Bismillahir-rahmanir-rahim
ISLAMOLOGISCHES INSTITUT e.V.
Frankfurt am Main
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Liste wichtiger
islamischer Fachbegriffe
Al'ahrsch
linguistisch: „Etwas, das überdacht ist“. Bezogen auf ALLAH (ta'ala)
verstehen die Muslime unter Al'ahrsch nichts Materielles (Thron oder
ähnliches), auf dem ALLAH (ta'ala) sitzt, da ER (ta'ala) erhaben darüber
ist, von Ort oder Zeit abhängig zu sein, und da Seine Attribute mit denen
der Menschen nicht vergleichbar sind.
Al-akhira:
Die Letzte, der Jüngste Tag, das Jenseits
Al-amana:
Das Anvertraute, die Verantwortung ALLAH (ta'ala) gegenüber
Al-furqan
linguistisch: „Das Unterscheidende zwischen zweierlei“. Der Quran und
andere offenbarten Schriften heißen Al-furqan, da sie zwischen dem Wahren
und Unwahren unterscheiden. Al-furqan bedeutet auch „das in Stücke
Zerteilte“. Der Quran ist Al-furqan, da er nicht auf einmal, sondern in
Teilen als Wahy hinabgesandt wurde.
Alhamdulillah (Al-hamdulil-lah):
Alles Lob gebührt ALLAH.
Alindschil (Al-indschil):
Die Schrift, die dem Gesandten 'Isa Ibnu-Maryam (‘alaihis-salam) von ALLAH
(ta'ala) zuteil wurde.
Allahu-akbar:
Akbar
(größer) ist der Komparativ von
Kabir
(groß). Allahu-akbar bedeutet: ALLAH ist größer, weil ER in jeder Hinsicht
größer ist als alles, was den Menschen je in den Sinn kommen könnte.
Almasih:
„Der mit Baraka Erfüllte“. Das Verb masaha bedeutet: streichen, reinigen.
Al-wasila:
Die höchste Stufe in der Dschanna
An-nabi:
Von ALLAH (ta'ala) auserwählter Mann, der eine Offenbarung
von Ihm empfing und mit ihrer öffentlichen Verkündigung an die Menschen
nicht beauftragt wurde. „An-nabi“ wird mit „Prophet“ übersetzt.
An-nar:
Die Hölle, das Feuer
Ar-rasul:
Von ALLAH (ta'ala) auserwählter Mann, der eine Offenbarung von Ihm
empfing und mit ihrer öffentlichen Verkündigung an die Menschen beauftragt
wurde. Ar-rasul wird mit „Gesandter“ übersetzt.
As-sur:
Horn. As-sur ist auch der Plural von „Assura: Das Bild“.
At-taghut:
At-taghut ist eine Bezeichnung für alles Falsche, sei es etwas Angebetetes
oder nicht, u. a. auch Satan und Götzen.
Aya (A-ya)
linguistisch: „Das Wunder, die Gruppe, das klare Zeichen, das Merkmal, die
Lehre/Lektion/ (ermahnendes Beispiel)“. Islamologisch: „Ein Teil einer
Sura mit festgelegtem Beginn und festgelegtem Ende, der eines oder mehrere
Wörter beinhaltet.“
Ayat (A-yat)
ist der Plural von Aya
Baraka:
Vermehrung, Zunahme, Gedeihen. Durch Baraka wird das Wenige viel.
Bismil-lahir-rahmanir-rahim:
„Mit dem Namen ALLAHs, Des Allgnade Erweisenden, Des Allgnädigen,
(rezitiere ich bzw. ist die Rezitation)“.
Da'wa:
Einladung. Einladung zum Islam mit dem guten Wort und dem guten Vorbild.
Din (Din)
linguistisch: „Vergelten (Belohnung/Bestrafung), Belohnung, Abrechnung,
Gehorsam, Gewohnheit/Tradition, Islam, Religion, die Art ALLAH (ta'ala) zu
dienen, das Dienen und das Anbeten ALLAHs, Gerichtsbarkeit, Gesetz,
Zustand, Situation, Herrschaft, Macht, Erniedrigung, Bezwingen“.
Islamologisch: „Von ALLAH (ta'ala) vorgegebenen Normen/Richtlinien, die
den Orientierungs- und Handlungsrahmen für ein gottgefälliges Leben
vorgeben, innerhalb dessen die Muslime frei entscheiden und agieren“.
Dschahannam:
Das Höllenfeuer, ein Name der Hölle im Jenseits
Dschanna
(Plural Dschannat): Der schöne Garten, der Garten im Jenseits
Dschihad
linguistisch: „Größtmögliche Anstrengung“. Islamologisch bezeichnet
Dschihad die Anstrengung des Menschen gemäß seinen Möglichkeiten auf dem
Wege ALLAHs mit allen Halal-Mitteln. Dschihad ist auch Bezeichnung für den
Kampf fi-sabilillah.
