auf die Probe stellen) und euch befehlen, daß ihr am Eifern in
Allahs Weg und in anderen Belangen teilnehmt bis Wir die äußeren Zeichen
derjenigen welche Eifern in Allahs Weg, und auch derjenigen, welche
standhaft im Eifern und in anderen Angelegenheiten sind erkennen. Wir
werden eure Leistungen betreffend Gehorsam, Ungehorsam und Eifer
einschätzen und bekannt geben.
Sure 47, Vers 32: Siehe, diejenigen,
welche ungläubig sind und von Allahs Weg abwendig machen und sich vom
Gesandten trennen, nachdem ihnen die Leitung deutlich gemacht, nimmer
fügen sie Allah ein Leid zu, und vereiteln wird Er ihre Werke.
Sure 47, Vers 32: Diejenigen, die
ungläubig sind, (ihre Mitmenschen) vom Weg Gottes abhalten und gegen den
Gesandten Opposition treiben(?), nachdem ihnen die Rechtleitung (durch den
Islam) klar geworden ist, können (damit) Gott keinen Schaden zufügen.
Er wird vielmehr ihre Werke hinfällig machen.
Tafsir al-Jalalayn 47, 32:
Wahrlich, diejenigen welche
ungläubig sind und von Allahs Weg, vom Pfad der Wahrheit absehen und die
welche sich dem Gesandten widersetzen und gegen ihn kämpfen obwohl ihnen
die Führung (gemeint ist „Allahs Weg“) klar geworden ist, sie werden Allah
in keiner Weise verletzen. Er wird jedoch veranlassen, daß sie in ihren
Werken versagen, Er wird diese – als Beispiel sei freiwilliges Almosen
geben genannt – für ungültig erklären und sie werden im Jenseits keine
Belohnung finden. Dieser Vers wurde entweder im Zusammenhang mit den
mekkanischen Teilnehmern an der Schlacht zu Badr welche die Hungernden mit
Esswaren versorgten oder aber bezüglich der jüdischen Stämme der Qurayza
und Nadir offenbart.
Sure 47, Vers 35: Werdet daher nicht
matt und ladet sie nicht ein zum Frieden, während ihr die Oberhand habt;
denn Allah ist mit euch, und nimmer betrügt Er euch um eure Werke.
Sure 47,
Vers 35: Laßt nun (in eurem Kampfwillen) nicht nach und ruft (die
Gegner) nicht (vorzeitig) zum Frieden, wo ihr doch (letzten Endes) die
Oberhand haben werdet! Gott ist mit euch und wird euch nicht um (den Lohn)
eure(r) Werke bringen.
Tafsir al-Jalalayn 47, 35:
Zögert also nicht, noch werdet schwach und ruft den Frieden aus. Falls ihr
auf die Ungläubigen stößt, bietet ihnen keinen Waffenstillstand an, wenn
ihr die Oberhand habt, wenn ihr Sieger und Unterdrücker seid, denn Allah
ist mit euch. Er hilft und unterstützt euch, Er wird die Belohnung für
euren Einsatz weder einschränken noch kurz halten.