Dschinn:
Aus Feuer erschaffene Geschöpfe, welche mit den menschlichen Sinnen
normalerweise nicht wahrnehmbar sind. Dschinn verfügen wie Menschen, über
Urteilsfähigkeit und Entscheidungsfreiheit.
Dschunub:
dschunub bezeichnet den „Zustand des Nichtvorhandenseins der rituellen
Reinheit“. Geschlechtsakt und/oder einen
Samenerguß verursacht diesen Zustand.
Du'a:
Ein (Bitt-)Gebet, das jederzeit gesprochen werden kann und wofür keine
rituelle Reinheit erforderlich ist.
Fasiq
sind Menschen, die Fisq praktizieren.
Fatwa:
Klärende Antwort, ein Schari'a-Gutachten, das von Fiqh-Gelehrten erstellt
wird.
fi-sabilillah (fi-sabilil-lah):
Für das von ALLAH Gebotene, um ALLAHs Willen
Fisq
linguistisch: „Abweichen von einer Sache“. Islamologisch: „Abweichen von
den Geboten ALLAHs. Fisq bezeichnet Übertretung von Geboten trotz
Erkennung der Verfehlung, Übertretung als Routine-Handlung
oder Übertretung durch Negierung des Gebots.
Fitna:
Prüfung, Versuchung, das gewaltsame Abbringen vom Din sowie der Schirk
Fitra:
Die natürliche Veranlagung des Menschen. Sie ist an ALLAH (ta'ala)
ausgerichtet.
Hadsch:
Die rituelle Pflicht-Wallfahrt nach Mekka
Halal/halal,
Halal: „Das islamisch Legitime/Islamkonforme“; halal: islam. erlaubt
Haram/haram,
Haram: Das islamisch Verbotene/Nicht-Legitime; haram: islam. verboten
Hidschra
linguistisch: „Von einem Ort zu einem anderen Ort umziehen bzw.
auswandern“. Islamologisch: „Die Auswanderung als Schutzmaßnahme für den
eigenen Din, wenn man unter Verfolgung leidet.
Hur-'in:
Wesen mit großen Augen, deren Iris rabenschwarz und bei denen das Weiße
der Augen leuchtend/strahlend weiß ist.
Ifk-Lüge:
Eine ungeheuerliche Verleumdung und Lüge
Ihram:
Der rituelle Zustand, in dem man sich während der Hadsch- bzw. 'Umra-Riten
befindet und in den man vor Überschreiten der Miqat (örtlichen Grenzen)
eintreten muß (s. Fiqh-ul-'Ibadat: Einführung in die islamischen
gottesdienstlichen Handlungen/ Zaidan).
Ihsan (Ih-san)
linguistisch leitet sich Ihsan von hasan (schön, fein) ab. Islamologisch:
a) Ihsan in Bezug auf ALLAH (ta'ala): Das Dienen ALLAHs so, als ob
man Ihn sehen würde, denn auch wenn wir Ihn nicht sehen, so sieht ER uns
doch. b) Ihsan in Bezug auf Menschen: Der gütige und schöne Umgang mit den
Eltern und den anderen Menschen. c) Ihsan in Bezug auf Handlungen: Das
Vollziehen einer Handlung auf die beste Art.
Iman (I-man)
linguistisch: „Zustimmung, Bestätigung, Anerkennung, etwas als wahr und
gewiß annehmen, Vertrauen“. Islamologisch: „Die apodiktische
Verinnerlichung der gesamten Inhalte dessen, was Muhammad (sallal-lahu 'alaihi
wa sallam) als abschließende Offenbarung definitiv für alle Muslime
verkündete und was per definitionem notwendiger Bestandteil des
islamischen Din ist. Iman darf nicht als „Glaube“ übersetzt werden, da
Iman auf Beweisführung und bewußte Verinnerlichung aufgebaut werden muß.
Mumin/Mumina: Der/Die Iman-Verinnerlichende. Plural: Mumin (nach Zaidan)
Inscha-allah:
So ALLAH (ta’ala) will.
Islam (Islam)
linguistisch: „Gefügigkeit, Unterwerfung und Willfährigkeit, Versöhnung,
Frieden-Schließen, Friede, Sich-Fügen, Sich-Ergeben, Hingabe“.
Islamologisch: „Die bewußte Hingabe, Unterwerfung und Ergebenheit ALLAH (ta'ala)
gegenüber, auf die von Ihm übermittelte Art und Weise.“ Muslim/Muslima:
Der/Die Islam-Praktizierende
Kaffara (Kaf-fa-ra)
leitet sich von „kaffar: tilgen, wiedergutmachen, sühnen“ ab. Kaffara
bezeichnet die Wiedergutmachung, die meist sowohl einen gottesdienstlichen
Charakter hat, als auch materielle Entschädigung beinhaltet. Sie ist eine
rituelle Sühne-Buße.
Kafir/Kafira:
Der/Die Kufr-Betreibende (Singular) bzw. die Kufr-Betreibenden (Plural)
Khalifa:
Nachfolger, Vertreter jedoch niemals im Zusammenhang mit ALLAH (ta’ala)
Khamr:
Khamr leitet sich von khamara
(bedecken) ab. Khamr bezeichnet jedes Getränk, das den Verstand „bedeckt“
also berauscht.
Kufr
linguistisch: „Das komplette Zudecken und Verhüllen, Bedecken,
Verschleiern und Verbergen, die Verleugnung und die Undankbarkeit
gegenüber den Gaben und Wohltaten ALLAHs, die Lossagung und die
Aberkennung“. Islamologisch steht Kufr als Bezeichnung für alles
Nicht-Islamische. Der Kafir/Die Kafira: Der/Die Kufr-Betreibende. Plural:
Kafir (nach Zaidan). Kafir bezogen auf das Diesseits ist ein Sammelbegriff
für Personen, die nach unserem menschlich eingeschränkten Wissen nicht in
die Kategorie Muslim einzuordnen sind. Kafir bezogen auf das Jenseits ist
ein Sammelbegriff für Menschen und Dschinn, die nach ALLAHs Allwissen
definitiv als Nicht-Muslime gelten.
Mahr:
Die Brautgabe, die der Bräutigam beim Heiratsabschluß als Pflichtabgabe an
die Braut entrichtet. Mahr ist ein Pflichtteil des Heiratsvertrages.
Maula:
Maula leitet sich von wal-u „die Nähe“ ab. Maula hat je nach Zusammenhang
verschiedene Bedeutungen: Der Ex-Herr eines Ex-Sklaven, der Ex-Sklave, der
Cousin, der Beistehende, der Nachbar, der Verbündete, der Waltende, der
Verantwortliche.
Muhadschir:
Derjenige, der Hidschra unternimmt, weiblich: Muhadschira. Plural:
Muhadschir (nach Zaidan).
Muhsin (Muh-sin):
Menschen, die gemäß von Ihsan handeln.
Munafiq:
Der Nifaq-Betreibende (weiblich: Munafiqa). Plural Munafiq (nach Zaidan)
n. H.:
Nach der Hidschra (die Auswanderung des Gesandten von Mekka nach Madina)
Nifaq (Nifaq)
Bezeichnung für den Zustand der Täuschung. Eine Person, die etwas verbal
bekundet, was sie nicht verinnerlicht, bezeichnet man als Munafiq. Nifaq
im Sinne von „rein formales, d. h. nur verbales äußerliches Bekenntnis zum
Islam ohne echte innere Überzeugung“ ist eine schwere Verfehlung, die
sogar schwerwiegender ist als offenkundiger Kufr. Nifaq gilt als die
verabscheuenswürdigste Art des Kufr.
Qiyam:
Das Sich-Aufrechthalten beim rituellen Gebet bzw. das Stehen im rituellen
Gebet
Riba
linguistisch: Das Zunehmen. Riba nehmen bedeutet: „mehr zurücknehmen, als
man vorher gab“. Islamologisch ist Riba eindeutig haram und wird in zwei
Kategorien eingeteilt: a) Ribad-dain: Riba für Darlehen, Zins-Darlehen. b)
Ribal-buyu': Riba beim Verkauf
Riyaa:
Die Zurschaustellung von guten Taten mit der Absicht, nicht in erster
Linie ALLAHs Geboten zu folgen, sondern einen guten Eindruck auf die
Menschen zu machen. Riyaa wird auch „der kleine Schirk“ genannt.
Rizq:
Sämtliche materiellen und immateriellen Gaben ALLAHs, die ER einem
Geschöpf gewährt. Rein linguistisch: a) Bezeichnung für das, was nützlich
ist. Dies schließt alles Materielle und Immaterielle ein. b) Gabe,
Geschenk. c) Regen. D) Anteil. e) Viehbestand.
Ruhh:
Etwas Eingehauchtes, Geist, Seele, Atem, Konzentrat. Der Quran, 'Isa
Ibnu-Maryam ('alaihis-salam) und Dschibril ('alaihis-salam) werden als
Ruhh bezeichnet.
Ruku':
Die Verbeugung im rituellen Gebet
Sadaqa (Plural: Sadaqat):
Die freiwillige Spende, die Zakat.
Salam:
Friede
Schahada
linguistisch: Zeugnis. Islamologisch: Das Islam-Bekenntnis, Tod im Kampf
für ALLAH (ta'ala)
Schahid:
Schahid ist entweder der wahrhaftige Bezeugende oder der Gefallene im
Kampf für ALLAH (ta'ala).
Schari'a
linguistisch: „Den Weg zur Quelle oder zur Tränke. Islamologisch: „Die
Gesamtheit der Gebote im Islam“.
Schirk
linguistisch: „Kontingent, Partnerschaft, Beteiligung, Anteil,
Gleichstellung“. Islamologisch wird jede gottesdienstliche Handlung, bei
deren Verrichtung nicht die ausschließliche Absicht zugrunde liegt, einzig
und allein ALLAH (ta'ala) zu dienen, als Schirk gewertet. Unter Schirk
versteht man Polytheismus im eigentlichen und im übertragenen,
metaphorischen Sinne. Schirk-Betreibende heißen Muschrik.
Schura:
Beratung
Siyam:
Das rituelle Pflicht-Fasten im Ramadan
Sudschud
linguistisch: „Sich vor etwas ergeben und beugen“. Islamologisch: „Die
Niederwerfung im rituellen Gebet, wobei die Stirn, beide Innenseiten der
Hände, die Knie und die Fußzehen den Boden berühren.“
Sura (Su-ra)
linguistisch: „Das hohe Haus, hohe Stellung, die Einzäunende/Umfassende,
die Vollständige/Vollkommene". Islamologisch: „Ein Abschnitt des Quran mit
festgelegtem Beginn und Ende, der aus mindestens drei Ayat besteht.“
Taqwa (Taq-wa)
linguistisch: „Das, wodurch sich der Mensch vor etwas (für ihn selbst)
Unerwünschtem schützt". Islamologisch: „Das Vermeiden von allen
Verfehlungen, die sowohl im Diesseits als auch im Jenseits unerwünschte
Folgen nach sich ziehen. Diese Verhaltensweise formt dann eine Art
Frömmigkeit, die ALLAH (ta'ala) gegenüber von Ehrfurcht und ständigem
Bemühen nach gottgefällig guten Handlungen ausgeprägt ist.
Tauba:
Die rituelle Reue
Tauhid:
Der Iman an die Einheit und Einzigkeit ALLAHs nach islamischer Definition
Tawaf:
Die siebenmalige Ka'ba-Umrundung als Ritus von Hadsch und Umra sowie zur
Begrüßung der Ka'ba.
Tawakkul:
Das grenzenlose Vertrauen in ALLAH und das Sich-Verlassen auf Ihn mit
gleichzeitiger Berücksichtigung und Akzeptanz der von Ihm geschaffenen
Kausalitäten.
Umam:
Plural von Umma
Umma:
„Homogene Gemeinschaft/Wir-Gruppe, Din, Lebensweise, eine bestimmte Zeit.
Wahy (Wah-y)
linguistisch: „Das schnelle Zeichen/Signal, die schnelle nur vom
Betroffenen bemerkte Deutung“ sowie „die schnelle Weitergabe von Wissen an
ein bestimmtes Wesen auf eine für alle anderen Wesen unbemerkbare,
unsichtbare Art“. Wahy beinhaltet Eingebung als Veranlagung, Inspiration,
Einflüsterung. Islamologisch: „ALLAHs Mitteilung hinsichtlich Seiner
Rechtleitung an den von Ihm Auserwählten von Seinen Dienern auf eine
schnelle, für andere unbemerkbare Art und Weise“.
Wakil:
Wakil leitet sich von wakala (bevollmächtigen) ab. In Bezug auf ALLAH (ta'ala)
bedeutet Al-wakil „Der Interessenvertreter Seiner Geschöpfe“.
Wali
linguistisch: „Die direkte Aufeinanderfolge, das Gegenteil von Feind,
derjenige, der einer Gruppe (im Frieden und Krieg) in ihrer Angelegenheit
folgt, der Unterstützer mit innerer Zugeneigtheit“. Islamologisch: „Eine
Person/Umma als Wali zu nehmen“ heißt dieser Person/ Umma die
größtmögliche Priorität vor allen anderen Personen/ Umam einräumen.
Muslime pflegen mit der eigenen islamischen Umma die engste, innigste und
intensivste Beziehung, sowohl im rationalen als auch im emotionalen
Bereich.
Zakat:
Die rituelle Pflicht-Sozialabgabe im Islam.
Zina:
Jeder Geschlechtsakt zwischen Personen, die nicht miteinander verheiratet
sind.